Merz und sein Politikstil: Änderung Grundgesetz + Sondervermögen

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Banned schrieb:
Naja, ich würde behaupten, die meisten würden in ihrem Leben gerne ein Haus bauen oder kaufen bzw. abbezahlen und gleichzeitig keine großen Abstriche machen müssen bei z.B. Familienurlauben und generellem Lebensstandard.
Wer nicht. Nur geht es hier um Personen, die sich das auch bei dem Szenario "Hohe Soziale Abgaben" noch leisten können. Ich habe nicht vergessen, was die Ausgangssituation war.

Banned schrieb:
Wenn das Finanzielle für dich keine große Rolle spielt und noch nie gespielt hat, dann hattest du in deinem Leben vielleicht einfach Glück.
Ich wurde in Baden-Württemberg geboren und Lebe da. Also ja, ich hatte Glück. Selbst nach Deutschen Maßstab. Aber mein Glück beschränkt sich dabei auch nur darauf, dass ich hier einen sicheren und halbwegs gut bezahlten Job habe. Und wer mehr Glück im Leben hatte, kann auch etwas abgeben.

Banned schrieb:
Ich persönlich bin auch jemand, der sich nicht übermäßig viel aus Geld macht. Trotzdem ist es der zentrale Faktor des Lebens in westlichen kapitalistischen Gesellschaften. Geld ermöglicht Lebensstil, Teilhabe (z.B. an kulturellen Ereignissen) oder z.B. auch sowas wie eine gute Ausbildung der Kinder (z.B. Nachhilfe oder Privatschule). Auch mindern ein Eigenheim oder Rücklagen das Risiko von Altersarmut.
Wie schon gesagt. Um dieses Szenario ging es hier nie. Ich bin auch für "mehr Netto vom Brutto". Besonders bei niedrigen Gehältern. Nur war der Ausgangspunkt ein anderer. Ich Zitiere mal den Teil von dir
Banned schrieb:
Stellt dir mal vor, du bist eine hochqualifizierte Fachkraft aus dem Ausland, die aufgrund ihrer Qualifikation voraussichtlich nie auf Sozialleistungen angewiesen sein wird und ein hohes Einkommen haben wird. Wo gehst du jetzt lieber hin?
Das hört sich für mich nicht nach einer Person an, die sich wegen hohen Sozialabgaben keine Wohnung leisten kann. Allgemein sind Wohnungen und Häuser in den letzten Jahrzehnten in Deutschland unglaublich teuer geworden, doch habe ich meine Zweifel, dass dies an den Sozialen abgaben zusammen hängt. Aber es ist ein Problem und gehört gelöst.

Banned schrieb:
Trotzdem ist es der zentrale Faktor des Lebens in westlichen kapitalistischen Gesellschaften. Geld ermöglicht Lebensstil, Teilhabe (z.B. an kulturellen Ereignissen) oder z.B. auch sowas wie eine gute Ausbildung der Kinder (z.B. Nachhilfe oder Privatschule). Auch mindern ein Eigenheim oder Rücklagen das Risiko von Altersarmut.
Stimmt. Nur auch hier nicht das von dir aufgestellten Szenario. Ab einem bestimmten Punkt ist man Finanziell so abgesichert, dass es nicht mehr darauf ankommt, ob man nochmals mehr Geld verdient oder nicht. Und gerade Amerika, welches du als Positiv Beispiel aufgeführt hast
Banned schrieb:
Ein Land mit wenig ausgeprägtem Sozialstaat, wo aber die Steuern und Abgaben vergleichsweise niedrig sind (z.B. USA).
Und dort leben die Menschen (welche jetzt nicht zu deiner genannten Prämisse gehören, welche ich nochmals Zitiert habe) noch mehr mit der Hand im Mund.

Banned schrieb:
Und das es auch eine große Wirtschaftsmigration nach Deutschland gibt (wenn auch vermehrt aus den gespiegelten Einkommensklassen), das willst du doch nicht wirklich abstreiten, oder?
Um ganz ehrlich zu sein. Dem rechne ich einen "geringen Anteil" zu, und stehst bei mir eher unten auf der Prioliste.

Banned schrieb:
Wenn, dann würde ich eher das liberaldemokratische Gesellschaftssystem (nein, das ist nicht gleichzusetzen mit Mentalität, da es rechtlich-institutionell verankert ist) als bedeutenden Faktor dafür ansehen, nach Deutschland zu kommen.
Ich glaube da sind wir uns einig.

Banned schrieb:
Nichtsdestotrotz sieht man aber leider auch, dass ganz viele Migranten damit eher wenig anfangen können.
In letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass selbst deutsche damit Anfangen zu fremdeln. Also ja. Ist ein Problem.
 
