Nationalsozialistischer Untergrund und die NPD

Wieso wert ihr immer die Linken in die Diskussion? Damit die Rechten Schweine nicht so böse aussehen? Hier geht s aber nun mal um die und nicht um das was in der Vergangenheit war, sonst sollte man doch noch weiter in die Vergangenheit gehen und auf wen trifft man da wieder...
 
braveheart24 schrieb:
Hier geht s aber nun mal um die und nicht um das was in der Vergangenheit war, sonst sollte man doch noch weiter in die Vergangenheit gehen und auf wen trifft man da wieder...

Interessanter Gedanke, bei dem ich bei dir bin. In die Vergangenheit blicken bringt uns nicht weiter. Dennoch geht es hier größtenteils um die Rolle des Verfassungsschutz bei der Duldung/Förderung demokratiefeindlicher Gruppierungen und bei dem Thema muss man eben auch nicht-rechte Gruppen ansprechen, weils so schön passt. Wenn sich jemand links nennt und Methoden verwendet, die man vorher nur von der SA kannte, dann ist das genauso ein Fall für den Verfassungsschutz wie "rechte Schweine". Wenn der Verfassungsschutz dann noch genau solche Gruppen finanziert, dann kann das für eine Demokratie (oder das bisschen, was bei uns davon noch übrig ist) nicht gesund sein.
 
Hi

na, im Tagesspiegel war zu lesen, das sich der Verdacht des legalen illegalen Ausweises von Uwe M. erhärten würde. http://www.tagesspiegel.de/politik/behoerde-stellte-falschen-pass-fuer-uwe-mundlos-aus/5885012.html

Zum staatlich finanziertem Homegrown Terrorism passt als Motiv auch die zusätzliche Aufgaben-/Überwachungserweiterung des Staates.
Bei Finanzierung der Szene schafft man sich in diesem Fall die Gründe für schärfere Gesetzte und Berechtigungen für Überwachungsmaßnahmen selbst. http://www.heise.de/newsticker/meld...zi-Websites-staerker-ueberwachen-1385875.html

Den Amis wurde ja schon bewiesen das sie Terroranschläge selbst initiieren um schärfere Gesetzeslagen schaffen zu können bzw. um Daseinsberechtitigung für Behörden zu schaffen.
"Niemand kann leugnen, dass das FBI hervorragend seine eigenen Anschlagspläne verhindern kann" http://www.heise.de/tp/artikel/35/35936/1.html

Sowas nennt man dann Taktische-Terror-Politik. ;)

Cu
 
Nossi schrieb:
Das Hauptproblem hier ist ein etwas anderes. Linksextremismus wird in der Gesellschaft aktuell toleriert und sogar zum Teil gefördert.

Ich bin weder auf meinem rechten, noch auf dem linken Augen blind, sehe aber aktuell allgemeine eine ziemliche Problematik.

Die Linken neigen dazu, ihre Aufrufe und Taten zu verharmlosen, sie rechtfertigen ihre Taten, teilweise bleibt einem da nur übrig, den Kopf zu schütteln. Und jetzt kommt das Lustige an der ganzen Sache, auch Rechts tut dies.

Wenn ich mir dann noch die Manifeste von Links und von Rechts durchlese, reicht es doch teilweise einfach, bestimmte Wörter auszutauschen und in der Regel hat man dann eine Rede der Gegenseite und gewaltbereit sind alle extremistische Gruppen.

Und richtig lustig wird es dann, wenn man sich die Medien anschaut: Hier wird aktuell der Rechte-Terror aufgebauscht und vor dem Terror von Rechts gewarnt, dass die Gefahren aber eben nicht nur "Rechts" sondern auch "Links" liegen, wird aktuell in den Medien aber auch der Gesellschaft ausgeschlossen oder einfach mal ignoriert. Mir geht dieses aufbauschen und gleichzeitig ausblenden andere Gefahren auf den Senkel.

