NAS erste Fragen

Hab noch mal ein bisschen hinsichtlich der Nutzung von ARM-single-board computer gestützten NAS gestöbert.
Sofern ich das bisher überblicken kann, bieten sich vorallem auch folgende Boards für den NAS-Betrieb an:

  1. Cubietruck ca 90€
    • AllWinnerTech SOC A20 ARM® Cortex™-A7 Dual-Core ARM® Mali400 MP2 Complies with OpenGL ES 2.0/1.1
    • 1GB/2GB DDR3@480MHz
    • HDMI&VGA 1080P display output on-board
    • 10M/100M/1G Ethernet
    • Wifi+BT wireless connection with antenna on-board
    • SATA 2.0 interface support 2.5’ HDD (for 3.5’ HDD, only need another 12V power input)
    • Storage solution NAND+MicroSD or TSD+ MicroSD or 2*MicroSD
    • 2 x USB HOST 1 x OTG 1 x SPDIF 1 x IR 4 x LEDs 1 Headphone 3 x Keys
    • Power DC5V @ 2.5A with HDD support Li-battery & RTC
    • 54 extended pins including I2S, I2C, SPI, CVBS, LRADC x2,UART, PS2, PWMx2, TS/CSI, IRDA, LINEIN&FMIN&MICIN, TVINx4
    • with 2.0 pitch connectors
    • PCB size 11cm *8cm*1.4mm very suitable for installing a 2.5’ HDD
  2. Wandboard Quad ca 129€
    • Freescale i.MX6 Quad, Cortex-A9 Quad core
    • 2 GB DDR3 RAM
    • Audio
    • Optical S/PDIF
    • HDMI
    • Camera interface
    • micro SD cardslot
    • Serial port
    • Expansion Header
    • USB Host/OTG
    • Gigabit Ethernet
    • SATA
    • WIFI (802.11n)
    • Bluetooth

Neben dem höheren Preis zeichnen sich die 2 Boards besonders durch die deutlich höhere Performanz (gegenüber dem RPi) durch die SATA-Verfügbarkeit aus.

Vielleicht jemand Erfahrungen in so eine Richtung?
 
e-Funktion schrieb:
Auch vollwertige Rechner kann man in diesen Bereich fast bringen. Mein bisheriger Rekord im idle ist 18-20W (stellenweise 16W) mit vollwertigem Core-i. Im sleep dann 1-2W.
Dazu drei Fragen:
- Wieviel hat der komplett PC (ohne Festplatten) gekostet?
- Wie viele und welche Festplatten waren da drinn
- Was für ein BS hast du verwendet?

Im letzten Bauvorschlag der c't haben sie den idle Verbrauch ja sogar auf 10W gedrückt (nur mit SSD). Das Problem ist allerdings, dass man mit so knappen Buget nicht sehr wählerisch bei den Komponenten sein kann. Ein anderes Mainboard kann z.B. schnell 10W Unterschied machen und nicht immer sind die Billigsten auch die Sparsamsten. Auch ein 80+Gold-NT wäre hier sicher nicht realistisch. Und dann hinkt laut c't Linux auch manchmal mit der Umsetzung der Stromsparmechanismen etwas hinterher (ist inzwischen bei HW vielleicht schon behoben).
Ich muss aber gestehen, dass ich keinerlei Ahnung vom üblichen Idle Verbrauch von ATOM Systemen bzw. dem entsprechenden AMD Äquivalent habe.

Nunja, ich denke egal, wie Sputnik1983 sein NAS nun baut, der Stromverbrauch wird wohl nicht das entscheidende Kriterium sein.

Was ich mich übrigens schon länger gefragt habe, aber immer vergessen habe auszuprobieren: Kann man nen normalen Rechner inzwischen so konfigurieren, dass er auch ohne Magic Packet wieder aus dem Sleep aufwacht, wenn z.B. jemand auf ne Freigabe zugreifen will? Sollte ja eigentlich nicht so schwer sein, den NW-Chip auf alle Pakete mit der eigenen IP oder MAC Adresse reagieren zu lassen oder? (Brodcasts müssen natürlich ignoriert werden)

e-Funktion schrieb:
Najaaaa...mit so einer Aussage sollte man vorsichtig umgehen. Ist das RAID dauer-Online und baut der Controller Mist, sind beide Datenplatten Schrott. Baut das Sync (weil Platte bzw. RAID immer Online ist) Mist kann man die Daten auch vergessen. Und knallts im Stromnetz wegen einer Überspannung kann man im Worst Case auch alles wegschmeißen. Aber das hast du selbst ja erkannt. Man sollte schon wissen was man tut, wenn man so verfährt. Ein Noob wiegt sich da vielleicht in falsche Sicherheit.

