Skywalker27 schrieb:
Wurde mal von einer Firma installiert die nicht mehr existiert. Gibt kein IT-Systemhaus (mehr). Mein Eindruck ist das damals einfach nur so ein Ding verkauft wurde weil es geil klingt, aber sich danach keiner mehr darum gekümmert hat.
Ich drücke es mal so aus: Wenn man ein Systemhaus nur mit der Beschaffung und der (Erst)Einrichtung des Geräts engagiert, besteht auch keinerlei Verpflichtung, da irgendetwas zu pflegen. Nur dann, wenn ein Wartungsvertrag besteht, gibt es eine regelmäßige Betreuung - wie auch immer die dann aussehen mag. Bei dir klingt es eher nach ersterem, dem reinen Beschaffungsauftrag.
Prinzipiell ist es im geschäftlichen Bereich stets anzuraten, eine professionelle Firewall einzusetzen. Fritzboxxen und Co sind reine Consumer-Hardware, das heißt sie sind für 08/15 Netzwerke zu Hause gedacht. Abgesehen von einem Gastnetzwerk, das man nicht konfigurieren kann, sind keine weiteren Netzwerke mit oder ohne VLANs möglich. Das ist nur ein Beispiel, fehlende DHCP-Optionen wären ein weiteres und es gibt noch mehr.
Kann sein, dass du bei allem sagt "Brauchen wir nicht", aber das kann natürlich auch daran liegen, dass euer Netzwerk grundsätzlich eher mäßig eingerichtet ist.
Aber: Natürlich muss eine fortgeschrittene Firewall auch fachgerecht konfiguriert werden. Es ist also wenig sinnvoll, wenn man keine eigene IT oder ein Systemhaus an der Hand hat. Allerdings ist es prinzipiell ein Spiel mit dem Feuer, wenn die IT nur von Laien - ob ambitioniert oder nicht - gehandhabt wird. Ein Systemhaus oder ein Freelancer, der zB 1x die Woche vorbeischaut oder generell nur bei Bedarf und stundenweise bezahlt wird, ist daher anzuraten - auch für kleine Unternehmen.
Skywalker27 schrieb:
ich bin eher Kumpel vom Chef und versuche das ganze in die richtige Richtung zu lenken.
Bedenke bitte, dass du dich damit angreifbar machst, wenn du die Verantwortung für die IT übernimmst, ohne ausreichend dafür qualifiziert zu sein*. Freundschaftsdienste sind schön und gut, aber wenn der Ernstfall eintritt und die Firma aufgrund unsachgemäßer IT (zB keine adäquate Backupstrategie) Ransomware zum Opfer fällt, wird der Chef die längste Zeit dein Kumpel gewesen sein, wenn er im worst case seinen Laden dicht machen muss.
Wie dem auch sei, wenn euch eine Fritzbox ausreicht, dann ist das eben so. Dennoch solltet ihr zumindest einen Profi auf Abruf an der Hand haben, sei es ein Systemhaus oder ein Freelancer. Sonst kann der Schuss sehr schnell nach hinten losgehen und ohne funktionierende IT-Infrastruktur ist heutzutage selbst eine Reinigungsfirma aufgeschmissen.
* Nur mal so: Ich zieh mir den Schuh eines IT-Admins auch nicht an, weil ich zwar viel Ahnung von Netzwerken, Routing, Firewall, etc habe, aber keinen Plan von Windows Server, Exchange oder sonstiger firmenrelevanter Software.