Fazit für mich ist und bleibt immer: Extremismus, egal von welcher Seite, stellt eine Gefahr für die Menschen da und beide neigen auch gerne dazu, die Menschen, die ins Feindbild passen, zu ermorden oder schlecht zu behandeln, und sollten sie an der Macht sein auch gerne Massenmorde zu begehen um Systemfeinde zu eliminieren. Da nimmt sich Rechts und Links nichts.
 
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Teralios schrieb:
Die Linken neigen dazu, ihre Aufrufe und Taten zu verharmlosen, sie rechtfertigen ihre Taten, teilweise bleibt einem da nur übrig, den Kopf zu schütteln. Und jetzt kommt das Lustige an der ganzen Sache, auch Rechts tut dies.


Es gibt einen winzig kleinen Unterschied in beiden Extremistenlagern, der bezieht sich auf Gewalt. Vieviele Morde haben Linksextreme in den vergangenen 21 Jahren in Deutschland begangen? Sog. Terroristen kannst du dabei ausklammern, zu den über 100 Morden von rechter Seite braucht man diejenigen des NSU auch nicht hinzuzählen, um von der Anzahl geschockt zu sein.
Täglich werden in Deutschland 2-3 Gewalttaten, meist aus rassistischen Gründen, von "Rechten" verübt.
Dagegen wirkt linke Gewalt noch wie Kindergeburtstag, wenn dort jemand zu schaden kommt, sind es meist Polizisten in Kampfmontur auf einer Demo. Ansonsten ist im linken Lager Sachbeschädigung deutlich häufiger zu finden.

Warum linke Extremisten generell mehr toleriert werden, hat aber noch einen anderen Grund. Das Spektrum der Anhänger des Gedankengutes ist riesig und geht quer durch die Gesellschaft, linke besetzen Themen die vielen Bürgern unter den Nägeln brennen und den autonomen Rand, der zu Randalen/Sachbeschädigung und Gewalt neigt, übersieht man dabei gerne.

Trotzdem halte ich es für falsch, beide Seiten in eine Tonne zu stecken. Morde mit politischem Hintergrund sind für eine Demokratie deutlich gefährlicher wie ein gestoppter Castortransport oder abgefackelte Autos, bei denen meist noch nicht einmal feststeht, wer sie angezündet hat.
Beides in eine Tüte zu stecken betreibt gerne unsere heutige Familienministerin, aus Ahnungslosigkeit.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Schrammler

Ich sehe es grundsätzlich kritisch, Unterschiede bei Arten von Extremismus zu machen, auch wenn es HEUTE qualitative Unterschiede in ihren Ausprägungen gibt. Für mich macht es allerdings keinen Unterschied, ob die Radmuttern bei Autos von Soldaten gelockert oder Ausländer gejagt werden. Das grundsätzliche Potenzial zu Gewalt gegen Menschen ist mit Extremismus jedweder Coleur verbunden. Daher halte ich es für gefährlich, Arten von Extremismus hinsichtlich "nicht so schlimm wie" zu bewerten, denn funktional gibt es da keine Unterschiede. Ob eine breite linksliberale Gesinnung in Deutschland dafür verantwortlich ist, weiss ich nicht. In der Regel wird sich über demokratische Entscheidungsprozesse hinweggesetzt, Andersdenkende ausgegrenzt und die eigene Position nie kritisch hinterfragt.
 
+1 für e-ding. Es spielt absolut keine Rolle, ob jemand Personen angreift, weil sie

  1. die falsche Hautfarbe haben
  2. die falsche Religion haben
  3. den falschen Beruf ausüben
  4. der falschen Partei angehören

Jedwede Gewalt, die sich auf eine dieser Legitimationen beruft, ist mehr als nur verabscheuungswürdig. Schade nur, dass es in unserer Gesellschaft qualitative Unterschiede diesbezüglich gibt.
 
d00d schrieb:
Jedwede Gewalt, die sich auf eine dieser Legitimationen beruft, ist mehr als nur verabscheuungswürdig. Schade nur, dass es in unserer Gesellschaft qualitative Unterschiede diesbezüglich gibt.

