Objektiv mit Unschärfe auf entfernte Objekte

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cat_helicopter

Gast
Hi,


ich habe derzeit eine GH5 und mir dazu eine Festbrennweite mit 15mm gekauft. Damit kann ich soweit alles super fotografieren und wenn ich objekte ganz nah habe, wird der Hintergrund schön unscharf.

Andersherum funkioniert das allerdings irgendwie nicht so gut. Ich habe z.B. Berge im Motiv und nur Dinge die ganz nah dran sind werden unscharf. Wenn jemand allerdings schon ca. 5 Meter entfernt von mir ist, is er quasi auch scharf auf dem Bild drauf.

Was für ein Objektiv bräuchte ich, dass schon viel vom Bild aufnehmen kann, aber eben genau das macht, was ich möchte? Sprich alles was im Umkreis von z.b 10 Metern unscharf und dahinter dann Schrittweise schärfer. Eben wie das die 10mm mit Nahmotiven macht, nur andersrum :)
 
Wenn ich das richtig im Kopf habe - hängt das nicht von der Größe der Blende ab?
Experimentier damit Mal etwas.
 
Richtung Teleobjektiv.

Alle Weitwinkelobjektive, die ich kenne, gehen schon bei relativ geringer Distanz in den "Unendlich"-Fokusbereich, also den Fokusbereich, in dem alle Objekt, die weiter als eine bestimmte Distanz entfernt sind, scharf sind.

Außerdem spielt die Blendenwahl auch eine große Rolle. Große Blende (kleine Zahl) = stärkerer Bokeh

@ohmsl Das wollte ich auch gerade verlinken :D
 
Das hängt mit der Blende zusammen. Wenn diese weit aufgerissen ist, z.B. bei Blende f/1.4, dann ist sehr wenig scharf gestellt. Mit was für Einstellungen hast du denn das Foto gemacht? Kannst du ggf. bei deinem vorhandenen Objektiv die Blende vergrößern, also z.B. von f/5.6 auf f/2.8 ändern? Das würde vielleicht schon weiterhelfen.
 
cat_helicopter schrieb:
Was für ein Objektiv bräuchte ich, dass schon viel vom Bild aufnehmen kann, aber eben genau das macht, was ich möchte? Sprich alles was im Umkreis von z.b 10 Metern unscharf und dahinter dann Schrittweise schärfer. Eben wie das die 10mm mit Nahmotiven macht, nur andersrum :)

Kommt drauf an.
Der Bereich der scharf ist, aendert sich mit:
- Brennweite. Je mehr Brennweite, desto geringer der scharfe Bereich.
- mit der Blende. Je kleiner die Blendenzahl (also je offener die Blende, desto geringer der scharfe Bereich
- mit dem Abstand zum Fokuspunkt, je naeher desto geringer der scharfe Bereich

Wenn du also nun mit einem 15mm (wenig Brennweite -> also grosser scharfer Bereich) auf unendlich Fokussierst (weit weg Fokussiert -> also groesser scharfer Bereich) dann brauchst du wohl eine EXTREM kleine Blendenzahl, wenn du erst ab ~15m scharf haben willst.

https://www.photopills.com/calculators/dof
Bei 15mm und Blende F1.7 sinds 8.9 Meter bis zum scharfen Bereich.
bei 15mm F1.0 waerens ~15 Meter

Mit dem 25mm F1.4 waerens immerhin 29 Meter. ;)
Bei 200m F2.8 sinds 890 Meter.
 
Dazu auch ein interessantes Video:
 
Erstaunlich. Da hat endlich mal jemand diesen primitiven Zusammenhang richtig erklärt.

Am MFT ändere ich einfach die Brennweite und bekomme mehr Tiefenschärfe. Die Blende bleibt unverändert.
 
Wir hatten diese Diskussion hier schonmal und mich ärgert das immer, dass von der Seite der Blende her diskutiert hat.
"An MFT ist Blende 2.0 dasselbe wie Blende 4.0 an FV", heißt es dann. Das ist totale Blödsinn.
 
Ja und nein. Du musst gucken für wen die Aussage gedacht ist. Für Leute die sich mit der Materie auskennen ist es natürlich Quatsch einfach weil die Physik dagegen spricht. Wenn du aber Anfängern erklären willst, wie die sich die Bildwirkung vorzustellen haben, dann ist es genau richtig.
 
Auch das würde ich verneinen.

Es führt einfach zu Verwirrung. Denn auch ein Anfänger muss sich damit auseinandersetzen, dass eine Änderung der Brennweite eine Veränderung der Tiefenschärfe bedeutet. Auch ein Anfänger muss irgendwann begreifen, dass ein 200 2.8 eine ganz andere Freistellung erreicht als ein 35 2.8.
 
Ich habe das mit der Blende jetzt gerade mal probiert. Von ganz auf bis ganz zu und dadurch ändert sich bei mir nur die Helligkeit des Bildes aber nichts an der Schärfe, mhm :(
Also nachdem was ich in den geteilten Links hier lese, muss ich dann vermutlich doch das Objektiv wechseln oder?
Übrigens erstaunlich wie schlecht die Bildqualität der GH5 hier ist
 
Wenn es darum geht auf MFT gleiche Freistellung bei gleichem Bildausschnitt zu erreichen stimmt es aber nunmal "An MFT ist Blende 2.0 dasselbe wie Blende 4.0 an FV"
Woran das genau liegt und dass die Aussage per se nicht ganz richtig ist stört in dem Fall nicht.

Die Debatte geht aber an der Anfangsfrage vorbei. @cat_helicopter sucht ein Objektiv mit großem Bildwinkel und möglichst großer Blende um sein Ziel "scharfer Hintergrund, unscharfer Vordergrund" zu erreichen. Ich denke nicht einmal mit dem 15mm 1.7 wird sie das Ergebnis erreichen das er gerne hätte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Steht da doch ;)
Du hast schon ein Objektiv mit extrem großer Blende. Mehr kannst du meines Wissens nicht einmal für viel Geld kaufen.
Deinen gewünschten Effekt würdest du tatsächlich besser mit einer FF-Kamera erreichen. Um den gleichen Bildausschnitt zu haben bräuchtest du bei gleichem Abstand zum Hintergrund ein Objektiv mit 30mm anstatt 15mm. Da könntest du ein 30mm 1.4 benutzen. Du hättest die Brennweite und sogar die Blende vergrößert und hättest dadurch wesentlich höhere Freistellung des Hintergrunds.
Da ich nicht denke dass du dir jetzt eine FF-Kamera holst ist das hier aber nur theoretisches Gefasel. Mit deiner jetzigen Ausrüstung wirst du den gewünschten Effekt nicht erreichen.
 
Chillkroetchen schrieb:
Wenn es darum geht auf MFT gleiche Freistellung bei gleichem Bildausschnitt zu erreichen stimmt es aber nunmal "An MFT ist Blende 2.0 dasselbe wie Blende 4.0 an FV"

Formulier es doch anders: Um die gleiche Bildwirkung zu erreichen brauchst du an MFT 25 mm und an VF 50 mm, was automatisch mit einer Erhöhung der der Tiefenschärfe einhergeht. Dann hast du auch alle inkorrketen und verwirrenden Bezeichnungen aus deiner Diskussion eliminiert.
Und nein, Blende 2.0 kann niemals dasselbe wie blende 4.0 sein.

@TE: Bildqualität ist immer schwierig zu beurteilen. Dafür müsstest du erstmal in Raw gehen und versuchen alle Bilder gleich anzupassen.
Und wenn du tatsächlich mal einen Unterschied in der Freistllung sehen willst, nimm eine lange Brennweite und geh auf die Naheinstellgrenze deines Objektivs.
Oder du kaufst dir zum Spaß eine alte Großformatkamera. Dann weißt du was Freistellung bedeutet. Und dann weißt du auch, warum das Kleinbild sich bald als Standard eingebürgert hat: Billig, trotzdem außreichende Freistellung mit großer Blendenöffnung und klein und leicht im Gegesatz zu Mittel- oder Großformat.
 
Hier mit kann man es schön simulieren.
https://dofsimulator.net/en/

zandermax schrieb:
Am MFT ändere ich einfach die Brennweite und bekomme mehr Tiefenschärfe. Die Blende bleibt unverändert.

Was mir halt nichts hilft, wenn eine Wand hinter mir ist ;) Oft zählt die äquivalente Bildwirkung bei gleichem Bildausschnitt und Abstand, und da bräuchte ich oft F0.8 Objektive, um bei mFT dieselben Resultate zu erzielen.
 
Hä?

Das hilft dir so oder so nichts.

Wenn du 50 mm an MFT nimmst, dann kannst du die gleiche Freistellung wie an VF erzielen. Du musst halt dann den Bildausschnitt kleiner wählen. Willst du das nicht, dann musst du ein Objektiv mit kürzerer Brennweite nehmen.

Das ist ja das was dich effektiv auch die Freistellung kostet. Dass du entweder weiter weg musst, oder die Brennweite verkürzen. Aber mit der Blende hat das überhaupt nichts zu tun. Ich kann ja auch nicht argumentieren, dass ich am MFT dann halt ein Objektiv mit 25 mm F0.7 nehmen muss, denn das gibt es nicht, oder wäre dann noch tuerer als das VF-System.
 
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