News MediaMarkt und Saturn: JD.com aus China darf Europas größten Einzelhändler kaufen

Nuklon schrieb:
Wenn JD da noch günstiger Importieren kann durch seine Größe, kann das ein Win win werden.
Und du glaubst das eventuelle Gewinne an den Kunden weiter gegeben werden? Wovon träumst du nachts? 😅
 
Diese Weltuntergangsstimmung von einigen kann ich nicht nachvollziehen. Bei dem Preisgefüge von den Großmärkten war Saturn/Mediamarkt schon lange oft eine extreme Apotheke. Aus dieser Sicht gesehen, hätten sich wahrscheinlich auch die Poster sehr über Veränderungen gefreut.

Aber in dem Fall ist es halt leichter "über die Politik" zu schimpfen, anstatt sich selbst mal zu hinterfragen. Einheimische Unternehmen wandern vor allem dank der Leistungsverweigerung der Bevölkerung weg. Nicht weil China so toll ist. Überspitzt gesagt: Da arbeiten eben noch 5 Leute und einer gibt die Anweisungen anstatt wie hier 2 geben Anweisungen an den Osteuropäer, der dann für weniger Geld arbeiten soll. Baustellen, Maschinenbau, Handwerk, Krankenhäuser, Pflege, ... die Liste der Bereiche ist lang, wo die Arbeiter zu nennenswerten Anteilen aus dem Ausland kommen.

Von einem Dritte-Welt-Land ist man hier meilenweit entfernt.
 
@Jharvis

Ich kann Dein Argument verstehen, möchte mich allerdings dagegen wehren. Wenn ich explizit nach der schnellsten GPU suche, unabhängig vom Usecase, dann erwarte ich unter anderem auch eine 5090 in der Auswahl.

Mir wurde ja alles mögliche angezeigt, nur nicht die schnellste Karte. Weder fürs Gaming, noch für andere Zwecke. Wenn ich also den Prompt explizit aufs Gaming ausrichten muss, dann ist die Logik bereits jetzt für den Hintern.

In der Auswahl steht nicht eine Karte, die als schnellste in irgendeinem Usecase zu gebrauchen ist. Somit macht die Auswahl keinen Sinn, unabhängig vom Prompt.

Ist zumindest meine Meinung.
 
JD.com bislang nur in sehr geringem Umfang in Deutschland aktiv ist“. Der Zusammenschluss weise deshalb „nur wenige wettbewerbliche Berührungspunkte auf und gibt keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken“.
Dumm nur, dass China bzw. die chinesische Regierung kollektivistisch agiert und man eigentlich mittlerweile erkennen sollte, dass wenn ein chinesisches Unternehmen etwas aufkauft, es automatisch in dieses Kollektiv übergeht und somit auch als solches gesehen werden sollte mittlerweile.
 
Rainbowprincess schrieb:
und man eigentlich mittlerweile erkennen sollte, dass wenn ein chinesisches Unternehmen etwas aufkauft, es automatisch in dieses Kollektiv übergeht
Wo hast denn den Kokolores her?

Wenn man hier so einige Beiträge liest meint man Media Markt ist neuerdings Spezialist für Raketentechnik und Quantenphysik.
Zur Erinnerung, es ist ein Handelsunternehmen für technische Produkte, das auch vorher schon vorwiegend Produkte vertrieben hat, die in China produziert wurden. Dass es jetzt einen chinesischen Mehrheitseigentümer gibt, ist für die Regierung ungefähr so interessant wie wenn ein Sack Kartoffeln in der Pfalz umfällt.
 
Genoo schrieb:
Und du glaubst das eventuelle Gewinne an den Kunden weiter gegeben werden? Wovon träumst du nachts? 😅
Ja, daran glaube ich. Denn der Wettbewerb ist hoch im Elektronikconsumermarkt. Du musst einen Preis bieten, denn die Kunden zum kaufen animiert. Und andere Händler werden mithalten wollen.

