Parteiische Boulevardmedien ohne journalistische Sorgfaltspflicht - insb. BILD - wo ist die Grenze?

Andy8891 schrieb:
Der Optimalfall wäre, wenn die Medien ihrer Rolle als 4. Gewalt dahingehend gerecht werden, dass sie OBJEKTIV und ideologiefrei Faktenchecks zu (politischen) Geschehnissen durchführen.
Und in welchem Erzeugnis des Axel Springer Verlages findet man sowas?

Nicht in einem einzigen ... es sei denn, man hängt selbst der passenden Ideologie an.
 
https://www.bild.de/politik/kolumne...uer-mich-sprecht-ihr-nicht-84622260.bild.html

Ist doch wieder ein klassischer Beweis, wie ein Kommentar dazu genutzt wird eine klare Stimmung Richtung FDP zu erzeugen.

Aber klar muss man natürlich auch festhalten, dass eine richtige Neutralität gar nicht möglich ist solange Menschen damit verbunden sind. Jeder bringt seine eigene Meinung mit unter, auch wenn es unbewusst ist.

Da hilft halt nur differenzieren und drauf hoffen, dass sie so manche Strömung von alleine erledigt.
 
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Das ist ein Kommentar eines BILD-"Mitarbeiters" (wohl eher Praktikant), also etwa auf dem Level eines vorsortiertem Leserbriefes in jeder anderen Zeitung. Dazu sieht das aus als waere es mal eben in der Mittagspause geschrieben worden.
Wenn die BILD nur halb so schlimm waere wie in den anderen Kommentaren hier (oder im allgeminem Diskurs) beschrieben, muss man da wirklich noch so in den Kruemeln suchen und sich ueber solchen Kleinkram aufregen?
 
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Axxid schrieb:
Das ist ein Kommentar eines BILD-"Mitarbeiters" (wohl eher Praktikant), also etwa auf dem Level eines vorsortiertem Leserbriefes in jeder anderen Zeitung.
Kommentare oder Meinungen lese ich bei NZZ öfters. Es wird direkt darauf hingewiesen, um was es sich handelt und gut ist. So weiß man, woran man ist.
Und jetzt mal ehrlich, sich hier so über die BILD aufzuregen, nach Verboten usw. zu rufen, wird der Sache nicht gerecht. Zumal ein Verbot nicht verhältnismäßig wäre.
RT wurde zu Recht blockiert...
 
wuselsurfer schrieb:
Die Zeitung hat sich vom Boulevardblatt zum Hetzblatt entwickelt
Ich sehe da ehrlich gesagt keine Entwicklung!
Die haben schon immer gehetzt.
Für den alten Springer gab es eigentlich nur ein Tabu. Und das waren Juden (Er war in den 30ern mit einer Halbjüdin verheiratet ). Gilt soweit ich weiß noch immer, da seine 5. Frau (vom Kindermädchen zu eine der mächtigsten Menschen in D) da wohl immer noch mit Argusaugen drauf guckt, auch wenn Döpfner inzwischen mehr zu sagen hat.

Die Hetze ist eben das Geschäftsmodell, das auch gerne exportiert wird. Denn wem gehört z.B. das auflagenstärkste Boulevard Hetzblatt in Polen mit entsprechenden Artikeln gegen den "geliebten" Nachbarn......!?

Ansonsten ist halt die Frage, wieviel ist einfach Geschäft und wieviel ist bewusste politische Stimmungsmache. Sollte aber jemand meinen, dass sei alles ganz furchtbar in Deutschland, so möge er/sie einen Blick auf die Insel werfen. Dort konkurrieren gleich mehrere dieser Konstrukte um die Gunst der Käufer/Leser. Und jeder versucht den anderen mit noch abstruseren Schlagzeilen zu übertrumpfen.
Im Vergleich mit deutschen Spitzenpolitikern geben die auf der Insel aber auch deutlich mehr "Schlagzeilen" her. ;)
 
