News Nuvacore: Prozessor-Design erlaubt x86, Arm und RISC‑V auf einer Basis

Die Grundidee ist ja nicht schlecht. Es kommt wohl wie immer auf die Ausführung drauf an. Und da sind die beteiligten Personen ja schon vielversprechend, die scheinen ihr Handwerk zu verstehen.

Doch dazu zwei Fragen:
  • Woher bekommen die eine x86 Lizenz?
    • Intel und AMD wird die wohl nicht liefern
  • Wieso könnte das nicht auch AMD und Intel machen?
    • Ich vermute, damit würden sich AMD und Intel ins eigene Fleisch schneiden. x86 ist für sie eine nützliche Marktabschottung
 
Verstehe ich das richtig: das ist im Grunde nur ein I/O Framework um verschiedene Plattformen zu unterstützen?
Das hab ich schon vor 15 Jahren gemacht.
Was ist da dran so revolutionär? Ich dachte, der CPU Kern unterstützt dynamisch alle drei ISAs...
 
Ich weiß auch nicht, was es bringen soll. Da braucht es dan auch kernel, sheduler und loader support vom OS her, ansonsten lehnt der loader eines x86/64 systems das ARM Binary einfach ab...
 
polyphase schrieb:
Ja genau gab's schon von Transmeta 👍
Und es war ein Produkt was man sogar kaufen konnte.


Schaust du hier:

An Transmeta musste ich auch denken. Hab noch ein Elitegroup Notebook was eigentlich richtig mies ist aber wegen der Transmeta CPU will ich es nicht wegwerfen
 
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sikarr schrieb:
Nein, die ISA wird quasi per Firmware geregelt, an der Schaltung der CPU selber ändert sich nix.
stefan92x schrieb:
Ein CPU-Frontend in Software schreiben ist aber absehbar enorm ineffizient, das kann ich mir nicht vorstellen.
Wenn man das Frontend konfigurierbar bauen wollte, dann wohl am ehesten über mehrere Stages an CLBs[1] über LUTs[2] das Decoding abbilden.

[1] Configurable Logic Block https://en.wikipedia.org/wiki/Logic_block
[2] LuckUp Table https://en.wikipedia.org/wiki/Lookup_table#Hardware_LUTs

basix schrieb:
Woher bekommen die eine x86 Lizenz?
Die grundlegenden x86 Patente sind alle ausgelaufen, die Patente für X86_64 sind seit 2021 ausgelaufen. Die SSE-Erweiterungen sollten auch alle ihren Schutz verloren haben. Allenfalls AVX/AVX2 und neuer sind noch patentrechtlich geschützt.
 
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stefan92x schrieb:
Das Frontend als FPGA, um die ISA wechseln zu können, in Kombination mit einem fixen CPU-Backend könnte ich mir schon eher vorstellen.

Eine Lösung mit stumpf drei parallelen Frontends komplett in Hardware wäre sicher am effizientesten im Einsatz, aber verschwendet natürlich auch Chipfläche.

Vielleicht verstehe ich das flsahc, aber davon, dass ein einmal gefertiger Prozessor das alles parallel können, also quasi umschaltbar sein soll, steht doch da gar nichts?

Denn auf dieses Basisdesign soll am Ende erst aufgelegt werden, ob es eine x86-CPU werden soll, oder doch ein Prozessor mit Arm-Kernen oder vielleicht der RISC-V-ISA.

Insofern würde es ja keine Chipfläche verschwenden, wenn ein konkreter Prozessor auf dieser universellen Basis nur den für die eigentliche Zielarchitektur geeigneten Decoder bekäme.

xpad.c
 
stefan92x schrieb:
gähn ;)

Multi-ISA kann IBM doch schon: https://www.computerbase.de/news/pr...mit-5-7-plus-ghz-und-unmengen-an-cache.99003/

So richtig einen Mehrwert sehe ich da ehrlich gesagt auf der grünen Wiese auch nicht. IBM hat wenigstens das ganze Thema "Kompatibilität mit alter Software" als Begründung, aber ein Startup ja nun wirklich nicht...
Ich glaube NUVACORE will auf etwas ganz anderes raus. Wir machen erst Mal eine super gute Microarchitektur und kümmern uns dann darum welche ISA wir unterstützen.

Ob sie dann tatsächlich zwei oder mehr ISAs unterstützen? Dafür sehe ich ebenfalls wenig Anwendungen von Sonderfällen wie IBM abgesehen.

Im Prozess mit Arm wurde auch gesagt, dass NUVIA zuerst die Microarchitektur gemacht hat und erst danach sich um ISA gekümmert hat.

Es ist übrigens extrem seltsam dass ein Startup so früh erzählt was sie machen wollen. Entweder wollen sie nun kräftig Geld einsammeln oder bereiten bereits den Ausstieg vor.
 
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Interessantes Projekt!
Zumindest hat das Team ja anscheinend schon bewiesen, dass es etwas von dem Thema versteht, eine Luftnummer ist also nicht unbedingt zu erwarten.
Ob sie ihr hoch gesteckten Ziele erreichen können ist eine andere Frage. Und wenn ja: ob die Performance reicht um mehr als nur ein Nischendasein zu fristen.
 
