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NAS Selbstbau als ITX/μATX

RolandR88

Lieutenant
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Hallo Leute,
helft mir bitte kurz mit meinem persönlichen NAS-Start.

PC-Bastel Erfahrung vorhanden:
ich habe über die Jahrzehnte schon etliche PCs gebaut darunter auch SFF/ITX. Mit dem Thema NAS beschäftige ich mich nun aber zum ersten Mal intensiver. Was ich auf jeden Fall möchte, ist ein System mit trueNAS und nichts proprietäres von Synology o.Ä.
Ich habe mich mal bei https://pcpartpicker.com/builds/ durch alles mit NAS gesucht und da sind schon einige spannende und recht leicht realisierbare Vorlagen dabei.

Die Eckpunkte
Ich stelle mir 3-4x 2TB Ironwolf HDDs vor um Raid 5 oder 6 zu betreiben. Irgendwelche sonstigen Fails an einer Selbstbau NAS sehe ich nicht als riesen Problem, da sich die Komponenten leicht ersetzen lassen. Ziel sind Backups auf eine Nextcloud bei Hetzner bzw. Ziel für Timemachine Backups und LAN Sichern Sync/Zugriff auf Daten. Das Case soll im Bereich von 10 bis 20 Litern liegen.

Besonderheiten NAS vs. "Mini PC"
Im Gegensatz zu normalen Projekten zu SFF/ITX PCs gibt es aber doch gravierende Unterschiede. Speziell die Leistungsaufnahme spielt beim Betrieb 24/7 doch eine bedeutende Rolle. Auch die Komponenten sollten möglichst langlebig sein. Ältere Hardware ist meistens eher energiehungrig und ich muss auch zugeben, dass ich aktuell keinen Überblick habe, welche Leistung und damit Generationen von Mainboards/Chipsets/CPU/Ram infrage kommen. Generell bin ich ein großer Fan von "tinkering" - Lüfterkurven anpassen, CPU undervolten usw. usf. - was davon bei einer NAS Sinn und Unsinn ist, muss ich wohl erst noch herausfinden.
Bisher denke ich, dass LGA1151, LGA1700 oder AM4 adäquate Plattformen wären, für die es auch mehr als genug Gebrauchtteile zu finden gibt. Ich stelle jedoch fest, dass AM4 Gebrauchtteile nicht ganz günstig sind und bei Intel bin ich mir ob der Energieeffizienz nicht schlüssig.

Die Drives
Der generelle Konsens scheint zu sein, dass wir bei NAS auf die klassische Magnetplatte setzen. Für mich war und ist das im ersten Moment nicht eindeutig klar, weil Flash-Speicher beim Fail i.d.R. noch lesbar bleiben. Auch die MTBF ist bei den Ironwolf mit 1 Mio. h eigentlich nicht besser als bei klassischen NVMe oder SATA SSD. Der Umstand 3,5" vs. 2,5" vs. M.2 wirkt natürlich entscheidend auf die Größe und Auswahl des Gehäuses. In Vergangenheit habe ich teilweise SATA SSD Stackweise verbaut ähnlich wie der Kollege hier - thermisch sicher nicht ideal, aber kompakt.
ITX mit 3,5" Drives wird wohl am Gebrauchtmarkt nur mit wenigen Cases wie bspw. dem Jonsbo N2, Jonsbo N3 realisierbar sein.

(Spoiler: Sackgasse) Teilesuche als Entwurf: Plattform AM4 oder LGA1700 mit Gebrauchtteilen für 4x 3,5" HDD und ITX Mainboard
  • Case (Preise 50 bis 150 EUR)
    Jonsbo Gehäuse scheinen gebraucht kaum zu finden zu sein - auf Kleinanzeigen ein einziger Treffer jedoch bereits verbaut. Silverstone DS380 wäre eine Alternative oder In-Win IW-MS04.
  • Mainboard / CPU / Ram
    Ein Bundle aus AM4 X570 + Ryzen 3600 + 32 GB Noname RAM für 350 EUR
Das scheint eine Sackgasse zu werden...

