PC für Gaming und Recording ~900 Euro

Venator90

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Hallo liebes Forum,

Zu Weihnachten möchte ich mir einen neuen Desktop-PC kaufen, da mein alter PC (Acer von 2010) mittlerweile ausgedient hat. Zum ersten Mal möchte ich mir nun selbst einen PC zusammenbauen. Ich bin somit auf dem Gebiet ein Neuling und wende mich deshalb an euch. Das Budget für den PC beträgt rund 900 Euro und auf ihm sollten aktuelle Rennspiele (F1 2017, Dirt Rally etc.) auf hoher Auflösung spielbar sein. Darüber hinaus möchte ich als Musiker mit dem PC Musik aufnehmen und mischen, was sich vor allem auf den Arbeitsspeicher auswirkt.

In den vergangenen Wochen habe ich über dieses Thema etwas recherchiert und probiert mir die Einzelkomponenten zusammenzustellen. Es wäre nett, wenn jemand schauen könnte, ob die Einzelteile kompatibel miteinander sind.

Prozessor: AMD Ryzen 7 1700 Prozessor mit Wraith-Spire-LED-Kühler
Mainboard: MSI B350 Tomahawk Mainboard; oder: Asus Prime B350-Plus
Arbeitsspeicher: G.Skill Aegis 16GB, DDR4-3000; oder: Corsair CMK8GX4M2B3000C15 Vengeance LPX 8GB (2x4GB) (DDR4, 3000MHz)
Grafikkarte: KFA² GeForce GTX 1060 OC, 6GB GDDR5; oder: MSI Radeon RX 570 Armor OC 4GB AMD
Festplatte: WD Blue WD10EZEX 1 TB Interne Festplatte
Netzteil: be quiet! Pure Power 10 ATX 400W PC Netzteil BN272
Gehäuse: Sharkoon VG4-W mit Sichtfenster Midi Tower ohne Netzteil schwarz

Fragen dazu wären:
Was haltet ihr von der Zusammenstellung? Ist sie dem vorgesehenen Nutzen angemessen?

Sind die gelisteten Teile miteinander kompatibel und funktionieren sie störungsfrei? Auf dieser Seite hab ich gelesen, dass es immer wieder Schwierigkeiten zwischen Mainboard, Prozessor und Arbeitsspeicher gibt (veraltetes BIOS etc.) siehe: https://www.computerbase.de/artikel...abschnitt_mainboards_mit_startschwierigkeiten

Wie viele Jahre werde ich mit diesen oder ähnlichen Komponenten etwa die neuesten Spiele spielen können?

Kann ein Anfänger auf dem Gebiet wie ich diese Komponenten selber zusammenbauen und den PC zum laufen bringen?

Vielen Dank schon mal im Voraus! :)
Christian
 
wenn 1060 6gb, dann auch rx 580 8gb betrachten, jede hat gewisse vorteile.

die 570 4gb ist durch den speicher und leistung deutlich schlechter.

16gb ram
sollten es auch sein, soll ja wieder paar jahre halten.

netzteil reicht mit 400w, persönlich würd ich eher das 500w nehmen.

das asus prime plus wird viel empfohlen hier, welcher ram am besten mit den taktraten läuft, das kann ich dir hingegen nicht genau sagen. samsung chips werden aber gehyped.


spielen kannst damit dann recht lang, irgendwann grafikkarte austauschen, das ist meistens irgendwann das schwächste glied. das fette wäre meine wahl
1700 passt, 1600 wär auch schon ok.
 
Zuletzt bearbeitet:
- Achte beim RAM darauf, dass es mindestens 16GB mit 2 Modulen sind für Dual Channel Betrieb.
- 400 Watt reichen vermutlich. Ich würde allerdings auch lieber 500 Watt nehmen.
- Falls du es dir leisten kannst, würde ich dir noch zu einer SSD Festplatte mit 250GB+ raten für das Betriebssystem und die wichtigsten Programme. Der ganze PC wird sich mit einer SSD doppelt so schnell anfühlen, wie mit einer alten HDD.
 
Du solltest nicht auf eine SSD verzichten. Modelle mit ca. 500GB gibt es schon ab ca. 140€. Evtl. brauchst du dann auch erst mal gar keine mechanische HDD Festplatte mehr. Oder du übernimmst eine bereits vorhandene HDD, z.B. die aus dem alten Rechner.

Was die Grafikkarte angeht: Die RX 580 dürfte "langlebiger" sein als die GTX 1060. Beide sind brauchbare Modelle der oberen Mittelklasse. Von beiden sollte man die Version mit jeweils mehr Speicher nehmen (also nicht die 4GB bzw. 3GB Version).

Bei der CPU kannst du durch den 6-Kerner Geld sparen. Ich nehme an, dass der für Musikproduktion immer noch ausreichend/top ist, und in Spielen macht es eh keinen Unterschied. Eine maßvolle Übertaktung empfiehlt sich, denn dafür bezahlt man bei Ryzen ja automatisch mit.

Beim RAM reicht angesichts der frechen Preise auch einfach solider Standard mit 2400 MHz und Dual-Rank-Module. 16 GB wären schon sehr empfehlenswert, und sind auch mit deinem Budget machbar. Wenn du jedoch mehr CPU-Leistung willst, wäre das die Stelle, wo du etwas sparen kannst, wenn du erst mal mit nur 8 GB anfängst und später aufrüstest.

Wenn du ein 500W-Netzteil nimmst statt den eher knappen 400W, bist du für Upgrades in der Zukunft gerüstet.

