Lötkolben: Einfach oder mit regelbarer Temperatur?

Kurt Blahovec schrieb:
Zu https://www.conrad.at/de/p/ersa-30-s-loetkolben-230-v-40-w-meisselform-420-c-max-828220.html und https://www.conrad.at/de/p/ersa-multitip-loetkolben-230-v-25-w-bleistiftform-450-c-max-810665.html :
Der 2. hat, so wie es aussieht, eine bessere Konstruktion zur Wäremeabgabe vom Heizelement an die Spitze. Dennoch gibts für die beiden von Ersa nur jeweils ~3 unterschiedliche Spitzen. Kann man da Spitzen von anderen Herstellern auch verwenden?

Ich kann zu den Ersa Kolben nichts Genaues sagen. Außer, dass die scheinbar in den 90ern hängengeblieben sind. Wenn du schon soviel Geld dafür ausgeben willst, dann gleich eine Weller WE 1010 Lötstation. Man möchte weder steife 230V Kabel am Handgerät haben noch eine ungenaue Temperaturregelung.

Trotzdem: Ein Pinecil wäre zu einem geringeren Preis schlicht besser.
Ich nutze auf der Arbeit desöfteren die Weller WR2 Station, aber meine USB-C PD Lötkolben und Krempel von JBC sind einfach die ergonomischeren Geräte.



Uzer1510 schrieb:
Auch wenn die günstigen China Lötkolben sicher fast alle ok sind - wenn man keine Ersatzspitzen bekommt ist das halt ein Einwegsystem.

T12, TS101 und C245 Spitzen sind keine Exoten, sondern schlicht Klone von professionellen Hakko oder JBC Systemen. Die wird's auch in Jahrzehnten noch in Hülle und Fülle geben.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Shio
Kurze Frage zu den einfachen Kolben ohne Temperaturregelung:
Was ist hier die hauptsächliche Problematik? Dass sie bei großen Lötstellen zu wenig heiß werden oder dass sie bei kleinen Lötstellen zu heiß werden und Bauteile und Platine beschädigen?
 
Wenn es einfach sein soll und man später noch Ersatzteile haben möchte, dann Weller Magnastat, Temperaturregelung über die Lötspitze (Kennziffer 6 ist z.B. 310 °C, reicht in der Regel aus, für größere Flächen ggf. doch eine 7). Elektronik, die später mal kaputtgeht? Gibt es nicht...
Sowas nennt man dann "einmalige Anschaffung".

Als Lot vielleicht das: https://www.stannol.de/produkte/loetdraht/detail/kristall-600/130/halogenfrei
No-Clean und (im Gegensatz zu Kolophonium) auch nicht hygroskopisch über Jahre.

Für Reparatur von älteren Platinen (vor 2006, Umstellung auf Bleifrei) bleihaltiges Lot nehmen und separate Lötspitze.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: ShutdownButton, def_ und madmax2010
temperaturregelung ist wichtig, damit dir das lot bzw. das flussmittel nicht verbrennt und manche komponenten sollten nicht zu heiß werden. eine hohe temperatur kann die abfließende wärme in power planes etwas abfangen, aber besser ist es die platine zu erwärmen. für verbleites lot sind an einfachen lötstellen so 230°C gut und je nach bleifrei lot um die 260-300°C.

die temperatur sollte so niedrig wie möglich und so hoch wie nötig sein, so dass das lot gut schmilzt und fließt und die lötstellen gut benetzt werden, aber nicht so heiß, dass das lot / flussmittel anfängt zu kochen/zu verbrennen. generell über 300°C sollte man nur in sonderfällen gehen. und lötzeiten (lötkolben am bauteil) nicht länger als 5 sekunden aber mindestens 2-3.

der ersa ptc 70 ist nicht schlecht, aber auch kein überflieger. das blöde an dem lötkolben ist das steife kabel. ich habe das kabel bei mir ausgetauscht.

ich habe auch den hier:

https://www.amazon.de/GALLUNOPTIMAL-Temperatur-geregelter-Lötkolben-temperaturgeregelt/dp/B091J6TB43?ref_=ast_sto_dp

der ist eigentlich besser als der ptc 70, aber ich denke die lötspitzen von ersa sind besser
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: Kurt Blahovec und madmax2010
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: Kurt Blahovec
ich habe mir vor über 40 Jahren meinen ersten „richtigen“ und für meine damaligen Verhältnisse sündhaft teuren Lötkolben gekauft, einen Ersa 15W Multitip und der liegt immer noch griffbereit in der Schublade!

