Merz und sein Politikstil: Änderung Grundgesetz + Sondervermögen

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@mo schrieb:
Nur müsste man dann konsequenter Weise die Linke wählen und nicht die AfD, die den Leuten nur nach dem Mund schwätzt und perspektivisch wenig für "den kleinen Mann" tun wird.

Die Linke tut doch auch nichts für den "kleinen Mann". Sie hetzt gegen Vermieter und Reiche statt gegen Arbeitslose, und hält wie alle "etablierten Parteien" die asoziale und maßlos überzogene Klimapolitik aus der Schusslinie, die für das Problem verantwortlich ist.

Norwegische Klimastandards funktionieren nun einmal nicht ohne norwegische Ölmilliarden und ohne norwegischen Rentenstaatsfonds. Der Durchschnittdeutsche kann die Kosten nicht erwirtschaften, da hilft keine dumme Schröder-Erpresserei. Es ist höchste Zeit, diesen Irrsinn aufzukündigen und drastisch zurechtzustutzen.
 
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Es ist wirklich interessant wie viele jetzt schon wissen wie schlecht es wird wenn eine bestimmte Partei das sagen hat. Ich habe schon viele Jahre das Gefühl, dass es schlechter gar nicht werden kann. Dazu wird vor der Wahl immer erzählt was unbedingt geändert werden muss, obwohl diese Parteien seit Jahrzehnten regieren oder mitregieren.
Ganz übel ist es, wenn Wahlversprechungen direkt danach gebrochen werden. Trotzdem werden die wieder gewählt. Amnesie muß eine versteckte Volkskrankheit sein.
Ich will kein bla bla mehr hören, ich möchte das man unten aufräumt. Erst mal die Grundlagen wieder gerade biegen und die Ausgaben begrenzen. Meine Firma kann das auch nicht, will immer den Umsatz steigern, dabei würde es ganz einfach gehen wenn erstmal die Basics bearbeitet werden.
 
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Buttkiss schrieb:
Meine Sorgen wären die Auswirkungen die womöglich irreversibel sind mal davon abgesehen was unsere Nachbarn dazu sagen würden das in Deutschland wieder die Nazis regieren.

Stark rechte Parteien waren in vielen anderen europäischen Ländern schon an der Macht oder werden voraussichtlich an die Macht kommen. Das wird unsere Nachbarn nicht groß beunruhigen - die Deutschen selbst sind die Einzigen mit einem Nazikomplex.

@mo schrieb:
Nur müsste man dann konsequenter Weise die Linke wählen und nicht die AfD

Wobei die Linke halt auch nur die ganz alten Parolen drescht, die noch nie funktioniert haben. Ich denke auch nicht, dass das Problem in Deutschland darin besteht, dass wir für den "kleinen Mann" zu wenig Sozialstaat haben. Das Problem besteht eher darin, dass die Abgabenlast bzw. die Kosten den täglichen Lebens - eben auch oder besonders für den "kleinen Mann" - zu hoch ist/sind. Ich höre da von der Linken eigentlich nie was, außer Reiche mehr besteuern und noch mehr Sozialleistungen - damit sich Arbeiten für Geringqualifizierte noch weniger lohnt. Das wird auf jeden Fall kein langfristig tragfähiges Konzept sein für die Zukunft. Das sehe ich leider bei keiner Partei aktuell.

@mo schrieb:
Da ich damit u.a. meine Brötchen verdiene, tue ich das in der Tat.

Puh. "Traue keine Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast." Schon mal gehört? Habe ich das erste Mal von einem Dozenten in ner Statistikveranstaltung in der Uni gehört. Ist natürlich stark übertrieben und etwas scherzhaft gemeint, aber Studien bieten beim methodischen Design und darüber hinaus schon viele Möglichkeiten, sie im Sinne der eigenen Intention zu beeinflussen. Das fängt schon bei der konkreten Formulierung der Items an, wo sicherlich nicht selten Divergenzen zwischen den Interpretationen des Befragten und des Auswertenden bestehen.

