Macerkopf schrieb:
Du hast nicht verstanden wie freie Marktwirtschaft funktioniert, [...]
Da ich selber im Vorstand bin, würde ich behaupten, ich habe es verstanden

Kleiner Hinweis: Wir haben keine freie Marktwirtschaft in Deutschland, sondern eine soziale Marktwirtschaft
Macerkopf schrieb:
Zu deinem Akkuschrauber Beispiel, der Akku ist eine wesentliche Komponente bei so einem Gerät, auch um sich vom Wettbewerb abzuheben, sobald es vereinheitlicht wird, gibt es für die Hersteller keinen Anreiz mehr dort Geld zu investieren.
Nein, ist er nicht. Wie kommst du darauf? Der Akku ist, wie schon gesagt wurde, einfach 18650- oder 21700-Zellen verpackt mit einer Ladeelektronik (die fertig entwickelt ist; gibt keine Änderungen mehr) in einem Plastikgehäuse. Die Anzahl der Zellen bestimmt über die Ah und das war's. Das ist bei weitem keine Ingenieurskunst, vor allem weil man Zellen und Ladeelektronik fertig einkaufen kann.
Macerkopf schrieb:
Wenn Bosch morgen einen Wunderakku rausbringt, der nur bei Bosch Geräten funktioniert und ein Jahr später sagt die EU, es gibt einen einheitlichen Akkustandard der bei allen Herstellern funktionieren MUSS, dann sagt der liebe Herr Bosch, dann schließe ich meine Akkusparte, weil lohnt sich nichtmehr.
1. Wird nicht passieren, da Bosch schon lange kein Innovationstreiber mehr ist, vor allem im Bereich Akku. Und 2. dann sollen sie das machen. Gibt genug andere Hersteller, die gleichwertig, wenn nicht sogar höherwertig sind. Selbst die blauen Professionell Bosch sind ja schon lange nicht mehr Made in Germany. Evtl. entscheidet sich sogar ein kleiner Hersteller zu expandieren und nimmt eine bessere Position ein.
Macerkopf schrieb:
Ich versteh was du sagen willst, man würde auch gerne andere Geräte nutzen, aber aufgrund der teuren Akkus, lohnt es sich nicht. 1000 Jobs vernichtet.
Nein, nicht wirklich. Ich möchte einfach einen einheitlichen Standard, damit ich nach Produkt kaufe und nicht nach einem Akku-System, wie es aktuell der Fall ist. Es gibt überhaupt keinen Grund außer der Form, warum die 18650- oder 21700-Zellen nicht in einem Bosch, Festool, Hilti, Parkside oder was auch immer gehen sollten.
Ehrlich gesagt wären mir 1000 Jobs recht egal. Wenn dadurch der Verbraucher mehr Auswahl hat und einen günstigeren Preis, nehme ich 1000 Jobs gerne in Kauf. Wie gesagt, die Akkus sind schlicht fertige Zellen, die verlötet werden, etwas Ladeelektronik reingepackt wird, die fertig entwickelt ist (da passiert also nichts mehr) und ein Gehäuse darum entwickelt.
Macerkopf schrieb:
Es ist ein extrem schmaler Grad zwischen staatlicher Übergriffigkeit und Verbraucherschutz.
Nicht wirklich, vor allem wenn etwas Grundlegen schief geht wie aktuell vieles und die Unternehmen auf dem Verbraucher herumtanzen.
Macerkopf schrieb:
Noch ein Beispiel, ich habe mich bewusst für die Nutzung von Apple Produkten entschieden, mit allen Vor- und Nachteilen. Die EU sagt aber jetzt, dass Geschäftsmodell von Apple passt uns nicht, es soll nur noch denselben Einheitsbrei geben, wohlwissend das ich als Verbraucher bewusst die Entscheidung getroffen habe, mit allen Vor- und Nachteilen aus dem Apple Ökosystem zu leben. Glaubst du Apple wusste vor 20 Jahren das Ihr Ökosystem so erfolgreich wird? Es hätte auch ganz anders laufen können, Apple wäre in Ihrer Nische geblieben und in der Bedeutungslostigkeit versunken und dann? Glaubst du die EU hätte dann genauso einen Aufriss gemacht?
