Mainboard mit Raid oder Raid mit Mainboard?

T

Tankred

Gast
Hallo zusammen,

ich bin derzeit am überlegen, welche Komponenten ich für einen Dateiserver nehmen soll. Kernstück ist natürlich das Mainboard und der damit zusammen hängende Raid-Verbund (Mirror also Raid 1). Die zwei sich daraus ergebenden Fragen sind:

1. Wenn ich ein Motherboard mit integriertem Raid-Controller verwende, welches würdet ihr mir derzeit empfehlen? Ob AMD- oder Intel-CPU sei hier zweitrangig, wichtig finde ich eine stabile und performante Basis.

2. Die Alternative wäre ein Motherboard und ein zusätzlicher Raid-Controller, damit es nicht zu teuer wird z.B. der 3WARE 9650SE-2LP. Meine Fragen: macht das hinsichtlich der Performance Sinn, also lohnt sich die Mehrausgabe? Und welches Motherboard wäre in dieser Konfiguration zu empfehlen?

Vielen Dank,

Tankred
 
Das kommt darauf an wieviele Connectionts du auf den Server haben wirst. Wenn da 1,2 Clients sich Daten abholen dann kannst ruhig ein Mainboard mit integriertem RAID Controller nehmen. Wenn es etwas schneller sein darf dann nimm einen extra Controller. Der onboard Controller der Mainboards geht auf Kosten der CPU, da er emuliert wird.
 
Performancetechnisch ganz klar ne zusätzliche Karte.

Nur ob du des wirklich brauchst ist die andere Seite... die Frage ist eher wie schnell dein Netzwerk ist... was nützt der schnellste Fileserver wenn dein Netzwerk nur einen Bruchteil an geschwindigkeit hat.
 
Wenn du eine zusätzliche Karte nimmst, sollte die aber per PCIe x4 angebunden sein, die PCI-Karten bremsen schon stark...
 
Der Vorteil einer zusätzlichen Raid-Karte mit eigenem Prozessor liegt u.a. darin, bei einem Defekt des Controllers "nur" eine Karte ersetzen zu müssen, die relativ einfach wiederbeschafft werden kann. Geht einem das Board flöten, dann ist es evtl. unmöglich, den gleichen Controllertyp auf dem Board zu bekommen, wodurch die Daten von einem anderen Controller nicht mehr verarbeitet werden könnten. Ergo müsste das Raid1 neu aufgezogen werden, wodurch im schlimmsten Szenario sämtliche Daten verloren wären bzw. alles neu aufgespielt werden müsste.

Allerdings wird der zusätzliche Prozzi auf der Controller-Karte nicht zwangsläufig benötigt, wenn es bei einem Raid1 bleiben soll, bei einem Raid5 sähe die Sache allerdings anders aus.

Man könnte also einen günstigeren Marken-(!)-Controller (damit die Erhältlichkeit in den nächsten 3-4 Jahren gewährleistet ist) nehmen und diesen auf einem beliebigen Board mit PCIe-1x-Schnittstelle betrieben.
 
Vielen Dank für eure Antworten!

Gleichzeitige Clientzugriffe kommen schon so einige zusammen, an harten Tagen wohl so an die 80 Verbindungen plus.

Das mit der CPU-Belastung habe ich auch schon gelesen, nur nachvollziehen kann ich es nicht. Derzeit werkelt hier ein Fileserver mit einem Gigabyte GA-K8NF9 Ultra und darin zwei WD-Platten im Raid 1. Dennoch ist die CPU so gut wie nie im zweistelligen Prozentbereich belastet. Interessant wäre für mich lediglich ein höherer Datendurchsatz.

Das Netzwerk läuft auf 1000 mBit, dürfte also noch Spiel haben.

Frage: was haltet ihr von der von mir verlinkten Controllerkarte und zu welchem Motherboard würdet ihr mir damit raten?
 
Raid0 oder Raid 1 sind für die CPU keine zusätzlichen Herausforderungen. Erst, wenn mit einem Raid5 zusätzliche Parity-Berechnungen fällig werden, ist eine Controllerkarte mit eigenem Prozzi nötig, da sonst die CPU-Last extrem zunimmt. Zudem ist der Datendurchsatz einfach nur schlecht mit einem Software-Raid5.
 
Also der Server soll wirklich nur ein Raid 1 bereitstellen? Wenn ja würde ich keinen separaten Controller verwenden. Das wäre einfach Geldverschwendung.

Raid 0, 1, 0+1 und 10 benötigen keine Parityberechnungen, wieso dann ein System mit Controller einem Onboard Raid nicht im Vorteil ist. Controller mit XOR Prozessor zur Parityberechnungen machen nur Sinn, bei Arrays ala Raid 5 und 6, etc.

