Lötkolben: Einfach oder mit regelbarer Temperatur?

Egal welches Model, am wichtigsten sind:

Wechselbare Spitzen,
Regelbare Temperatur,
Kabel lang und dünn

Hab gerade so eine 40€ Station vom Baumarkt und eine 1000€ auf Arbeit und der einzige unterschied für mich beim Platinenlöten ist das viel zu starre nervige Kabel daheim.
 
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Es kommt immer darauf an was man löten möchte, wen ich den Eingangspost richtig gelesen habe geht es eher um Elektromechanik wie z.B. Modelleisenbahn.
Die Komponenten haben oft eine große Masse und benötigen einiges an Energie um heiß zu werden.
Es sollte auch genug Energie vorhanden sein um diese schnell aufzuheizen, damit der thermische peak nicht zu lang anhält und man nicht zu lange darauf herumbraten muss.

Die erwähnte WE1010 scheint dafür sehr gut geeignet, ist aber high end.
Das Ding ist noch handlich, ist aber auch leistungsstark.
Dafür bekommt man auch kleine Spitzen für filigrane Arbeiten, aber auch eine breite grobe muss dabei sein, gerade Steckverbinder saugen viel Wärmeenergie auf.

Für den Hobby Bereich kann ich auch nur empfehlen eine Rolle Lötzinn mit Blei zu ordern.
Auch bleifrei gelötet Stellen werden mit etwas Bleilot dazu "gefügiger".
Nur halt gut lüften dabei.

Wo man auch etwas drauf achten muss sind die Lötspitzen, unterschiedliche Arbeiten erfordern unterschiedliche Spitzen.
Bei Chinakrachern habe ich sehr oft festgestellt das die Benetzung der Spitze suboptimal ist und auch die Wärmeleitung schlecht ist.
Das Weller Zeug ist auch im Detail für Profis gemacht, dementsprechend ausgereift aber leider auch teuer.

Das Lötkolben Thema ist nicht so ganz trivial.
Man kann was günstiges kaufen, es ist nur die Frage ob man damit hinterher zufrieden ist.
 
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Temperatur Regelung wird für gelegentliche Nutzung eher nicht gebraucht.
Besonderes Wichtig ist Netztrennung. Entweder über Trafo oder Schaltneteil.
Bei normalen 220v Lötkolben entsteht Spannung an der Lötspitze, wenn nicht geerdet.
Solche Dinger zerstören dann Elektronik.
 
+1 für den Pine64

Ich habe Jahre lang eine Ersa Lötststion (80 Watt) genutzt! Super solide und man bekommt auch neue Lötspitzen 10 Jahre nach dem Kauf.

ABER, seit ich das Modell von Pine64 (Ich habe einen Clone von Ali gekauft) hier habe (2Jahre) wurde die Ersa nicht mehr genutzt!
 
Kurt Blahovec schrieb:
Was meint ihr, braucht man in meinem Anwendungsfall überhaupt eine regelbare Temperatur? Was würdet ihr sonst noch empfehlen?

Also ich habe aehnliche Sachen und mehr mit einem nicht regelbaren 15W-Loetkolben geloetet. Allerdings mit bleihaltigem Loetzinn, das bleifreie soll schwerer in der Handhabung sein, da ist dann vielleicht doch eine Temperaturregelung angebracht.
 
Also ich habe meinen Miniware TS100 jetzt schon einige Zeit und würde den gegen gar nichts mehr tauschen wollen.
Per USB Kabel zu löten ist einfach ein Träumchen für meine Hobbylöterei. Das Ding is klein, leicht und ultra schnell auf Temperatur. Macht mega laune damit zu löten.
 
Vielen Dank für die wirklich zahlreichen Antworten.

Bei mit/ohne Temperaturregelung für den Einstieg in die Löterei gehen die Meinungen ja doch auseinander ...
Aber ich nehme mit: Lieber höhere Temperatur, bei der das Lot zuverlässig schmilzt, dafür nur kurz, statt zu lange mit niedriger Temperatur, bei der das Lot gerade ausreichend schmilzt.

hildefeuer schrieb:
Besonderes Wichtig ist Netztrennung. Entweder über Trafo oder Schaltneteil.
Bei normalen 220v Lötkolben entsteht Spannung an der Lötspitze, wenn nicht geerdet.
Solche Dinger zerstören dann Elektronik.
Ans PC-Mainboard gehe ich damit sowieso nicht. Aber zerstöre ich mir auch etwas, wenn ich damit an Platinen von z.B. Funkwecker oder TV-Fernbedienung herumlöte?
Bzw. (wie) ist es möglich, einen einfachen Lötkolben ESD-sicher zu machen?