zu der (Zwischen) Zeit habe ich auch als Werkstudent mit professionellen Lötstationen (die Weller mit den magnetischen Spitzen, mochte ich nie) gearbeitet und natürlich diversen anderen Geräten.

meine(!) Meinung:
  • kauf dir keine Lötstation
  • kauf dir keine „Speziallösung“, wenn du dir nicht sicher bist, dass du genau das brauchst
  • kauf dir keinen China Müll, die von @VmaxGunni empfohlene Station habe ich selber auch, geplant um SMD zu löten, kann man für Schrumpfschlauch an engen Stellen verwenden, mehr nicht…
  • kauf dir keinen Akku oder gar Gas Kolben, außer du weißt ganz genau warum (mobil oder garantiert potentialfrei). Habe ich mir fürs Auto gekauft, klebt schon bei 0,15qmm Litze fest

kurz: mit einem ordentlichen Ersa machst du nichts falsch, es geht natürlich auch „viel billiger“.
ob man einen geregelten braucht? Ich meine nein, wie gesagt 15W reicht für alles „normale“ (Elektronik), für „Klempner Arbeiten“ braucht man dann aber noch ein Brat-Eisen.
muss man sich halt überlegen, ob man für eine Ersatzspitze nach einigen Jahren privater Nutzung mehr bezahlt als andere für 3 Kolben mit „HighTech Features“…
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Kurt Blahovec und L.Brombacher
Mickey Mouse schrieb:
meine(!) Meinung:
  • kauf dir keine Lötstation
  • kauf dir keine „Speziallösung“, wenn du dir nicht sicher bist, dass du genau das brauchst
  • kauf dir keinen China Müll, die von @VmaxGunni empfohlene Station habe ich selber auch, geplant um SMD zu löten, kann man für Schrumpfschlauch an engen Stellen verwenden, mehr nicht…
  • kauf dir keinen Akku oder gar Gas Kolben, außer du weißt ganz genau warum (mobil oder garantiert potentialfrei). Habe ich mir fürs Auto gekauft, klebt schon bei 0,15qmm Litze fest

kurz: mit einem ordentlichen Ersa machst du nichts falsch, es geht natürlich auch „viel billiger“.
ob man einen geregelten braucht? Ich meine nein, wie gesagt 15W reicht für alles „normale“ (Elektronik), für „Klempner Arbeiten“ braucht man dann aber noch ein Brat-Eisen.
muss man sich halt überlegen, ob man für eine Ersatzspitze nach einigen Jahren privater Nutzung mehr bezahlt als andere für 3 Kolben mit „HighTech Features“…
Damit ist meiner Meinung nach alles gesagt. Genau das wollte ich auch schreiben. Einen guten und einfachen ERSA, vor allem, wenn du noch nicht so genau weißt was du tust.
Hinzufügen wollte ich noch, von vornherein zwei spitzen einkalkulieren. Wenn du Reparaturen durchführen wirst, wirst du immer wieder auf bleihaltiges lot stoßen, daher muss man oft lot und spitze, bleihaltig, bleifrei, wechseln.
Und zum Thema Ergonomie, du wirst jetzt keine 8h Tage am Lötkolben verbringen, da würde mir Robustheit vor gehen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Samurai76 und Kurt Blahovec
Wenn Ersa dann die i-con. Jedoch liegt da der Einstieg mit der Ersa i-con pico bei 180€.
Gerade für Anfänger sind die Klasse, da der Abstand zwischen Lötspitze und Griff kurz ist. Später liebt man die wegen dem Komfort.


Kurt Blahovec schrieb:
Hier wurden öfter Pinecil und Konsorten empfohlen. Wo sowas angeboten wird, kaufe ich ungern. Den 10€-Kolben (ebenfalls aus China) aus dem Baumarkt hole ich mir auch nicht.
Die Miniware TS100 gibt es auch bei deutschen händlern wie Welectron.

T12 Lötstationen gibt es eventuell auch bei deutschen Händlern. Die Teile sind deutlich besser als die Weller und Ersa. Lötspitze und Heizelement ist eins daher können die deutlich schneller die Leistung regeln.

Die hier erwähnten Weller Magnestat bitte komplett vergessen. Das ist technologie aus dem letzten Jahrtausend.

Nochwas: Wenn jemand schreibt x Watt das ist gut dann kritisch hinterfragen.
Die Leistung ist das maximum was die Staion liefern kann. In 99,9% der Fälle braucht man die nicht und was stattdessen zählt ist wie schnell die Station regelt. Eine gute 30W Lötstation wird im Alltag einer schlechte 60W überlegen sein.
 
