Österreich hat gewählt - Eure Meinungen?

Wie heißt es so schön: "Patriotismus ist die Tugend der Boshaften" (patriotism is the virtue of the vicious). (Oscar Wilde)

Das ist natürlich reichlich überspitzt formuliert -- dank einiger Betonköpfe (mit braunem, stinkendem Inhalt) hat Patriotismus einen schlechten Ruf, weil eben manche diesen dadurch ausdrücken, dass sie andere Kulturen schlecht machen.

Auf sein Land stolz zu sein, ist an und für sich nichts Schlechtes. Das wird es nur, wenn man eben sich erhöht, indem man andere erniedrigt und auf sie herabsieht.

Generell sollte man sich natürlich integrieren, wenn man in ein anderes Land zieht -- bei der Sprache fängt das natürlich an, denn wie soll man sonst am gesellschaftlichen Leben teilhaben? Das heißt aber nicht, dass man gezwungen werden kann und sollte, die eigene Kultur aufzugeben.

@ Daaron

Wie viel weißt du eigentlich über Sinti und Roma? Das ist eine ernst gemeinte Frage, denn das Ausmaß an Vorurteilen und geballtem Nichtwissen, das einem in diesem Themenbereich entgegeschlägt, ist beachtlich. Mir hat mal eine Schülerin im Rahmen eines Referates erklären wollen, Sinti und Roma hätten ein Gesetz (!), das ihnen anständige Arbeit verbiete (sic!). Als ich entsetzt nachfragte, wo sie diesen Mist herhat, sagte sie unschuldig, "Aus dem Internet. Muss doch stimmen, oder?" --> zehnte Klasse Realschule. Ohne Worte.
 
Patriotismus ist ein Wort dafür sich gut zu fühlen weil man in einem Land geboren wurde. Nicht mehr und nicht weniger. Die Emotionen die man mit dem Land knüpft, was bedeutet das eigentlich? Es bedeutet doch nur, dass man sich auf eine Geschichte stützt, die man selber nicht erschaffen hat, dass man sich auf Leistungen stützt, die man nicht geleistet hat. Dass man sich auf die Summe der Menschen bezieht.

Ich bin z.B. Stolz ein Mensch zu sein, auch wenn ich nicht mit allem, was die Menschen tun einverstanden bin. Ich bin stolz, weil ich denken kann. Ich bin nicht stolz auf Leistungen die mit allen Mitteln durchgesetzt wurden und über Leichen gingen. Demnach ist mir selbst auch der Patriotismus fremd. Ich würde einem Deutschen, einem Österreicher und auch einem Australier ebenso von der Straße wegziehen wenn ein Auto ankommt. Ich möchte dann auch nicht als "Deutscher Held" bezeichnet werden, wenn dann als: Mensch hilft Mensch.

Was bedeutet eigene Kultur? Es bedeutet nur, was irgendwann, irgendwer beschlossen hat. Ich muss hier nicht überall ne Currywurstbude haben und sagen, das gehöre zur Kultur. Soll sich doch das etablieren was genutzt wird. Wenns die Gyros-Bude ist, oder die Dönerbude. Von mir aus. Wenn es eine Kirche ist, eine Moschee oder eine Kathedrale. Von mir aus. Ich identifiziere mich durch meine Taten, nicht durch die Taten anderer. Bin ich stolz ein Deutscher zu sein wegen Leistungen die ich nicht erbracht habe? Bin ich stolz auf Goethe? Nein, ich bin stolz darauf, dass es Menschen gibt, die etwas schaffen, die etwas bewegen, die etwas erreichen. Nicht in allen Belangen, aber auch nicht unwichtig.

Dürfen Einheimische entscheiden, inwieweit sie andere Kulturen im eigenen Land akzeptieren und wodurch eine Gesellschaft geprägt sein sollte.
Sollte eine Menschenmenge entscheiden können wer lebt oder stirbt? Wer bleibt und wer geht? Sollte nicht gleiches Recht für alle gelten? Sollte man nicht alle mit offenen Armen empfangen?

Ist es dann angebracht, die dafür richtige Partei zu wählen, oder muss man offen für alle Kulturen sein?
Deine Meinung kann ja sein, dass du Leute mit roten Haaren nicht magst. Ist es gerecht wenn du diese ausschließt weil ihr dort wohnt und keine habt? (oder die rothaarigen sich die Haare färben?) Ich weiss nie wo das hinführen soll. Solange man sich dem anpasst ist doch ok, oder die anderen in Ruhe lässt.

Darf ein Land verlangen, dass Migranten sich in gewissen Maße anpassen müssen, um willkommen zu sein, damit ein bevorzugtes gesellschaftliche Bild bewahrt werden kann?
Nein, weil das Land keine Summe der Menschen ist, denn die Summe der Menschen ist blöde. Siehe oben. Die Menschenmassen möchten etwas, ist das dann rechtens? Mach mal eine Umfrage: Ist es ok, Menschen die Kinder vergewaltigen und töten ebenfalls hinzurichten. Ich würde wetten, dass eine sehr große Mehrheit dafür ist. Ist es dennoch rechtens? Oder nur die Meinung der meisten? Ja, es darf verlangen, dass sich Menschen anpassen, und die Menschen können sich anpassen. Tun sie dies nicht, werden diese MENSCHEN abseits stehen. Man kann versuchen sie einzubinden, aber nicht zwingen, es sei denn sie verstoßen mit ihrem Handeln gegen die Gesetze. Aber es ist keine MenschenMASSE sondern Individuen. Es gibt nicht "die Christen". Fast jeder Christ denkt über seine Religion anders. So sieht es auch mit "den Türken" und "den Arabern", "den Österreichern" und "den Deutschen" aus.

Wenn ich als Deutscher wohinziehe wo es gesetzlich angeordnet ist, dass ich nur Sandalen trage, dann muss ich Sandalen tragen. Wenn nicht, werde ich bestraft. Wenn ich als Deutscher wohinziehe und es ist üblich Lammfleisch zu essen, ich mag und ess es nicht, dann entferne ich mich von der Gesellschaft. Ich begehe aber keine Straftat und solange ich nicht verkünde: "Ihr dürft jetzt auch alle kein Lammfleisch essen, weil MIR schmeckts nicht!" ist auch alles ok.

Ein bevorzugtes gesellschaftliches Bild wovon? Ich würde lieber nächstenliebe, Verständnis, Offenheit und Vorurteilsfreie Menschen haben wollen als festgefahrene Menschen die alles und jedes bisschen anderssein abschreckt und das in Abscheu und Misstrauen umwandelt und dann mit einer "kultur; gesellschaft, nationalen, patriotischen, religiösen" Keule ankommt. Solange man keinem schadet, wo ist das Problem?

