Neues Mainboard einbauen

nirvmob

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hi zusammen,

ich habe von asus ein p35 mainboard mit einem e8500 und würde jetzt gerne auf ein asus p45 board wechseln weil die preise recht gut dafür liegen und ich mir anfang des jahres auch eine neue graka mit dx11 holen möchte, wenn schon vorhanden, aber so langsam sollte da von ati ja mal was kommen ;-)

der grund ist pci-e 2.0 und ddr 3 speicher!

mein problem ist allerdings, dass ich keine ahnung vom mainboardeinbau habe! alles andere ist kein problem aber das geht gar nicht bzw. ich habe es noch nie selber gemacht! selbst die ganzen händler hier machen das nicht. immer nur bestellte komplettsysteme bauen die zusammen aber nicht einzelne komponenten!

was ist euer rat damit ich das selber gut über die bühne ziehen kann?
 
nirvmob schrieb:
selbst die ganzen händler hier machen das nicht. immer nur bestellte komplettsysteme bauen die zusammen aber nicht einzelne komponenten!

was ist euer rat damit ich das selber gut über die bühne ziehen kann?

Das wundert mich aber, vor Ort habe ich zig-Händler, die sich da gerne was verdienen möchten.

O.k., falls du wirklich keine Erfahrung hast, auf die du zurückgreifen kannst (im Bekanntenkreis ?), wird das schon heikel.

- informiere dich mittels (Video-)Tutorials, bspw. gibt es die bei youtube oder auf den PCGH-CDs/-DVDs
- lies in Foren und dort in fertigen Threads zu dem Thema nach
- lies alle Handbücher (Mainboard) und Installationsanleitungen (CPU, Grafikkarten) gründlich nach

Beim Umbau achte auf penible Arbeit:
  • große Arbeitsfläche für alle einzelnen Komponenten,
  • frei von elektrischen Ladungen,
  • richtiges Werkzeug (magnetisierte Spitzen sind zuweilen sehr hilfreich),
  • Schritt-für-Schritt vorgehen, d.h. viel Zeit mitbringen.

Im Prinzip ist es einfach (bitte erst Text unten komplett lesen, nicht gleich loslegen ;)):
  • du ziehst alle Stecker ab
  • steckst alle PCI/PCIe-Steckkarten ab
  • sobald das Mainboard inkl. CPU und Kühler keine gesteckten Kabel mehr hat, löst du die Schrauben
  • ziehst das losgelöste Mainboard vorsichtig aus dem Gehäuse
  • demontierst nun vom frei liegendenden Mainboard den CPU-Kühler
  • und öffnest die CPU-Klammer zum Herausnehmen der CPU
  • Arbeitsspeicher kannst du gleich in das neue Mainboard umstecken (Handbuch beachten welche Slots)

Liegt der Gehäuse-Boden frei, solltest du die Schraub-Löcher zum Befestigen des alten mit dem neuen Mainboard vergleichen. Sind sie nicht identisch, benötigst du evtl. zusätzliche Muttern mit einer Schraub-Aufnahme, diese werden gewöhnlich nicht mitgeliefert, am Samstag oder Sonntag stehst du also dumm da, wenn du keine vorher gekauft hast oder eben nicht schnell mal besorgen kannst. Bei Wechsel von Full-ATX auf dito oder kleineres ATX-Maß kein Problem, nur evtl. umschrauben in andere Gehäuse-Löcher.

In umgekehrter Reihenfolge steckst du die CPU in den Sockel (nach Anleitung Mainboard-Handbuch), montierst den Kühler (nach Anleitung Kühler-Montage) und positionierst das Mainboard wieder im Gehäuse. Vorsicht walten lassen beim Einführen der ATX-Ausgänge in die montierte ATX-Blende, oben befinden sich Masse-Metall-Federn, die sauber in die Blende gesteckt werden müssen. Am besten schräg von rechts oben nach links unten erst in die Slot-Blende, stets Kontakte zur Blende kontrollieren und dann langsam das Board bis zum Boden absenken.