Too late ;)
 
Hier was zu den Controller Karten

Wenn schon ca. 80 Zugriffe gleichzeitig sind, denke ich mal, das es nicht für den Privat Gebrauch gedacht sein wird.

Dann würde ich auf jeden Fall ne Controllerkarte nehmen.

Falls du Mainboard suchst schau hier mal nach

Wenn dir aber das Board ausfällt, brauchst du das gleiche Board und ggf. das selbe Bios um dein RAID weiterzuverwenden. Da ist halt ne Controllerkarte von vorteil.

Aber Raid 0 und Raid 1 braucht nicht allzu viel CPU Power
 
Zuletzt bearbeitet:
wenn du nur raid 1 betreiben willst (also ein raidlevel ohne parityberechnung) dann nimm einen onboard controller. und schau dich lieber nach einer guten netzwerkkarte um oder falls du zuviel geld hast nach etwas besserem wie ethernet - was aber vermutlich overkill wäre.

onboard raidcontroller haben, wenn sie im chipsatz sind, den vorteil, dass sie den pci / pcie nicht belasten. und da beim raid 1 sowieso keine große rechenarbeit sondern nur festplattenarbeit anfällt, sollte es die cpu locker schaffen.

sinnvoll sind vielleicht festplatten die ncq unterstützen, da wenn viele clients zugreifen oft an vielen unterschiedlichen positionen gelesen werden muss.
genauso empfehlen sich platten mit hoher umdrehungszahl und geringer zugriffszeit.
(wenn du zuviel geld hast kauf dir sas platten und ein mainboard das sas unterstützt - oder für weniger geld scsi320 - aber auch das wäre overkill)

um die cpu-last (falls sie wirklich so hoch sein sollte - was ich nicht glaube) zu drücken und die ethernet anbindung zu verbessern sind andere dateisysteme und netzwerkstacks in betracht zu ziehen. solaris soll ganz flott sein netzwerktechnisch und reiser4 ist ein schnelles dateisystem.

aber:
fileserver werden meistens überschätzt ! oft ist nicht cpu, netzwerkkarte, betriebsystem oder ram sondern einfach die festplatte der flaschenhals. und je nach anwendungsgebiet gibt es oft garkeinen flaschenhals (auch auf alten systemen mit einem pentium3).

wenn du gigabit lan hernimmst, sollte dir klar sein, dass die festplatte so ca. 50 - 60mb/s schafft und gigabit lan maximal halb auslastet. (klar 100mbit wäe überfordert)

mach einfach ein paar tests mit den rechnern die du schon hast und beobachte die datenraten und auslastungen.

wenn du darüber hinaus auchnoch die daten auf dem server verschlüsseln willst, dann stiege die cpu last sehr an - somit sollte man den fall unbedingt überdenken !

-gb-
 
rumpel01 schrieb:
Der Vorteil einer zusätzlichen Raid-Karte mit eigenem Prozessor liegt u.a. darin, bei einem Defekt des Controllers "nur" eine Karte ersetzen zu müssen, die relativ einfach wiederbeschafft werden kann. Geht einem das Board flöten, dann ist es evtl. unmöglich, den gleichen Controllertyp auf dem Board zu bekommen, wodurch die Daten von einem anderen Controller nicht mehr verarbeitet werden könnten. Ergo müsste das Raid1 neu aufgezogen werden, wodurch im schlimmsten Szenario sämtliche Daten verloren wären bzw. alles neu aufgespielt werden müsste.

Allerdings wird der zusätzliche Prozzi auf der Controller-Karte nicht zwangsläufig benötigt, wenn es bei einem Raid1 bleiben soll, bei einem Raid5 sähe die Sache allerdings anders aus.

Man könnte also einen günstigeren Marken-(!)-Controller (damit die Erhältlichkeit in den nächsten 3-4 Jahren gewährleistet ist) nehmen und diesen auf einem beliebigen Board mit PCIe-1x-Schnittstelle betrieben.

So ein Quatsch! bei Raid1 hast du keine Probleme mit einem anderem Controller!!! Ich habe schon 4 Mainboards (P4P800, P4P800-E Deluxe, A8V Deluxe, A8N-SLI Premium) mit dem gleichem Raid1 betrieben und hatte nie Probleme. Einfach im Controller Raid 1 auswählen und dein Raid 1 funktioniert.

Auch bei Raid5 gibt es kaum probleme, solange das raid5 per Windows hochgezogen wurde, dann kannst du mainboard wechsel machen und das windows raid 5 läuft auch auf dem neuem anstandslos nachdem die sata treiber installiert wurden.
 
Dann würde ich sagen, dass Du Glück gehabt hast. Zudem hast Du in Deinem Eifer das Wörtchen "evtl." überlesen ...