PS:
Nietzsche - Beim Nationalismus handelt es sich um die schlechte Ausdünstung von Leuten, die nichts anderes als ihre Herden-Eigenschaften haben, um darauf stolz zu sein.
Schopenhauer - Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber wie kann man gegenüber anderen Kulturen offen sein, wenn man Kultur als Schwäche empfindet.
Wärst du nicht dann der Erste, der zum Beispiel einem türkischen Einwanderer sagen müsste, gib deine Religion und Traditionen auf, jetzt bist du hier und du sollst offen für alles sein.
 
ich glaub hier wird österreichische kultur mit fremdenfeindlichkeit verwechselt.
@ damn@x, die sache ist die: niemand sollte jemanden vorschreiben an was er glauben oder nicht glauben soll, welche kulturellen vorlieben er zu haben hat, oder wie er sich einem möglichst typischen österreicher angleichen soll. ein bisschen mehr toleranz vom gros der österreichischen provinzbevölkerung wäre dem image österreichs nicht abträglich. ein wandel hin zu einer pluralistischen bevölkerung dauert jahrzehnte und muss scheinbar antrainiert werden. wie es aussieht, ist österreich im 19. jahrhundert verblieben.
 
Also jetzt übertreibst du.
In Österreich haben wir im Fernsehen überwiegend deutsche Sender, von daher weiß ich, dass die Meinungen sich in diesem Thema kaum unterscheiden bzw. es auch eine deutsche Kultur und diese Provinzler gibt :D
Glaub mir, ich weiß über Deutschland mehr bescheid als du über Österreich, Medien-technisch bedingt :D
 
nur findet keine deutsche rechtsradikale partei nur annähernd einen solchen wählerzuspruch wie es in ö. der fall ist. was in D als rechts bezeichnet wird, ist im vergleich beinahe lächerlich. dass die ns-zeit bei euch völlig unzureichend aufgearbeitet wurde, ist offensichtlich und sehr traurig (für die migranten in ö.)
ich hab immernoch die kunstaktion von christoph schlingensief's "ausländer raus" im hinterkopf :D
 
Zuletzt bearbeitet:
DDM_Reaper20 schrieb:
Generell sollte man sich natürlich integrieren, wenn man in ein anderes Land zieht -- bei der Sprache fängt das natürlich an, denn wie soll man sonst am gesellschaftlichen Leben teilhaben? Das heißt aber nicht, dass man gezwungen werden kann und sollte, die eigene Kultur aufzugeben.
Wenn die eigene Kultur den Werten des Gastgeber-Landes komplett zuwider läuft, dann sollte man auch daran etwas tun. Immigranten sollten nie vergessen, dass sie Gast in diesem Land sind. Wenn du am Ende Stadtviertel hast, in denen du keine Person triffst, die tatsächlich die Nationalsprache spricht, dann ist was gravierend falsch gelaufen.

Wie viel weißt du eigentlich über Sinti und Roma?
Wie überall, es gibt Solche und Solche. Der eine Teil arbeitet fleißig, benimmt sich anständig, lernt die deutsche Sprache,...., der andere Teil zieht plündernd und Dreck hinterlassend durchs Land.
Aber wenn du den miesen Typen dann sagst, sie sollen sich gefälligst aus dem Land verpissen, dann ziehen sie umgehend die Unterdrückte-Minderheiten-Karte, auf die die Deutschen natürlich mit ihren eingeimpften Schuldkomplex immer wunderbar anspringen.

Onkelhitman schrieb:
Sollte eine Menschenmenge entscheiden können wer lebt oder stirbt? Wer bleibt und wer geht? Sollte nicht gleiches Recht für alle gelten? Sollte man nicht alle mit offenen Armen empfangen?
Empfangen... ja. Aber bauchmiezeln und ihnen ihr Fehlverhalten konsequent nachsehen weil "es ja ihre Kultur ist": Definitives Nein!
Und ja, eine Menschenmenge entscheidet am Ende, wer geht und wer bleibt. Das nennt sich Demokratie.

Mach mal eine Umfrage: Ist es ok, Menschen die Kinder vergewaltigen und töten ebenfalls hinzurichten. Ich würde wetten, dass eine sehr große Mehrheit dafür ist. Ist es dennoch rechtens?
Rechtens ist, was der betreffende Kulturkreis als rechtens definiert.

Bei uns wirst du inhaftiert, wenn du eine Leiche anknabberst, bei einigen Eingeborenenstämmen ist das die traditionelle Art, die Kraft des getöteten Feindes in sich aufzunehmen.
Bei uns wirst du verurteilt, wenn du einen Hund auf dem Spieß brätst, in China lockt der Duft die Familie zum Mittagstisch.
In der arabischen Welt wird eine Frau verurteilt (nach dem geltenden Recht und Gesetz), wenn sie bloß ihre Schultern entblößt. Bei uns müssten der Dame dann schon die Nippel aus dem Top hüpfen, damit überhaupt etwas gesagt wird.

Wenn ein Kulturkreis also für sich entscheidet:
1.) Kindesmissbrauch ist besonders bestialisch
2.) besonders bestialische Verbrechen werden mit dem Tode bestraft
dann darfst du diesen Kulturkreis dafür nicht verdammen. Wenn Personen in diesen Kulturkreis ziehen, dann müssen sie sich den Gepflogenheiten anpassen. Wenn jemand aus diesem Kulturkreis in einen anderen theoretischen Kreis zieht, in dem Kindesmissbrauch nur ein Bagatellverbrechen ist, dann muss dieser Immigrant eben damit leben, oder den Kreis wieder verlassen.

Ich begehe aber keine Straftat und solange ich nicht verkünde: "Ihr dürft jetzt auch alle kein Lammfleisch essen, weil MIR schmeckts nicht!" ist auch alles ok.
Genau das ist aber, was einige wenige Immigranten in Deutschland durchaus tun: Sie behaupten, dass ihre Art zu leben besser als unsere ist und WIR uns IHNEN anpassen müssen.
Dass diese Minderheiten dann die Mehrheit der anständigen Immigranten mit in die Scheiße zieht geht dabei schnell unter.

Ein bevorzugtes gesellschaftliches Bild wovon? Ich würde lieber nächstenliebe, Verständnis, Offenheit und Vorurteilsfreie Menschen haben wollen als festgefahrene Menschen die alles und jedes bisschen anderssein abschreckt und das in Abscheu und Misstrauen umwandelt und dann mit einer "kultur; gesellschaft, nationalen, patriotischen, religiösen" Keule ankommt. Solange man keinem schadet, wo ist das Problem?
Damit verleugnest du auch die Identität des jeweiligen Kulturkreises.
Es war ein gewisser Kulturkreis, der uns wundervolle Gemälde mit halbnackten barocken Schönheiten eingebracht hat. In einem anderen Kulturkreis als dem westlichen wären Gemälde-Themen wie "Leda mit dem Schwan" undenkbar. Ja selbst die Mona Lisa wäre in so manchem Kulturkreis undenkbar, ist ihr Gesicht doch unverhüllt.

Indem du jegliche kulturelle Unterschiede verdammst, zerstörst du auch gerade die Punkte, aus denen die größten Kunstwerke hervor gingen. Wenn es keine Unterschiede gäbe, dann gäbe es auch solche Werke nicht.
 