Ich notiere einmal die Vorschläge bis hierhin:
  • BILD gerichtlich verbieten, sich als unabhängig + überparteilich zu bezeichnen
  • so wie man bei sozialen Medien gegen Hatespeech vorgeht auch bei BILD vorgehen
  • Medienkompetenz stärken
  • ignorieren und auf Versenkung in Irrelevanz hoffen (siehe Quelle 1, die Rhetorik schafft es auch in die seriösen Medien)
Hinzufügen würde ich noch:
  • Strafen des Presserates verstärken, z.B. mit Geldstrafen, sodass sich wiederholte Verstöße finanziell nicht mehr lohnen
Zu einigen aufgekommenen Thesen:
  • "Freiheit muss immer grenzenlos sein" - das ist in Deutschland nicht der Fall und kann in einem Rechtsstaat auch nicht funktionieren. Wenn man da eine bestimmte Utopie als Idealbild hat, ist das legitim, aber wenn man nur etwas überlegt, gibt es für jeden sicherlich eine Grenze. Z.B. Volksverhetzung oder Holocaust-Leugnung.
  • "kein journalistisches Medium ist perfekt / "die Wahrheit gibt es sowieso nicht" / "Alles ist eine Meinung, es gibt keine Fakten" - das ist ein Mittel, um Diskussionen ad absurdum zu führen. Wenn man die o.g. Verstöße gegen den Pressekodex und die Schwere und Häufigkeit berücksichtigt, dann hat das nichts mit Medien wie z.B. ZEIT und Süddeutsche zu tun. Diese mit BILD in diesem Zusammenhang in einen Topf zu werfen, entbehrt jeder Grundlage. Und es gibt sicherlich verschiedene Sichten auf etliche Sachverhalte. Aber es kann niemand ernsthaft erklären, dass ein Medium Mitglied in einem Presserat mit einem Kodex ist, dieses Medium auch einen eigenen Kodex hat, dagegen aber in einer Regelmäßigkeit und Offensichtlichkeit (unverpixelte Opferbilder) verstößt, dass es gar nichts anderes als Kalkül sein kann; dass es nachweisbar eine Lüge ist, wenn BILD so tut als würden sie sich ernsthaft an diesen Kodex halten. Lügen fallen nicht unter Meinungs- und schon gar nicht unter Pressefreiheit (s.u.).
Journalismus hat in einer Demokratie als sog. 4. Gewalt die wichtige Aufgabe, die anderen Gewalten zu kontrollieren und die Bevölkerung wahrheitsgemäß (das ist auch im Presserecht, welches Ländersache ist, festgehalten) zu informieren. Um Einschränkungen der Pressefreiheit zu vermeiden, hat sich der Presserat gegründet. Dessen Kodex ist nicht allumfassend, aber trotzdem verstößt BILD regelmäßig dagegen. Also hat der Presserat nicht die gewünschte Wirkung, deswegen sind meiner Meinung nach Alternativen notwendig, wenn man nicht in Kauf nehmen möchte, dass die Bevölkerung desinformiert ist und entsprechende Entscheidungen trifft.
 
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Venyo schrieb:
BILD gerichtlich verbieten, sich als unabhängig + überparteilich zu bezeichnen
Gilt das dann nur für BILD oder soll das für alle Medien gelten?
Venyo schrieb:
Medienkompetenz stärken
Guter Punkt, hast du da konkrete Vorschläge für?
Venyo schrieb:
ignorieren und auf Versenkung in Irrelevanz hoffen (siehe Quelle 1, die Rhetorik schafft es auch in die seriösen Medien)
Wozu dann gerichtlich verbieten?
Warum direkt gerichtlich verbieten? Glaubst du, so was hätte Chancen auf Erfolg?
 
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Venyo schrieb:
Medienkompetenz stärken
Das ist sehr wichtig. Durch den Föderalismus leider schwer bundesweit zu organisieren. Wenn sich einzelne Bundesländer dann ausnehmen, ist das natürlich doof.

Venyo schrieb:
Strafen des Presserates verstärken, z.B. mit Geldstrafen, sodass sich wiederholte Verstöße finanziell nicht mehr lohnen
Es müssen dann aber auch merkliche Geldstrafen sein. Diese müssten aber bei der BILD sehr hoch sein, sonst werden sie dies auch bewusst tragen.
 
