Das kann ich bestätigen; allerdings ist bei mir auch die EM so ziemlich das einzige, was ich im Fernsehen schaue.
Ich habe dafür zwei Erklärungsansätze. In der Originalmeldung von Mitte November steht:
Statt nur den Maximalpegel der eingereichten Spots zu limitieren, werde man zukünftig einen maximalen gewichteten Mittelwert vorgeben.
Es könnte also sein, dass ARD entweder die Richtlinie doch noch nicht umgesetzt hat oder (was ich eher annehme), dass die Richtlinie so lasch umgesetzt wurde, dass der Effekt zwar minimal reduziert wurde, aber immer noch vorhanden ist.
Wenn es einen "maximalen gewichteten Mittelwert" gibt und die Werbung nutzt den aus, aber so etwas wie eine Fußballübertragung nicht (was anzunehmen ist), dann erscheint die Werbung immer noch deutlich lauter als das Programm.
Die Umsetzung der ARD oder die EBU-Empfehlung selbst ist also lediglich eine Schein-Lösung. Die ARD müsste den Ton so verändern, dass auch der gewichtete Mittelwert des Programms das Maximum erreicht; man müsste also die Tricks der Werbeindustrie auf das eigene Programm anwenden oder die Werbungen "herunterrechnen" auf den Wert des Programms, um Lautstärkeunterschiede zu vermeiden.
Aber es war vermutlich jeder ein wenig skeptisch, dass die ARD wirklich die Lautstärke begrenzt, nachdem man seit Ewigkeiten dafür kämpft immer noch mehr Werbung bringen zu können. Wer will der Werbeindustrie da ans Bein pinkeln? Das könnte man sich nur erlauben, wenn man ohnehin sein Geld von woanders bekommt, z.B. über Gebühren oder eine Haushaltsabgabe....Hey, Moment mal.....