Wenn es für dich keinen Unterschied macht, dann frage ich mich warum in einem Thread, in dem über einen konkreten Fall von Rechtsextremismus gesprochen wird, wir plötzlich über linksextremismus sprechen müssen - u.a. auch, weil von dir das Thema aufgegriffen wurde.

Warum kann man sich bei so einem konkreten Beispiel also nicht einfach auf den Fall konzentrieren, anstatt jedesmal einwenden zu müssen "Ja aber die Linken....".
Wenn die Sachlage so eindeutig wäre, dann wäre dieser ständige Einwand, denn scheinbar IMMER jemand bringen muss, wenn es um Rechtsextremismus geht, gar nicht notwendig.

Hier wird wieder relativiert, um die eigene ideologische Weltanschauung - von einer Qualität rede ich hier gar nicht, solche Aussagen kommen auch aus dem konversativen Lager der CDU - zu verteidigen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nossi schrieb:
Hier wird wieder relativiert, um die eigene ideologische Weltanschauung - von einer Qualität rede ich hier gar nicht, solche Aussagen kommen auch aus dem konversativen Lager der CDU - zu verteidigen.

Wo genau liest Du Relativierungen oder einen ideologischen Unterbau? Vielleicht fühlst Du Dich ja selbst ein wenig (ideologisch) ertappt? Wenn Du Dir die Posts wirklich nochmal im Detail anschaust wird Dir auffallen, dass eben nicht der Ruf nach Relativierung, sondern die Forderung nach Maßnahmen gegen Extremismus, unabhängig des Labels, vorhanden ist. Was hast Du dagegen einzuwenden?
Es ist bezeichnend, dass Objektivität von Dir als "konservativ" und "CDU-Lager" bewertet wird, denn davon bin ich meilenweit entfernt. Also mach doch bitte Deine Schublade wieder zu.
 
e-ding schrieb:
sondern die Forderung nach Maßnahmen gegen Extremismus, unabhängig des Labels, vorhanden ist. Was hast Du dagegen einzuwenden?

Ich habe dagegen einzuwenden, dass wir hier von einem konkreten Fall sprechen und keine allgemeine Diskussion über Extremismus führen (sollten). Warum wird also von einigen Leuten der Blick weggelenkt von dem konkreten Fall hin zu einem Extremismus völlig anderer Couleur?

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Die Feststellung, dass auch andere Gruppen (Linke, Moslems, Christen) extremistisch sein können, bringt diese Diskussion keinen Schritt weit vorran. Es sei denn, man bezweckt, die Taten der einen Gruppierung unter Hinweis auf die Taten der anderen Gruppierung in einem - wenn schon nicht besserem, dann zumindest - weniger schlimmen Licht darstehen zu lassen.

Natürlich immer mit dem Hinweis, dass jeder Extremismus schlimm wäre. Dieser Hinweis ist in meinen Augen jedoch absolut unnötig. Es ist nicht notwendig, das Offensichtliche herauszustellen. Genausowenig wie es notwendig ist, im selben Atemzug Extremismus anderer Art zu verurteilen. Dies gilt aber nur, wenn man tatsächlich - wie vorgegeben wird - Extremismus jeder Art und Weise wie selbstverständlich verurteilt und im Kopf eben nicht differenziert zwischen Rechten und Linken, Christen und Moslems.

Dieses herausstellen von anderen Taten und Tätern bezeugt daher eigentlich das Gegenteil: Dass man in Wirklichkeit, vielleicht auch unterbewusst, zumindest ein klein wenig mit der eigentlich hier im Thread diskutierten Ideologie symphatisiert - wie stark auch immer.
 
Zuletzt bearbeitet:
e-ding schrieb:
Das grundsätzliche Potenzial zu Gewalt gegen Menschen ist mit Extremismus jedweder Coleur verbunden. Daher halte ich es für gefährlich, Arten von Extremismus hinsichtlich "nicht so schlimm wie" zu bewerten, denn funktional gibt es da keine Unterschiede.