Doch jetzt habe ich das Jonsbo N4 auf Kleinanzeigen gefunden. 20 Liter und öffnet den Weg für μATX und damit eine viel breitere Auswahl an Mainboards. Ich denke diesen Weg werde ich gehen, auch wenn ich das Case vermutlich nicht viel unter Geizhalspreis finden werde. Neuer Plan, Jonsbo N4, günstiges μATX Mainboard, CPU, RAM Bundle auf Basis AM4 oder LGA1700, Netzteil im Bereich 450-600 Watt dazu und dann die 4 Festplatten.

Ich bin mir sicher dass hier jemand ist, der in den letzten Minuten selbst ein ähnliches Projekt umgesetzt hat?
Danke für Tipps
 
Schau mal, braucht im idle unter 20 Watt, hat 8 SATA Anschlüsse, Fernwartung und kann mittels Adaptern (m2 Netzwerkkarten) für 10 GbE hochgerüstet werden. Kann mit ECC und RegECC RAM betrieben werden.

https://www.google.com/search?gigabyte mj11

Läuft bei meinem Vater auch in einem Jonsbo N2

Ok, CPU Lüfter (nicht Kühler) sollte man gegen einen von Noctua austauschen, damit es leise ist.
 
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RolandR88 schrieb:
Ich stelle mir 3-4x 2TB Ironwolf HDDs vor um Raid 5 oder 6 zu betreiben.

Das klingt an sich vernünftig - vor allem mit TrueNAS bzw. ZFS.

0x8100 schrieb:
was soll das? da kannst du auch eine 4TB ssd per usb an die fritzbox stecken.

Damit hat er keine Redundanz und somit können von ZFS keine Defekte automatisch korrigiert werden. Abgesehen davon ist der Datendurchsatz einer FB oft lächerlich - da ist ne SSD eigentlich Perlen vor die Säue.

RolandR88 schrieb:
Leistungsaufnahme spielt beim Betrieb 24/7 doch eine bedeutende Rolle.

Festplatten machen natürlich einen guten Teil der Leistungsaufnahme aus.

RolandR88 schrieb:
Ältere Hardware ist meistens eher energiehungrig

Nee, das kann man so nicht sagen mMn.

RolandR88 schrieb:
weil Flash-Speicher beim Fail i.d.R. noch lesbar bleiben.

Also bei ner Festplatte kann man oft noch was retten. SSDs sind aber oft komplett tot. Wenn man eh ein Backup hat, ist das aber nichts, was von Bedeutung sein sollte.

RolandR88 schrieb:
Netzteil im Bereich 450-600 Watt dazu und dann die 4 Festplatten.

Das Netzteil sollte ATX 3.0 oder 3.1 sein. Noch sparsamer wird es mit einer Pico-PSU.

Ich hatte hier mal zwei Vorschläge gemacht, die jetzt in Anbetracht der Speicherkrise aber in Teilen hinfällig sind:
https://www.computerbase.de/forum/threads/nas-1x1.1986978/page-2#post-29127972

Wenn du generell offen für gebrachte Hardware bist: Bei Ebay findet man ziemlich viel alte Server-Hardware.
Zum Beispiel:

https://www.ebay.de/itm/354402555617?_skw=supermicro+x10&itmmeta=01KGCC5N390QD7TB288GN2NG55&hash=item528409d6e1:g:2gkAAeSwWZdpTncr&itmprp=enc:AQALAAAA0O7PUuNWmJ++UShgI9tQz/odhtOr5e+jXNOjXjR5r17by2FeKIL6Xe0wjFliryvL3Q8qlceTa7zaWMhp0d2PkOY70eBmFkslWBY+keSv9kIOHLds7i+fVc56WGPeMPVahKW55xgCPAisiXsR1FIalchOWcnnYJeMmM3WylsI5eow+KXqJT6kFC6bPQcx67toQEtBSAIkaAyCJ4Ere4SUGDFPbHCjzaxCK86ufWw4ItT52oUt18OmKRDdLD+4Bp4JjFpuXoPFcs3deW6pZi26oM0=|tkp:Bk9SR-rRloyDZw

Sofern du allerdings keinen Wert auf IPMI oder ECC-RAM legst, haben die kaum einen Stich gegen den Vorschlag von @conf_t.
 
