Hi fakeman,
Ich begebe mich hier aufs physikalische Glatteis, aber no risk no fun. Entscheidend ist, wie groß der Druckunterschied (Gradient) bezogen auf die Dicke des Lamellenpakets ist. Je größer der Druckunterschied ist, desto mehr Luft will den Ausgleich hinbekommen.
Bei hoher Lamellendichte (z.B. HWL Black Ice) und hoher Lamellenhöhe ist der Luftwiderstand groß. Sorge ich für einen Unterdruck (durch eine Lage saugender Lüfter) auf der anderen Seite erhöhe ich den Druckgradienten - mehr Luft fließt durch.
Ich verwende gleiche Umdrehungen in meinen Versuchen, um die Varianten im Griff zu behalten, auch um die Lärmentwicklung einzugrenzen.
Bei meinen Messungen habe ich in der Regel Messungenauigkeiten von 0,1 bis 0,2 K. Da sind Temperaturdifferenzen von 2-3 K bei Einsatz von 2 Lüfterlagen signifikant.
Lasse ich die 2. Lüfterlage ohne Strom, wirken die nicht laufenden Propeller bei widerstandsarmen Radiatoren sogar als zusätzlicher Widerstand, der zu einer Zunahme des Delta KW/Luft Wertes führt. Bei einem AMS 420 Cu mit 2*3 NB PK-3 habe ich mal die saugende Lage bei 5 V (900 rpm)nicht laufen lassen. Das gab einen Kühlleistungsverlust von 3,8 K. Ich denke das ist signifikant.
Mich interessiert bei solchen Versuchen nicht ob es was bringt, sondern wie viel es bringt und ob ich an die Leistungsgrenze komme.
Man kann die 2. Lage natürlich durch höhere Drehzahlen kompensieren. Aber wer will sich schon Turbinen auf den Radiator schrauben?
Heutige Lüfter sind aufgrund der Fertigungstoleranzen in ihrem Druckaufbau für Radiatoren noch optimierbar. Die Grenzen der heutigen Designs sind aber Lärmentwicklung (Motor, Propeller, Luftrauschen) und der Preis (und damit die verwendeten Kunststoffe). Lüfter mit geführter Strömung auf der Auslass Seite sind für Radiatoren nachteilig (Silverstone Air Penetrator), da der Druck auf den Radiator nicht gleichmäßig auftrifft.
Ich warte auf ein neues Design, das einen höheren Druck bei gleicher Drehzahl auf der Radiatorseite aufbaut. Dann werden auch Shrouds noch mehr Sinn machen, den höheren Druck gleichmäßig zu verteilen.
Ich finde es immer wieder lustig, wenn Spezialisten der Optik wegen einen runden Radiator verwenden (z.B. Noctua NF-P14 FLX) , und/oder in den Seitenwänden dann noch Öffnungen hat (z.B. Enermax Cluster UCCL12 ). Der aufgebaute Druck verpufft teilweise nutzlos. Wenn der Radiator groß genug ist – sag ich mal: egal. Blöd nur, wenn die Auslegung grenzwertig ist, dann kann es zu hohen Wassertemperaturen kommen.
Aua, schon wieder viel geschrieben……