Bezüglich der Gewalt stimme ich mit dir überein. Was allerdings heute auftritt, ist etwas ziemlich Schräges. Personen im rechten Lager, was auf der Kippe zum Extremismus steht, sind es, die Links und Rechts in eine Tonne stecken (wollen), gar durch den Fokus auf Linksextreme jegliche Taten der Rechten zu relativieren suchen. Das sind Gestalten wie Sarrazin, Koch, Henkel, Baring und Co, die mit Halbwahrheiten nach der "Schweigenden Mehrheit" fischen, gleichzeitig durch neoliberale Kampfparolen auftrumpfen. Dass diejenigen aus dem rechtsextremen Lager dafür Jubel ernten, wird gerne übersehen.

Dahinter steckt unterschwellig etwas, dessen Gefahr man sich bewusst sein sollte, schließlich geht diese Tendenz mitten ins konservative Lager hinein. Für manch einen Neonazi mag das sogar Rechtfertigung für seine Gesinnung sein, der bekommt den Eindruck, dass es ok ist, wie er denkt, schließlich tun es genügend andere auch, nur der handelt dann irgendwann auch.

Und jetzt kannst du ruhig noch einmal überlegen, was Linksextreme in Deutschland wirklich anstellen und ob Menschenjagd und Mord nicht doch eine andere Schiene ist.
 
@Schrammler

Ich stimme mit Dir dahingehend überein, dass Morde eine andere Qualität haben, als Sachbeschädigung. Nochmal, mir liegt es fern, hier irgendetwas zu relativieren. Ich empfinde es als positiv, dass sich der Großteil der Menschen in Deutschland (ca. 75% sind für ein Verbot der NPD) gegen Rechtsextremismus auspricht, auch wenn ein Verbote das Denken von Menschen nicht verändert. Mir ist allerdings der Reflex unheimlich, wenn sich Menschen aus einer Aversion einer Ideologie gegenüber einer anderen zuwenden oder zumindest mit ihr symphatisieren. Das Gegenteil von Rechtsextremismus ist nicht Linksextremismus. Eine Ideologie bekämpft man nicht damit, dass man sie gegen eine andere ersetzt, sondern es einfach mal ohne probiert. Das Potenzial, nur davon sprach ich, zur Gewalt bei Extremisten kennt nunmal keine Farbe. Die Strukturfunktionalismen sind ja auch identisch.

Ich verstehe ja, dass man als Linker oder Linksliberaler mehr Verständnis für linke politische Positionen entwickelt, ist ja als Rechtsliberaler oder Konservativer nicht anders. Es scheinen im Moment nur alle artikulieren zu wollen, wogegen sie sind und vergessen mal für Werte einzutreten die ihnen wichtig sind. Ich habe festgestellt, dass die Unterschiede da garnicht so groß sind. :)

@nossi
Eine Diskussion über Rechtsextremismus ist immer auch eine Diskussion über Extremismus allgemein. Das kann man m.E. nicht trennen. Du hast noch immer nicht verstanden, dass ich keine Symphatien, auch nicht unterbewusst, für Rechts hege. Du wirfst mir vor, dass mein Verweis auf die Strukturen von Extremismus allgemein, einem rechten Relativismus entspricht. Sorry, aber das ist n echt schwaches Reflexargument.

Linksliberal steht übrigens nicht nur für links.
 
e-ding schrieb:
Linksliberal steht übrigens nicht nur für links.

Durchaus nicht.
Und ich habe dich ja auch nie direkt zitiert ;)
Du ziehst dir grad unnötigerweise den ein oder anderen Schuh selber an.
 