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Banned schrieb:
Damit hat er keine Redundanz und somit können von ZFS keine Defekte automatisch korrigiert werden. Abgesehen davon ist der Datendurchsatz einer FB oft lächerlich - da ist ne SSD eigentlich Perlen vor die Säue.
natürlich hast du grundsätzlich recht und ich hätte weiter ausholen sollen. mein gedanke war, dass der ganze hardwareaufwand nicht im verhältnis zu läppischen 4 TB speicher steht. dazu holt man sich den verbrauch und die geräuschbelästigung von 3-4 laufenden und klackernden hdds ins haus.

wenn 4TB speicher reichen, dann reicht irgendein kleines system (das kann z.b. ein n100- oder gebrauchtes sff-system sein) mit einer ssd; das ist dann performanter und verbraucht weniger. backup braucht man trotzdem, das kann man dann günstig auf eine externe hdd machen. dann hat man das gleich vom system getrennt und hat nicht die nachteile von einem hdd-raid.

edit: selbst dieses setup hat 5 TB speicher und ist dank 2,5" hdd nicht wahrzunehmen, verbraucht wenig und der rechner hat gebraucht ~50€ gekostet (+festplatte).
 
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RolandR88 schrieb:
Der generelle Konsens scheint zu sein, dass wir bei NAS auf die klassische Magnetplatte setzen. Für mich war und ist das im ersten Moment nicht eindeutig klar, weil Flash-Speicher beim Fail i.d.R. noch lesbar bleiben. Auch die MTBF ist bei den Ironwolf mit 1 Mio. h eigentlich nicht besser als bei klassischen NVMe oder SATA SSD.

Das ist eigentlich ganz einfach erklärt und hättest auch sicher selbst drauf kommen können. Die meisten Leute haben wesentlich mehr Speicher in so einer NAS, als das was du planst. Daher ist der €/TB Preis sehr relevant und der ist bei HDD immer noch massiv billiger. Wenn du mir zum gleichen Preis meiner 6x8TB HDD SSD besorgen kannst, sage ich sicher nicht nein, würde niemand. Der Preis pro TB bei 8TB HDD ist bei ~28-30€, bei 8TB SSD bist du bei 130€.

Bei den Größen die du planst, kann man sicher SSD only gehen.
 
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0x8100 schrieb:
mein gedanke war, dass der ganze hardwareaufwand nicht im verhältnis zu läppischen 4 TB speicher stehen.

Ah, okay; ja, das verstehe ich.

Kommt immer sehr darauf an, was das Hauptziel ist. Ich persönlich finde ZFS mit Redundanz bzw. Parität schon sehr komfortabel, um die Datenintegrität zu checken und zu erhalten. Für ein System, das 24/7 läuft, würde ich im privaten Bereich aber auch nicht auf RAIDZ2 und so viele HDDs (oder überhaupt HDDs) gehen bei der Kapazität - da gebe ich dir recht.

@RolandR88 Ich würde da an deiner Stelle eher auf 2x4TB HDDs gespiegelt gehen als auf 3x2TB in RAID5 bzw. RAIDZ1.
 
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Banned schrieb:
Das klingt an sich vernünftig - vor allem mit TrueNAS bzw. ZFS.
Na ja,

So kleine Festplatten und RAID5/6?
Dann lieber 2x 4TB mirrored. Weniger komplex und sicherer
 
Mirror ist nicht sicherer als RAID6 bzw. RAIDZ2 - bei diesen können zwei Platten ausfallen ohne Datenverlust, bei Mirror nur eine. Dass Mirror hier aber besser als RAID5 bzw. RAIDZ1 ist, schieb ich im Beitrag über deinem. Zu der Einsicht bin ich dann auch gekommen. ;)
 
0x8100 schrieb:
eine 4TB ssd per usb an die fritzbox stecken
Danke. Grundsätzlich natürlich die bessere Idee als direkt am Dock. Leider kann die FB 5530 das nicht.
Banned schrieb:
Bei Ebay findet man ziemlich viel alte Server-Hardware
Danke. Spannende Idee. Hab mich noch nie mit Server HW beschäftig und wäre mal spannend.
thrawnx schrieb:
Bei den Größen die du planst, kann man sicher SSD only gehen.
Danke - das wäre die andere Option. NVMe habe ich ja schon. Vielleicht einfach eine Pocket-NAS?
Gäbe sogar eine gebraucht in meiner Nähe.
Banned schrieb:
2x4TB HDDs gespiegelt
Danke - Redundanz anstelle Parität. Denke das macht in dieser Größe Sinn.
Dig.Minimalist schrieb:
So kleine Festplatten und RAID5/6?
Jap. Hab's eingesehen.
 