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Venyo schrieb:
Strafen des Presserates verstärken, z.B. mit Geldstrafen, sodass sich wiederholte Verstöße finanziell nicht mehr lohnen.
Nur die Justiz kann Geldstrafen verhängen. Der Presserat spricht öffentliche Rügen aus. Diese sollen dann in einer der folgenden Ausgaben veröffentlicht werden.
 
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OdinHades schrieb:
Das Problem ist, dass die Bild Meinungen gerne als Fakten verkauft - und das sehr bewusst.
Yieva schrieb:
Das tut doch jede Zeitung. "Es ist Fakt..." was der Zeitung und Ausrichtung ins Bild passt.

Z.B. bei der Studie bzgl. Gender-Pay-Gap hat die taz - und die verkauft sich immerhin als eine der großen fünf überregionalen und "journalistisch-investigativ aktiven" - auch nur den Teil der Konklusion gelesen, der ihr gefiel, was irgendwas bei 30% Unterschied im Durchschnitt zwischen Männern und Frauen in Deutschland waren. Davon handelten damals mehrere Artikel und die Sau wurde durchs Dorf getrieben.

Das dieselbe Studie aussagte, einen tatsächlichen Pay-Gap auf Geschlechtsbasis könne man nicht feststellen, da der bereinigte Unterschied bei weniger als 2% lag (nachdem man nicht mehr alle Männer mit allen Frauen verglich, sondern gleicher Beruf, gleicher Bildungsstand, gleiche Arbeitszeit, ...) hat man wohlfällig vergessen zu erwähnen - passt ja nicht ins Narrativ.


DerOlf schrieb:
Der ganze Axel-Springer-Verlag ist mMn ein Fall für den Verfassungsschutz.
Wie kann man gegen Hatespeech vorgehen, und Springer gewähren lassen?
Waldheinz schrieb:
Das Problem dabei ist ja, es betrifft nicht nur die BILD-Zeitung, bzw. den Springer-Verlag, auf den Zug sind mittlerweile doch so einige Medien aufgesprungen.
wuselsurfer schrieb:
Die Zeitung hat sich vom Boulevardblatt zum Hetzblatt entwickelt.
Nicht nur Grass und Wallraff haben die hetzende Einstellung schärfstens kritisiert, sondern viel andere auch.
Dafür haben wir doch den Rechtsstaat. Journalisten können durchaus angeklagt werden für Artikel, wenn sie gegen Gesetze verstoßen. Gibt es bei Bild reißerische Artikel? Gar keine Frage, aber das können andere genauso gut. Ebenso die Pauschalisierungen:

taz: "All cops are berufsunfähig" (https://taz.de/Abschaffung-der-Polizei/!5689584/)

Wohin also mit den über 250.000 [Polizisten] (...)
Spontan fällt mir nur eine geeignete Option ein: die Mülldeponie.

An reißerischen Artikeln mangelt es bei diversen Zeitungen nicht. Und Polizisten bekommen in diesem Land definitiv genug "auf die Birne". Wenn da jetzt Frauen, Flüchtlinge, ... gestanden hätte und "wohin (...): Mülldeponie" wäre das durch alle Medien rauf und runter gegangen.


wuselsurfer schrieb:
Die Nähe zur CDU ist ganz klar ersichtlich.
wuselsurfer schrieb:
Kritik an den CDU-Bundeskanzlerinnen und -kanzlern kann man mit der Lupe suchen und wird fast nichts finden.
Thane schrieb:
Es ist aber leider so, dass die meisten Magazine/Medien ihre Agenda haben. Spiegel, SZ, Zeit (online), Taz, Stern, Campact kannst du auch nur mit einer dicken rot-grünen Grundierung ertragen. Da ist die Agenda auch ganz klar ersichtlich. Dort scheinen sich sogenannte Journalisten auch nicht selten eher als Aktivist zu verstehen...
Da würde ich auch sagen, dass das bei jeder Zeitung mehr oder weniger so ist. Manche, wie z.B. die taz, schreiben das ja auch ganz offen in ihre Selbstdarstellung "linksalternativ".

SZ ist Mitte-links. FAZ bürgerlich-konservativ...