Und Wahlprognosen z.B. haben sich wirklich schon ganz oft als komplett falsch erwiesen. Würden diese stimmen, wäre Trump beim ersten Mal Clinton klar unterlegen, und beim zweiten Mal gegen Harris wäre es ein knappes Rennen gewesen. Beides traf bekanntermaßen nicht zu.
 
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@mo schrieb:
Nur müsste man dann konsequenter Weise die Linke wählen und nicht die AfD
Ist mir offen gesagt ein Rätsel. Die Forderungen sind so wirr und widersprüchlich... da scheint man offenbar nur die Wut mancher Bürger zu kanalisieren, ein reines "Wir" gegen die Eliten. Ich habe auch keine Idee ob die Protestwähler da noch einen nennenswerten Anteil bilden. Ist das überhaupt noch eine Protestpartei? Die Union würde wohl eher mit der AFD koalieren, als mit der Linken.
@mo schrieb:
wie sich die rechte Linke, also Sarah Wagenknechts Häuflein
die rechte Linke. Das passt :p
 
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User 37650 schrieb:
Meine Firma kann das auch nicht, will immer den Umsatz steigern, dabei würde es ganz einfach gehen wenn erstmal die Basics bearbeitet werden.
Deine Firma ist aber kein Staatshaushalt. Daran ändert sich auch nichts, wenn immer wieder solch ein Vergleich gemacht wird.
 
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User 37650 schrieb:
Ganz übel ist es, wenn Wahlversprechungen direkt danach gebrochen werden. Trotzdem werden die wieder gewählt. Amnesie muß eine versteckte Volkskrankheit sein.
Das heißt ein AFD Wähler möchte das die Wahlversprechen im Regierungsfall tatsächlich umgesetzt werden?
Ist eine ernst gemeinte Frage.
 
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Buttkiss schrieb:
Ich habe auch keine Idee ob die Protestwähler da noch einen nennenswerten Anteil bilden.
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Laut Umfrage zur letzten Bundestagswahl (siehe dafür die Grafiken im Spoiler), ist auf jeden Fall die Anzahl der überzeugten Wähler, größer als jene der Protestwähler. Entscheidender, würde ich sagten ist, dass die Motivation weshalb die AfD gewählt wird, sich nicht mehr unterscheidet, als bei den anderen Parteien. In den Grafiken habe ich jetzt mal die Werte der CDU genommen. Ich würde sagten, die AfD ist in der Zwischenzeit keine Protestpartei mehr.
 
Buttkiss schrieb:
Das heißt ein AFD Wähler möchte das die Wahlversprechen im Regierungsfall tatsächlich umgesetzt werden?

Ich denke, AfD-Wähler sind so verzweifelt, dass es ihnen schon ausreicht, sich selbst auf der Abschussliste einen Platz weiter unten zu wähnen. Ein Happy End erwartet niemand mehr. Also wie die Ghostbusters bei "Wähle die Form des Vernichters", und die AfD ist der Marshmallow-Man.

Die neueste Hetzpropaganda der "etablierten Parteien" richtet sich ja gegen "Lifestyle-Teilzeitarbeiter". Dazu wird ein Gespenst konstruiert (Teilzeit+Sozialleistungen mit böser Absicht), das wahrscheinlich nur auf eine verschwindende Minderheit zutrifft.

In der Regel dürfte das Kranke oder Pflegende/Erziehende betreffen, wo die Schuld beim Staat (keine Kita-Plätze) oder bei unverschämten Arbeitgeberforderungen (kein Home Office, keine flexiblen Arbeitszeiten etc.) zu suchen ist.

Und ein "Lifestyle-Teilzeitarbeiter" ist für mich jemand, der sich das leisten kann, sprich ein Besserverdiener, der eben trotz Teilzeit keine Sozialleistungen in Anspruch nimmt. Wer sich einmal gegen Familie und Eigenheim entschieden hat (auch wegen Staatsversagens), der braucht nun einmal wesentlich weniger Einkommen.

Und mehr Freizeit statt Weltreiseprasserei und Protzauto ist sogar vorbildlicher Klimaschutz.