@nossi
Ups, dann muss ich Dich wohl falsch verstanden haben, Sorry! :freaky:
 
Ist der Extremismusbegriff eigentlich nicht ziemlich nichtssagend, da es schon immer die Position desjenigen, der sie äußert als per se die richtige/herrschende unterstellt und damit schon immer eine Voreingenommenheit reflektiert? Was taugen Begriffe, die im Kern eh nur dazu da sind zu stigmatisieren und zu kriminalisieren seitens der herrschenden Ordnung? Für eine sachliche Auseinandersetzung: nichts.
Wenn die bürgerliche Ordnung eine Debatte über Rechtsextremismus führt, dann beinhaltet das nicht auch eine Debatte über Extremismus allgemein, sondern beinhaltet in erster Linie eine Debatte über das Eigenverständnis der bürgerlichen Ordnung selbst.
 
Kannst du das vielleicht noch etwas anders beschreiben bzw. weiter ausführen?
Ich hab das Gefühl, dass du einen sehr interessanten Gedanken hast, aber kann es momentan nicht richtig fassen bzw. in seiner Konsequenz zuende denken, so dass ich dir momentan nicht zustimmen würde.

Extremismus ist imho nicht grundsätzlich eine Abgrenzung von der herrschenden Ordnung. Ich denke, dass sich streng-religiöse durchaus auch als extrem ansehen können, jedoch nicht mit der negativen Wertung, die damit üblicherweise einher geht, sondern mit einem gewissen Stolz. Ich denke da z.B. an Chomeini im Iran.
 
Man kann Extremismus, der durch den bürgerlichen Diskurs thematisiert wird, als eine Art von Abwehrreflex der bürgerlichen Ordnung gegen Kräfte, die ihr selbst innewohnen und aus ihr heraus mitproduziert/reproduziert werden, verstehen. Deswegen sagen die Zuschreibungen, die dem Extremismus angeklebt werden, mehr über diejenigen aus, die sie tätigen. Die bürgerliche Ordnung produziert in gewisser Weise ihre eigenen 'Extreme' durch die Art und Weise wie sie selber funktioniert und wie Menschen in ihr an die Ränder gedrückt werden. Man kann nicht erwarten, dass in einer Gesellschaft, die wesentlich hochkompetitiv ist, alle gewinnen und sich so verhalten, wie einige Idealisten, Moralisten und Apostel dieser Ordnung es sich wünschen. Realistisch sein bedeutet zu verstehen, wie und warum der sogenannte Rechtsextremismus unerwünschte Frucht der bürgerlichen Ordnung selbst ist. Dort, wo quer durch die Medien, durch die Stammtische usw ein abartiger Patriotismus durch alle Rohre geblasen wird, dort finden sich eben auch welche, die diesen Patriotismus eben 'extremer' ausdrücken wollen. Will man das 'Problem beheben, dann muss man den Keim suchen im tagtäglichen Nationalismus. Dieser wird aber als solcher nicht erkannt. Deswegen fällts dem politischen bürgerlichen Diskurs auch meistens so leicht mit dem Finger auf die Rechtsextremen zu zeigen. Deswegen aber versteht dieser Diskurs die rechte Szene auch gar nicht und sucht lieber nach Gründen die Szene zu verbieten. Was man nicht begreift, wischt man eben weg.
 
@Schrammel, ich habe dieses Thema jetzt durch gelesen. Erst mal zur Klarstellung, ich relativiere nichts noch werde ich diese Morde entschuldigen oder gut finden. Ich selbst habe eine tierische Abneigung gegen rechtes Gedankengut, da meine Freundin selbst aus Äthiopien stammt. Was ich hier teilweise erleben durfte, ist für mich unerklärlich.

Welche Morde mit Rechten oder Linken Hintergrund in den vergangen 21 Jahren passiert sind, mag ich nicht beurteilen oder klar definieren, da oftmals sogar die genauen Grenzen zwischen Links und Rechts sehr schwer zu erkennen sind. Die Typisierung der Morde nach Links oder Rechts und die Bedienung den Terror auszuschließen, macht diese Aufgabe eher unmöglich, geschweige denn praktikabel und Aussagekräftig. Wo fängt der Terrorismus an und wo endet er? War NSU jetzt eine terroristische Vereinigung oder waren sie es nicht?

