snickii schrieb:
Haben Entwickler/Publisher hier die "Kundschaft" in die Richtung erzogen oder ist es weil neue Spieler es einfach nicht anders kennen?
Beides ja.
Zum einen, muss man an den Frosch im Kochtopf denken. Die Publisher/Studios haben vor Jahren ganz klein damit angefangen. Kleiner mini ingame shop. Da gab es schon einen Aufschrei, aber noch nicht so stark, dass wirklich viele abgesprungen sind. Und das hat man über die Jahre immer weiter gesteigert. Würde man ein typisches Spiel von Heute in die Vergangenheit schicken so sagen wir 10 Jahre zurück, die Spieler würden es zerreißen und mit Mistgabeln die Verantwortlichen jagen.
Immer ein kleines Stückchen mehr, gerade so viel dass die Spieler nur bisschen jammern, es aber hinnehmen. Dann gewöhnen die sich daran und man kann wieder etwas mehr zugeben.
Und es gibt viele Spieler, die kennen es kaum noch anders. Für die ist das normal, für Skins zu zahlen etc.
Und die Studios setzen da halt voll auf FOMO. Die haben da Psychologen etc. mit denen die das ganze möglichst manipulativ designen.
wern001 schrieb:
Die leute wollen content.
snickii schrieb:
Als Content würde ich aber andere Dinge bezeichnen.
Da muss ich auch an BF6 denken. Da kommt ja bei fast jedem Start, schön Werbung für den Battlepass und da steht "100 tiers of content", das ist so lächerlich mMn. Das einzige was man da content nennen kann ist für mich Waffen (was schon scheiße ist, dass die im BP sind) und vielleicht noch skins. Aber irgendwelche Profilbilder, charms oder Sticker die mit 100 prozentiger Sicherheit mit KI erstellt wurden sind für mich kein Content.
Und es wird immer schlimmer. Wenn ich heutige AAA multiplayer Games sehe, vergeht mir oft schon die Lust, wenn ich nur das Menü sehe. Netflix Style UI, Werbung, totale Reizüberflutung.
Mich haben die aber schon so gut wie komplett vertrieben. Wo ich vor 10 Jahren noch hauptsächlich Multiplayer gespielt hab und eigentlich kaum bis gar keine Singleplayer, hat sich das mittlerweile komplett gedreht. Jetzt spiel ich fast nur noch Singleplayer, coop und sehr viele Indies, oder AA Games. Mag mit Sicherheit auch am Alter liegen, aber zum Großteil aber an den ganzen monetarisierungskram.
Was ich schon immer total bescheuert fand, ist dieses Battlepass System. Man zahlt Geld, damit man was freischalten darf. Damit zwingt man sich selbst ja dazu möglichst viel Zeit in das Spiel zu stecken, weil sonst schaltet man nicht alles frei, was man eigentlich bezahlt hat. Das ist soo krass manipulativ
Wenn man aber sieht, was z.b. EA damit verdient, dann ist es nur logisch, dass die das machen und es nur noch schlimmer werden kann.
Einnahmen aus "Live Services" (FY 2025)
Im letzten vollständigen Geschäftsjahr (April 2024 bis März 2025) betrugen die Einnahmen allein aus diesem Bereich ca.
5,46 Milliarden US-Dollar.
- Anteil am Gesamtumsatz: Diese Sparte macht etwa 73 % bis 74 % des gesamten Umsatzes von EA aus.
- Vergleich: Der Verkauf von vollständigen Spielen ("Full Game Downloads" und physische Verkäufe) macht dagegen nur noch rund ein Viertel des Umsatzes aus.
Auch Blizzard als weiteres Beispiel macht 5-6 Milliarden $ im Jahr nur durch Ingame Käufe.
Wenn 3/4+ des Jahresumsatzes aus Ingame Käufen kommt, sieht man einfach, dass es genug Leute gibt, die da schön den Geldbeutel aufmachen und es kein Zurück mehr gibt und warum so viele Publisher versuchen irgendwelche Live Service Games rauszubringen.