Es ist einfach nur unglaublich dumm, diese drei Gruppen zu bedrohen, denen keinerlei schuldhaftes Verhalten vorzuwerfen ist.
 
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JMP $FCE2 schrieb:
Ein Happy End erwartet niemand mehr. Also wie die Ghostbusters bei "Wähle die Form des Vernichters", und die AfD ist der Marshmallow-Man.
Ganz ernsthaft. Das war eine der coolsten Metapher zu dem Thema, die ich seit langen gelesen habe 🤣
 
Buttkiss schrieb:
Das heißt ein AFD Wähler möchte das die Wahlversprechen im Regierungsfall tatsächlich umgesetzt werden?

Natürlich. Viele wünschen sich eine strenge Migrationspolitik (u.a. konsequente Abschiebungen von Personen, die hier straffällig werden oder kein Bleiberecht haben). Das ist sicherlich der Hauptgrund bei den Nicht-Nur-Protestwählern, warum die AfD gewählt wird, würde ich vermuten (und das wird m.W. auch durch Umfragen bestätigt). Außerdem sehen eben ganz viele, dass das System stark überbürokratisiert ist und viel Geld für fragwürdige Projekte ausgegeben wird. Auch der ÖRR wird von vielen sehr kritisch gesehen. Hier ist die Haltung der AfD eigentlich klar (z.B. in Bezug auf NGO-Finanzierung und Entwicklungshilfe - Stichwort: Ratwege in Peru, oder Abschaffung des ÖRR).
Was man dann am Ende macht und was rechtlich möglich ist, ist natürlich immer eine andere Geschichte. Die AfD hat aber den Vorteil gegenüber den anderen Parteien, dass sie - weil sie noch nie an der Macht war - noch nie ihre Versprechen brechen konnte.

Sie haben also noch nie gezeigt, dass sie es besser können; aber eben auch noch nie, dass sie es nicht können - im Gegensatz zu den etablierten Parteien.

JMP $FCE2 schrieb:
Die neueste Hetzpropaganda der "etablierten Parteien" richtet sich ja gegen "Lifestyle-Teilzeitarbeiter".

Erstens ist das mittlerweile schon fast wieder ein alter Hut; zweitens kam dieser Vorstoß nur aus Teilen der Union und war selbst in der Gesamt-Union nicht unumstritten.
 
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Banned schrieb:
Viele wünschen sich eine strenge Migrationspolitik (u.a. konsequente Abschiebungen von Personen, die hier straffällig werden oder kein Bleiberecht haben).
Bis auf die Linken wird das ja eigentlich von allen Parteien unterstützt. Der Unterschied ist da allerdings die Verhältnismäßigkeit. Einen Einwanderer wegen Schwarzfahren oder Diebstahl von Babynahrung in den sicheren Tod zu schicken würde evtl. auch ein AFD Wähler ablehnen wenn man sich denn mal mit Einzelschicksalen auseinandersetzen würde.
Die Abschaffung des ÖRR klingt auch vielleicht erst einmal gut, wieder ein paar Euro gespart, aber dann haben wir recht bald amerikanische oder russische Verhältnisse wo derjenige die Meinung im Land bestimmt der die Medienlandschaft aufkauft. Und dann haben wir nur noch Fake News À la Radwege in Peru.
Meine Frage bezog sich eher auf die persönlichen Präferenzen eines Wählers. Da der "typische" AFD Wähler ja selbst sozial und finanziell unter den Maßnahmen eher leiden würde, hätte es mich interessiert ob man das unter der Aussicht auf eine strengere Migrationspolitik dann halt akzeptiert oder sich dessen überhaupt bewusst ist (Blind vor Wut...).
 
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Es ist mal wieder verkehrte Welt. Da wird irgendwie die Welt skizziert, wenn die AfD die regierende Partei ist. Es wird fantasiert, wie doof AfD Wähler sind.

Wir haben in Deutschland ein Mehr-Parteien-System in diesem sich auch neue Parteien gründen können. Damit wird es auch IMMER Parteien abseits der Mitte geben, die extremistische Positionen Links und Rechts besetzen.