Eine Frage zu den feuchten Schwämmen zum Abwischen der Lötspitze ...
Sind die speziell temperaturbeständig oder kann ich auch einen feuchten Ex-Abwaschschwamm dafür nehmen? :D

Bei Conrad bestelle ich nicht, zu teuer. Die Links waren nur, weil dort die Spezifikationen übersichtlich sind.

Ist pollin.at bzw. pollin.de gut/vertrauenswürdig?
Und weiß jemand zufällig, wer in Österreich die Pollin-Bestellungen zustellt?
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Schwämme sind aus Silikon wenn ich mich recht entsinne.

Pollin gibt es schon ewig.
 
Pollin ist vertrauenswürdig, ja. Bestelle ich schon seit + 20 Jahren. Früher immer den Katalog durchgeschaut, jetzt halt online. Man bekommt aber auch für was man zahlt, wie überall, gibt auch Ramsch.
Schwämme sind speziell, ja. Zur Not tut es aber auch für den Anfang nasses Baumwolltuch das man ein paarmal faltet.
Küchenschwamm, nein eher nicht. Die schmelzen bzw verbrennen obwohl sie nass sind.
 
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Kurt Blahovec schrieb:
Bei mit/ohne Temperaturregelung für den Einstieg in die Löterei gehen die Meinungen ja doch auseinander ...
Aber ich nehme mit: Lieber höhere Temperatur, bei der das Lot zuverlässig schmilzt, dafür nur kurz, statt zu lange mit niedriger Temperatur, bei der das Lot gerade ausreichend schmilzt.
Genau die richtige Herangehensweise.
Kurt Blahovec schrieb:
Sind die speziell temperaturbeständig oder kann ich auch einen feuchten Ex-Abwaschschwamm dafür nehmen? :D
Ersteres. ich nutze sowas: https://www.amazon.de/Spitzenreinig...ords=lötspitzenreiniger&qid=1756385219&sr=8-5
Kurt Blahovec schrieb:
Ans PC-Mainboard gehe ich damit sowieso nicht. Aber zerstöre ich mir auch etwas, wenn ich damit an Platinen von z.B. Funkwecker oder TV-Fernbedienung herumlöte?
Die Lötstellen kurz und schnell bearbeiten und auf Kurzschlüsse achten.
Kurt Blahovec schrieb:
Bzw. (wie) ist es möglich, einen einfachen Lötkolben ESD-sicher zu machen?
Dafür gibt es ESD-Armbänder. Soweit ich weiß brauchst Du nicht mehr.
 
joel schrieb:
Leider ist das alte klassische Lötzinn ungesund, bleihaltig und giftige Dämpfe sind leider vorhanden.
Da ist nichts giftiges dran, für den Einsatzzweck völlig ok. Problem ist nur die Entsorgung, das Blei darin ist halt mäh. ABER: Als Lotdraht nicht giftig. Man müsste ihn schon essen, aber Untersuchungen haben ergeben, dass selbst nach 40 Berufsjahren als Elektroniker mit täglichem Bleilotkontakt nichts im Blut nachzuweisen ist. Und die Lötdämpfe? Nein, auch die sind nicht giftig. Der Großteil basiert auf Kolofonium, Baumharz. Das ist nach dem Verbrennen vielleicht nicht angenehm, aber solange es nicht hochkonzentriert und auf Dauer eingeatmet wird, sind nicht mehr wie leichte Reizungen zu erwarten. Dieses schreibe ich mit 25 Jahren Berifserfahrung im Blei und Bleifrei Löten (gut, Bleifrei löten nur seit ~2 Jahren und selten. Gefällt mir auch nicht. Bleifreilot ist zickig.).
 
Kurt Blahovec schrieb:
Bei mit/ohne Temperaturregelung für den Einstieg in die Löterei gehen die Meinungen ja doch auseinander ...
Aber ich nehme mit: Lieber höhere Temperatur, bei der das Lot zuverlässig schmilzt, dafür nur kurz, statt zu lange mit niedriger Temperatur, bei der das Lot gerade ausreichend schmilzt.