Thane schrieb:
Beim ÖR gibt es auch Tendenzen zu rot-grün.
Ja, dazu gab es doch auch eine Analyse zu ARD/ZDF und Einladungen von Politikern zu Polit-Shows und Konsorten. Das hab ich nicht im Detail verfolgt, aber Politshows schaue ich durchaus häufiger und da sieht man sehr häufig SPD, Grüne, CDU...eine faire Verteilung würde ich da auch bezweifeln.

Apacon schrieb:
Das nennt an Pressefreiheit. Genau wie du ein Blatt entwerfen darfst, in dem abgesehen von eng gesteckten Richtlinien/Gesetzen du inhaltliche Freiheiten genießt, darf dies auch die Bild Zeitung.
Würde ich genauso sehen. Wenn eine Zeitung eine bestimmte Ausrichtung hat ist das durchaus von der Pressefreiheit abgedeckt und das ist ohnehin gelebte Praxis, es gab noch nie eine Zeitung ohne entsprechende Ausrichtung.

Ezechiel schrieb:
https://www.bild.de/politik/kolumne...uer-mich-sprecht-ihr-nicht-84622260.bild.html

Ist doch wieder ein klassischer Beweis, wie ein Kommentar dazu genutzt wird eine klare Stimmung Richtung FDP zu erzeugen.
In dem Kommentar sehe ich nichts, was "Stimmung" erzeugt. Es wird gesagt (und das ist ja durch Meinungsumfragen gedeckt), dass nur eine Minderheit die Grünen unterstützt und noch weniger starke Einschränkungen aus Klimaschutzgründen wollen. Die FDP ist da doch nur eine Anekdote am Ende des Kommentars - und auch da nichts mit Stimmung im Sinne "die sind toll", sondern wiederum lediglich mit Zahlen und das die 23 Prozent bei Jungwählern das beste Ergebnis bisher geholt hätten.

Ich bin ganz sicher kein Freund von Bild - ganz im Gegenteil...aber da gibt es definitiv viel bedenklichere Texte. Ich sehe in dem von dir verlinkten Text nicht mal eine Verallgemeinerung und das obwohl es nur ein Kommentar ist, da jeder Teil immer direkt von konkreten Zahlen spricht. Ganz im Gegenteil z.B. zu "all cops are berufsunfähig" siehe am Anfang meines Posts oder die alle auf der Mülldeponie entsorgen zu wollen.
 
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Bonanca schrieb:
1. Eine Aushebelung unseres Rechtssystems weil eine nicht-gerichtliche Instanz Geldstrafen verhängt.
Stichworte: DFB, Strafe

Strafzahlungen ohne gerichtliche Instanz sind gängige Praxis und sicherlich keine "Aushebelung unseres Rechtssystems" - vielmehr handelt es sich um ein gängiges Instrument.
 
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Vielleicht sollte man mal mit dem Unsinn aufhören, hier ein Medium wie die TAZ als Vergleich auszubreiten. Die hat eine Auflage von etwa 50.000 + X reine Online Abonnenten. Darüber hinaus kauft bezieht niemand die TAZ unreflektiert. Die war von vorne herein als sehr linksorientierte Zeitung konzipiert. Der Kundenkreis dafür ist aber eben sehr überschaubar.
Der Akt der Meinungsbildung ist hier also sehr begrenzt, da die Meinung meist schon vorher da ist. Von politischer Einflussnahme erst gar nicht zu reden. Die TAZ generiert keinen einzigen Wähler.

Bei einem Massenmedium wie der BILD schaut das eben ganz anders aus.
Auch der Vergleich mit FAZ oder SZ ist nicht zielführend. Die Inhalte dieser Medien werden ganz gezielt genutzt, die FAZ z.B. als führende Wirtschafts-Tageszeitung, und es wird dafür auch gerne und gut gezahlt (Nebenbei bemerkt ist ein Online Abo der abgespeckten F+ Ausgabe für ziemlich kleines Geld, monatlich kündbar zu bekommen). Die BILD dagegen ist im Prinzip wie die Tagesschau, wird so nebenbei konsumiert, trägt aber stark zur Meinungsbildung bei.