Wir sind eine Demokratie und in unserem Grundgesetz steht drin, dass es die freie Meinungsäußerung gibt. Wir müssen damit nicht jeder Meinung zustimmen oder diese gutheißen. Wenn wir Meinungen oder Parteien verbieten - dann rücken wir ganz schnell ab von einem demokratischen Deutschland und werden eine Diktatur. In der Vergangenheit gab es Parteiverbote die rechtmäßig durchgesetzt wurden, da diese Parteien ein ganz klare Anti-Demokratische Grundhaltung hatten. Warum die Ampel Regierung kein Verbot der AfD initiiert hat, bleibt das Geheimnis von Grünen, SPD und FDP. Wahrscheinlich wissen die dann doch mehr Fakten, warum ein Verbotsverfahren nicht erfolgreich gewesen wäre.

Nicht die AfD regiert noch die AfD Wähler bestimmen das aktuelle Geschehen in Deutschland. Die AfD konnte m.E. nur so viele Wählerstimmen auf sich vereinen, weil die regierenden Parteien im Bund und Landtag die Wähler konsequent ignorieren oder sogar gegen die Wähler Politik machen. Die gewählten Parteien haben dem Volk zu dienen und dessen Willen umzusetzen - und nicht umgekehrt.

Wer also weiterhin die "Schuld" beim Wähler sucht - der hat die Demokratie nicht verstanden.

Das Thema hier im Thread ist doch ein anderes!

Wir sehen die Verschwendung des Sondervermögens. Wir sehen, den Absturz der SPD bei den Wahlen. Statt jetzt aber Reformen anzustoßen um die Wirtschaft wieder auf Schwung zu bringen, werden nur wieder Steuererhöhungen von der SPD ins Spiel gebracht. Die Abschaffung des Ehegattensplittings ist hierfür ein Beispiel.


Warum -> Einkommensmillionäre sind nicht betroffen - jedoch normale Arbeiterfamilien.
Einkommensmillionäre:
-> ein Partner hat > 1 Mio Euro Jahreseinkommen
-> der zweite Partner 0 Euro Jahreseinkommen
=> durchs Ehegattensplitting haben Beide 500k Jahreseinkommen ... welches jeweils sowohl mit dem Spitzensteuersatz als auch mit der Reichensteuer belastet wird
=> wird das Ehegattensplitting abgeschafft ändert sich die Steuerlast für das Einkommensmillionärspaar nicht

Die Frauen die in der "Teilzeitfalle" sitzen, tun dies nicht, weil die Steuerersparnis so geil ist. Sie tun es, weil es:
-> Arbeitsrechtlich nicht möglich ist, seine Stunden zu erhöhen
-> entsprechende Betreuungen fehlen für Familienangehörige (sei es Kinder oder zu pflegende Personen)
-> es teilweise nicht erwünscht ist - seine Kinder 10 Stunden am Tag fremdbetreuen zu lassen

Es gibt durchaus Frauen, die ihre Teilzeitquote erhöhen wollen - sie können es aber Arbeitsrechtlich nicht. Dann würde zwar die Steuerersparnis reduziert - aber dennoch wäre das Familieneinkommen höher, weil sie ja mit mehr Stunden auch mehr Netto hätten. (noch)
 
Buttkiss schrieb:
Bis auf die Linken wird das ja eigentlich von allen Parteien unterstützt.

LOL. Die große Betonung liegt auf EIGENTLICH. Sagen kann man immer viel, was man am Ende macht oder wirklich möchte, ist eine andere Geschichte. Die Grünen z.B. wollen m.E. eigentlich von ihrer Ideologie her eine Open-Borders-Politik (da ja böser Imperialismus, historische Schuld usw. Und es deshalb eigentlich jeder verdient hat, nach Deutschland zu kommen). Sie versuchen das dann durch ein angeblich hartes Durchgreifen gegen Straftäter zu relativieren. Nur zeigt die Realität eben, dass es gerade die Grünen sind, die Möglichkeiten schaffen, solche Verfahren quasi endlos in die Länge zu ziehen - sich auch immer konsequent verweigert haben, mehr sichere Drittstaaten anzuerkennen; und außerdem zeigt die Realität, dass es in der Praxis idR so aussieht, dass jemand, der es einmal nach Deutschland geschafft hat (ob asyl- bzw. bleibeberechtigt oder nicht) das Land gegen seinen Willen nicht mehr verlassen wird.
Die Strategie von vermeintlich (ich nehme es ihnen kein Stück ab) mehr Law-and-Order ist damit völlig hinfällig bzw. wird letztendlich verpuffen, wenn man gleichzeitig in großem Maße weiterhin Menschen ohne Asylanspruch ins Land kommen lässt - und so sieht nun mal deren Plan aus. Also hör mir bitte auf mit solchen Lippenbekenntnissen.