Alle Vorgänge mit der bloßen Hand an Chips oder metallischen Komponenten stets ohne elektrische Ladung.
Jede Körperbewegung, die am Teppich oder an der getragenen Kleidung "reibt", verursacht evtl. elektrische Spannung,
die zu Schäden an den Komponenten führen kann.​

Weiter zusammenfügen, was du zuvor abgesteckt hast: PCI/PCIe-Steckkarten, sämtliche Kabel, deshalb vorher alles am besten beschriften, wohin es gehört. Verwende dazu die Beschreibungen des alten Mainboards, um im Zweifelsfalle nachschauen zu können, um was es sich handelt. Selbst habe ich früher die Kabel mit beschriftetem Papier und Tesa-Band beklebt, um Verwechslungen zu vermeiden. Später "weiß" man es und kann darauf verzichten.

Heutzutage sind viele Kabel farblich sortiert, insbesondere die Anschlüsse des Gehäuses für die Signal-LEDs. Je nach Mainboard gibt es spezielle Stecker, um die fummelige Arbeit im engen Gehäuse zu vereinfachen. Deshalb vorher die Anleitung lesen, wie herum und wo genau die 2-4-PIn-Stecker hin gehören. Ärgerlich festzustellen, daß später die Power-LED dauerhaft leuchtet oder die Reset-Taste nicht funktioniert, hinterher die Stecker umzustecken funktioniert meist nicht, alle müssen raus und neu gesteckt werden.

Eines der wichtigsten Utensilien: eine helle, kleine Taschenlampe. Früher Maglite, heute (irgend)eine LED. Zur Kontrolle aller Anschlüsse und ob bspw. die Lüfter tatsächlich anlaufen beim ersten Start. Vorteilhaft sind Lampen, die man per Kunststoff-Klammer irgendwo am Gehäuse befestigen kann und so die Hände frei hat. Ein sinnvoller Geburtstags/-Weihnachtswunsch :cool_alt:

Vor dem ersten Start das Gehäuse nicht schließen, sondern offen in Sichtweite des Monitors aufstellen. Läuft alles, sind die Lüfter-Kontrollen abgeschlossen, das Bios richtig konfiguriert, das Betriebssystem neu installiert (Wechsel von P35 auf P45 sollte problemlos ohne BS-Neuinstallation über abgesicherten Modus vonstatten gehen), kann das Gehäuse immer noch geschlossen werden.

Nach einem Mainboard-Wechsel immer die Temperaturen der CPU kontrollieren. Heutige CPU haben zwar einen Hardware-Schutz, aber mit Schlampigkeit bei der Kühler-Montage verschafft man sich nur unnötig viel Nacharbeit bei der Fehlersuche. Erster Start des "neuen" Rechner sollte immer zunächst ins Bios führen und dort auf die CPU-Temperatur. Diese beobachten, bis sichergestellt ist, daß der Lüfter ordnungsgemäß läuft und die Idle-Temperatur der CPU unten bleibt.

Jedes Detail kann ich hier natürlich nicht beschreiben, mache dir einen Plan, vor allem einen Zeitplan. Profis schaffen einen Board-Wechsel in 10-15 Minuten bis das neue Board wieder Strom hat, für das erste Mal rechne mindestens eine Stunde mit ein, eher zwei. Du willst ja nicht einfach montieren, sondern die Sachen mal in die Hand nehmen, betrachten und mal gründlich unter die Lupe nehmen :o

Viel Spaß und (nicht unwichtig) Glück !

P.S. Übrigens halte ich inhaltlich von einem Wechsel P35 > P45 gar nichts, wüßte keinen Vorteil bei deinen Komponenten (E8500, Single-Grafikkarte). OC wäre die Frage, aber im Grunde reicht selbst dafür ein (gutes) P35. Für PCIe 2.0 und DDR3 ist m.E. noch kein echter Bedarf. Und wer weiß, was in einem Jahr an Hardware - auch preislich - verfügbar ist.
 
doesntmatter schrieb:
P.S. Übrigens halte ich inhaltlich von einem Wechsel P35 > P45 gar nichts, wüßte keinen Vorteil bei deinen Komponenten (E8500, Single-Grafikkarte). OC wäre die Frage, aber im Grunde reicht selbst dafür ein (gutes) P35. Für PCIe 2.0 und DDR3 ist m.E. noch kein echter Bedarf. Und wer weiß, was in einem Jahr an Hardware - auch preislich - verfügbar ist.