Empfangen... ja. Aber bauchmiezeln und ihnen ihr Fehlverhalten konsequent nachsehen weil "es ja ihre Kultur ist": Definitives Nein!
Und ja, eine Menschenmenge entscheidet am Ende, wer geht und wer bleibt. Das nennt sich Demokratie.
Reine Willkür. Heute sind es die, morgen die. Ja, sie müssen eben Konsequenzen bekommen wenn sie sich laut unseren Gesetzen fehlverhalten. Nichts anderes sage ich. Wenn ich aber als Grundgesetz habe, dass jeder vor dem Gericht gleich ist, dann kann ich nicht als Menschenmasse "bestimmen" dass die zu gehen haben. Denn das wäre gegen das Grundgesetz.

Rechtens ist, was der betreffende Kulturkreis als rechtens definiert.
Rechtens ist, was im Gesetzestext des Landes steht. Du kannst etwas abscheulich finden (homosexuelle Paare) aber ein Recht darauf sie zu verjagen, verfolgen oder ungerechter zu behandeln hast du nicht.

Wenn Personen in diesen Kulturkreis ziehen, dann müssen sie sich den Gepflogenheiten anpassen. Wenn jemand aus diesem Kulturkreis in einen anderen theoretischen Kreis zieht, in dem Kindesmissbrauch nur ein Bagatellverbrechen ist, dann muss dieser Immigrant eben damit leben, oder den Kreis wieder verlassen.
Bingo. Das bedeutet aber nicht, dass ALLE Immigranten so denken. Das ist das, was du oben nämlich geschrieben hast. Und so sehe ich das nicht. Nur weil sie ein Teil, ob Großteil oder ein kleiner Teil nicht daran hält UND weil sie nicht kontrolliert werden/nichts getan wird dagegen (deine Beispiele), deswegen kannst du doch nicht ALLE verteufeln.

Genau das ist aber, was einige wenige Immigranten in Deutschland durchaus tun:
Einige wenige ist ein Unterschied zu: Alle.

Damit verleugnest du auch die Identität des jeweiligen Kulturkreises.
Das ist wieder so ein hätte/wäre/wenn. Wir kennen die Alternativen nicht, weil wir nicht wissen in welche Richtung sich etwas entwickelt "hätte". Wenn alle unvoreingenommen sind, und jeden anderen in einem bestimmten Maße das machen lassen was sie wollen, ohne damit anderen zu schaden, dann "hätte" es so etwas doch gegeben. Da Vinci war einer derer, die unter den Kirchen gelitten haben, weil diese ihn unterdrückten. Wäre er nicht dermaßen unterdrückt gewesen, wer weiss, was er getan "hätte". Da wir das aber nicht kennen, können wir nicht sagen: "Wegen der Kultur und Religion hat es sich so entwickelt und deswegen war das gut." Nein, man kann wertungsfrei sagen: "Wegen der Kultur und Religion hat es sich so entwickelt, und wie es ohne gewesen WÄRE wissen wir nicht."

Eine Kirche oder der Kölner Dom werden nicht weniger eindrucksvoll wenn ich sage, dass er einem Götzen errichtet wurde. Ich bin aber nicht stolz auf den Kölner Dom, denn ich habe nichts getan um ihn so zu bauen.

Bevor es keinen Kulturkreis gab, gab es da keine Musik? Keine Gemälde? Keine Kreativität und Kunst? Alles nur durch Kultur definiert? Ich bin nicht stolz auf Kultur, ich habe daran nichts geleistet. Das ist wie "fremdschämen" oder "mich für jemanden schämen" oder diese euphorische Stimmung bei Spielen im Fußball der deutschen Nationalmannschaft. Ich identifiziere mich mit denen einfach nicht. Es sind genauso Menschen wie jeder andere auch auf der Welt. Was macht ihn, oder was macht mich besser? Nur weil ich hier geboren bin? Wenn ich in Afrika geboren bin, dann bin ich stolz auf Afrika, weil dort alle Menschen herkamen? Ich bin stolz auf die Erde, weil sie Leben hervorgebracht hat? Welchen Zweck erfüllt das? Es entsteht dadurch doch nur ein Stolz auf etwas bezogen, wenn ich es jemand anderen vorhalte um zu vergleichen. Ich möchte keinen Vergleich zwischen Afrika und Europa oder zwischen den deutschen Spielern und den Österreichischen Spielern oder Afrikanischen Spielern. (mal davon ab, dass die deutsche Nationalmannschaft "früher" für das Land gespielt hat,als Ehre für die Millionen Deutsche spielen zu dürfen, sogar kostenfrei und heute dafür Geld bereit gestellt wird)
 
Sherman123 schrieb:
@Moderation
Der Thread geht langsam in Richtung Tonne, oder?

Zumindest bewegt er sich auf einem populistisch schmalen Grat. Wenn das Thema hier und dessen Kontext weiterhin diskutiert werden soll, bitte ich alle (!) darum, diesen Post von Deadsystem genau zu lesen. Der dort formulierte Anspruch an ein solches Thema, das sich leicht durch Pauschalisierungen und Simplifizierungen von komplexen Zusammenhängen tendenziös instrumentalisieren lässt, ist nicht mehr als eine Mindestanforderung an die hiesigen Beiträge. Bisweilen dürfte es daher erforderlich sein, vor dem Klick auf den Butten "Antworten", sich noch mal im Schreibtischstuhl zurück zu lehnen und tief durchzuatmen. ;)
 
@Onkelhitman:
Besteht aber nicht die Gefahr, das Kultur einfach vergessen wird, wenn man sie nicht bewahrt?
Was ist mit Traditionen, wie Weihnachten, Ostern, Krampuslauf? Möchtest du nicht daran festhalten.
Kultur ist etwas, was Menschen gemeinsam gerne haben, was sie zusammenkommen lässt und man sich Zuhause fühlt.
 
@damn@x
Wie kannst du denn vergessen, dass es zum Beispiel in Österreich alle 200m einen Platz zum beten gibt? Wie kann man die Kunst, die einherging mit der Zeit vergessen? Musik, ja auch Feste.

Aber was verbindest du mit diesen Festen? Es ist etwas religiöses, weil ansonsten hätte man diese Feste nicht. VIELLEICHT. Das ist der Punkt. Was du als positive gemeinsamkeit definierst, das habe ich täglich. Warum? Entweder ich mag Menschen, dann mag ich die an jedem Tag meines Lebens. Oder ich bin ein Hobby-Religiöser. Der immer nur an Festen zu den Leuten geht, die er mag und liebt.

Ist es nicht eher schon schrecklich, dass die Menschen es scheinbar nur schaffen, an genau diesen Feiertagen zusammen zu kommen? Dass jegliche anderen Tage jeder seine Brötchen backt? Jeder seine Suppe kocht? Ist DAS nicht schon ein Kulturverlust? Ein menschlicher Wertverlust? Ich fühle mich bei denen, die ich mag immer zu hause, egal ob ich angekündigt komme, ob ich da was zusammen zelebriere und esse oder ob ich mich gemütlich auf nen Stuhl setze. Denn das zu hause fühlen kommt von den Menschen und nicht von dem Ambiente und allem drum herum.