Buttkiss schrieb:
Der Unterschied ist da allerdings die Verhältnismäßigkeit. Einen Einwanderer wegen Schwarzfahren oder Diebstahl von Babynahrung in den sicheren Tod zu schicken

Moralisierende Polemik. Es geht hier um Personen, die mehrfach oder schwer straffällig geworden sind. Aber ja, diese sind die Ersten. Langfristig muss man natürlich auch das Bleiberecht von anderen Personen hinterfragen. Asyl heißt nicht, dass man unbegrenzt in einem Land bleiben darf. Asyl heißt, dass man so lange Schutz bekommt, wie die Gefahrenlage im Herkunftsland besteht. Besteht diese nicht mehr (was in naher Zukunft u.a. bei syrischen Personen zu hinterfragen sein wird), besteht kein Anspruch mehr, sich länger im Schutzland aufzuhalten.


Buttkiss schrieb:
Die Abschaffung des ÖRR klingt auch vielleicht erst einmal gut, wieder ein paar Euro gespart, aber dann haben wir recht bald amerikanische oder russische Verhältnisse wo derjenige die Meinung im Land bestimmt der die Medienlandschaft aufkauft.

Naja, das große Problem, dass viele beim ÖRR sehen, ist, dass dieser eben politisch stark unausgeglichen ist. Das sieht man am tagtäglichen Framing und an der Selektion, die dort bei Nachrichten und Diskussionen betrieben wird. Der ÖRR agiert hier auch nicht selten einfach an Mehrheitsmeinungen in der Gesellschaft oder parlamentarischen Mehrheitsverhältnissen vorbei. Seine Finanzierung ist weitgehend gesichert, er muss unmittelbar nur seinen Gremien (wo auch Personen der etablierten Parteien sitzen) gefallen.

Hast du nur privatwirtschaftliche Medienkonzerne, haben diese zumindest einen starken Druck, sich an dem zu orientieren, was ihre potentiellen Zuschauer wirklich bewegt. Und auch wenn du hier dann Sender hast, die ganz stark in eine politische Richtung gehen, wirst du doch auch welche haben, die in die andere gehen. Dadurch wird m.E. unweigerlich eine größere mediale Pluralität entstehen. Es ist ähnlich wie in anderen Wirtschaftsbereichen: Pluralität entsteht durch freien Wettbewerb und nicht durch staatliche Planwirtschaft.


Buttkiss schrieb:
Und dann haben wir nur noch Fake News À la Radwege in Peru.

Was soll daran Fake News sein? Die Radwege gibt es (wie viele andere fragwürdige Projekte auch).


Buttkiss schrieb:
Meine Frage bezog sich eher auf die persönlichen Präferenzen eines Wählers. Da der "typische" AFD Wähler ja selbst sozial und finanziell unter den Maßnahmen eher leiden würde,

Wenn du finanziell mit staatlichen Sozialleistungen gleichsetzt, dann ja. Umfragen zeigen aber, dass die AfD besonders in der Arbeiterklasse immer stärker wird. Die müssen immer mehr an den Staat und für die Versorgungssysteme abdrücken, auch ihr tägliches Leben verteuert sich immer mehr; und dann sehen sie auf der anderen Seite eben, dass u.a. Personen, die eigentlich kein Recht haben, hier zu sein, vom Staat alimentiert werden. Außerdem spielen da auch andere Themen mit rein. Wenn du z.B. in einer eher ärmeren Gegend wohnst und viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährst, bekommst du die Veränderungen der Sicherheit im öffentlichen Raum deutlich eher und stärker zu spüren, als wenn du in einer eher gehobenen Gegend wohnst und mit deinem Auto zur Arbeit fährst. Ähnlich sieht es auf dem Wohnungsmarkt aus. Personen aus eher niedrigeren Einkommensschichten konkurrieren hier natürlich deutlich stärker mit Migranten als Personen mit Eigenheim etc.