Weedlord schrieb:
Hat das eigentlich irgendwelche konsequenzen das dass Sondervermögen quasi verpufft?

Ja - das Geld ist weg - jedoch belasten die Zinsen die nächsten Jahrzehnte die Haushaltsplanung. Somit deutlich weniger Spielraum - das Geld für wirklich sinnvolle Sachen auszugeben (Schule, Investitionen, Infrastruktur)

Weedlord schrieb:
Gibt es Informationen zu den höheren Ausgaben, eine Analyse die im Detail erklärt was passiert ist und warum alle Kassen "plötzlich" leer sind?

Das Sondervermögen wurde genutzt Sozialleistungen zu finanzieren sowie Haushaltslöcher zu stopfen. Details gibts beim Bund der Steuerzahler, Ifo Institut ...

Weedlord schrieb:
Alle sagen wir müssen sparen etc, aber nicht wie es dazu gekommen ist

Doch, wir haben all die Jahre wo wir ein Wirtschaftswachstum hatten in Deutschland nicht dafür genutzt, strengere Sparmaßnahmen durchzusetzen, Sozialreformen zu machen ...
Statt dessen sind die Sozialausgaben im gleichen Zuge gestiegen, wie auch das BIP. Dass fällt weniger auf, wenn man jedes Jahr wächst - kommt es aber zum Abschwung der Wirtschaft, müssen diese "Geschenke" wieder gestrichen werden. Das was die Arbeitnehmer & Unternehmer erwirtschaftet haben, wurde von den Politikern großzügig verteilt.

Und sparen muss die Bundesregierung. Allein wenn keine fossilen Kraftstoffe verkaufen, fehlen im Bundeshaushalt knapp 100 Milliarden Euro jedes Jahr. (Energiesteuer, CO2 Beitrag, Mehrwertsteuer auf die Produkte und Abgaben) Das sind aktuell 10% des Bundeshaushalts.
 
Banned schrieb:
Naja, ich würde behaupten, die meisten würden in ihrem Leben gerne ein Haus bauen oder kaufen bzw. abbezahlen und gleichzeitig keine großen Abstriche machen müssen bei z.B. Familienurlauben und generellem Lebensstandard.
Ich habe mal fett markiert, was meines Erachtens daran falsch ist.

In meiner Familie gibt es 3 Häuser ... und die Menschen, die diese Häuser gebaut bzw. gekauft haben, haben dafür natürlich Abstriche hinnehmen müssen ... und zwar meist über einen ziemlich langen Zeitraum (das Haus, welches mein Opa gebaut hat, war erst abbezahlt, als er schon in Rente war).
Da gabs halt nicht 2 Familienurlaube im Jahr, sondern mit etwas Glück mal alle 5 Jahre eine Woche Camping an der Ostsee oder am Steinhuder Meer.
In diese Zeit will niemand zurück ... aber in dieser Zeit haben sich deutlich mehr Leute noch den Hausbau geleistet ... auch, weil sie die Abstriche einfach hingenommen haben.

Der Grund, weswegen so wenige Menschen privat Häuser bauen oder kaufen, sind natürlich die hohen Kosten.
Es ist aber gleichzeitig auch die Denke, man müsse sich sowas ohne Abstriche leisten können. Der Wunsch ist menschlich, aber der Realismus sollte einem schon irgendwie sagen, dass es so eben nicht läuft.
Häuser zu bauen, war noch nie billig ... klar baut niemand ein Haus, der schon die Preise bei LIDL und ALDI für überzogen hält.

_killy_ schrieb:
Statt dessen sind die Sozialausgaben im gleichen Zuge gestiegen, wie auch das BIP
Und das einzige, was tatsächlich gestiegen ist, waren die allgemeinen Lebenshaltungskosten.
Das fällt natürlich in einem bereich besonders auf, in dem alles vorhandene Geld nur für diese Kosten draufgeht.

Mit diesen gestiegenen Kosten werden nicht nur die Sozialsysteme finanziert, sondern auch die über €20,-pro Stunde in einem Studentenjob ... natürlich wird das dann zur ewigen "Teuerschock-Spirale" und dank der Steuern auf alles hat der Staat auch einfach keinerlei Interesse daran, diesen Prozess irgendwie zu bremsen ... der verdfient da nämlich so ganz nebenbei ziemlich gut daran.

Die einzige Möglichkeit, die ich aktuell sehe, ist Automation ... denn der Mensch macht alles so superteuer.
Leider brauchen wir zur Staatsfinanzierung dann auch ein anderes Konzept, als die Besteuerung menschlicher Arbeit ... und dieses Eisen ist so heiß, dass es wirklich keine Partei anfassen möchte.
 
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