Ich finde diese Mini-PC sehr fragwürdig. Ja, wenn man genau weiß, was man alles laufen lassen will, es genau dafür reicht und man sicher ist, dass man nie was Neues braucht, sind sie vielleicht gut. Aber auf so einem Ding kannst du doch nicht mal eine Windows VM ordentlich laufen lassen.
 
Korrekt. Ist jetzt mal für den Einstieg gedacht. Kann mich mal mit TrueNAS vertraut machen und das reine Datensicherung-Thema angehen. Später kann ich die Büchse ja wieder verkaufen und durch eine richtige DIY NAS ersetzen - dann wenn meine Speicherbedürfnisse in die Regionen von 3-5 TB wachsen werden.
 
Banned schrieb:
Das Netzteil sollte ATX 3.0 oder 3.1 sein. Noch sparsamer wird es mit einer Pico-PSU.
Gibts denn mittlerweile Tests bzgl der Effizienz im Niedrig(st)lastbereich?
Ich habe bei mir ein Corsair RMX 2021er verbaut.
Da ich aber ein Netzteil für anderes System kaufen muß, könnte ich die Gelegenheit nutzen und hier nochmal tauschen, falls da nochmal ein paar Watt rausspringen.
 
Also ich habe PicoPSUs und auch bq pure Power m12 und m13 und kann zumindest am Spekuliereisen an der Steckdose keinen echten Unterschied erkennen.
 
Von den PICO Dingern halte ich recht wenig. Da wird auf die Effizienz von der Platine gesprochen und die Verluste im Tischnetzteil werden unter den Tisch gekehrt. Ebenso ist die max Leistung oft zu schwach, wenn man da noch 4-5-6 HDDs anlaufen lassen möchte.
 
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SavageSkull schrieb:
Von den PICO Dingern halte ich recht wenig.

Wozu dann überhaupt die Frage, wenn die Meinung schon gefestigt ist? :freaky:

SavageSkull schrieb:
Da wird auf die Effizienz von der Platine gesprochen und die Verluste im Tischnetzteil werden unter den Tisch gekehrt.

Die Leute messen aber nicht an der Platine.

SavageSkull schrieb:
Ebenso ist die max Leistung oft zu schwach, wenn man da noch 4-5-6 HDDs anlaufen lassen möchte.

Es liegt letztendlich an jedem Nutzer selbst, das ausreichend einzuplanen. Aber ja, über vier HDDs dürfte es knapp werden in vielen Fällen. Solche Systeme verbrauchen aber auch schon so viel im Idle, dass solche Netzteile wirklich keinen Sinn machen. Die sind eher für Systeme, die wirklich sehr minimalistisch sind (siehe Tabelle), um im ganz unteren Watt-Bereich noch was rauszuholen.
 
Mein Haupt NAS mit 4 HDDs und nem Ryzen 5 5650 Pro hängt an ner 160xt (200 W Peak) und nen 192 Watt TischNT. Richtig Dimensioniert geht das.
 
Banned schrieb:
Wozu dann überhaupt die Frage, wenn die Meinung schon gefestigt ist? :freaky:
Mein Corsair RMX 2021 ist halt noch ein ATX2.4 Netzteil und war damals das empfohlene Netzteil. MIt 3.0 und 3.1 kamen aber nochmal Spezifikationen für Kleinstlast dazu und damit sollten alle Netzteile auf ein gutes Niveau kommen. Ich habe aber bisher noch nichts gefunden, wo genau das getestet und gegenübergestellt wird.
 
SavageSkull schrieb:
Ich habe aber bisher noch nichts gefunden, wo genau das getestet und gegenübergestellt wird.

Schau dir doch einzelne Tests auf der genannten Webseite an. Noch ausführlicher bekommst du es kaum. Man kann m.E. schon sagen, dass die ATX 3.0 und 3.1- Netzteile hier im Durchschnitt deutlich besser sind als die 2.4 - Ausnahmen bestätigen die Regel. Vor allem sind nun auch Netzteile mit hoher Gesamtleistung kaum oder gar nicht ineffizienter bei Niedriglast.
 
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