Eine solche Zeitung zu verbieten ist aber nicht zielführend. Einfach nicht kaufen/nutzen und gut is.Gilt auch für Sport-BILD oder die unsagbar dumme Computer-BILD (wo wir hier schon auf der entsprechenden Plattform unterwegs sind).
 
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@mo schrieb:
Vielleicht sollte man mal mit dem Unsinn aufhören, hier ein Medium wie die TAZ als Vergleich auszubreiten. Die hat eine Auflage von etwa 50.000 + X reine Online Abonnenten.
Vielleicht sollte man aber auch ma bedenken, das eine TAz nach deiner Meinung nur 50k Abonnetnten hat + Online, aber oft genug auch zitiert wird, inkl. der Bild und somit die Reichweite der Aussagen gealtig steigt. Und wenn die keine Wähler generieren ... ja ...
 
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R.Kante schrieb:
Stichworte: DFB, Strafe

Strafzahlungen ohne gerichtliche Instanz sind gängige Praxis und sicherlich keine "Aushebelung unseres Rechtssystems" - vielmehr handelt es sich um ein gängiges Instrument.
Uff uff uff... Dieser Vergleich hinkt an so vielen Ecken, da weiß ich gar nicht so ich anfangen soll.

1. Gibt es eine Pressefreiheit. Gibt es denn eine Fußballfreiheit?
2. Diese Strafzahlungen treffen Mitglieder des DFBs. Wenn du wo Mitglied sein willst musst du dich an die entsprechenden Regeln halten. Die geforderten Strafzahlungen hier im thread gelten also nur Printmedien, die sich dieser freiwilligen Selbstkontrolle unterziehen? Es soll also keine Strafzahlungen für Rundfunk und Telemedien geben? Warum nicht?
3. keine Ahnung von Fußball, wenn ich DFB und Strafzahlungen Google dann finde ich Strafzahlungen die Vereine aufgrund des Fehlverhaltens von Fans entrichten müssen. Jetzt hast du dir also ausgerechnet einen Fall ausgesucht, in dem schon vom BGH festgestellt wurde, dass das rechtens ist? https://juris.bundesgerichtshof.de/...t.py?Gericht=bgh&Art=en&nr=124572&pos=0&anz=1
Also um darzulegen, dass Strafzahlungen ohne gerichtliche Instant ein gängiges Instrument sind, ziehst du einen Fall heran, in dem genau eine gerichtliche Instanz bemüht wurde? Interessant.

Man beachte insbesondere die Begründung für derartige Strafzahlungen, dass diese für eine "sicherheitstechnische, infrastrukturelle und gewaltpräventive Maßnahme" aufgewendet werden. Denn dem DFB entstehen, so denke ich Mal, echte Kosten durch solches Fehlverhalten, was mit der Strafe kompensiert wird. Welche Kosten entstehen durch Printmedien, die von der pressefreiheit gedeckte Sachverhalte drucken, die eine Strafzahlung rechtfertigen?

Wenn du nicht auf das Fehlverhalten von Fans hinauswolltest, dann mach dir vllt die Mühe mehr als nur 2 Worte hinzuklatschen. Formulier deine Argumente vllt Mal kohärent aus und erwarte nicht, dass dein Gesprächspartner deine Argumentation für dich übernimmt.
 
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@Bonanca mir ist klar, dass du aus Prinzip keinen Widerspruch akzeptierst und versuchst das valide Beispiel in eine für dich günstige Perspektive zu rücken, eine Argumentation in dieser Richtung überübrigt sich damit - das ändert aber nichts, deine Aussage bezüglich der "Aushebelung unseres Rechtssystems" ist falsch.

Strafzahlungen ohne gerichtliche Instanz sind Alltag, das Fußball-Beispiel ist nur ein besonders prominentes. Ein noch alltäglicheres ist der Ladendiebstahl, welcher idR eine Strafzahlzung mit sich bringt - ganz ohne gerichtliche Instanz. Aber sicherlich wird dir hier auch wieder etwas einfallen, warum das deiner Ansicht nach nicht als Vergleich taugen kann - das ist aber hinfällig, weil es nicht darum geht, wie sehr eine reale Situation einem (noch nicht vorhandenen) System gleicht, sondern was als Vorbild taugen könnte.