Buttkiss schrieb:
hätte es mich interessiert ob man das unter der Aussicht auf eine strengere Migrationspolitik dann halt akzeptiert oder sich dessen überhaupt bewusst ist (Blind vor Wut...).

Ich denke, jeder Wähler hat irgendwo seine Schwerpunkte und kaum jemand stimmt mit allen Positionen einer Partei überein, die er wählt. Das ist eine Frage der Priorisierung. Das hat auch nicht unbedingt etwas mit Wut zu tun (wenn, dann eher auf die Politisch-Verantwortlichen, die es soweit kommen ließen). Das hat eher etwas damit zu tun, wie sich das Land langfristig gesamtwirtschaftlich, aber vor allem kulturell verändern wird.
Sicherlich gibt es auch nicht wenige Personen, die kurzfristig bzw. impulshaft wählen. Das will ich nicht in Abrede stellen.
 
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_killy_ schrieb:
Damit wird es auch IMMER Parteien abseits der Mitte geben, die extremistische Positionen Links und Rechts besetzen.
Warum sollte das immer so sein? Vor allem im Parlament gibt es keine Automatismen, die Parteien bestimmter politischer Ausrichtungen vorsehen.

_killy_ schrieb:
Wenn wir [...] Parteien verbieten - dann rücken wir ganz schnell ab von einem demokratischen Deutschland und werden eine Diktatur.
Ganz und gar nicht. Deswegen sind Parteienverbote im Grundgesetz geregelt. Und vom Verboten von Meinungen spricht sowieso niemand. Naja, außer entsprechende Klientel.
 
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_killy_ schrieb:
Nicht die AfD regiert noch die AfD Wähler bestimmen das aktuelle Geschehen in Deutschland.
Eine Partei ist nicht automatisch komplett aus der Verantwortung, nur weil sie nicht Teil der aktuellen Regierung ist. So sehr muss man die Macht der Oppositionsparteien in Deutschland auch nicht runterspielen. Und auch schon in der Opposition kann man Kompetenzen heraussehen, bzw. man kann einschätzten, was auf einem zukommt.

Kein Mensch kann mir erzählen, ihm war nicht klar, was mit Merz und von ihm geführten CDU, auf einen zukommt. Auch wenn ich kein Freund bin, zu pauschal eine Aussage zu mache, aber es gib Dinge, die sehen so übel aus, dass sie noch immer übel sind, selbst wenn es am Schluss nur halb so schlimm wäre.

Wenn ich schon von weitem sehe, dass ein Auto brennt, muss ich mich nicht reinsetzten um mich davon zu überzeugen, dass es brennt.
 
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_killy_ schrieb:
wird das Ehegattensplitting abgeschafft ändert sich die Steuerlast für das Einkommensmillionärspaar nicht
Natürlich wären auch diese betroffen. Die Freibeträge der Frau werden nicht vom Einkommen des Mannes abgezogen, dadurch steigt die Steuerlast des Mannes, die Last der Frau sinkt aber nicht.
_killy_ schrieb:
Einkommensmillionäre sind nicht betroffen - jedoch normale Arbeiterfamilien.
Sie sind, siehe oben, sehr wohl betroffen, Die Frage ist nur, wieviel merkt eine Familie von 10k€, die fehlen, bei 800k€ verfügbaren Mitteln im Jahr im Gegensatz der Durchschnittsfamilie, wo dann zwar keine 10k€ mehr Steuern fällig würden, aber auch 2k€ oder 3k€ merken diese Familien DEUTLICH.
 
