Sublogics schrieb:
Mir riechts hier zu sehr nach Polemik. Und der Konservatismus-Vorwurf ist auch äußerst unangebracht.
Besser könnte ich es nicht beschreiben.
Alles im Rahmen ist ja völlig ok und so ist ja mein Name hier u.a. auch im Grunde eine Anglizisme. Aber bitte nicht zur völligen Selbstveralberung; Und:
da sind wir ja einer Meinung. Woran das wohl liegt?
Nun, also, wenn man meinen Post schon als Polemik bezeichnen mag, dann könnte man selbiges aber durchaus auch von dem Link, den du gepostet hast, behaupten..
Sicher, einige Argumente des Düsseldorfer Professors sind wahrlich nicht an den Haaren herbeigezogen, aber es ist eben der Lauf der Dinge.
Früher brüsteten sich allerorts Leute mit Zitaten, Sprichwörtern oder anderen lateinischen Ausdrücken, um Aussagen einen gewissen zusätzlichen Glanz zu verschaffen.
Heutzutage macht man es eben mit Englisch.
Ob das nun wirklich allein aus den zwei Gründen, die von ihm genannt werden, passiert, wage ich zu bezweifeln.
Ich würde, abgesehen von sicherlich noch weiteren existierenden Minderheitsgründen, zumindest noch einen weiteren, angelehnt an einen deutschen Werbespruch, anführen: Weil einfach, einfach einfach ist.
Und wie in dem Text schon folgerichtig erläutert wird, gibt es eben viele Englische Begriffe, die aus Medien weitläufig bekannt sind.
Wenn ich also minuziös diskutieren möchte, in einer vernünftigen Debatte wie beispielsweise gerade mit dir, dann drücke ich mich natürlich auch weitläufiger aus...schreibe ich aber z.B. ein Plakat, wo einfach weniger mehr ist, oder spreche ich mit einem Freund am Bahnhof, dann habe ich weder die Intention noch die Zeit mich ausführlich auszudrücken.
Insofern, weil eben weitläufig bekannt, werden viele deutsche Begriffe kurzerhand mit englischen zusammengefasst.
Um ein Ereignis kurz & knapp grob zusammen zu fassen und allgemein hinreichend verständlich, reicht es eben vollkommen aus, von einem Statement des Professors, oder dem Highlight des Tages zu sprechen...
Und mal ganz abgesehen davon: wenn eine ganze Kultur eben weniger nationalstolz, oder vielleicht auch richtiger, mehr über den eigenen Tellerrand agierend auch auf andere Kulturen blickt und diese teilweise adaptiert, wenn es also quasi allgemeiner Wille ist, die eigene Kultur zu erweitern, zu verschmelzen, dann sehe ich ehrlich gesagt keinen Nachteil darin..
Was der Professor meines Erachtens vollkommen unterschlägt, ist nämlich gerade, dass es ebenso keinen plausiblen Grund für übertriebenen (rein auf die Sprache bezogenen) Chauvinismus gibt...warum soll ich fortwährend auf ewig in Deutschland deutsch sprechen und alles patu immer "eindeutschen" respektive deutsche Synonyme erfinden?
Weil man es ein paar Generationen so gemacht hat? Oder umgangssprachlicher formuliert, weil man es immer so gemacht hat?
In meinen Augen ein schwaches Argument...
Kulturen vermixen sich nunmal, Kulturen erweitern sich und Kulturen sterben aus bzw. werden wie Latein mehr gelehrt als gelebt - das ist der Gang und Wandel des Lebens, warum man sich diesem ebenso vehement versperrt, wie einige Leute (zugegebenermaßen übertrieben) euphorisch Anglizismen benutzen, bleibt mir persönlich ein Rätsel...
EDIT: Im übrigen bin ich 22 Jahre alt und ich denke, ohne mich selbst loben zu wollen, dass an meinem Text erkennbar ist, dass ich mich durchaus noch in deutsch ausdrücken kann (obwohl ich, wie erwähnt, in gewissen Lebenslagen durchaus Anglizismen nutze).
Bei Personen, welche dies nicht mehr vermögen bzw. noch nie vermochten, wird das wohl auch weniger am "Anglizismen-Enthusiasmus" liegen, sondern vielmehr daran, dass die Medien heutzutage allgemein die Bevölkerung, besonders unter 50, systematisch verblöden...aber das ist wohl noch ein anderes Thema^^