Hehe, tolle Anleitung, aber DAS hättest du zuerst schreiben sollen ;) :D

Halte von dem Wechsel auch nichts, der P35 ist ein guter Chipsatz und du wirst mit dem P45 keine messbaren Vorteile durch DDR3 haben, PCIe 2.0 bringt auch kein Performanceplus.
Also warte lieber, und steig erst mit Nehalem bzw. AMD 45nm CPUs ganz um.
 
Ball_Lightning schrieb:
Halte von dem Wechsel auch nichts, der P35 ist ein guter Chipsatz und du wirst mit dem P45 keine messbaren Vorteile durch DDR3 haben, PCIe 2.0 bringt auch kein Performanceplus.


So pauschal kann man das nicht sagen, denn:

Intel hat es mit dem P45 geschafft, abermals an der Leistungsschraube zu drehen, ohne dabei die Leistungsaufnahme zu erhöhen. Das Gegenteil ist der Fall: Der Verbrauch des Eaglelake-Chipsatz liegt bei niedriger Systemauslastung und im BIOS gute sechs bis sieben Prozent unter dem des P35. Erst bei Volllast gleichen sich die Werte an, wobei speziell bei Spielen und grafikbasierten Anwendungen teils deutliche Geschwindigkeitsvorteile des P45 auszumachen sind. Der Grund dafür ist in der mit 16 GB/s angebundenen PCI-Express-2.0-Schnittstelle zu finden. Sie lässt Spielen mehr Freiraum zum Skalieren als die mit 8 GB/s angebundene PCI-Express-Schnittstelle der ersten Generation, die beim P35 zum Einsatz kommt. Dies äußert sich in Leistungssteigerungen von etwa 23 Prozent bei Oblivion und circa 20 Prozent bei World in Conflict. Andere Spiele wie FEAR oder Company of Heroes zeigen sich hingegen vergleichsweise unbeeindruckt, bleiben aber zumindest mit dem P35 gleich auf.
(zit. aus https://www.computerbase.de/artikel/mainboards/intel-p45-eaglelake-test.821/)

Kommt also schon ziemlich auf die Anwendung an; ob das alles die Kosten für den Umstieg lohnt, muss natürlich jeder selbst entscheiden... ;)

LG N.
 
Naja, wenn man sich alle Charts ansieht, dann sieht das schon wieder anders aus. Ich finde trotzdem, dass so kurz vor Nehalem-Einführung der Umstieg alles andere als Sinnvoll ist.
 
@ doesntmatter erstmal vielen lieben dank für die bexchreibung :-)

der pc ist erst nen halbes jahr alt! musste ich mir kaufen weil mein anderer bei nem kleinen autounfall geplattet wurde!

wie schon geschrieben bringt pcie 2 mehr leistung (merkbare) als pcie1.1! und ich denke mal gerade bei kommenden games wird man das auch merken oder was meint ihr?

und was glaubt ihr wann die ersten dx11 karten von nvidia und amd/ati kommen?

und lohnt sich das warten oder jetzt ne aktuelle karte kaufen? habe jetzt eine gtx 8800 oc von xfx!
 
Zuletzt bearbeitet:
nirvmob schrieb:
habe jetzt eine gtx 8800 oc von xfx!

M.E. lohnt das Warten, und mehr als das: für einzelne Titel, die vom PCIe 2.0 unter bestimmten Situationen profitieren, die Grafikkarte aufzurüsten halte ich für übertrieben. Deswegen bleibe ich bei meiner Aussage. Mein Anspruch an eine Investition ist die, daß alle Spiele profitieren und der Leistungszuwachs nicht nur bei 10-30% liegt. Würde man die wenigen Titel, die vom PCIe 2.0 einen Nutzen ziehen, in eine Gesamt-Statistik aller verfügbaren/eigenen Spiele einbeziehen, käme welcher Prozent-Zuwachs heraus ? Eben.

