Opinion of a Portuguese

loliveira

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Lieber deutsche Leser,
I was shocked when I read about the intentions of your Bundesregierung to move or even completely do away with the Tag der Einheit. I’m not a German citizen and I apologise if I hurt any of you with my comments or if I come across like I’m meddling in your internal affairs. That’s really not my intention. However I felt the need to add my thoughts to this forum, as I’ve lived in Berlin for 12 years and Germany is definitively “meine zweite Heimat”. When I left Portugal in 1984, there was still a wall in Berlin, there were two "Germanies"- a federal one and a “democratic” one. Everything I got to see, hear and feel on both sides of the wall was clear evidence that this partition was everything but natural. It was a wound. And then it happened. I am so privileged to be among those who were there on that 9th November. Call me an idealist and a fool, but yes, I cried as if it were my own country that was coming together again. Fifteen years later it’s quite obvious that Germans are still divided, not physically, but socially and, yes, ideologically. I understand their disenchantment quite well. It all happened so fast (but then, what was the alternative?), lots of mistakes were made (but then, who was checking?).
I have lots of German friends, but it seems like every time we are discussing this chapter in German history I end up as the only one defending it, it’s like they take some enjoyment in inflicting remorse and guilt upon themselves. They look down to their navel and they don’t like what they see, but that’s all, they don’t look beyond that. Throughout centuries Germany has contributed in so many ways to enrich the European continent and, yes, the world. I don’t have to name them, you know them as well. True, out of Germany came great evils as well – the historical burden has indeed become heavy to the broad shoulders of the German people. But it seems to me that this part of the German past should be purged by now, not forgotten, but overcome. Look at the face of Europe as it is today. Do you honestly believe we owe it to Ronald Reagan? No. We owe it to the Czechs, we owe it to the Hungarians, we owe it to Gorbachev, but first and above all we owe it to ALL Germans and they shouldn’t let anybody steal that from them. They weren’t mere spectators, they were the actors!

Now, I would have said that the real Tag der Einheit should have been “der Tag der Wiedervereinigung” and that would have been the 9th of November. Most likely for political reasons it was decided that the Einheit of all Germans would be on 3rd October (1990) but you cannot wind back history. Nevertheless moving or scrapping that date would be denying Germans the respect they have come so hard to deserve.

A German fan from Portugal.
(Sorry for writing in English, but in German it would have taken forever)
 
It seems that you understand german, so I will answer in german (because of the same reasons you wrote in english ;)), if not, I try to translate, however...

Zu dem eigentlichen Thema will ich gar nicht mal soviel sagen, es ist nur mal wieder eine Schnellschuß eines deutschen Politikers, wie sie in den letzten Jahren so häufig vorkamen. Ich rechne eigentlich nicht damit, das sich irgendetwas ändern wird bezüglich des Tages der deutschen Einheit.

Warum ich diese antwort wirklich schreibe ist folgendes:
Wir hatte vor nicht allzu langer Zeit eine Diskussion über das Bild von Deutschen im Ausland und um es zusammenzufassen: Wir sind nicht grade gut dabei weggekommen, die (negativen) Erfahrungen, die einige (auch ich) gemacht haben beruhen fast durchweg darauf, das in dem Land, welches heute die Bundesrepublik Deutschland noch immer Nationalsozialsismus hersche und das wir Deutschen alles rechtsradikale Fanatiker wären. So jedenfalls das Bild in weiten Teilen der Welt, so schien es nach der Diskussion. Das man das alles nicht so pauschalisieren kann und das es negativer erscheint als es ist, dürfte klar sein.
Nichtsdestotrotz habe ich mich wirklich über deinen Beitrag und deine Ansichten über Deutschland gefreut und wollte mich dafür bedanken. Danke, das es scheinbar auch Leute gibt, die versuchen hinter den Vorhang aus Boulevardpresse und Klischees zu blicken und versuchen die Tatsachen über (heutige) Deutsche zu erfahren. Halte weiter an deiner Meinung fest.

Gruß
Nossi
 
Nossi schrieb:
Nichtsdestotrotz habe ich mich wirklich über deinen Beitrag und deine Ansichten über Deutschland gefreut und wollte mich dafür bedanken. Danke, das es scheinbar auch Leute gibt, die versuchen hinter den Vorhang aus Boulevardpresse und Klischees zu blicken und versuchen die Tatsachen über (heutige) Deutsche zu erfahren. Halte weiter an deiner Meinung fest.

Ich schließe mich da an. Es ist schön mal sowas zu lesen. :)

Aber die deutschen sind pessimistische Menschen. Anstatt sich über eine Wiedervereinigung zu freuen, sehen viele nur das Negative aus dem Osten. Auch der Ansatz der Regierung war damals falsch. Anstatt den Menschen die Möglichkeit zu geben, selbst Hand anzulegen und den Osten aufzubauen, stellte man sich als Erlöser und die Rettende Regierung hin und pumpte Geld hinein, als ob sich dadurch alles lösen würde.
Und wieder hatten die Leute eine Leitung, die scheins an alles dachte und sie selbst von Verantwortung erlöste ... Schade, denn das Potential und die Aufbruchsstimmung nach dem Mauerfall war unvergleichlich. Nur leider hatten die wenigsten (im Westen wie im Osten) die "Cojones" sich dieser Herausforderung zu stellen und glitten in Meckerei und Resignation ab.
Und deswegen ist es imho ein Frevel diesen Tag wieder abzuschaffen. Die kirchlichen Feiertage überwiegen eindeutig, warum dann ein wichtiges, historisches Ereignis mit zweifelhaftem Wirtschaftswachtum belasten (oder eher dadurch ausradieren).
 
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