Die Zusammenstellung ist soweit wirklich gut - zumindest kein Bock drin.
Ich habe mich jetzt auch mal laienhaft mit dem "neuen" Blender 2.81 etwas beschäftigt. Mir ist dabei aufgefallen, daß ich weiterhin auf Cycles setzen werde. Eevee ist neu feine weil sehr potente Rendergeschichte, um nahezu in Echtzeit beim Modelling und Composing einen ersten Eindruck zu erhalten. Aber spätestens beim Rendern muß ich mit Eevee viel mehr Aufwand in die Beleuchtung stecken, um die "erwarteten" Ergebnisse zu erzielen.
Ich bleibe also bei Cycles und das bedeutet für mich, daß die GPU weiterhin absoluten Vorrang vor der CPU hat, sofern man mit der CPU schon die Basisleistung vorhält. Die würde ich mal ganz grob auf 4 bis 6 Kerne mit 3 bis 2,5 GHz auf Basis aktueller CPU-Modelle definieren.
Alles darüber hinaus ist "nice-to-have" (z.B. wenn viel mit Partikeleffekten gearbeitet wird und/oder Composings generell aufwändig werden). Mehr Nutzen erhält man aber definitiv aus der Erhöhung der GPU-Leistung.
Ich nehme mal meinen Blender-PC, der mit sehr bodenständigen Komponenten ausgestattet ist:
- günstigstes B450 Mainboard von Gigabyte (wirklich nur 60 € Klasse)
- AMD 2600 (kein X, keine 3xxxer Serie!) noch mit boxed-Kühler
- 2 x 16 GB G-Skill 3200 CL14
- NVidia Geforce 1070 Ti
Zum Prozessor:
Mein AMD 2600 läuft (noch) mit dem boxed-Kühler und taktet somit unter Volllast recht schnell runter auf 3,5 bis 3,6 GHz - und damit kann ich ganz wunderbar und verzögerungsfrei arbeiten. Als Schnäppchen habe ich mir für 17 Euro bei Amazon einen Arctic eSports 33 One Kühler besorgt, von dem ich mir erhoffe, daß die Kühlung unter Last etwas leiser ablaufen wird und die CPU unter Last 200 - 300 MHz mehr halten wird als kleines Leistungsschmankerl.
Natürlich ist die 3000er Serie technisch interessant weil neuer, etwas effizienter, mit 10 - 15% mehr IPC, neuem Fertigungsprozess usw.! Aber ein 2600X kostet derzeit 130 Euro! Ich gebe da keine keine 100 Euro mehr für aus für 20% Mehrleistung, wovon ich in Blender vielleicht die Hälfte spüren KÖNNTE, wenn ich ich konstant den direkten Vergleich tätigen würde.
Zum Speicher:
Kein Kompromis beim Speicher! Und hier geht Masse vor Speed. Also 2 x 16 GB reinsetzen - je nach Mainboard läßt das dann die Option für weiter 32 GB offen. Den Speed würde ich von anderen Anwendungen (z.B. Spielen) abhängig machen. 3200er CL16 scheint im Moment der preisliche Sweetspot zu sein.
Zur Grafikkarte:
Mindestens 8 GB V-Ram. Allerdings bedeutet MINDESTENS 8 GB ja derzeit GENAU 8 GB. Denn mehr gibt es nur bei 1080 Ti / 2080 Ti (1080 Ti wohl nur noch gebraucht verfügbar, 2080 Ti preislich uninteressant) oder bei der AMD VII. Die AMD hat ihren Reiz, auch wenn sie irgendwie zwischen den Welten schwebt und die zukünftige Unterstützung fragwürdig ist.
Für kleines Geld gibt es 8 GB V-Ram derzeit nur bei AMD, ist aber nicht schlimm! Was an Budget verfügbar ist, würde ich in die GPU stecken. Für ein Taschengeld mehr die 580 statt der 570 holen? Sofort! Wenn Stromverbrauch, Abwärme und Lautstärke eine Rolle spielen, dann ist die neue 5500XT sicherlich auch interessant aber da es noch keine echten Strassenpreise gibt, ist die Karte insgesamt und gerade im Bezug auf die in etwas gleich schnelle 580 einfach zu teuer!
Bei NVidia gibt es in der Preisklasse nichts, was mit 8 GB kommt - sehr enttäuschend!!! Den Einstieg würde ich hier bei der 2060 SUPER sehen, die aber erst bei 400 Euro startet. Aaaaaber mit RTX!
Und die RTX-Cores werden jetzt von Blender unterstützt und geben beim Rendern einen richtigen Schub. Im Detail habe ich mich damit noch nicht beschäftigt aber die ersten Vergleiche und Benchmarks sehen sehr vielversprechend aus.