Kurt Blahovec schrieb:
Dass sie bei großen Lötstellen zu wenig heiß werden oder dass sie bei kleinen Lötstellen zu heiß werden und Bauteile und Platine beschädigen?

Also bisher hatte ich eher die Problematik, dass der nicht heiß genug wurde bzw. zu wenig Power hatte und die Platine so viel Kupfer drin hatte und der Lötkolben gar nicht hinterher kam.

Ich würde auf jeden Fall einen regelbaren nehmen.
Hab selbst mittlerweile einen regelbaren Ersa. Ich glaube 30W - kann aber gerade nicht so schnell nachschauen. Kann ich ja heute Nachmittag ein Update nachschieben :)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Kurt Blahovec
Michael-Menten schrieb:
Wenn Ersa dann die i-con.
Kannst du ausführen warum? Ich würde exakt zum Gegenteil greifen für den angepeilten Einsatzzweck.
Also ernst gemeint. Ich benutze den Universal kolben sehr viel und die SMD Station halt für die Spezialsachen...
 
Weller oder Ersa ist top. Spitzen kann man tauschen. Falls du wirklich öfter was löten willst, würde ich sowas nehmen. damit kann man auch sauber löten.

Blei ist im Lot schon seit Jahrzehnten nicht mehr drin. (ROHS)

Falls du eine Kolophonium Allergie hast, solltest du nicht löten! (Flussmittel im Lot. Gibt es das noch so?)
 
@L.Brombacher i-con sind was feines wegen der Ergonomie.
Der kurze Abstand zwischen Lötspitze und Griff.
Aufheiz-Zeit sind wenige Sekunden.
Beschleunigungs Sensor im Kolben damit dieser bei nicht benutzung abkühlen kann und bei Bewegung sofort wieder aufheitzt.
Spitzenwechsel ist extrem einfach, Werkzeugfrei und geht selbst heiß.
Gibt die Halterungen in zwei Farben somit kann man gut zwischen bleifrei und blei Lötspitzen unterscheiden. Leider fehlt die dritte Farbe für Bissmut.


Von der Leistung her ist der auch besser als die Ersa RDS-80 (die PCT dürften ähnlich sein).
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: L.Brombacher
DevD2016 schrieb:
Blei ist im Lot schon seit Jahrzehnten nicht mehr drin. (ROHS)
Nenenenene, Blei ist nur für kommerzielle Produktion verboten. Selbst im kommerziellen Reparaturbereich ist das noch erlaubt (mwn) und für den privaten Bereich sowieso.
Spätestens wenn man Sachen von vor 200X repariert, macht (man) oder ich am besten mit bleihaltigem Lot. Was auch völlig in Ordnung ist.
Und nochmal, so wie ich den TE verstehe will er Zugang dazu bekommen, hat schon bisschen Erfahrung mit nem Lötprügel. Daher lieber was einfaches, zuverlässiges nehmen und zusätzlich Geld in Ausrüstung, Entlötlizze, oder Pumpe investieren.
Wie immer aber nur meine Meinung
 
@Michael-Menten cool, danke für die Antwort. Also ähnlich wie die Stationen die ich auf Arbeit hab.
Aber ist das alles so relevant für die ein oder andere Reparatur zu Hause an der elektrischen Eisenbahn? Wie lange müssen die im idle Strom sparen, bis sich der Preis wieder gerechnet hat?
Ist glaub ich bisschen übers Ziel hinaus geschossen.
 
@L.Brombacher Sobald man einmal dran gewöhnt ist, hasst man jede Lötstation die ewig lange Lötspitzen hat. Der kleine Abstand ist ein echter game changer.

Die WEP 948D entlötstation braucht ewig zum aufheizen. Da ist nichts mit kurz anschließen, eine Lötstelle und wieder wegräumen.
Mit der Ersa stell ich die an, Greif zum Lötzinn und die ist bereits betriebsbereit. Sobald man fertig ist den Kolben einfach in den Halter und weggehen (regelt sich eh auf 50-60°C im Standby runter). Deutlich angenehmer.

Vondaher meine Meinung sobald man auch nur halbwegs regelmäßig die nutzt einmal eine ordentliche kaufen.

L.Brombacher schrieb:
Wie lange müssen die im idle Strom sparen, bis sich der Preis wieder gerechnet hat?
Geht primär um Lötspitzen Standzeiten. Kosten auch deutlich mehr als der Stromverbrauch.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: L.Brombacher
@Michael-Menten und so wurde der thread zu einem Kaufberstungsthread für mich 😂

Vielleicht mal auf meinen imaginären Wunschzettel packen...
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben