Hey,
weil hier immer wieder das Hungern der Welt angeführt wird, könnte vielleicht eine Definition des Kapitalismus hilfreich sein:
Wikipedia schrieb:
Kapitalismus bezeichnet eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, in der der Faktor Kapital (Eigentum an Maschinen, Anlagen, Fabriken, Geld) [...]. Grundlage des Kapitalismus ist eine Eigentumsordnung, die die freie Verfügung über das Privateigentum schützt. Weitere Grundlage ist ein von staatlichen Eingriffen weitgehend freies Wirtschaftssystem auf der Basis des Marktmechanismus und der Selbststeuerung durch Angebot und Nachfrage.[1] Als weiteres charakteristisches Merkmal des Kapitalismus sieht Max Weber das „Streben nach Gewinn, im kontinuierlichen, rationalen kapitalistischen Betrieb: nach immer erneutem Gewinn: nach Rentabilität“
[...]
In der deutschen Wirtschaftswissenschaft wird statt des oft wertend verstandenen Begriffs als neutralere Bezeichnung Marktwirtschaft vorgezogen.[12] Unter angelsächsischen Ökonomen ist der Gebrauch des Begriffs capitalism durchgängig üblich.[13] Nach John Kenneth Galbraith wurde der Begriff „market system“ in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg gezielt eingeführt, da „capitalism“ durch die Weltwirtschaftskrise in Misskredit geraten war.[14] Tatsächlich beinhalte die Marktwirtschaft aber alle Strukturelemente des Kapitalismus und sei mit diesem gleichzusetzen.
Es handelt sich bei dem Kapitalismus um nichts anderes als um die Marktwirtschaft. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Gibt es ein gerechteres System um den Wert einer Ware zu bestimmen? Meiner Meinung nach nicht.
Der Hunger in Afrika hat grundsätzlich erstmal nichts mit dem Kapitalismus zu tun. Oder steht irgendwo bei Wikipedia drin, dass der Kapitalist gezwungen ist, möglichst viele Menschen hungern zu lassen? Nein. Ich schreibe nun zum dritten Mal, dass der Aufgabe des Staates ist, die Menschenwürde zu schützen. Weil dies in Afrika nicht der Fall ist, kommt es zu der Ausbeutung. Ich glaube sogar Folgendes: Würden afrikanische Staaten dafür sorgen, dass die Bevölkerung gebildet wird und zugleich ein kapitalistisches System einführen, welches das private Eigentum schützt und damit den Anreiz schaft, zu wirtschaften, dann wären die Afrikaner nicht mehr so übel dran.
Ich stimme auch mit euch hundertprozentig überein, dass der Hunger auf der Welt nicht gut ist, dass die Ausbeutung nicht in Ordnung ist. Ich weiß auch, dass es genügend Nahrungsmittel gibt um die Welt zu füttern. Die Frage ist doch: Gibt es realistische Ansätze der Bekämpfung des Hungers und der Ausbeutung? Ich habe bereits einen Ansatz aufgezeigt und kann sogar behaupten, dass es funktioniert: China beispielsweise boomt total ab, seit die Wirtschaftsform immer kapitalistischer wird (Und ja, ich weiß, dass auch diese die Afrikaner ausbeuten). Der Wohlstand in China ist immens gewachsen. Nachdem unter Mao noch Millionen verhungerten, kaufen sich nun viele Chinesen ein eigenes Auto.
Ich möchte nun noch einige Zitate kommentieren:
VAIO schrieb:
Genauso beuten wir Afrika mit Subventionen aus, indem wir subventioniertes Obst und Gemüse in Afrika für billig verkaufen und die örtlichen Bauern dann ihr eigenes Zeug nicht mehr los werden.
Da gebe ich dir hundertprozentig recht. Die Subventionen sind nicht richtig, wir machen die Afrikaner zu unseren Sklave.
VAIO schrieb:
Übrigens schmeißen wir Europäer sehr viel Essen weg
Leider unter Jugendlichen sehr verbreitet.
eikira schrieb:
ich muss härter arbeiten, mehr konsumieren, mehr kaufen damit es mir besser geht. ich brauche mehr, es darf nicht aufhören wenn ich jetzt aufhöre ist mein wohlstand futsch.
Niemand zwingt dich dazu. Kapitalismus = Marktwirtschaft. Wenn kein Interesse am Konsum besteht, muss ich auch nicht so viel arbeiten. Jeder Mensch muss selbst wissen, was ihm gut tut und was nicht. Wer sich einredet, dass Konsum das Einzige ist, was ihm gut tut, muss sich selbst an die Nase fassen. Der Kapitalismus ist auf jeden Fall nicht schuld.
@VAIO
We feed the World habe ich gesehen. Fand ich sehr interessant. Das Problem liegt aber mMn darin, dass der Kapitalismus nicht richtig eingegrenzt wird.
Und ganz nebenbei: die Edelmetalle für deine beiden fetten PCs werden in afrikanischen Mienen abgebaut, in denen die dort arbeitenden Kinder (es sind Kinder, weil die besser durch die engen Gänge passen) unter extrem schlechten Bedingungen nur Hungerlöhne bekommen um anschließend im Schnitt mit 18 zu sterben. Deine einzelnen Komponenten werden in asiatischen Ländern gefertigt, bei denen die Bedingungen ebenfalls nicht berauschend sind. Anschließend werden sie mit Containerschiffen nach Europa gebracht.
Schönes Wochenende
Martin
@Mr.Kaijudo
Kenne ich und habe ich alles gesehen. Das mit dem Islam geht mal gar nicht. Dieser Student hat das System nicht wirklich verstanden. Er ist ja nicht mal in der Lage, die Aussage Keynes richtig zu interpretieren. Keynes sagt, dass ein gegen Null tendierender Zins die Wirtschaft lähmen würde. Der Student sagt, dass Kenyes ein befürworter keiner/niedriger Zinsen ist. Dieses Gespräch ist schon fast peinlich mit anzusehen. Sein Gegenüber kann nicht mal richtig das Wort Spekulation aussprechen. Selbst als Unwissender würde ich hier zweimal überlegen, ob ich den beiden glauben sollte...
Auch hier empfehle ich die Lektüre von:
Der Joseph-Pfennig: Zerstört sich das Geldsystem von selbst?
Hier eine Zusammenfassung:
Es ist wichtig sich klarzumachen, dass der Zins keine universelle Gesetzmäßigkeit darstellt, auf die man sich berufen kann. Zins entsteht gesamtwirtschaftlich nur durch innovative Unternehmertätigkeit. Ruht sich die Kapitalistenklasse auf ihrem Kapitalvermögen aus, ohne unternehmerisch zu handeln, tendiert der Zins zu verschwinden.
Das Beispiel des Joseph-Pfennig ist nur ein hypothetisches Gedankenspiel, das in Wirklichkeit nicht annähernd so stattfinden kann. Jeder milliardenschwere Anleger muss um jeden Prozentpunkt Rendite kämpfen und je höher das Vermögen ist, desto schwieriger wird es im Kapitalismus dieses Kapital im Prozess des Wettbewerbes zu verteidigen. Davon kann selbst Warren Buffett ein Lied singen. Die Rendite von Berkshire Hathaway gleicht sich immer mehr der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung an. Das Vermögen ist zu groß geworden, um es allein in innovative Unternehmungen zu investieren.