Also ich behaupte, dass ein OS- oder Chipsatzbasiertes RAID1 die Wahrscheinlichkeit eines Datenverlustes verringert, weil der Ausfall einer Festplatte oder das Auftreten von Silent Data Corruption wahrscheinlicher ist als ein katastrophaler Bug im Treiber oder Chipsatz, der nur durch das RAID zum Vorschein kommt - das ist aber nur so ein Gefühl das ich nicht mit Zahlen belegen kann.
Im Fall von Überspannung würde ich sogar sagen, dass ein RAID sicherer ist, weil es unwahrscheinlicher ist, dass beide Platten gegrillt werden und wenn nur das Mainboard und eine Platte kaputt gehen kann man die andere normalerweise problemlos an nem anderen Rechner auslesen.
Aber für den Fall, das wir hier aneinander vorbeireden: es geht mir nur um den Vergleich RAID1 vs einzelne Platte nicht um RAID1 vs Backup oder irgendwelche anderen Konfigurationen.
Was unerfahren User angeht stimme ich dir übrigen vollkommen zu: Man sollte wissen was man tut, warum man es tut und vor allem sollte der Ernstfall getestet werden, BEVOR da wichtige Daten drauf kommen.


@Sputnik1983:
Auf den ersten Blick sehe ich bei den Preisen eigentlich keinen Vorteil mehr zu einem fertig NAS (integriertes WLAN vielleicht), es sei denn du benötigst die Leistung für irgendwas oder hast vor die ganzen Anschlüsse zu verwenden.
 
Dazu drei Fragen:
- Wieviel hat der komplett PC (ohne Festplatten) gekostet?
- Wie viele und welche Festplatten waren da drinn
- Was für ein BS hast du verwendet?

Zur Hardware: Das ist eine i3-Haswellkiste auf einem Asus H81-Brett, Bequiet-Netzteil (glaub 400W waren es, hatte ich noch rumliegen), SSD 840 Evo, 1x4GB RAM. Aktuellen Preis kannst dir da dann selber ausrechnen da ich es nicht mehr im Kopf habe. Platten waren in der Ausbaustufe noch keine dran. Wenn die Platten Idlen ist der Zuschlag an Strom allerdings auch fast schon vernachlässigbar und wenn keine Zugriffe Stattfinden läuft die ganze Kiste mit besagten 1-2W. Hat allerdings auch ein bisschen mehr Bums als so ein Atom-Prozessor :D

Der i3 ist Aufgrund der benötigten Leistung allerdings essentiell und für 1150 hab ich grad sowieso keinen low-End-Pentium zur Hand um es zu testen ;) Läuft unter Windows 8.1.

Was ich mich übrigens schon länger gefragt habe, aber immer vergessen habe auszuprobieren: Kann man nen normalen Rechner inzwischen so konfigurieren, dass er auch ohne Magic Packet wieder aus dem Sleep aufwacht, wenn z.B. jemand auf ne Freigabe zugreifen will?
Schau dir mal "Wake on Pattern" an, einstellbar in der Config der Netzwerkkarte.

Zum RAID: Da mache ich keine Experimente mehr, mit dem Onboard-Zeug gab es früher oder später immer irgendwelche Probleme unterschiedlichster Art. Und meine Hand dafür ins Feuer zu legen, dass nur eine Platte gegrillt wird würde ich auch niemals wagen - auch Privat nicht, außer es ist irgendein unwichtiger Hobel. Aber in Summe sehen wir das wohl gleich.
 
Miuwa schrieb:
@Sputnik1983:
Auf den ersten Blick sehe ich bei den Preisen eigentlich keinen Vorteil mehr zu einem fertig NAS (integriertes WLAN vielleicht), es sei denn du benötigst die Leistung für irgendwas oder hast vor die ganzen Anschlüsse zu verwenden.

Cubietruck ca. 90€
SATA HDD 500GB ca. 40€

mehr braucht es nicht!
130€ NAS fertig.
ArchARM drauf läuft und kann alles, was ein PC und ein NAS auch kann.
Dafür bekomm ich kein brauchbares NAS inkl HDD soweit ich das bisher überblicke.

Vorteil:
  • Leise (Keine Kühlung)
  • Preisgünstig
  • recht Potent
  • Verbrauch (tendiert gegen 0)

Der höhere Preis gegenüber dem RPi sollte sich egalisieren, da beim RPi noch einiges an Zubehör fällig wird.
  • Gehäuse
  • wlan-Adapter
  • USB-Hub
  • Stromanschluss
  • Diverse Kabel meine ich auch noch
außerdem erlaubt der zusätzliche SATA-Anschluss die Preisgünstigeren HDDs.
Beim RPi teilt sich der einziger USB-Port den Controller mit dem Ethernet-Adapter, was den Durchsatz arg beschränkt.
Sofern ich das alles richtig verstanden habe.
 
Sputnik1983 schrieb:
Cubietruck ca. 90€
Dafür bekomm ich kein brauchbares NAS inkl HDD soweit ich das bisher überblicke.

Falsch..hab dir doch ein DLink Nas empfohlen..kostet knapp 70€ und kann 2 HDs annehmen..und kein frickeln..;)
 
@e-Funktion:
Danke für den Tipp und bevor das hier ausartet: wolltest du eigentlich meine Aussage bzgl. Selbstbau vs fertig NAS wiederlegen oder hab ich das nur falsch verstanden? Ich hab hier übrigens fast das gleiche System rumstehen - sehr fein ;)

@Sputnik1983
Für knapp 50 Euro gibts bereits 1T Festplatten, das ist glaube ich sinnvoller als ein paar Euro mit einem 500GB Modell zu sparen (ich würd eher zu 2TB greifen). Ansonsten musst du glaube ich für dich selbst entscheiden, was für dich der optimale Kompromiss zwischen Features, Performance, Preis und Eigenaufwand ist.

Hast du nen Link zu den von dir beschriebenen Platformen?
 
Miuwa schrieb:
@e-Funktion:
Danke für den Tipp und bevor das hier ausartet: wolltest du eigentlich meine Aussage bzgl. Selbstbau vs fertig NAS wiederlegen oder hab ich das nur falsch verstanden?
In erster Linie v.a. ergänzen (falls du dich hier auf den Stromverbrauch beziehst) :)
 
eu100 schrieb:
Falsch..hab dir doch ein DLink Nas empfohlen..kostet knapp 70€ und kann 2 HDs annehmen..und kein frickeln..;)

Gegen frickeln hab ich nix!
Außerdem ist mir noch nicht klar, in wie weit ich die "Features" eines "Fertig-NAS" ohne Softwaresupport für Linux überhaupt nutzen kann.
Könnte mir vorstellen, das hier das "frickeln" erst richtig los geht...

Mal im Vergleich:

D-Link ShareCenter DNS-320L ca. 70€
1TB SATA HDD ca. 50€
Summe: 120€

  • CPU: 1GHz
  • RAM: 256 MB
  • FLASH: 128MB
  • GPU: keine (?)
  • USB: 1 x 2.0
  • SATA: 2 x SATA II 3.5"
  • Angeblich schwacher Datendurchsatz, da der Prozessor ausbremst
  • Scheinbar sehr laut


Cubietruck ca. 90€
1TB SATA HDD ca. 50€
Summe: 140€
  • CPU: 2 x 1GHz
  • RAM: 2GB DDR3@480MHz
  • FLASH: 8192MB
  • GPU: 500MHz
  • USB: 2 x USB
  • SATA: 1 x SATA II 2,5" (oder Adapter 3,5")
  • HDMI
  • VGA
  • WiFi
  • BT
  • MicroSD
  • S/PDIF
  • Keine Kühlung notwendig (daher)
  • quasi lautlos
  • "vollwertiger" Computer

Miuwa schrieb:
@Sputnik1983
Für knapp 50 Euro gibts bereits 1T Festplatten, das ist glaube ich sinnvoller als ein paar Euro mit einem 500GB Modell zu sparen (ich würd eher zu 2TB greifen).

Diente nur als rechnerische Größe, da es den Minimalanforderungen entspricht und es um "so günstig wie möglich" ging.

Miuwa schrieb:
Hast du nen Link zu den von dir beschriebenen Platformen?

wandboard.org (steht nicht auf der whitelist :/
Cubietruck
Wiki - List of single-board computers
 
Zuletzt bearbeitet:
Also wenn du gerne basteln willst, klingt das Cubietruck doch garnicht schlecht.
Die Rechnung ist nicht ganz fair, weil du evtl. noch Netzteil(e), Gehäuse und Lüfter brauchst (die sind normalerweise zum Kühlen der Festplatten und nicht nur wegen den Prozessoren drinnen). Wenn du aber ohnehin WiFi nutzten willst und das Gehäuse selbst bastelst sieht die Sache schon wieder anders aus.
 
Miuwa schrieb:
Also wenn du gerne basteln willst, klingt das Cubietruck doch garnicht schlecht.
Die Rechnung ist nicht ganz fair, weil du evtl. noch Netzteil(e), Gehäuse und Lüfter brauchst (die sind normalerweise zum Kühlen der Festplatten und nicht nur wegen den Prozessoren drinnen). Wenn du aber ohnehin WiFi nutzten willst und das Gehäuse selbst bastelst sieht die Sache schon wieder anders aus.

Stromversorgung funktioniert (ohne Gewähr) beim Cubi über ein 5V USB-Adapter, den hab ich hier, USB -Kabel sind obendrein im Lieferumfang enthalten, ebenso wie ein "Gehäuse".

Lüfter ist unnötig, da Festplatten idR. nicht gekühlt werden müssen.
Lüfter sorgen zudem nicht für Kühlung, sondern nur für einen Wärmeaustausch im geschlossenem Gehäuse.
(Board und Platten entwickeln Wärme, die sie an die Umgebung abgeben, ist die Umgebung allerdings eher Kompakt (Gehäuse) kommt es zu einem Hitzestau, das wäre hier allerdings nicht der Fall.)

Wieso sollte ich denn kein WiFi nutzen wollen?
 
Falls du es nicht sowieso schon gesehen hast: in der aktuellen c't haben sie genau deinen Cubietruck Vorschlag umgesetzt.

Wegen WiFi: Falls die Möglichkeit besteht Gbit-Ethernet zu nuzten ist das meistens die bessere Lösung, weil es in der Regel schneller und sparsammer ist und du willst dein NAS ja vermutlich nicht durch die Wohnung tragen oder? Wenn LAN nicht möglich ist spricht natürlich nichts gegen WiFi.
 
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