Ich nutze auch Apple und bin genau anders eingestellt. MacOS wird von Version zu Version immer eingeschränkter und restriktiver - warum? Warum kann ich z. B. keine Apps mehr ausführen, die von einem freien Entwickler kommen, der nicht bereit ist, Apple 99 € im Jahr zu zahlen, nur damit die App signiert wird? Selbst ein Rechtsklick und "Öffnen" geht ja nicht mehr. Ich muss also erst ins Terminal ein "xattr -c /Pfad/Zur/App" eingeben, damit ich sie starten kann. Das hat nichts mit Geschäftsmodell zu tun, sondern Gängelung und Ausnutzen einer Position, und genau das und solche Sachen dürfen einfach nicht passieren, und der Staat bzw. die EU muss da eingreifen.
Man sieht es ja auch an Sony, die keine physikalischen Medien mehr bereitstellen wollen. Das dient schlicht und ergreifend der Gängelung des Kunden, damit man den Gebrauchtmarkt zerstören kann. Alternativ was vor einigen Jahren bei Unity passiert ist mit der Preiserhöhung. So etwas darf einfach nicht passieren und da muss der Staat/EU einfach eingreifen.
Macerkopf schrieb:
Das Leben ist kein Wunschkonzert, alles hat Vor- und Nachteile, aber wer glaubt Planwirtschaft macht die Welt zu einem besseren Ort, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.
Niemand sprach oder spricht hier von Planwirtschaft... Wie es aktuell aber aussieht und was abgeht, kann nicht sein. Wir leben in Deutschland in einer sozialen Marktwirtschaft und da gehören Korrekturen auch dazu, wenn man sieht, dass etwas falsch läuft und das tut es meiner Meinung nach.
Macerkopf schrieb:
Sobald Unternehmen kein Geld mehr verdienen, wird es auch keinen Fortschritt mehr geben.
Sorry, aber das ist Quatsch. Fortschritt entsteht nicht ausschließlich in gewinnorientierten Unternehmen. Auch Universitäten, (staatlich finanzierte) Forschungseinrichtungen, gemeinnützige Organisationen und Open Source Projekte tragen erheblich zum Fortschritt bei. Ich würde sogar sagen, dass alle genannten aber vor allem Open Source in den letzten Jahrzehnten extrem viel Fortschritt ermöglicht hat. 70-80 % des Internets laufen auf Apache oder Nginx. Man schaue auch nur mal, was Let's Encrypt für alle gemacht hat. Ohne die wären wir nach wie vor bei 200 € teuren Zertifikaten.
Macerkopf schrieb:
Ja, nicht alles was die EU macht ist schlecht, aber man sollte auch seine Grenzen kennen, ich will nicht wissen wieviel tausende Milliarden NICHT in der EU investiert wurden, aufgrund so eines Verhaltens.
Ehrlich? Finde ich richtig und ist kein großer Verlust. Solche Firmen will ich nicht, die Gesetze oder Verbraucherrechte mit den Füßen treten.
Macerkopf schrieb:
Würdest du dasselbe sagen, wenn dein Unternehmen morgen schließen müsste und du auf der Straße landest? Wäre nicht so cool, oder?
Ein Glück haben wir ein soziales Netz in Deutschland und das passiert nicht. Selbst wenn nicht, ich habe keine Schulden und genug Eigenkapital, um Jahre keine Probleme zu haben.
Macerkopf schrieb:
Und wenn ich mir die aktuelle wirtschaftliche Lage von Deutschland anschaue, dann wäre ich vorsichtig mit dem was ich mir wünsche. Aber der deutsche Michel, kapiert es erst wenn es zu spät ist. Wir leben nur noch von unserer Substanz, Substanz die unsere Eltern und Großeltern über Jahrzehnte mit viel Fleiß aufgebaut haben. Heute hör ich nur noch ich will, ich will, ich will, ich will...
Richtig, viele Unternehmen leben nur noch von ihrem Ruf. Vor allem bei der Autoindustrie ist das der Fall. Ändert nichts an der Tatsache, dass ich nicht Konzerne haben will die vorgeben wie der Verbraucher mit den Produkten umgehen muss oder alles Schlucken muss was die Konzerne sagen oder machen wollen Stichpunkt Abos für Funktionen die bereits verbaut sind.