Darum Gewinne einstecken sieht einzeln betrachtet sinnvoll aus. Erstmal müssen sie aber den Umsatz machen. Einen dauerhaften Vorteil erwirtschaften wie Amazon mit seinen Lagern oder Mindfactory mit der Bude fast am Hafenkai.
 
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Nuklon schrieb:
Denn der Wettbewerb ist hoch im Elektronikconsumermarkt
So ist das! Der ist ja fast schon ruinös.
Sehe hier tatsächlich die Option, dass evtl. neue Lieferketten gesteuert von einem einheimischen Unternehmen wie JD sich vorteilhaft auf die Preise auswirken könnten.
Muss man halt abwarten wie die sich da mittelfristig einbringen. Bei Medion hatte sich nach Übernahme durch die Chinesen ja nicht das Geringste geändert und das ist schon ne ganze Weile her.

Wichtig ist vor allem, dass das ganze Unternehmen nicht in Schieflage gerät. Bei dem ganzen lähmenden Hickhack der bisherigen Eigner muss man froh sein, dass der Laden überhaupt noch existiert. Desweiteren kann kein Amt daran interessiert sein, generell den stationären Einzelhandel zu schwächen. MM/Saturn ist oft als Ankermieter in Malls ein nicht unbedeutender Teil davon in den Zentren.
 
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@mo schrieb:
Sehe hier tatsächlich die Option, dass evtl. neue Lieferketten gesteuert von einem einheimischen Unternehmen wie JD sich vorteilhaft auf die Preise auswirken könnten.
Nö, das wird wie bei Vobis laufen.
Von den 776 Filialen 1997 des ehemals größten Computerhändlers in Deutschland existieren im Jahr 2024 noch 5.

Nach 3 Jahren werden nach und nach die Filialen geschlossen und vielleicht noch der Internethandel am Leben erhalten.
Das Leben und Kaufen verlagert sich immer weiter ins Internet und das wird sich fortsetzen.

Schaut euch mal die Innenstädte an, wo einst Hertie, Quelle, Kaufhof, Tengelmann und die anderen großen Handelshäuser saßen.
Da sieht es aus, wie in einem düsteren Zukunftsfilm.
Die Zeiten der Kaufhäuser sind vorbei - ein für alle mal.
 
wuselsurfer schrieb:
Nach 3 Jahren werden nach und nach die Filialen geschlossen und vielleicht noch der Internethandel am Leben erhalten.
Dann macht es keinen Sinn in so eine Kette wie MM zu investieren.
Dann kann man auch Conrad z.B. kaufen und ausbauen.
Macht keinen Sinn ein Beispiel das fast 3 Jahrzehnte zurück reicht in die Gegenwart zu transportieren unter völlig anderen wirtschaftlichen Gegebenheiten in Kontext zu einer aktuellen Investition zu setzen.

wuselsurfer schrieb:
Schaut euch mal die Innenstädte an, wo einst Hertie, Quelle, Kaufhof, Tengelmann und die anderen großen Handelshäuser saßen.
Hier in Frankfurt auf der Zeil stehen die immer noch. Und mittendrin die Mall mit Saturn als Ankermieter. Die Tengelmann Supermärkte sind eben dem Wettbewerb mit REWE, Edeka sowie Aldi und Lidl nicht gewachsen gewesen und folgerichtig verschwunden, Kik und Obi gibt es aber immer noch.
wuselsurfer schrieb:
Da sieht es aus, wie in einem düsteren Zukunftsfilm.
Die Zeil hier ist jetzt sicher nicht der schönste Ort auf Erden, aber sie ist ziemlich lebendig, ebenso wie der Einzelhandel, der nach wie vor von vielen als Event betrachtet wird in dieser Form.
Die Zeil ist durchaus auf andere Einkaufsmeilen in deutschen Großstädten zu übertragen. Zumindest in denen, den es wirtschaftlich gut geht. Geh mal auf die Zeil wenn im relativ nahe gelegenen Bayern (ab ca. 30 km) mal wieder Feiertag unter der Woche ist....!?