Das heißt, um Traditionen zu wahren, um Kultur zu wahren, um Städte und Gemeinden zu wahren bedarf es vor allem: Menschen und dem Menschsein. Wenn das schon bröckelt, dann kann man versuchen sich an diese Tage zu klammern, aber dann ist es eigentlich schon viel zu spät. Dann sind das nur Vorwände, Ausrede und auch Angst, dass wenn sich andere kulturen, andere Menschen einbinden, dass diese Tage auch noch "weggenommen" werden. Es ist also eine Schutzreaktion. Und diese Angst, dieses Misstrauen, das wird dann geschürt und verstärkt. Damit jeder meint, es läge an denen die von außen hinzukommen. Nein es liegt an einem selbst! Man hat es in der Hand. Wenn man es gut findet, dass man zusammen ist, warum sorgt man nicht außerhalb dieser Feier/Fest/Freien Tage dafür, dass man gemeinschaftlich etwas macht? Warum kann es nur an diesen Tagen sein (wenn überhaupt) und man empört sich, wenn diese Tage angerührt werden?

Und das führt dann eben auch dazu, dass Menschen Parteien wählen, aus Angst die Feiertage könnten ihnen genommen werden. Die Kultur könne ihnen genommen werden. Das Wichtigste jedoch, das wurde ihnen schon genommen. Nämlich das woran sie sich klammern, die Gemeinschaft, das Gemeinschaftsgefühl (was eben durch Kultur, durch Religion, durch Veranstaltungen [man sehe sich Fans eines Fußballvereins im Stadion an]), das ist das was schon bröckelt. Und man will den letzten Rest noch bewahren. Viel eher wäre es wichtig sich klarzumachen was man überhaupt will und es denjenigen zu sagen, was man denkt,fühlt und möchte. Darüber sprechen.

Da dies aber keine Stimmen in der Politik gibt, wird anstatt mit der Emotion der Verbundenheit geichzeitig mit Ängsten, Hass, Verurteilung und gleichgestellt mit der Aufgabe des bisherigen Lebens, wenn etwas Neues kommt. So trifft man einen Kern im Menschen, der Emotionen beinhaltet. Weil dieser Kern zwar erhalten bleibt, aber verkümmert.
 
damn@x schrieb:
@Onkelhitman:
Besteht aber nicht die Gefahr, das Kultur einfach vergessen wird, wenn man sie nicht bewahrt?
Kulturen unterliegen einer ständigen Veränderung und zwar nicht weil sie sich nur aus sich selbst heraus verändern sondern vor allem durch äußere Einflüsse. Und diese Veränderungen betreffen letztendlich alle Bereiche einer Kultur. Sei es Sprache, Kunst, Traditionen oder ganz banal das Essen. Wer kannte denn vor 50 oder 60 Jahren eine Pizza, einen Döner oder asiatische Gerichte? Heute ist es kaum mehr weg zudenken. Wie wurde denn vor 300 Jahren Weihnachten gefeiert? Sicher nicht so wie heute. Allein die Tradition des Weihnachtsbaums ist gar nicht so alt wie manche denken. Dafür sind andere Traditionen nach und nach in Vergessenheit geraten oder in den Hintergrund getreten.
Kulturelle Entwicklung ist daher völlig normal und hat letztendlich auch immer zur Weiterentwicklung geführt.
 
mal abgesehen davon, dass der döner in berlin erfunden wurde und der weihnachtsbaum sogar eine altgermanische, vorchristliche tradition ist stimmt vieles von dem was du sagst ;)
ABER kulturelle vielfalt kann nur entstehen, wenn wir auch viele eigenständige kulturen haben, die sich unabhängig voneinander entwickeln. dummerweise gibt es das hier im westen schon seit dem krieg nicht mehr wirklich. hier ist alles längst amerikanisiert.
ich bin ein verfechter von kultureller vielfalt.
dummerweise wird das von vielen mit einwandererpolitik in einen topf geworfen und zu einer braunen souce verrührt.
ich kann auch in deutschland bei meinem türkischen obst- und gemüsehändler einkaufen, beim italiener meine pizza bestellen und eine polnische haushaltshilfe bei meiner oma beschäftigen, ohne dass ich angst um meine kultur haben muss. soetwas ist vollkommen normal und in ordnung. viel schlimmer für unsere kultur sind amerikanische fernsehserien, aber niemand kommt auf die idee, diese zu verbieten. denkt mal drüber nach...
 
Zugegeben, eine kulturelle Vielfalt ist etwas Schönes.
Selbst habe ich ja viele ausländische Bekannte und durfte auch schon leckeren türkischen Schafkäse kosten, sehr süß und lecker :D
Ein Hauptproblem in meiner Umgebung besteht allerdings durch massive Sprachbarrieren, und da sind sehr viele Türken Weltklasse, wenn es darum geht, Deutschkenntnisse nicht zu erlangen.
Wie soll man eine vernünftige Diskussion führen, wenn sich nicht einmal die Begriffe klären lassen.
Ich rede hier von etwa 20%, die schon länger in Österreich leben als ich gebürtiger Österreicher.
Diese Menschen bilden eine eigene Gesellschaft, die mit uns Einheimischen nicht kommunizieren kann.
Aus diesem Grund wünschen sich Österreicher eine Einwanderungspolitik, die Einwanderern begreiflich macht, dass, wenn sie hier Familien gründen wollen, die deutsche Sprache erlernt werden muss.
Wie soll eine Gesellschaft gut miteinander leben, wenn man sich nicht verständigen kann?
 
Onkelhitman schrieb:
Ist es nicht eher schon schrecklich, dass die Menschen es scheinbar nur schaffen, an genau diesen Feiertagen zusammen zu kommen?
Es soll, Gerüchten zufolge, Menschen geben, die nicht bloß im Umkreis von einer Stunde Fahrt zum Elternhaus wohnen. Diese Gerüchte sprechen von Menschen, die einige Hundert Euro Reisekosten verbraten, um ihre Familie zu besuchen.
Für dich mag das schwer zu verstehen sein, aber kulturell gewachsene Feiertage sind eben ein guter Anlass, die beschwerliche und kostenintensive Reise auf sich zu nehmen.

Das heißt, um Traditionen zu wahren, um Kultur zu wahren, um Städte und Gemeinden zu wahren bedarf es vor allem: Menschen und dem Menschsein.
Menschen, die mit dieser Tradition groß geworden sind und sie ehren... Genau das ist doch der Punkt, wo der Gedankengang der Überfremdung ansetzt. Wenn ein Stadtviertel zu 80% aus Immigranten besteht, dann können die übrigen 20% ihre eigene Kultur & Tradition kaum wahren. Versuch mal in Kreuzberg einen traditionellen Weihnachtsmarkt zu organisieren....
Du hast es eben nicht in der Hand, deine Kultur zu schützen, wenn eine ultra-liberale Regierung eine Politik des Großen Einheitsbreis fördert und jegliche Form von Unterschieden mutwillig ersticken will.

Da dies aber keine Stimmen in der Politik gibt, wird anstatt mit der Emotion der Verbundenheit geichzeitig mit Ängsten, Hass, Verurteilung und gleichgestellt mit der Aufgabe des bisherigen Lebens, wenn etwas Neues kommt. So trifft man einen Kern im Menschen, der Emotionen beinhaltet. Weil dieser Kern zwar erhalten bleibt, aber verkümmert.

Wenn du mit einer konservativen Politik den "emotionalen Kern" der Menschen triffst, dann kann diese Politik ja nicht so falsch sein, oder?

Sinthuria schrieb:
Heute ist es kaum mehr weg zudenken. Wie wurde denn vor 300 Jahren Weihnachten gefeiert? Sicher nicht so wie heute. Allein die Tradition des Weihnachtsbaums ist gar nicht so alt wie manche denken.
Weite Teile des Weihnachtsfestes entstammen der vorchristlichen Zeit. Die Geburt Jesu wurde nachträglich passend auf die Zeit der Wintersonnenwende gelegt, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, im neuen Glauben (dem Christentum) ihre alten "heidnischen" Feste zu begehen.
So enthielten die alt-römischen Saturnalien z.B. bereits die Tradition des Schenkens sowie die gesteigerte Bedeutung von Nächstenliebe und Standesgleichheit. Alte keltische udn germanische Bräuche nutzten die Zeit der Wintersonnenwende ebenfalls, oftmals dienten hier immergrüne Pflanzen als Symbol des Lebens, ist doch die Wintersonnenwende der Punkt, ab dem die Tage wieder länger werden und die Welt "neu erwacht".

Du siehst: Man muss nicht einmal Christ sein, um Weihnachten zu feiern. Man kann genauso den alten germanischen Kulten folgen oder zum alt-römischen Pantheon beten.... oder man hält es atheistisch und feiert einfach nur die Wintersonnenwende und das Ende des Jahreszyklus'.

Lübke schrieb:
ich bin ein verfechter von kultureller vielfalt.
dummerweise wird das von vielen mit einwandererpolitik in einen topf geworfen und zu einer braunen souce verrührt.
Zu weit am rechten Rand verliert sich jegliche Vielfalt, weil es gar keine Einwanderer gibt, die ihre kulturellen Elemente einfließen lassen könnten. Zu weit links verliert sich jegliche Vielfalt dann unter dem Deckmantel der Toleranz. Toleranz ist echt ein tolles Wort. Damit kann man jegliche Scheiße rechtfertigen.

Wenn man aber sagt: "Hey, kommt nur her, wenn ihr fleißig seit, die Sprache schnell lernt, die bestehende Kultur achtet, euch integriert und eure Kultur unaufdringlich vertretet. Bleibt aber draußen, wenn ihr nur wegen der sozialen Sicherung kommt, kein Interesse an unserer Kultur habt, die Sprache nicht lernen wollt,..." - Schon ist man angeblich viel zu weit rechts, schon wird man als Nazi bezeichnet. Dabei sind das doch ganz einfache, klare und verständliche Ansprüche. Sie entsprechen nur eben nicht dem deutschen Schuldbewusstsein, genauso wenig wie der linksliberalen Politik einiger Parteien und Gruppierungen.
Mal ehrlich: Teilt ihr etwa dieses Schuldbewusstsein? Habt IHR im KZ auf Juden geschossen? Haben eure Eltern das getan? Oder war es nicht vielmehr so, dass eure Großväter als "Schütze Arsch" irgendwo in einem Graben lagen und um ihr eigenes Leben gekämpft haben, weil ein österreichischer Spinner mit ulkigem Bart dem Größenwahn verfallen ist?

damn@x schrieb:
.
Diese Menschen bilden eine eigene Gesellschaft, die mit uns Einheimischen nicht kommunizieren kann.
Ersetze "kann" durch "will", denn ich bezweifle, dass all diese Immigranten grundsätzlich zu dämlich sind, eine neue Sprache zu erlernen.
Nein, denen fehlt der Wille, sich auch nur einen Schritt weit zu integrieren. Statt die Gast-Kultur mit ihrem Einfluss zu bereichern (wogegen nix einzuwenden ist), will diese Sorte Immigranten ihre eigene Enklave schaffen. Ob das dann Neu-Istanbul mitten im Ruhrpott oder Klein-Odessa in Dresden ist (da sind sogar die Geschäfte kyrillisch beschriftet) spielt keine Rolle.
 
Es soll, Gerüchten zufolge, Menschen geben, die nicht bloß im Umkreis von einer Stunde Fahrt zum Elternhaus wohnen. Diese Gerüchte sprechen von Menschen, die einige Hundert Euro Reisekosten verbraten, um ihre Familie zu besuchen.
Für dich mag das schwer zu verstehen sein, aber kulturell gewachsene Feiertage sind eben ein guter Anlass, die beschwerliche und kostenintensive Reise auf sich zu nehmen.
Und du BRAUCHST Weihnachten oder Ostern um dorthin zu kommen? Oder fährst du nicht wegen dem Feiertag, sondern dahin weil du die Menschen dort magst? Diese Reise kann man auch an einem X-beliebigen anderen Tag machen und muss dies nicht in den paar Tagen an denen Feiertage sind.

Menschen, die mit dieser Tradition groß geworden sind und sie ehren...
Was willst du denn ehren? Den Tag? Oder die Tradition? Eine Tradition, die worauf genau hinauszielt? Soll sie andere bekehren? Soll sie Freude bringen? Soll sie die Verwandten versammeln? Was jucken dich dann die 80% Immigranten? Du feierst doch für dich oder musst du alles öffentlich zelebrieren?

Versuch mal in Kreuzberg einen traditionellen Weihnachtsmarkt zu organisieren....
Dann wird das genauso abgelehnt wie jegliche andere religiöse Veranstaltung, so wie ich das mitbekommen habe. Es zielt also nicht gegen EINE Religion, die hier nicht erhalten werden soll, es zielt auf ALLE.

Wenn du mit einer konservativen Politik den "emotionalen Kern" der Menschen triffst, dann kann diese Politik ja nicht so falsch sein, oder?
Doch, wenn die Menschen nicht weiter denken.

Toleranz ist echt ein tolles Wort. Damit kann man jegliche Scheiße rechtfertigen.
So ist es. Ich zähle auch mal ein paar auf: Kirchensteuer, Eheschließung, Lohnsteuerklasse, Religionsfreiheit,Gleichheit, Religionsunterricht an Schulen. Alles was sich schon im Grundgesetz alles wiederspricht. Auf der einen Seite soll man seine Religion ausführen dürfen. Würde das jeder Fanatist machen sähe es hier anders aus. Da stehen die Grundrechte eines Menschen dann doch wieder höher. Also darf es gar keine Religion in diesem Land geben. Es IST schon eine Einschränkung. Würde jeder seine Religion ernst nehmen würd es Tote regnen..... Da hört die Toleranz auf?

