Paperless-ngx: Wie sieht euer 1-Klick-Workflow in der Praxis aus?

Milchkühlung

Lieutenant
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Hi zusammen,

ich will dieses Jahr endlich auf ein papierloses Setup setzen und meine Aktenordner auflösen (bzw. nur noch behalten, was zwingend im Original da sein muss). Alles andere: digitalisieren und weg damit.

Mein Ziel: minimaler Aufwand. Papier rein, Taste drücken, fertig. Die PDFs sollen automatisch per OCR durchsuchbar sein, getaggt werden und im Archiv landen, ohne dass ich danach jedes Mal am Rechner sitze und manuell umbenennen muss.

  • Schickt ihr die Scans per Scan-to-Folder (SMB/FTP) aufs NAS, an einen Mailordner oder wie löst ihr den 1-Klick-Ablauf?

  • Paperless-ngx scheint ja der Standard zu sein: Wie gut klappt das Auto-Tagging über Workflows bzw. Machine Learning wirklich? Ab wann läuft das zuverlässig im Alleingang?

  • Was sind die typischen Fehler am Anfang, die unnötig Zeit fressen?

Ich will das Setup so aufbauen, dass es sich im Alltag praktisch von selbst trägt. Wenn es am Ende mehr Nerven kostet als „kurz abheften“, wäre der Sinn für mich verfehlt.

Freue mich über eure Tipps!
 
Ich nutze die Android App Genius scan.
Ohne OCR.
Die Scans fliegen in die entsprechenden Ordner wie "Versicherungen", "Auto" etc.
Einfach und billig. Wird dann in der Dropbox gespeichert und entsprechende Datensicherung angelegt.
One click isses nicht. Günstig und einfach.
 
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Milchkühlung schrieb:
Schickt ihr die Scans per Scan-to-Folder (SMB/FTP) aufs NAS, an einen Mailordner oder wie löst ihr den 1-Klick-Ablauf?
Im wesentlichen hängt das vom Scanner ab.
Wenn der auf SMB ablegen kann, dann ist das der Königsweg.
Wenn nicht, dann Email. Wer ein home lab betreibt wird oftmals ohnehin eine eigene Maildomain haben, ob er sie aktiv nutzt oder nicht.
Milchkühlung schrieb:
Was sind die typischen Fehler am Anfang, die unnötig Zeit fressen?
  • den admin account verwenden. Admin ist Admin. Pack deine Dokumente in deinen User.
  • Sich vorher zu viele Kategorien überlegen, für die noch gar keine digital(isiert)en Dokumente da sind. Am Ende des Tages funktioniert die Volltextsuche in Paperless sehr gut. Ob das Dokument getaggt ist oder kategorisiert oder whatever ist eigentlich egal, man findet es trotzdem.

Milchkühlung schrieb:
Wie gut klappt das Auto-Tagging über Workflows bzw. Machine Learning wirklich? Ab wann läuft das zuverlässig im Alleingang?
Bei mir quasi von Anfang an. Wenn ich ein Dokument als Autoversicherung deklariert habe, hat er bisher alles von der Autoversicherung automatisch als Autoversicherung erkannt. Allerdings sind das z.B. bei mir alles keine Scans, ich bekomme eigentlich kein Papier mehr.
 
Paperless ist meiner Meinung nach die richtige Lösung, aber so ganz one-click ist nur machbar, wenn deine Ansprüche weniger komplex sind.
Ich pflege z.B. auch die Korrespondenten, Die musst du einmal manuell anlegen - das kann Paperlees nicht automatisch. Wenn dann das nächste Dokument vom gleichen Absender kommt, wird das jedoch erkannt.
Auch musst du dir einige Gedanken über die Ordnerstruktur, Dokumenttypen und Tags machen.

Insgesamt läuft viel automatisch, aber eben nicht komplett ohne manuelle Eingriffe. Bei mir heißt das ich schiebe ein paar Dokumente in den „consume“ Ordner und schaue alle paar Tage nach, was ich noch vervollständigen muss. Das ist mit recht wenig Aufwand verbunden.
 
Milchkühlung schrieb:
Wenn es am Ende mehr Nerven kostet als „kurz abheften“, wäre der Sinn für mich verfehlt.

Es kostet mehr Nerven. Ganz klar.

Aber dafür gibt es eben auch Vorteile die du beim Abheften nicht hast.
 
Der größte und aufwändigste Fehler tritt auf, wenn OCR einen Fehler macht und der gesuchte Begriff nicht gefunden wird.
Ohne Ordnerstruktur muss man dementsprechend in Hunderten oder Tausenden von Dokumenten manuell suchen.

Ich habe Paperless-ngx parallel zu meiner altmodischen Struktur getestet. Leider war es am Ende ineffizienter als das manuelle Verschieben der Dokumente in einen entsprechend benannten Unterordner.

Daher ist mein Workflow geblieben:
1. Dokument scannen (automatisch mit OCR)
2. Dokument digital selbst lesen und ggf. darauf reagieren
3. Drag & Drop in den entsprechenden Ordner

Schritt 1 und 3 kosten nur einen winzigen, irrelevanten Bruchteil von Schritt 2 und werden zusammen mit Schritt 2 erledigt. Daher ist es keine Zeitverschwendung.

Das Aufrufen der Dokumente dauert über die normale Windows-Suchfunktion genauso wie über paperless-ngx etwa 3 Sekunden, da der entsprechende Ordner mit seinen Unterordnern indiziert ist.