Folge ich meiner Ansicht, so sind in der Welt dem rechten und linken Terror mehr Menschen zum Opfer gefallen, als es Sympathisanten von Links oder Rechts lieb ist. Ich schließt da sogar Terroristen jetzt mit ein, die in bestimmten Fällen sogar eindeutig Rechts einzuordnen sind.

Das Hauptproblem sind aber nicht die Morde, die sogar ohne politische Beweggründe abscheulich sind, sondern bestimmte Tendenzen in der Bevölkerung. Egal in welche Richtung die Tendenz dabei geht, sie zeigt immer die selbe Problematik. Andere Meinungen werden nicht anerkannt, dies passiert unter Verleugnung, Beleidigung und Vorwürfen jeglicher Art. Die Feindbilder sind leider austauschbar. Was bei den einen der Ausländer oder der Jude ist, ist dem anderen der Reiche oder Liberale.

Ich habe bereits heute genug Manifeste von Linken und von Rechten gelesen und bewerten dürfen und dass erschreckende ist dabei, dass die Wortlaute doch oftmals den selben Tenor haben und man nur bestimmte Wortgruppen austauschen muss. Wohl wollen beide Seiten, die einen für die "Armen" die anderen für die "Deutschen", die Feinde bei dem einem System sind die Liberalen, Banken, die Wirtschaft und die Lobbyisten und Reichen, bei den anderen sind es die Ausländer oder Menschen, die an etwas anderes glauben.

Gewaltbereit sind dabei beide Seiten und der Staat soll gefälligst wegschauen, wenn man der "feindlichen" Seite Gewalt antut. Und mit Gewalt meine ich nicht nur körperliche Gewalt. Was einige der Linken hier abgezogen haben, als ich mal klar und deutlich sagte, dass ich weder für sie noch gegen sie bin, war reinster Terror. Telefonanrufe, Morddrohungen, zerstochene Fahrradreifen, Beleidigungen und so weiter und so weiter. So was kann einen Menschen, in meinen Augen, sogar noch mehr schädigen, als es ein Mord könnte. Pragmatisch gedacht ist nämlich nach dem Mord das Übel vorbei, dass andere ist eine seelische Folter, die dich über Jahre begleiten kann.

Zudem haben sich sowohl Linke als auch Rechte-Terroristen und Systeme als sehr intolerant erwiesen, was andere Meinungen angeht. Siehe Lenin, Stalin, Mao oder eben Hitler. Ein weiteres Beispiel ist die Rätediktatur der SED in der DDR, jetzt die NSU oder die RAF, auf deren Konto auch einige "nette" Morde gingen.

Man kann diese Diskussion versuchen so zuführen, dass man eine Seite ausschließt, damit ist aber das allgemeine Problem nicht gebannt. Das eigentliche Problem ist nicht der Terror von Links oder Rechts, sondern der Terror an sich, der als Werkzeug von beiden Seiten in unterschiedlichster Ausführung genutzt wird.
 
Vielleicht nicht uninteressant:

"„Brauner Terror“, heißt es, liegt dann vor, wenn deutsche Rechtsextremisten aus dem Untergrund heraus über mehr als ein Jahrzehnt lang in ihrem fanatischen Ausländerhass türkische Dönerbuden oder Kioskbesitzer gezielt töten und wieder abtauchen, ohne in Bekennerschreiben extra darauf hinzuweisen, dass für sie jeder in Deutschland lebende Türke oder Grieche einer zu viel ist. Von Terror, zumal von „braunem Terror“ kann deshalb da nicht die Rede sein, wo im Zuge demokratisch legalisierter Ausländerpolitik um Europa eine „Mauer“ gezogen wird, die den Zuzug von unerwünschten Ausländern verhindern soll und an der jährlich Hunderte von Ausländern jämmerlich verrecken – zu Lande, aber vor allem im Wasser des Mittelmeers." (Quelle: http://www.fhuisken.de/terror.pdf)
 

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