Schon ist man angeblich viel zu weit rechts, schon wird man als Nazi bezeichnet. Dabei sind das doch ganz einfache, klare und verständliche Ansprüche. Sie entsprechen nur eben nicht dem deutschen Schuldbewusstsein, genauso wenig wie der linksliberalen Politik einiger Parteien und Gruppierungen.
Du wirst zu einem Rechten wenn du schreibst: ALLE Ausländer machen das, ohne zu Unterscheiden zwischen denen, die sich eben nicht integrieren (und der Schuldfrage, wer das denn zulässt) und die, die sich integrieren. Dann bist du rechts. Denn es ist dir vollkommen schnuppe was die machen, Hauptsache die sollen weg.

Nein, denen fehlt der Wille, sich auch nur einen Schritt weit zu integrieren. Statt die Gast-Kultur mit ihrem Einfluss zu bereichern (wogegen nix einzuwenden ist), will diese Sorte Immigranten ihre eigene Enklave schaffen. Ob das dann Neu-Istanbul mitten im Ruhrpott oder Klein-Odessa in Dresden ist (da sind sogar die Geschäfte kyrillisch beschriftet) spielt keine Rolle.
Noch einmal: WER IST DAS SCHULD? Die Leute, die hierhin dürfen und sich nicht anpassen MÜSSEN oder aber die, die es zulassen? Mecker nicht über die Leute, die nutzen nur genau das, was wir auch alle nutzen, Schlupflöcher in den Gesetzen. Das tun nicht alle und das tun sie vielleicht auch noch nichtmals bewusst. Aber sie haben die Möglichkeit. Und sie schaffen sich die Möglichkeit nicht selber. Das übernimmt für die einer. Ferner unsere Regierung, die Parteien, die eben entweder zu pauschal herangehen (dann sind sie rechts) oder aber immer schlucken (dann sind sie BLÖD).

Es ist ja nicht so, dass man aus Geschichte nicht lernt, sondern dass man das Thema immer nur von zwei krassen Seiten aufzieht, aber nicht in der Mitte. Das ist mal wieder wie immer muss ich sagen. Und das wird hier so sein, und das wird auch in Österreich so sein. Nur aufgeregt wird sich über die Leute, die sich nicht anpassen. Alle sind Schuld, nur die nicht, die wirklich Schuld sind.
 
Onkelhitman schrieb:
Diese Reise kann man auch an einem X-beliebigen anderen Tag machen und muss dies nicht in den paar Tagen an denen Feiertage sind.
Unter anderem sorgen gesetzliche Feiertage (auch wenn sie religiösen Ursprungs sind) dafür, dass auch ohne komplexe Abstimmung von Urlaubsplänen alle Beteiligten Zeit haben.
Es ist relativ witzlos, ein Familienfest an einen Tag zu legen, an dem die halbe Familie Dienst hat.

Was jucken dich dann die 80% Immigranten? Du feierst doch für dich oder musst du alles öffentlich zelebrieren?
So manche Tradition wird öffentlich zelebriert, ja. Dazu gehören in der christlich-geprägten Kultur z.B. auch Weihnachtsmärkte. Im Islam gehört dazu ein Ramadan-Markt.
Und was ist mit Oster-Bräuchen, zurückdatierend unter anderem auf keltische Frühlings- und Fruchtbarkeitsfeste? Ist ein Osterfeuer oder Maibaumsetzen etwa nicht a) kulturell gewachsen, b) traditionell und c) öffentlich zelebriert? Kannst du allein im stillen Kämmerlein ein Osterfeuer machen?

Nein, viele Bräuche und Traditionen erfordern tatsächlich öffentliches zelebrieren. Oder warst du z.B. noch nie um Ostern im sorbischen Gebiet? Nein? Solltest du mal machen.

Dann wird das genauso abgelehnt wie jegliche andere religiöse Veranstaltung, so wie ich das mitbekommen habe. Es zielt also nicht gegen EINE Religion, die hier nicht erhalten werden soll, es zielt auf ALLE.
Hier schränkt also der große Einheitsbrei der Ultra-Liberalen die Religionsfreiheit Aller ein und stößt alle Beteiligten vor den Kopf. Geil, ne?

So ist es. Ich zähle auch mal ein paar auf: Kirchensteuer, Eheschließung, Lohnsteuerklasse, Religionsfreiheit,Gleichheit, Religionsunterricht an Schulen.
Ich zahl keine Kirchensteuer. Geheiratet haben meine Eltern ohne einen Schritt in die Kirche zu tun. Auch wenn ich Ethik statt Reli gewählt habe, enthält der Religionsunterricht NICHT das, was du hier implizierst: Christliche Demagogie. Statt dessen sieht der Lehrplan einen Überblick über alle großen Weltreligionen vor, ohne jegliche Wertung.

Würde das jeder Fanatist machen sähe es hier anders aus. Da stehen die Grundrechte eines Menschen dann doch wieder höher. Also darf es gar keine Religion in diesem Land geben. Es IST schon eine Einschränkung. Würde jeder seine Religion ernst nehmen würd es Tote regnen..... Da hört die Toleranz auf?
Religionsfreiheit IST ein Grundrecht in den EU-Staaten.
Das ändert nichts daran, dass das Grundrecht des Einen da aufhört, wo er Grundrechte der Anderen verletzt. Das betrifft natürlich auch die Religionsfreiheit. Da kann deine Religion noch 10x "Vernichte die Ungläubigen!!!" sagen, es widerspricht den Grundrechten eben dieser Ungläubigen, du darfst es nicht tun.... zumal keine der großen Religionen einen solchen Passus hat. Nur in radikalen Auslegungen von noch radikaleren Führern tauchen solche Passagen plötzlich auf, erleichtert durch die Leseschwäche der jeweiligen Bevölkerung.

Du wirst zu einem Rechten wenn du schreibst: ALLE Ausländer machen das, ohne zu Unterscheiden zwischen denen, die sich eben nicht integrieren (und der Schuldfrage, wer das denn zulässt) und die, die sich integrieren. Dann bist du rechts. Denn es ist dir vollkommen schnuppe was die machen, Hauptsache die sollen weg.
So die Theorie. In der Praxis wirst du schon als Nazi gebrandmarkt, wenn du kriminelle Immigranten kurz und schmerzlos ausweisen willst.

Noch einmal: WER IST DAS SCHULD? Die Leute, die hierhin dürfen und sich nicht anpassen MÜSSEN oder aber die, die es zulassen?
Halb und halb.
Die von Leuten wie dir unterstützten linksliberalen Parteien sorgen für den Nährboden und die gesetzlichen Grundlagen, die dann von integrations-unwilligen Schweinepriestern natürlich hübsch ausgenutzt werden.