Grundsätzlich besteht das Problem aber absolut. Niemand sollte sich wundern, wenn er versucht, sein Raid-Array erfolglos auf einen anderen Controller zu übertragen ...
 
nun erstmal:

warum sollen bei einem raid 1 alle daten weg sein, wenn das baord kaputt geht und man keinen ersatz findet ? einfach eine platte an einen normalen ide / sata controller hängen und schon kann man davon booten ( so war es bei mir).

@ CrazyTurgeon :

welche schreibgeschwindigkeit hatte denn dein software raid 5 ? unter 10mb/s bei hoher cpu last ?

für einen server ist ein software raid 5 einfach ungeeignet, da er ausser parity berechnen auch noch was anderes zu tun hat.

-gb-
 
@CrazyTurgeon
Mehr Glück als Verstand. Mehr kann man zu der Aussage nicht sagen.

Bei einem Popel Raid 1 mag das ja in vielen Fällen funktionieren, da ja einfach nur auf beide Festplatten das gleiche geschrieben wird. Das kann man aber nicht auf andere Arrays ummünzen.

Und ich muss gustl87 zustimmen. Software onboard Raid 5 ist echt crappy. Ne total miese Performance und wenn man Pech hat zerschießt man sich das Array doch.

Echt toll^^
 
ok nochmal zum fileserver ...

was ich gerne wüsste:

was soll der server alles in der parxis machen ?
also sind es nur kleine dateien wie emails, word dokumente oder sind es vor allem große dateien ?

werden die dateien runterkopiert oder auf dem server geöffnet (im falle von hochauflösenden videos müsste der dann die datei unterbrechungsfrei übertragen).

kommt es mehr auf eine dauernde ansprechbarkeit des servers an oder soll er sehr schnell daten übertragen können ?

wenn große dateien runtergeladen werden (kommt das überhaupt vor ?) werden viele clients oft große dateien gleichzeitig anfordern ?

große dateien sind so ab 100mb und kleine eben kleiner.

wenn es nur in einem großen büro ist und eben emails, bilder und dokumente verteilt werden, dann reicht so zimlich jeder rechner ...

und überlege dir das mit dem raid 1 nochmal denn:

beim raid 1 laufen dauernd beideplatten und wenn ein netzteil ausfällt oder der blitz einschlägt, dann können auch beide defekt sein. also raid 1 heißt nicht, dass man nichtmehr sichern muss.

oder reicht eine interne schnelle platte und dann wird einfach täglich auf einer externen ein image der internen gespeichert (was man auch zusätzlich zu raid 1 machen könnte) - hat den nachteil, dass bei ausfall der internen die letzte sicherung aufgespielt werden muss und die arbeit eines tages verloren ist (ja nach dem wieoft du sicherst).

-gb-
 
Vielen Dank, dass ihr euch so rege an der Diskussion beteiligt! :)

athlonforever schrieb:

Interessanter Artikel! Interessanterweise scheint THG den von mir präferierten Controller zu empfehlen. Aber eine Frage bleibt: welches Mainboard passt am besten dazu?

athlonforever schrieb:
Wenn schon ca. 80 Zugriffe gleichzeitig sind, denke ich mal, das es nicht für den Privat Gebrauch gedacht sein wird.

Da hast Du recht, der Fileserver ist für ein Büro gedacht.

athlonforever schrieb:
Dann würde ich auf jeden Fall ne Controllerkarte nehmen.

Aus welchem Grund, weil die Migration unproblematischer ist?

athlonforever schrieb:

Auch ein super Artikel, da wird mir RAID 5 ja recht schmackhaft gemacht. Raid 0 mit ICH8 ist natürlich der Hammer, aber mir ehrlich gesagt zu heikel.

gustl87 schrieb:
was soll der server alles in der parxis machen ?
also sind es nur kleine dateien wie emails, word dokumente oder sind es vor allem große dateien ?

Auf dem Fileserver sind sowohl kleine Dateien (meist Office), als auch größere (PDF oder Datenfiles von einem Statistikprogramm namens SPSS.

gustl87 schrieb:
werden die dateien runterkopiert oder auf dem server geöffnet (im falle von hochauflösenden videos müsste der dann die datei unterbrechungsfrei übertragen).

Multimedia ist nicht von Belang. Die Dateien werden auf dem Server geöffnet, am Client bearbeitet und dann wieder auf dem Server gespeichert. Das Herunterladen ist nicht vorgesehen, ich will die Daten zentral auf dem Server haben, um die Sicherung transparenter zu gestalten.

gustl87 schrieb:
kommt es mehr auf eine dauernde ansprechbarkeit des servers an oder soll er sehr schnell daten übertragen können ?

