@Schrammel, ich habe dieses Thema jetzt durch gelesen. Erst mal zur Klarstellung, ich relativiere nichts noch werde ich diese Morde entschuldigen oder gut finden. Ich selbst habe eine tierische Abneigung gegen rechtes Gedankengut, da meine Freundin selbst aus Äthiopien stammt. Was ich hier teilweise erleben durfte, ist für mich unerklärlich.
Welche Morde mit Rechten oder Linken Hintergrund in den vergangen 21 Jahren passiert sind, mag ich nicht beurteilen oder klar definieren, da oftmals sogar die genauen Grenzen zwischen Links und Rechts sehr schwer zu erkennen sind. Die Typisierung der Morde nach Links oder Rechts und die Bedienung den Terror auszuschließen, macht diese Aufgabe eher unmöglich, geschweige denn praktikabel und Aussagekräftig. Wo fängt der Terrorismus an und wo endet er? War NSU jetzt eine terroristische Vereinigung oder waren sie es nicht?
Folge ich meiner Ansicht, so sind in der Welt dem rechten und linken Terror mehr Menschen zum Opfer gefallen, als es Sympathisanten von Links oder Rechts lieb ist. Ich schließt da sogar Terroristen jetzt mit ein, die in bestimmten Fällen sogar eindeutig Rechts einzuordnen sind.
Das Hauptproblem sind aber nicht die Morde, die sogar ohne politische Beweggründe abscheulich sind, sondern bestimmte Tendenzen in der Bevölkerung. Egal in welche Richtung die Tendenz dabei geht, sie zeigt immer die selbe Problematik. Andere Meinungen werden nicht anerkannt, dies passiert unter Verleugnung, Beleidigung und Vorwürfen jeglicher Art. Die Feindbilder sind leider austauschbar. Was bei den einen der Ausländer oder der Jude ist, ist dem anderen der Reiche oder Liberale.
Ich habe bereits heute genug Manifeste von Linken und von Rechten gelesen und bewerten dürfen und dass erschreckende ist dabei, dass die Wortlaute doch oftmals den selben Tenor haben und man nur bestimmte Wortgruppen austauschen muss. Wohl wollen beide Seiten, die einen für die "Armen" die anderen für die "Deutschen", die Feinde bei dem einem System sind die Liberalen, Banken, die Wirtschaft und die Lobbyisten und Reichen, bei den anderen sind es die Ausländer oder Menschen, die an etwas anderes glauben.
Gewaltbereit sind dabei beide Seiten und der Staat soll gefälligst wegschauen, wenn man der "feindlichen" Seite Gewalt antut. Und mit Gewalt meine ich nicht nur körperliche Gewalt. Was einige der Linken hier abgezogen haben, als ich mal klar und deutlich sagte, dass ich weder für sie noch gegen sie bin, war reinster Terror. Telefonanrufe, Morddrohungen, zerstochene Fahrradreifen, Beleidigungen und so weiter und so weiter. So was kann einen Menschen, in meinen Augen, sogar noch mehr schädigen, als es ein Mord könnte. Pragmatisch gedacht ist nämlich nach dem Mord das Übel vorbei, dass andere ist eine seelische Folter, die dich über Jahre begleiten kann.
Zudem haben sich sowohl Linke als auch Rechte-Terroristen und Systeme als sehr intolerant erwiesen, was andere Meinungen angeht. Siehe Lenin, Stalin, Mao oder eben Hitler. Ein weiteres Beispiel ist die Rätediktatur der SED in der DDR, jetzt die NSU oder die RAF, auf deren Konto auch einige "nette" Morde gingen.
Man kann diese Diskussion versuchen so zuführen, dass man eine Seite ausschließt, damit ist aber das allgemeine Problem nicht gebannt. Das eigentliche Problem ist nicht der Terror von Links oder Rechts, sondern der Terror an sich, der als Werkzeug von beiden Seiten in unterschiedlichster Ausführung genutzt wird.