Kaufhäuser wird es weiter geben, ihre Erscheinungsform sich aber verändern. Eine Mall ist letztlich auch nichts anderes als ein Kaufhaus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dann hätte JD auch Mindfactory kaufen sollen. Einen Laden mit Internetversand.

JD wollte aber die Logistikstruktur hinter Ceconomy haben. Nen Shop aufsetzen und Technik versenden, können die selber sehr gut.
 
@mo schrieb:
Macht keinen Sinn ein Beispiel das fast 3 Jahrzehnte zurück reicht in die Gegenwart zu transportieren unter völlig anderen wirtschaftlichen Gegebenheiten in Kontext zu einer aktuellen Investition zu setzen.
Mal sehen was Du sagst, wenn die ersten Märkte schließen.

@mo schrieb:
Hier in Frankfurt ...
Dann geh mal in eine Kreisstadt, die nicht gerade die Größe Frankfurts hat.
Schau mal nach Erlangen, Nürnberg, Eisenach, ... .

Da ist der Leerstand allgegenwärtig.

@mo schrieb:
Die Tengelmann Supermärkte sind eben dem Wettbewerb mit REWE, Edeka sowie Aldi und Lidl nicht gewachsen gewesen und folgerichtig verschwunden, Kik und Obi gibt es aber immer noch.
Sag das mal den Leuten von Quelle und EsCom.
EsCom war fast so groß wie Vobis und ist kläglich eingegangen.
Die Geschäfte von PC Spezialist habe ich auch fast keine mehr gesehen, die waren ebenfalls weitverbreitet.

@mo schrieb:
ebenso wie der Einzelhandel, der nach wie vor von vielen als Event betrachtet wird in dieser Form.
Ja, in Frankfurt kann man da leicht den Mund aufreißen, da sterben die Läden zuletzt.
In den kleineren Städten wird es da schon brenzlicher und auf dem Land da fährt man nicht 25km zum Elektromarkt - da liefert der Internethändler und niemand anderes.

@mo schrieb:
Die Zeil ist durchaus auf andere Einkaufsmeilen in deutschen Großstädten zu übertragen.
Das wird sich ändern.
Vielleicht in 10 der größten Städten werden sich noch Kaufhausketten halten.
Alles, was darunterliegt wird gnadenlos eingehen.
In den ganz kleinen Städten gibt es nirgendwo mehr PC-Geschäfte.
Alle, die ich kannte sind weg.

@mo schrieb:
Kaufhäuser wird es weiter geben,
Du darfst das ja hoffen, aber realistisch ist das nicht.
 
wuselsurfer schrieb:
Nö, das wird wie bei Vobis laufen.
Von den 776 Filialen 1997 des ehemals größten Computerhändlers in Deutschland existieren im Jahr 2024 noch 5.

Nach 3 Jahren werden nach und nach die Filialen geschlossen und vielleicht noch der Internethandel am Leben erhalten.
Das Leben und Kaufen verlagert sich immer weiter ins Internet und das wird sich fortsetzen.
Dann ist doch super, die deutschen Inhaber sind das ruinöse Geschäft los und die Chinesen machen Totalverlust.
 
wuselsurfer schrieb:
Du darfst das ja hoffen, aber realistisch ist das nicht.
Macht keinen Sinn zu zitieren und den entscheidenden Halbsatz weg zu lassen.

Ansonsten danke für die Bestätigung, dass deine ursprüngliche Behauptung aktuell nicht durchgehend zutreffend ist.

Der Einzelhandel hat ansonsten schon immer gravierende Veränderungen durchlebt, das wird auch weiter so sein. Sagt mir jedenfalls meine Berufserfahrung in der Marktforschung.