Ich gehe mal davon aus, dass die CPU dann weder X86 noch ARM bspw. gut kann, sondern eher nur mäh oder gar schlecht…
 
Ghostshield schrieb:
Ich wünsche mir das x86 aufgegeben wird, Arm und Risc sind viel effizienter wie x86 es je sein kann..
RISC ist tot weil die Grundidee nur eine ISA mit nur wenigen Befehle zu haben und diese mit sehr hohem Takt auszuführen mit dem Ende des Dennard Scaling gestorben ist.

Und dass die ARM Kerne eher niedrige Taktfrequenzen haben passt eben nicht so Recht zum Grundprinzip mit dem RISC gestartet ist.
 
Ghostshield schrieb:
Ich wünsche mir das x86 aufgegeben wird, Arm und Risc sind viel effizienter wie x86 es je sein kann..
Quark.
 
ETI1120 schrieb:
RISC ist tot weil die Grundidee nur eine ISA mit nur wenigen Befehle zu haben und diese mit sehr hohem Takt auszuführen mit dem Ende des Dennard Scaling gestorben ist.

Und dass die ARM Kerne eher niedrige Taktfrequenzen haben passt eben nicht so Recht zum Grundprinzip mit dem RISC gestartet ist.

w0mbat schrieb:
Apples M Chips zeigen das doch deutlich, für die gleiche Anwendung brauch ein x86 locker 2-3mal soviel Strom, teilweise sogar noch viel mehr wie 3 fach.
x86 ist da leider mit alten Befehlssätzen zugebloated, unütze Transitoren Verschwendung für alten Müll den nur noch ein Boomer mit sein Win98 Emulator benötigt.
 
@Ghostshield Das hat aber genau null mit arm oder RISC vs CISC zu tun.
 
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Ghostshield schrieb:
Apples M Chips zeigen das doch deutlich, für die gleiche Anwendung
"Die gleiche Anwendung" gibt es in dem Fall gar nicht, weil man mindestens macOS noch mit Spiel hat, das schon ganz alleine mächtig schummelt (z.B. fsync macht bei macOS was anderes - simpleres - als unter allen anderen Betriebssystemen; O_DIRECT nutzt unter macOS eben DOCH ggf. Cache).

Auch bei den Benchmarks an sich werden gerne z.B. bei "gleichen" Anwendungen dann doch unterschiedliche Libraries benutzt.

Zur News: Klingt mir auch in erster Linie nach sehr früher Aufforderung zur Aquise. Mit dem Team kann man das wohl auch ohne Produkt schon so machen. ;)

Witzig übrigens: Transmeta wurde von "Novafora" gekauft, die hier nennen sich nun "Nuvacore". Zufall?
 
Ghostshield schrieb:
x86 ist da leider mit alten Befehlssätzen zugebloated, unütze Transitoren Verschwendung für alten Müll den nur noch ein Boomer mit sein Win98 Emulator benötigt.
Wie viel Anteil am Prozessor haben die Decoder?

Die Charakteristika der Prozessoren werden von der Microarchitektur bestimmt. Das sagt jeder der nur ein kleines bisschen Ahnung von der Materie hat und dazu gibt es eben auch ganz klare Untersuchungen.

Man sieht es doch auch daran dass die anderen ARM Kerne weit hinter Apple hinterher hinken. Apple hat eine sehr gute Microarchitektur.

Und das ist doch genau die Aussage von NUVOCORE, wir machen erst Mal eine super gute Microarchitektur und legen dann fest welche ISA wir unterstützen.

Apple hat sich wie die anderen Designer von ARM Cores dazu entschieden breite Kern mit niedrigen Taktfrequenzen zu machen.

Offensichtlich sind sie nun an eine Grenze gekommen und fangen an ganz heftig an der Taktschraube zu drehen.

Bei den X86 Kerne hat man in den letzten 25 Jahren versucht das was machbar ist an Frequenz zu erreichen und hat dabei eher auf schmale Kerne gesetzt. Bei X86 ist nun ebenfalls ein Umdenken erfolgt und die Kerne werden breiter. Wir werden sehen wie gut es den X86 Leuten gelingt breite Kerne auszulasten.

Man muss doch nur Mal anschauen was für Monsterkerne für ARM gebaut werden. Und wie zierlich klein die X86 Kerne dagegen ausschauen.

Was Apple und Effizienz angeht darf man eben nicht vergessen dass das Memory on Package auch seinen Beitrag zur Energieeffizienz beiträgt.

Und wenn man nur das unbedingt notwendige an PCIe Lines und sonstigen Anschlüsse dazupackt spart man noch Mal. Und dann packt man das passende Netzteil dazu, ... Das läuft dann immer im optimalen Punkt weil man keine 200 W für eine Grafikkarte einplanen muss.

Es kommt bei Apple sehr viel zusammen, die ARM ISA ist nur ein Detail.
 
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ETI1120 schrieb:
Man muss doch nur Mal anschauen was für Monsterkerne für ARM gebaut werden. Und wie zierlich klein die X86 Kerne dagegen ausschauen.
Zumindest die von AMD. Intels P-Cores sind schon auch ziemlich fett geworden.
 
@stefan92x Ich hoffe ich habe bei Arm überall breit geschrieben. Den sie bringen insbesondere bei Apple die Performance auf die Straße ...

Die P Kerne von Intel sind in der Tat fett geworden, sie haben viele Transistoren aber liefern nicht die entsprechende Performance.

Wobei die E-Kerne was das angeht wie ich gehört habe deutlich besser sind.
 
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