In diesem Kontext bleibt festzuhalten, dass Strafzahlungen ohne gerichtliche Instanz ein Teil unseres Rechtssystems sind und damit auch als Mittel genutzt werden könnten. Wer nun an Stelle der gerichtlichen Instanz treten könnte, ist eine andere Frage.
 
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Skaiy schrieb:
Es müssen dann aber auch merkliche Geldstrafen sein. Diese müssten aber bei der BILD sehr hoch sein, sonst werden sie dies auch bewusst tragen.
Wirksame Strafen sind solche, die die Wirtschaftlichkeit des Betriebs bedrohen (alles andere zieht eh nicht).
Also gibt es eigentlich nur eins: Einen empfindlichen Anteil des Vorjahresgewinns als Strafe.
Das Gericht hat lediglich darüber zu entscheiden, welcher Prozentsatz dem Verstoß angemessen ist.

Durch das Prinzip "Strafe = Anteil Vorjahresgewinn", wären gleichzeitig auch die Auflagenstärken der jeweiligen Verlagshäuser egal ... auf einen Verstoß in der BILD würde der ganze Axel Springer Verlag einen Tel seines Vorjahresgewinns abgeben müssen und es wäre insgesamt um einiges teurer, als bei einem kleinen Lokalblatt-Verlag.

Gerne gestaffelt (der erste Verstoß ist billiger, als der zweite u.s.w.) und bei "Gewohnheitstätern" (mehrere wiederholte Verstöße im gleichen Verlagshaus) bis zu 100% des Vorjahresgewinns.
Wer sich nicht an die Regeln hält, der sollte davon nicht auch noch profitieren dürfen.

Aber ... wir schaffen es ja nichtmal, den Bußgeldkatalog zur StVO auf Tagessätze umzustellen (das ist ein ähnliches Prinzip), obwohl eigentlich jedem klar sein sollte, dass das die Abschreckungswirkung sogar für Großverdiener stärken würde (wahrscheinlich lassen sich die Entscheider - sie alle verdienen recht gut - genau deswegen eben nicht drauf ein. Niemand haut sich selbst eins in die Fresse).

Also ist das alles müßig ... wirklich abschreckende Strafen gibt es in Deutschland eben nur für wirtschaftlich Schwache.
 
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DerOlf schrieb:
wirklich abschreckende Strafen gibt es in Deutschland eben nur für wirtschaftlich Schwache.
Nun ja, wenn ein Millionär Jemanden ins Jenseits befördert hat, und dafür verurteilt wird verbringt er auch den Rest seines Lebens hinter Gittern.

Gruß
R.G.
 
@rgbs
Es ging mir schon um Geld- und nicht um Freiheitsstrafen.

Fakt ist: Wenn Geldsstrafen wirksam abschrecken sollen, dann müssen sie am Einkommen des jenigen orientiert sein ... oder bei Unternehmen eben am Gewinn.
 
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Es hat seinen guten Grund, warum es extrem schwer bis unmöglich ist, eine Zeitung oder einen Verlag zu verbieten, selbst bei Polemik, Stimmungsmache und klarer politischer Ausrichtung/Neigung.

Die BILD ist hier auch kein Einzelfall. Es gibt zahlreiche Medien, die sehr dezidiert ein politisches Spektrum vertreten, wie zum Beispiel die TAZ oder COMPACT. Das Argument der Reichweitenstärke ist hierbei auch nicht relevant, denn es wäre reine Willkür zu bestimmen, ab wann denn die Reichweite zu "groß" wäre.

Insofern schätze ich den extrem hohen Schutz der Pressefreiheit und die Freiheit der Medienmacher sehr, auch wenn ich dann die Auswüchse typischer BILD Headlines, Dschungelcamps und politischer Ränder tolerieren muss, da die Alternative dazu sehr schnell totalitäre Züge annehmen kann.
 
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Verbieten lassen halte ich für stark übertrieben, denn dann müsste man auch große Teile der Öffentlich Rechtlichen (allen Vorran Funk) sowie auch viele andere Private Medien ebenfalls verbieten.

Man sollte wie überall auch mit anderen Meinungen leben lernen.
 
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