Von daher kann man den Ösis eben doch nur gratulieren. Wenn die Regierung weiter nach rechts rückt, dann werden unter Umständen genau die gesetzlichen Grundlagen geschaffen, die nötig sind um ein Mindestmaß an Integration zu erzwingen.

Für Deutschland ist eine solche Regierung aber undenkbar. Keine der etablierten Parteien würde so einen Gesetzesvorschlag in Deutschland wagen. Solche Gesetze kämen bei uns nur von extremistischen Spinnern wie der NPD, die viel zu weit rechts sind, um ernst genommen zu werden (ich sag nur Holocaust-Verleugnung etc...). Keine der gemäßigt-rechten Parteien würde so etwas wagen, denn umgehend würde sie (wie dieser Thread hier beweist) mit der NPD in einen Topf geworfen werden.
 
Unter anderem sorgen gesetzliche Feiertage (auch wenn sie religiösen Ursprungs sind) dafür, dass auch ohne komplexe Abstimmung von Urlaubsplänen alle Beteiligten Zeit haben.Es ist relativ witzlos, ein Familienfest an einen Tag zu legen, an dem die halbe Familie Dienst hat.
Das bedeutet krass überspitzt: Weil die Familie zu blöde ist, sich zwei Tage im Jahr zu genau demselben Zeitpunkt freizunehmen, soll dies der Staat erledigen.

Kannst du allein im stillen Kämmerlein ein Osterfeuer machen?
Natürlich kannst du das nicht. Aber du schreibst selber, diese Feste haben sich gewandelt. Warum wandelt man sie jetzt nicht auch um? Wenn eine Tradition verändert werden kann, warum dann nicht in eine andere Richtung?

Hier schränkt also der große Einheitsbrei der Ultra-Liberalen die Religionsfreiheit Aller ein und stößt alle Beteiligten vor den Kopf.
WER? (multiple Satzzeichen sind in diesem Forum zu Recht nicht erlaubt, hier hätten sicherlich 10 Fragezeichen gepasst) Hast denn DU einen Einfluss darauf? Von mir aus können die nen Weihnachtsmarkt machen. Von mir aus kann auch jede andere Religion einen Markt oder ein Fest machen. Ich habe einfach nichts dagegen, aber du beschuldigst hier Menschen, die da nichts dafür können. WER hat denn den Weihnachtsmarkt nicht zugelassen (verboten ja nicht)?

...enthält der Religionsunterricht NICHT das, was du hier implizierst: Christliche Demagogie. Statt dessen sieht der Lehrplan einen Überblick über alle großen Weltreligionen vor, ohne jegliche Wertung.
Dann hattest du anderen Unterricht. Bei uns gab es katholisch, evangelisch und Philosophie. Ich hab in den 10 Jahren Schule (inkl. Berufsschule!) keine einzige Stunde damit zugebracht über eine andere Religion zu sprechen. Wäre dem so, hätte ich mich gefreut, weil dann wäre die Religionsfreiheit noch gewährleistet.

Da kann deine Religion noch 10x "Vernichte die Ungläubigen!!!" sagen, es widerspricht den Grundrechten eben dieser Ungläubigen, du darfst es nicht tun.... zumal keine der großen Religionen einen solchen Passus hat. Nur in radikalen Auslegungen von noch radikaleren Führern tauchen solche Passagen plötzlich auf, erleichtert durch die Leseschwäche der jeweiligen Bevölkerung.
Du hast scheinbar noch nie die Bibel gelesen. Das ist nämlich genau der Punkt. Es ist alles eine reine Auslegungssache. Würde sich jeder Christ an die Bibel halten, MÜSSTEN sie die Ungläubigen, Ketzer und Andersgläubigen töten. Es ist eine Pflicht laut dem alten Testament. Dass es dann Pfeiffen gibt, die sich dann an das neue Testament klammern: Wenn das alte nicht stimmt, wer sagt, dass das NEUE ebenfalls richtig ist? Es ist demnach alles nur eine Auslegungssache. Und wenn es Auslegungssache ist, WER legt aus? Gott? Jesus? Mohammed? Die Kirche und deren Oberhäupter? Man selbst? Die Gesellschaft? Das sind keine Radikalen. Radikale, Fundamentalisten und Fanatiker tun genau das, was in den heiligen Schriften steht und töten Menschen, weil genau DAS die Religion auszeichnet. Ich höre den Aufschrei der Gläubigen: Oh nein, unsere Religion ist nett und freundlich.

Ja, weil die von diesen Menschen zu ausgelegt wird. Würden sie sich jedoch wortgenau an die Überlieferungen halten, ist sie nicht mehr so freundlich. Und wenn dem nicht so ist, dann haben die Menschen eben KEINE religiöse Ambition die sich um die jetzt realen Religionen dreht, sondern Milliarden von Menschen auf der Welt haben ihre eigene, private Religion.

So die Theorie. In der Praxis wirst du schon als Nazi gebrandmarkt, wenn du kriminelle Immigranten kurz und schmerzlos ausweisen willst.
Wenn also jemand nen Strafzettel bekommt: Raus? Die Frage ist doch immer, was man damit meint. Wenn jemand wiederholt Verbrechen begeht, dann hat der doch erstmal dieselben Rechte wie jemand anderer oder nicht? "Ah, er ist Immigrant, ok, raus mit ihm." Ich bin ja auch dafür, dass Menschen, die hier keinen Nutzen haben und dann nach wiederholungstaten wieder dahin sollen, wo sie herkamen, damit sich die DORTIGE Gesellschaft um diese Menschen kümmern soll, denn das Problem hat man ja auf unsere Verantwortung übertragen, und wir haben sicherlich genug damit zu tun die eigenen Verbrecher zu kurieren. Wieso wir dies demnach mit ausländischen Wiederholungstätern machen sollen entzieht sich mir. WIEDERHOLUNGSTÄTER.

Die von Leuten wie dir unterstützten linksliberalen Parteien sorgen für den Nährboden und die gesetzlichen Grundlagen, die dann von integrations-unwilligen Schweinepriestern natürlich hübsch ausgenutzt werden.
Wieso das? Meinst du ich fordere dass alle Gesetze aufgehoben werden? Diese Grundlagen existieren. Also dreh ich den Spieß mal um: Wen auch immer DU gewählt hast, DU bist selber Schuld, dass der Nährboden gelegt wurde, denn die hiesige Politik lässt das ja zu, und DU hast sie gewählt. DU bist Schuld.

Wenn die Regierung weiter nach rechts rückt, dann werden unter Umständen genau die gesetzlichen Grundlagen geschaffen, die nötig sind um ein Mindestmaß an Integration zu erzwingen.
Das Problem siehst du doch selber oder? Wenn du zu weit die Arme öffnest, dann kommt halt jeder. Wenn du aber deine Arme schließt, kommt keiner mehr. Es gibt nur das eine, oder das andere Extreme. Eine Mittellösung gibt es wie immer nicht. Ich sag mal salopp "die Rechten" wollen ja GAR KEINE Einwanderer.