Der Server soll vor allem schnell reagieren, also er soll nicht gleich ausgelastet sein, nur weil ein User gerade zufällig eine große Datei überträgt.

gustl87 schrieb:
beim raid 1 laufen dauernd beideplatten und wenn ein netzteil ausfällt oder der blitz einschlägt, dann können auch beide defekt sein. also raid 1 heißt nicht, dass man nichtmehr sichern muss.

Das ist klar. RAID 1 setze ich nicht als Backup-Lösung ein, sondern um die Verfügbarkeit zu erhöhen. D.h. wenn eine Festplatte ausfällt, dann soll die andere dafür sorgen, dass die User nichts merken und der Admin (ich) nicht sofort losrennen und die Platte in den nächsten fünf Minuten austauschen muss. Die Sicherung erfolgt täglich auf Bändern in einem externen Rechenzentrum.

gustl87 schrieb:
oder reicht eine interne schnelle platte und dann wird einfach täglich auf einer externen ein image der internen gespeichert

Wie gesagt, RAID 1 ist für mich ein Muss, damit die Verfügbarkeit der Daten 24/7 gewährleistet ist. Alternativ könnte ich mich noch mit RAID 5 anfreunden, um die Performanz zu erhöhen.

Die Ausgangsfragen bleiben jedoch, vor allem würde ich mich über eine Motherboard-Empfehlung freuen. ;)
 
Noch nicht erwähnt wurden die Features die der Controller bei der geschilderten Verwendung sinnvoller Weise haben sollte:

- Automatischer Rebuild des Raid und damit auch
- HotSpare-Laufwerk (zumindest als Option)
- Benachrichtigung des Administrators bei Ausfall einer Platte
- HotPlug-fähig, aber das sollten alle aktuellen Mainboard-Controller (SATA, SAS) auch können.
- eventuell Level-Migration, wenn man hinterher ohne großen Aufwand das System ausbauen/ändern möchte

Zu Mainboards kann ich keine Empfehlung treffen, beschäftige mich nicht mehr damit. Meine Konfiguration (Promise SuperTrack EX4350) läuft auf einem
Abit AT8 32x, trotz Stabilität ist dies sicher aber schon wegen Sockel 939 nicht mehr erste Wahl.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wieso kaufst Du nicht einfach ein NAS.

Die gibt es schon für ca. 500€, sind fertig konfiguriert musst evtl. noch Platten reinschrauben.

Im übrigen halte ich Raid 5 für sehr sinnvoll, das System läuft auch noch wenn eine Platte ausfällt. (Bei Raid 6 können sogar zwei Platten ausfallen).
 
Gegen NAS sprechen momentan noch zwei Dinge:

1. ein weiterer DC erhöht auch noch die Redundanz der AD und damit die Verfügbarkeit und

2. bisher konnte (wollte?) mir noch niemand erklären, wie die Integration eines NAS in eine Domäne erfolgt. In allen von mir studierten Bedienungsanleitungen steht nur was davon, dass sich Domänenbenutzer mit ihrem Benutzernamen und Passwort auf dem NAS einloggen können, um dort gespeicherte Daten abzurufen. Das halte ich aber für keine gründliche Integration einer AD. Unter gründlich verstehe ich, dass der Nutzer sich einmal über einen Client am Server anmeldet und gut is. Ein NAS sollte also die Domäneninfos komplett verarbeiten können und die Authentifizierung dem DC überlassen.
 
ok jetzt weiß ich was der server können muss und dass es sich meist um kleinere dateien handelt.
(ich habe erst sehr selten pdf-dateien gesehen die größer als 50mb waren - und andere dokumende schon garnicht)

aber eine frage steht noch im raum:
du sagtest was von 80 clients - wie muss ich das verstehen ?
ist das ein firmennetzwerk mit 80 (oder etwas mehr) rechnern die auch mal alle an sein können oder ist es was richtig großes und es kommt oft vor, dass 80 clients (von sehr vielen) gerade aktiv auf eine datei auf dem server zugreifen ?
(also gerade die datei laden oder speichern)

da aber kleinere dateien so in 1- 2 maximal 5 sekunden geladen sein sollten (lesegeschwindigkeit der platte) brauchst du glaube ich keinen high end server.

es sollte ein ja stiknormaler rechner sein der vielleicht eine etwas bessere netzwerkkarte bekommt und ein raid 1 aus zwei schnellen platten (also mindestens 7200rpm).
sonst sollte ein p4, athlon64 (singlecore) und dazu etwas ram locker reichen.

aber wenn wirklich oft 80 user gerade auf die platte des servers zugreifen, dann sollte die schon sehr schnell sein ... also raid 1 aus zwei 10000rpm platten.

-gb-
 
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