Wenn die Dokumente, wie bei @h00bi, direkt digital vorliegen, ist es egal, ob man eine Software oder die Windows-Suche nutzt, da jedes Zeichen sauber lesbar ist. Bei OCR hängt es jedoch von mehreren Faktoren ab, ob und wie die Zeichen erkannt werden.

Standard-Schriftarten in guter Qualität sind meistens kein Thema. Sonderzeichen wie § sind bereits problematisch und Bilder oder Logos werden ggf. gar nicht erkannt.
 
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Mein Workflow sieht so aus, dass ich über den Scanner auf ne SMB-Freigabe einscanne. Der Ordner wird automatisch von Paperless-ngx überwacht. Da mein Drucker/Scanner leider nicht 2-seitig scannen kann hab ich noch einen weiteren Ordner eingerichtet, der automatisch Dokumente zusammenführt (https://docs.paperless-ngx.com/configuration/#collate). Also man scannt erst alle Vorderseiten ein und anschließend alle Rückseiten.

Seit einiger Zeit bietet Paperless selbst eine kleine PDF-Bearbeitung an, bei der man Dokumente zusammenführen, Seiten drehen oder entfernen kann. Daher braucht man das im Zweifel nicht unbedingt mehr.

Am aufwendigsten war und ist natürlich die Erstanlage. Hier habe ich von allen verschiedenen Dokumenten jeweils 1-2 hergenommen und diese initial gescannt und wie oben bereits beschrieben wurde den Korrespondenten sowie die dazugehörigen Tags angelegt.
Man muss beachten, dass das Machine Learning nicht sofort läuft sondern alle X Stunden oder so aktualisiert wird (glaube kann man forcieren indem man einfach komplett neustartet).

Nach der Wartezeit habe ich dann die Dokumente hinzugefügt. In der Regel klappt mit 1-2 Dokumenten die automatische Korrespondentenfindung ganz gut. Dokumenttypen (Rechnung, Kontoauszug, Vertrag, Sonstiges z. B.) klappt bei mir meist auch. Die Tags brauchen am Anfang meist mehr Aufmerksamkeit, aber auch das läuft dann.

Achso, ich vergas, dass neue Dokumente grundsätzlich erst einmal einen Inbox-Tag erhalten. Diesen hab ich als eigenen Suchfilter abgespeichert bzw. werden die Dokumente auf der Startseite angezeigt. Diesen Tag entferne ich immer manuell um eine korrekte Zuordnung zu gewähren.
Wie gesagt, die Zuordnung Korrespondenten, Dokumententyp, Tags klappt meist sehr gut und nur wenige Dokumente müssen nachgearbeitet werden. Am meisten muss ich das Datum der Dokumente anpassen. Zum Glück gibt es hier auch einfache Vorschläge aus dem Dokument, auf die man nur noch klicken muss:
1787317021234.png


Was man bei normalen Scans manuell ändern muss ist der normale Dokumententitel. Bei digitalen Dokumenten ist hier meist im Dokument bereits etwas hinterlegt.
 
Ich halte One Click auch nicht für optimal. Meine elektronische Ablage auf dem NAS muss übersichtlich, schnell erfassbar und produktunabhängig sein. Ein Wiederfinden von Dokumenten per Volltextsuche ist wichtig, aber nicht das wichtigste. Deshalb scanne ich samt OCR (das macht zum Glück die Druckersoftware), mache aber das Benennen und Einsortieren in Ordner konsequent selbst.
So gibt es eben bei der Bank Eröffnungsunterlagen, Geschäftsbedingungen, monatliche Kontoauszüge, Jahresabschlussunterlagen und unterjährige Einzelbelege und alles in jeweils getrennten Ordnern. Ich glaube, es wäre mühsam, einem DMS beizubringen, diese Einordnung genau nach meinen Wünschen vorzunehmen, zumal sich das am Anfang auch noch öfter ändert.
Noch komplizierter ist es bei den Dateinamen. Neben dem Datum enthalten die bei mir immer auch den jeweiligen Sachverhalt (z. B. "2025-11-03 Allianz Haftpflicht Beitragserhöhung auf 85 €.pdf"). Ein Dateiverzeichnis liest sich so wie eine fortlaufende Geschichte.
Ja, und das ist eben auch wichtig: Einfache Dateiverzeichnisse. Windows bietet selbst Volltextindizierung, Vorschau, zig Ansichtsvarianten oder auch dedizierte Benutzerrechte an. Zusätzlich hat man aber den Vorteil, das ein Windows Dateiverzeichnis nativer Teil des BS ist und von allen Softwareprodukten direkt verstanden und gehandhabt werden kann. So kann ich zum Beispiel Teile meines Dokumentarchivs aufs Handy spiegeln. Auch für KI Recherchen muss ich nicht extra etwas exportieren.
 
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Dann mach dir mal noch Gedanken um ein Backup der Instanz. Wenn alles wichtige nur noch digital vorliegt, dann wäre es sehr ungünstig, wenn Paperless nicht mehr funktioniert und alles weg ist. Recovery vom Backup sollte man auch immer wieder testen...
 
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4. Ich finde die Automatisierungsmöglichkeiten innerhalb von paperless eher suboptimal. Wenn du da den Willen zu hast, mal überlegen noch eine N8N Instanz daneben zu stellen und die internen Workflows darüber abzubilden. Customfields für Rechnungsbeträge und noch viel mehr.
 
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