Aber noch ein Wort dazu warum es Kaufhausketten (auch) an den Kragen ging und z.T. mutwillig an die Wand gefahren wurden. Nicht wegen des Umsatzes, der war oft gut genug für ein wirtschaftliches Fortbestehen, abhängig von der Lage. Die hatten traditionell aber einen großen Immobilienbesitz in hoch profitablen Innenstadtlagen, was natürlich 'Investoren' auf den Plan gerufen hat. Die haben die Immobilien dann aus dem Konzern ausgelagert und die Häuser horrende (unwirtschaftliche) Mieten zahlen lassen um sie dann, natürlich mit sattem Gewinn, ganz zu veräußern. Das war's dann!

Saturn/MM hat aber m.W. keinen nennenswerten Immobilienbesitz und ist größtenteils (Anker-) Mieter. Diese Verkaufsflächen sind aber zweckgebunden, können also nicht einfach so anderweitig belegt werden, z.B. mit Klamottenketten, die eh schon vertreten sind. Es besteht also ein massives wirtschaftliches Interesse am Erhalt.
 
Zuletzt bearbeitet:
wuselsurfer schrieb:
und auf dem Land da fährt man nicht 25km zum Elektromarkt
Bei uns komme ich mit 25 Kilometer nicht hin.

Wir haben zwar im 8 Kiometer entfernten Nachbarort einen Euronics, aber dessen Warenangebot ist sehr überschaubar und die Preise leider nicht sehr günstig.
 
Das letzte mal, das ich was bei Media Markt oder Saturn gekauft habe, war in den 90ern. Wieso gibt's die Läden überhaupt noch?
 
In den letzten Jahren des öfteren mal etwas dort gekauft, in der Regel wenn idealo/geizhals Mediamarkt/Saturn als günstigstes Angebot ausgewiesen haben.

Das ist dann jetzt vorbei. Chinesische Staatskonzerne muss ich nicht auch noch fördern. Reicht ja schon wenn das der deutsche Staat macht. Die Automobilindustrie kriegt dafür ja gerade die Quittung, schauen wir mal was in 30 Jahren hier noch steht.
 
LikeHike schrieb:
Chinesische Staatskonzerne muss ich nicht auch noch fördern.
Welcher chinesische Staatskonzern soll das sein?
JD ist jedenfalls keiner! An dem Unternehmen sind/waren u.a. Google, Walmart und amerikanische Beteiligungsgesellschaften beteiligt.
Ansonsten verfügt die alte Eigentümerfamilie Kellerhals mit ihrer Beteiligungsgesellschaft an Ceconomy über 25%+ der Anteile und somit über eine Sperrminorität mit der Möglichkeit wichtige Strukturentscheidungen zu blockieren (aber nicht das Alltagsgeschäft).
 
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@mo schrieb:
JD ist jedenfalls keiner!
Fast jedes größere Chinesische Unternehmen ist sehr eng mit dem chinesischen Staat verknüpft. Es gibt in jedem größeren Unternehmen CCP-Gremien, welche sicherstellen dass die Unternehmensführung/Ziele/Geschäftstätigkeiten im Sinne der Partei geschehen. Es gibt große staatliche Investitions und Förderprogramme durch chinesische Staatskonzerne -> Geld das verwendet wird um dann wieder westliche Technologie abzutragen bzw. in diesem Fall einfach aufzukaufen. Mag bei einem großen Händler jetzt nicht sonderlich kritisch sein, eine Übernahme durch ein feindliches System ist es natürlich trotzdem.

Kurz um, ich versuche chinesische Konzerne so weit es geht zu meiden. Ist natürlich aufgrund der ausgelagerten Produktionskapazitäten bei IT nur schwer möglich, aber ich würde mir nie ein Xiamoi etc. ins Haus holen oder ein chinesiches Auto kaufen. Immerhin. Oder in diesem Fall, bei diesem Unternehmen einkaufen.
 
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