_killy_ schrieb:
werden nur wieder Steuererhöhungen von der SPD ins Spiel gebracht
Unwahr, Klingbeil hat exakt das Gegenteil gemacht und eine Senkung der Einkommenssteuer angesprochen: So soll der Eingangssteuersatz von 19% auf 14% sinken und der Spitzensetuersatz von 42 auf 49 wobei dieser auch erst bei höheren Einkommen greifen soll als jetzt. Diese Umsetzung qürde 95% der Steuerzahler entlasten.

Die CDU hingegen will die MwSt auf 21% erhöhen, was insbesondere kleinere EInkommen deutlich mehr belasten würde.
_killy_ schrieb:
Wer also weiterhin die "Schuld" beim Wähler sucht - der hat die Demokratie nicht verstanden.
Wenn extremistische Parteien Zulauf haben, gar gewählt werden, liegt die Schuld immer und ausschließlich beim Wähler. keiner wird zur Wahl einer solchen Partei gezwungen, es gab und gibt immer weniger radikale Parteien, die bisher keine Regierungsverantwortung hatten.
_killy_ schrieb:
Ehegattensplittings
Dein gewähltes Beispiel ist extrem. Wie viele Menschen mit Einkommen jenseits der 1 Mio gibt es in DE? Ganze 0,05% im Maximum! Eine typische Arbeiterfamilie hingegen wird eher so aussehen, dass ohnehin beide arbeiten. Ehegattensplitting hilft eher hohen bis sehr hohen einkommen. Nimmt man dein Beispiel, setzt aber ein Jahreseinkommen von 300k an, sieht das nämlich ganz anders aus....
_killy_ schrieb:
entsprechende Betreuungen fehlen für Familienangehörige (sei es Kinder oder zu pflegende Personen)
UNd nun rat mal, was Klingbeil noch gefordert hat? Richtig! einen massiven Ausbau der Kinderbetreuung!
 
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_killy_ schrieb:
Wer also weiterhin die "Schuld" beim Wähler sucht - der hat die Demokratie nicht verstanden.
Tut das hier denn irgendjemand? Der Konsens sieht hier die Schuld eigentlich doch rel. einstimmig bei den regierenden Parteien.
Ich bin absolut für die Meinungsfreiheit und gegen ein AFD Verbot, auch wenn ich glaube das die Meinungsfreiheit mit das Erste wäre was die AFD im Regierungsfall abschaffen würde.
Die Partei wäre meiner Meinung nach überhaupt kein Problem wenn Merz und Co. mal ihren Job machen würden. Aber aktuell hat man doch nur das Gefühl das weiterhin Vermögen weiter von unten nach oben transferiert wird, siehe Dein Beispiel des Ehegatten-Splitting. Und Merz sollte dringend mal sein Ausländer-Tourette in den Griff bekommen.
 
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Reglohln schrieb:
Vor allem im Parlament gibt es keine Automatismen, die Parteien bestimmter politischer Ausrichtungen vorsehen.

Das ist richtig. Allerdings ist es Zweck einer parlamentarischen Demokratie, dass in den Parlamenten proportional die Vertreter der wahlberechtigten Gesamtbevölkerung sitzen. Es ist sicherlich eher unwahrscheinlich, dass es mal einen Zustand geben wird, wo alle politischen Meinungen in der Gesellschaft, die kumuliert über die 5%-Hürde kommen, sich alleinig in der politischen Mitte verorten lassen werden. Meines Erachtens kann man eher davon ausgehen, dass es in der Bevölkerung ein relativ konstantes Verhältnis politischer Grundüberzeugungen gibt. Wenn die Union also nach links bzw. mehr in die Mitte rückt, ist es demnach logisch, dass dieser freigewordene Raum im repräsentativen Spektrum über kurz oder lang von anderen Akteuren besetzt werden wird. Ähnlich verhält es sich im linken politischen Spektrum, wenn z.B. die Grünen versuchen, bürgerlicher zu sein, ebenfalls mehr in die Mitte rutschen.