Was ich gelernt und praktiziert habe: die Teile anheizen, und das Loetzinn v.a. an den Teilen schmelzen lassen, das vermeidet kalte Loetstellen. Bei mir lief das so ab: Ich halte den Loetkolben z.B. an den Pin (vorher etwas Loetzinn an die Spitze, damit die Waermeuebertragung gut funktioniert), dann (nach vielleicht 1-2s) das Loetzinn an den Pin, und das fliesst dann, wie es soll. Auf diese Weise habe ich auch eine Platine mit 600 Loetstellen geloetet, hat funktioniert. Kaputtgeloetet habe ich so noch nie etwas.

Eine Frage zu den feuchten Schwämmen zum Abwischen der Lötspitze ...

Ich habe eine Kartonunterlage verwendet, und an der die Loetspitze abgewischt.

Ist pollin.at bzw. pollin.de gut/vertrauenswürdig?

Ja. Wir haben bei Pollin schon was gekauft.

Und weiß jemand zufällig, wer in Österreich die Pollin-Bestellungen zustellt?

Mein Eindruck damals war, dass das ein deutsches Geschaeft ist und die von dort geliefert haben. Welchen Lieferdienst sie verwendet haben, weiss ich nicht.
 
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Höchstwahrscheinlich wirds dann der Ersa PTC70. Der hat eine 2,2 mm-Meißelspitze. Dazu bestelle ich mir noch eine in Bleistiftform. Gäbe es in 0,4; 0,8 und 1 mm. Für Allround-Anwendung am besten die 0,8?

Lötzinn noch ... ebenfalls für Allround-Anwendung, dann gebe ich wieder Ruhe ... ;)
Ich hole mir eine 100 g 1 mm Rolle von Stannol. Legierung/Flussmittel für den Anfang egal? Die billigste HS10 reicht oder Kristall 611? :mussweg:
 
Weil ich gerade gesehen habe, dass bei Opas Vorkriegs-Lötkolben noch recht viel Kolophonium dabei ist ...
Verträgt sich zusätzliches Kolophonium mit Lötzinn, das ein anderes Flussmittel hat? :mussweg:

mfg
 
Öhhh....eine excellente Frage, die ich tatsächlich nicht beantworten kann. Nur soweit, dass mir aus der Praxis bislang nichts aufgefallen ist. Aber das ist nur unsere Auswahl von Lot und Flußmittel, auf die das zutrifft und wo keine Effekte auftreten. Würde sagen, dass muss immer im Einzelfall geprüft werden, ob sich die beiden vertragen. Weil je nach Einsatzzweck kann da auch richtig aggressives Zeug drin sein (z.B. Stahl löten, teilweise muss dann mit richtiger Säure gearbeitet werden um an das eigentlich Metall im Lötprozess dran zu kommen).

Und nun noch die richtige Antwort auf deine Frage (auch wenn sie dir weniger hilft): Die Frage stellt sich nicht, denn man nimmt natürlich nur geeignete Mittel für den gedachten Einsatzzweck. Aber solange die Flusmittel beide auf Kolophonium basieren, sehe ich da kein Problem.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kurt Blahovec schrieb:
Ich hole mir eine 100 g 1 mm Rolle von Stannol. Legierung/Flussmittel für den Anfang egal? Die billigste HS10 reicht oder Kristall 611?
Alternative wurde genannt:
Vindoriel schrieb:
Als Lot vielleicht das: https://www.stannol.de/produkte/loetdraht/detail/kristall-600/130/halogenfrei
No-Clean und (im Gegensatz zu Kolophonium) auch nicht hygroskopisch über Jahre.
(Aktivierungsstufe L reicht und halogenfrei, also REL0 -> Kristall 600)

RO -> Kolophonium, RE -> Harz, OR -> organisches Flussmittel
L -> leichte Aktivierung, M -> mittelstarke Aktivierung, (H -> hohe Aktivierung, eher was für die Regenrinne anstatt Elektronik), 0 -> halogenfrei, 1 -> halogenbasiert

Michael-Menten schrieb:
Die hier erwähnten Weller Magnestat bitte komplett vergessen. Das ist technologie aus dem letzten Jahrtausend.
Ein fachlich sehr "kompetentes" Argument...
 
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Dann machst Du halt die Lötstellen später sauber, z.B. mit Isopropanol (unverdünnt).
 
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