nirvmob schrieb:
selbst die ganzen händler hier machen das nicht. immer nur bestellte komplettsysteme bauen die zusammen aber nicht einzelne komponenten!
was ist euer rat damit ich das selber gut über die bühne ziehen kann?
Das wundert mich aber, vor Ort habe ich zig-Händler, die sich da gerne was verdienen möchten.
O.k., falls du wirklich keine Erfahrung hast, auf die du zurückgreifen kannst (im Bekanntenkreis ?), wird das schon heikel.
- informiere dich mittels (Video-)Tutorials, bspw. gibt es die bei youtube oder auf den PCGH-CDs/-DVDs
- lies in Foren und dort in fertigen Threads zu dem Thema nach
- lies alle Handbücher (Mainboard) und Installationsanleitungen (CPU, Grafikkarten)
gründlich nach
Beim Umbau achte auf penible Arbeit:
- große Arbeitsfläche für alle einzelnen Komponenten,
- frei von elektrischen Ladungen,
- richtiges Werkzeug (magnetisierte Spitzen sind zuweilen sehr hilfreich),
- Schritt-für-Schritt vorgehen, d.h. viel Zeit mitbringen.
Im Prinzip ist es einfach (bitte erst Text unten komplett lesen, nicht gleich loslegen

):
- du ziehst alle Stecker ab
- steckst alle PCI/PCIe-Steckkarten ab
- sobald das Mainboard inkl. CPU und Kühler keine gesteckten Kabel mehr hat, löst du die Schrauben
- ziehst das losgelöste Mainboard vorsichtig aus dem Gehäuse
- demontierst nun vom frei liegendenden Mainboard den CPU-Kühler
- und öffnest die CPU-Klammer zum Herausnehmen der CPU
- Arbeitsspeicher kannst du gleich in das neue Mainboard umstecken (Handbuch beachten welche Slots)
Liegt der Gehäuse-Boden frei, solltest du die
Schraub-Löcher zum Befestigen des alten mit dem neuen Mainboard vergleichen. Sind sie nicht identisch, benötigst du evtl. zusätzliche Muttern mit einer Schraub-Aufnahme, diese werden gewöhnlich nicht mitgeliefert, am Samstag oder Sonntag stehst du also dumm da, wenn du keine vorher gekauft hast oder eben nicht schnell mal besorgen kannst. Bei Wechsel von Full-ATX auf dito oder kleineres ATX-Maß kein Problem, nur evtl. umschrauben in andere Gehäuse-Löcher.
In umgekehrter Reihenfolge steckst du die CPU in den Sockel (nach Anleitung Mainboard-Handbuch), montierst den Kühler (nach Anleitung Kühler-Montage) und positionierst das Mainboard wieder im Gehäuse. Vorsicht walten lassen beim Einführen der ATX-Ausgänge in die montierte ATX-Blende, oben befinden sich Masse-Metall-Federn, die sauber in die Blende gesteckt werden müssen. Am besten schräg von rechts oben nach links unten erst in die Slot-Blende, stets Kontakte zur Blende kontrollieren und dann langsam das Board bis zum Boden absenken.
Alle Vorgänge mit der bloßen Hand an Chips oder metallischen Komponenten stets ohne elektrische Ladung.
Jede Körperbewegung, die am Teppich oder an der getragenen Kleidung "reibt", verursacht evtl. elektrische Spannung,
die zu Schäden an den Komponenten führen kann.
Weiter zusammenfügen, was du zuvor abgesteckt hast: PCI/PCIe-Steckkarten, sämtliche Kabel, deshalb
vorher alles am besten beschriften, wohin es gehört. Verwende dazu die Beschreibungen des
alten Mainboards, um im Zweifelsfalle nachschauen zu können, um was es sich handelt. Selbst habe ich früher die Kabel mit beschriftetem Papier und Tesa-Band beklebt, um Verwechslungen zu vermeiden. Später "weiß" man es und kann darauf verzichten.
Heutzutage sind viele Kabel farblich sortiert, insbesondere die Anschlüsse des Gehäuses für die Signal-LEDs. Je nach Mainboard gibt es spezielle Stecker, um die fummelige Arbeit im engen Gehäuse zu vereinfachen. Deshalb
vorher die Anleitung lesen, wie herum und wo genau die 2-4-PIn-Stecker hin gehören. Ärgerlich festzustellen, daß später die Power-LED dauerhaft leuchtet oder die Reset-Taste nicht funktioniert, hinterher die Stecker umzustecken funktioniert meist nicht, alle müssen raus und neu gesteckt werden.
Eines der wichtigsten Utensilien: eine
helle, kleine Taschenlampe. Früher Maglite, heute (irgend)eine LED. Zur Kontrolle aller Anschlüsse und ob bspw. die Lüfter tatsächlich anlaufen beim ersten Start. Vorteilhaft sind Lampen, die man per Kunststoff-Klammer irgendwo am Gehäuse befestigen kann und so die Hände frei hat. Ein sinnvoller Geburtstags/-Weihnachtswunsch
Vor dem ersten Start das Gehäuse
nicht schließen, sondern offen in Sichtweite des Monitors aufstellen. Läuft alles, sind die Lüfter-Kontrollen abgeschlossen, das Bios richtig konfiguriert, das Betriebssystem neu installiert (Wechsel von P35 auf P45 sollte problemlos
ohne BS-Neuinstallation über abgesicherten Modus vonstatten gehen), kann das Gehäuse immer noch geschlossen werden.
Nach einem Mainboard-Wechsel
immer die Temperaturen der CPU kontrollieren. Heutige CPU haben zwar einen Hardware-Schutz, aber mit Schlampigkeit bei der Kühler-Montage verschafft man sich nur unnötig viel Nacharbeit bei der Fehlersuche. Erster Start des "neuen" Rechner sollte immer zunächst ins Bios führen und dort auf die CPU-Temperatur. Diese beobachten, bis sichergestellt ist, daß der Lüfter ordnungsgemäß läuft und die Idle-Temperatur der CPU
unten bleibt.
Jedes Detail kann ich hier natürlich nicht beschreiben, mache dir einen Plan, vor allem einen Zeitplan. Profis schaffen einen Board-Wechsel in 10-15 Minuten bis das neue Board wieder Strom hat, für das erste Mal rechne mindestens eine Stunde mit ein, eher zwei. Du willst ja nicht einfach montieren, sondern die Sachen mal in die Hand nehmen, betrachten und mal gründlich unter die Lupe nehmen
Viel Spaß und (nicht unwichtig) Glück !
P.S. Übrigens halte ich inhaltlich von einem Wechsel P35 > P45 gar nichts, wüßte keinen Vorteil bei deinen Komponenten (E8500, Single-Grafikkarte). OC wäre die Frage, aber im Grunde reicht selbst dafür ein (gutes) P35. Für PCIe 2.0 und DDR3 ist m.E. noch kein echter Bedarf. Und wer weiß, was in einem Jahr an Hardware - auch preislich - verfügbar ist.