Beispiel: Oblivion. Hatte ich erstmals mit einer 6800GT/128 MB gespielt, dann mit einer HD3850/512MB, zuletzt mit der GTX 260/896MB. Durch die Hardware-Möglichkeiten an Qualitätseinstellungen (und entsprechende Mods) entdecke ich das Spiel immer wieder neu, Erlebnis-Recycling ähnlich wie bei Musik-CDs/DVDs, wenn man sich eine neue HiFi-/Surround-Anlage anschafft. Dürfte ich im Falle von Oblivion etwas Neues sehen, wenn ich auf PCIe 2.0 wechsle ? Eher nicht.

Aufrüsten dann, wenn die Leistung nicht mehr reicht unter dem Kriterium der Spielbarkeit. Nur mehr fps auf den Bildschirm zu zaubern, ist reiner Luxus. Der zudem Geld kostet wg. der zusätzlichen Stromaufnahme der neuen Grafikkarten. Müßte man im Einzelfall entscheiden.

Für den, der Spiele als Hobby betreibt, reicht das schon als Kaufgrund. Diesem "Trend" stelle ich mich klar dagegen. Aus wirtschaftlicher Sicht würde ich wenn, dann nur Produkte mit großem Preis-Leistungs-Faktor kaufen. Bei vorhandener 8800 GTX, die sicher mal teuer war, könnte es Sinn machen, diese zu verkaufen und zum (dann geringen) Differenz-Betrag in die neue Leistungsklasse einzusteigen. Unter dieser Voraussetzung (und der Wahl eines stromsparenden Modells) ja.

Im Link von Nobbi56 zum P45-Chipsatz stand ja auch die Leistungsaufnahme des Boards, dieser Aspekt kommt hinzu. Die ökologischen Argumente lasse ich mal beiseite, es reicht, sich die realen Kosten im eigenen Geldbeutel durchzurechnen. ;)

Zurück zum Thread-Thema: will dir nicht den Spaß am Umbau nehmen, es ist eine reizvolle Aufgabe, das einmal zu machen. [Betrachte es als self-made Hardware-Schulung.] Nach mehrmaligen Umbauten, freiwillig oder gezwungermaßen, bleibt das eine aufregende Sache. Meinem Empfinden nach ist es die halbe Miete an dem Spaß, den man am späteren Spiel-Spaß hat, falls sich eine Leistungssteigerung tatsächlich einstellt. Falls nicht, ärgert man sich gründlich. Auch das gehört dazu und verleitet zu solch kritischen Kommentaren wie meinen hier. :rolleyes:

@Ball_Lightning
Natürlich hätte ich gleich abraten können, das war aber nicht Fragestellung. Wie ich sehe, haben ja manche bis zum Schluß durchgehalten. :D
 
doesntmatter, du denkst wirklich knallhart und sparsam ;-)

aber der kick was neues zu haben spielt bei mir teils auch eine rolle!
es scheut halt so aus, ich spiele gerne alles auf 1680x1050 und reiss alle einstellungen voll auf.

klar kommt jetzt eine neue plattform von intel und auch die neuen prozessoren. aber mein prozessor ist nicht alt und von mir auch erst neu gekauft worden. bei aktuellen spielen ist zur zeit ein dualcore schneller als ein quadcore!
deshalb werde ich meinen jetzigen prozessor nicht verkaufen und die neuen nehmen!
ich werde diesen jetzt auch noch bestimmt 1,5 jahre behalten! also MUSS ich ja ein noch aktuelles mainboard für sockel 775 nehmen und da will ich halt das aktuelle haben bevor dieser sockel abgeschrieben wird. deshalb bau ich auch so auf pcie2! ich glaube schon das kommende spiele davon profitieren. wenn ich erst kaufen würde wenn es so weit ist, gibt es die mainboards mit p45 oder x48 evtl. nicht mehr. das ist halt meine sorge!
ich denk halt weit weit in die zukunft schonmal ;-)
 
:) Weit in der Zukunft sehe ich kinoreife Render-Spiele, für die auch die nächste Hardware-Generation nur begrenzt ausreicht. Nah in der Zukunft sehe ich volle Regale mit P43/45-Mainboards, die gegen Ende 2009 30-50% unter dem heutigen Preis liegen (mit dann ausgereiften Bios-Versionen). Siehe Entwicklung der P35-Boards.

Wenn du es dir (auch wegen PCIe 2.0) gönnen willst, mach es. Und berichte von deinen Eindrücken.
 
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