Keine der gemäßigt-rechten Parteien würde so etwas wagen, denn umgehend würde sie (wie dieser Thread hier beweist) mit der NPD in einen Topf geworfen werden.
Weil die Parteien Pauschalisieren. Die sagen nicht:
"Wir wollen das Problem der Kriminalität der Immigranten aufgrund von Integrationsproblemen dadurch verhindern, dass wir Wiederholungstäter in die Gesellschaft zurückschicken, die sie geschaffen hat, und um daher unsere Kosten im sozialen und kulturellen, wie im gemeinschaftlichen Sinne nicht zu überstrapazieren."

Nein es wird nur gewettert:"Ausländer raus!" ; "Deutschland den Deutschen"; "Immigranten passen sich nicht an." Das ist viel zu pauschal und hilft keinem, außer denen die dann in weiten Teilen dieses rechte Gedankengut verstehen, weil sie im Umfeld Menschen haben, die diese "Gesetzeslücken" ausnutzen, weil es zugelassen wird und IST. Meine Gedanken sind ja nicht so liberal, sie sind ja ansich schon umgesetzt. Obwohl "meine" Partei gar nicht da ist um was bestimmen zu können.

Man will einfach den schwarzen Peter auf irgendwen schieben, aber wer Schuld ist, ist doch eindeutig, wer steht im Handlungszwang? Und wer kann überhaupt handeln? Ich kann wollen was ich will, so wie du wollen kannst was du willst. Ändern wird sich dadurch gar nichts. Und wie du schreibst, dann gibts nur die Plätzchen von Rechts, die dann auch so eingesiedelt werden, die anderen Parteien kümmern sich dann nicht, könnte ja IRGENDWEM sauer aufstoßen. Ne, ungemütlich. Dann lieber Mund halten. Das ist keine Lösung des Problems. Eine Lösung ist aber auch nicht, alle in einen Sack zu stecken und draufzuhauen.
 
Nun, wenn es eine Koalition von SPÖ und FPÖ geben würde, wäre ein größerer Rechtsruck ohnehin ausgeschlossen.
Man würde eine Lösung mittendrin finden müssen, damit beide Parteien zufrieden sind.
Eine rechtsextreme Politik würde es niemals geben.
 
Also vorab möchte ich klarstellen, dass ich den Thread nur teilweise gelesen habe, daher bitte nicht böse sein, wenn ich etwas wiederhole, was schon weiter oben gepostet wurde.
damn@x schrieb:
Dürfen Einheimische entscheiden, inwieweit sie andere Kulturen im eigenen Land akzeptieren und wodurch eine Gesellschaft geprägt sein sollte.
Ist es dann angebracht, die dafür richtige Partei zu wählen, oder muss man offen für alle Kulturen sein?
Darf ein Land verlangen, dass Migranten sich in gewissen Maße anpassen müssen, um willkommen zu sein, damit ein bevorzugtes gesellschaftliche Bild bewahrt werden kann?
Die Fragen und daraus hervorgehenden Grundvorstellungen, die Du hier stellst entsprechen ziemlich genau dem Bild, dass ich vom Durchschnittsösterreicher habe (das soll keine Beleidigung sein oder dergleichen, Du scheinst nur die gleichen Grundvorstellungen zu haben wie sie typischerweise in der breiten Masse der Österreicher vorkommt). Darum möchte ich kurz mal die aktuelle Situation erläutern, die derzeit in Österreich herrscht (für die, die vlt. nicht ganz im Bilde sind):

Österreich ist derzeit (nach wie vor) politisch und gesellschaftlich sehr weit links angesiedelt. Das geht großteils darauf zurück, dass der Österreicher geradezu panische Angst davor hat auch nur irgendwie mit Nationalsozialismus in Verbindung gebracht zu werden. Darum wird alles, was politisch "rechts der Mitte" ist als schlecht eingestuft. Das Problem ist, dass die "Mitte" mittlerweile soweit nach links abgedriftet ist, dass sogar das, was früher der "Mitte" zugeordnet wurde jetzt rechts liegt (Einwanderungs und Integrations-Politik, sowie die Umverteilungsmaßnahmen als beste Beispiele - Fragen wie die obige ob die Österreicher über die Österreichische Kultur entscheiden sollte oder ob wir erst die Zuwanderer fragen sollen, zeigt das groteskte Ausmaß -und das Missverständnis über den Begriff der Integration). Diese Imbalance führt schlussendlich dazu, dass es wieder mehr von "rechts" braucht um ein Gleichgewicht zu schaffen. Das mit dem Gleichgewicht ist allerdings etwas, das viele leider überhaupt nicht zu verstehen scheinen. Da herrscht dann der Gedanke, dass der der eine rechte Partei wählt ein Rechter ist und der der ein linke Partei wählt ein Linker ist. Dass manche Leute eine Partei wählen um die Politik wieder in die richtige Richtung zu rücken (um besagtes Gleichgewicht wiederherzustellen) und nicht weil sie diese Partei so sehr mögen, is anscheinend für viele unbenkbar -und ein Armutszeugnis. Um sinnvolle Politik zu gewährleisten, wäre es meines Erachtens auch keine schlechte Sache, wenn im Parlament auch ~7% Kommunisten sowie ebensoviele Nationalisten vertreten wären. (Doch das ist dann der Punkt, wo Schluss ist mit der Demokratie - denn alleine mit dieser vollkommen legitimen Ansicht -die auch vielen Vorstellungen der "optimalen Interessens/Parteienverteilung" entspricht- ist man bereits in den meisten Fällen als Rechtsradikaler klassifziert, was eindrucksvoll aufzeigt, wie krank das System und viele Leute eigentlich in ihren Vorstellungen sind). Das hätte vermutlich so manche Blödsinn verhindert, der in den letzten Jahren von unseren Politiker verzapft wurde...
Darum ist es durchaus zu begrüßen, dass die FPÖ erstarkt, sofern sie es nicht zu sehr tut. Die Rot/Grün hat leider sehr viel gegen die Wand gefahren den letzten Jahren...

BTW: Es ist offensichtlich, dass Österreich, vornehmlich Wien, ein Immigranten-Problem hat, genausosehr wie Deutschland in diversen Großstädten. Der Knackpunkt is jedoch der, dass unser Staatshaushalt rote Zahlen schreibt. Damit können wir es uns schon aus finanziellen Gründen nicht leisten Leute einwandern zu lassen, die nichts zur Wirtschaftsleistung beitragen (sich nicht zumindest selbst finanzieren). Das ist eine Tatsache. In Ländern wie zB Kanada und Austrialien gibt es aus diesem Grund strikte Einwanderungsbedinungen. Entwickelten Länder wie AT/DE/CH/FR/CA/... sind nunmal ein Magnet für Wirtschaftsflüchtlinge. Der Lebensstandard ist hier nunmal selbst als Arbeitsloser höher als in anderen Ländern "gutverdienend". Und genau das führt zu dem Problem, dass wir derzeit haben...

MFG, Thomas
 
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