Ein politischer Diskurs lebt von Pluralität (der Ideen und Vorstellungen). Wenn im Parlament nur rechte oder nur linke Parteien säßen bzw. nur Parteien, die man ganz fest in der politischen Mitte verorten kann, würde dies mMn der Demokratie und der (rationalen) Lösungsfindung eher schaden. Denn Diskurs lebt von der Auseinandersetzung mit anderen Meinungen. Ist man nur von Ja-Sagern bzw. Personen umgeben, die weitgehend alles so sehen wie man selbst, entwickelt man sich kaum weiter und die Fähigkeit zum kritischen Denken verkümmert.


Reglohln schrieb:
Und vom Verboten von Meinungen spricht sowieso niemand.

Wobei man eben die Frage stellen kann und sollte, was eine politische Meinung noch wert ist in einer Demokratie, wenn man ihr - aus welchen Gründen auch immer - die Möglichkeit des repräsentativen Ausdrucks im parlamentarischen System raubt.

Nach dem letzten VVG-Urteil zeigt sich mMn auch ziemlich deutlich, dass der Verfassungsschutz (der lustigerweise die Grundlagen seiner Einstufungen großteils nicht offenlegt) einfach nicht genug Belastbares vorlegen könnte in einem etwaigen Verbotsprozess. Aussagen einzelner Personen werden eben nicht reichen, um eine gesamte Partei zu verbieten. Auch muss man sich fragen, was ein solches Verbot einer Partei, die im Bundesdurchschnitt bei um die 25% liegt, mit dem Land machen würde. Glaubt man allen Ernstes, die wählen dann wieder CDU oder so? :freaky: Ich würde hier eher die Gefahr sehen, dass sich viele Personen dann erst recht radikalisieren werden.


Erkekjetter schrieb:
UNd nun rat mal, was Klingbeil noch gefordert hat? Richtig! einen massiven Ausbau der Kinderbetreuung!

Das ist so etwas, was solche Personen auch nie verstehen werden: Dass man solche strukturellen Probleme nicht einfach mit mehr Geld (was man ohnehin nicht hat) lösen können wird. Wenn du eine angewachsene Bevölkerung hast, aber der Anteil derer, die qualifiziert und willens sind, Arzt, Polizist, Lehrer, Erzieher, Pfleger etc. zu werden, pro 1000 Einwohner deutlich niedriger liegt als noch vor 15 Jahren, dann kann man das nicht einfach nur mit Geld kompensieren. Genannte Personengruppen kann man sich eben nicht backen. Wenn auf 1000 Personen früher vielleicht ein potentieller Polizist kam, und jetzt nur noch 0,75 - dann kann man das nicht durch Geld kompensieren.
Außer man würde diesen Berufsgruppen staatlich subventioniert so viel Gehalt bieten, dass Personen aus anderen Bereichen abgezogen würden - was sich dann aber eben negativ auf andere Bereiche der Volkswirtschaft auswirken würde, weil sie dort logischerweise nicht mehr zu Verfügung stünden. Sinkt das durchschnittliche Qualifikationsniveau (etwa weil viele Personen einwandern, die ein niedriges Qualifikationsniveau haben), dann hat dies eben Konsequenzen - für die Sozial- und Rentensysteme wie für die Versorgungsstruktur an sich.
 
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Banned schrieb:
Wobei man eben die Frage stellen kann und sollte, was eine politische Meinung noch wert ist in einer Demokratie, wenn man ihr - aus welchen Gründen auch immer - die Möglichkeit des repräsentativen Ausdrucks im parlamentarischen System raubt.
Wenn ebendiese politische Meinung - rein hypothetisch - alleinig zum Verbot einer Partei führe, wäre diese Meinung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht vom Grundgesetz geschützt.

Eine Partei vertritt ja aber für gewöhnlich verschiedene politische Meinungen zu verschiedenen Themen, somit besteht ja durchaus die Möglichkeit eine andere Partei zu wählen, sollte die eine Partei verboten werden.

Zudem wird durch ein Parteienverbot niemandem die Möglichkeit des repräsentativen Ausdrucks im parlamentarischen System "geraubt". Äußerungen die verboten sind, sind auch ohne Parteiverbot verboten.
 
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