Ob dir als Musiker die Möglichkeiten des On-Board Sound-Chips reichen, weiß ich nicht. Es gibt aber gut Soundkarten schon ab 40€. Hängt halt davon ab, welche Ein-/Ausgänge du benötigst.

Hier mal eine "klassische" Zusammenstellung mit SSD+HDD für etwas mehr als 900€ ohne Soundkarte:

1 Toshiba DT01ACA 1TB, SATA 6Gb/s (DT01ACA100)
1 Crucial MX300 275GB, SATA (CT275MX300SSD1)
1 AMD Ryzen 5 1600, 6x 3.20GHz, boxed (YD1600BBAEBOX)
1 Crucial Ballistix Sport LT grau DIMM Kit 16GB, DDR4-2400, CL16-16-16 (BLS2C8G4D240FSB)
1 XFX Radeon RX 580 GTS XXX Edition, 8GB GDDR5, DVI, HDMI, 3x DisplayPort (RX-580P8DFD6/RX-580P826D6)
1 ASUS Prime B350-Plus (90MB0TG0-M0EAY0)
1 Sharkoon VG4-W schwarz, Acrylfenster
1 be quiet! Pure Power 10 500W ATX 2.4 (BN273)
 
Da ja zum Thema Gaming einiges geschrieben wurde, werde ich auf den Anwendungsschwerpunkt Musikproduktion eingehen.

Die Frage ist, ob hier ein Ryzen System die Optimale Wahl darstellt. Ryzen macht bei Musikproduktion nur in manchen Fällen Sinn. Hängt dabon ab: Erstens je nachdem ob man eher Singlethread oder Multicore Performance benötigt. Dann je nach Plugins. Drittens je niedriger die gewünschte Latenz, umso stärker brechen die Ryzens gegenüber Intel ein (Vergleichbar mit hohen Framerates bei niedrigen Auflösungen in Games). Das ganze hängt also schwer von der individuellen Arbeitsweise ab. Mehr dazu von mir hier: https://www.computerbase.de/forum/threads/ryzen-mini-itx-system.1693114/#post-20223958

Evtl macht also ein ähnlich teurer 8400 mehr Sinn. Und wenn Ryzen, dann auf jeden Fall bis an die Kotzgrenze getaktet, möglichst auch was den RAM angeht.
Ok klar du bist hier klar Budgetlimitiert, deswegen ist der Punkt so wichig rauszufinden ob bei deiner bisherigen Arbeitsweise eher Single- oder Multithreadperformance gefragt ist. Es sei denn deine bisherigen Anforderungen an die CPU waren eher gering.

Der nächste wichtige Punkt ist das Mainboard: dessen BIOS und Treiber müssen bzgl DPC Latenzen reibungslos laufen. Du kannst natürlich auf gut Glück kaufen, allzuhäufig treten diese Probleme heutzutage nicht mehr auf, wenn dann ist sowas allerdings ein Showstopper.
Vielleicht hat kann jemand für dich das Board der Wahl mit dem Latency Monitor auf Audiotauglichkeit testen.

Als leider nicht ganz so preisgünstigen Tip diesbezüglich kann ich dir nur geben, dich an den Audioworkstations von professionellen Systembuildern wie zB ScanProAudio zu orientieren.
Die verwenden für Ryzen Systeme das Asus Prime X370 Pro und für Intel Coffee Lake Systeme das Asus Prime Z370-A.
Aber kommt hier jemand noch mit ner Freigabe für ein günstigeres Board um die Ecke...
 
Ich würde zur Zusammenstellung von @Odysseus277 aus Beitrag #4 mit ein paar kleinen Änderungen raten.

Die SSD wenn möglich größer wählen: Crucial MX300 525GB, SATA (CT525MX300SSD1)
Eventuell die höher taktende AMD Ryzen 5 1600X, 6x 3.60GHz, boxed ohne Kühler (YD160XBCAEWOF) CPU mit einem CPU Kühler, zB den EKL Alpenföhn Ben Nevis Advanced (84000000146) nehmen.
Als RAM den schnelleren G.Skill Aegis DIMM Kit 16GB, DDR4-3000, CL16-18-18-38 (F4-3000C16D-16GISB) nehmen.
Als Gehäuse das deutlich bessere Sharkoon M25-V nehmen; gibt es auch mit Fenster: Sharkoon S25-W, Acrylfenster

Auf dem "ASUS Prime B350-Plus" wirst du den o. e. "G.Skill Aegis" RAM, aktuellstes BIOS und entsprechende Einstellungen im BIOS (DOCP) vorausgesetzt, mit knapp 3000MHz zum Laufen bringen.
Noch besser wäre natürlich RAM mit den "Samsung 8 GB B-Die Chips", wie zB den G.Skill Flare X schwarz DIMM Kit 16GB, DDR4-3200, CL14-14-14-34 (F4-3200C14D-16GFX), der allerdings nicht ganz billig ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
JollyRoger2408 schrieb:
Die SSD wenn möglich größer wählen:
Eventuell die höher taktende CPU
mit einem CPU Kühler,
Als RAM den schnelleren nehmen.
Als Gehäuse das deutlich bessere
Noch besser wäre natürlich RAM mit den "Samsung 8 GB B-Die Chips"

Ähm... 900€ Budget?
 
Die Flare X für den Wucherpreis auf keinen Fall nehmen, wegen 100mhz mehr definitiv nicht das Geld in den RAM stecken, da reichen die Aegis 3000er locker aus.

Das 400 Watt Netzteil reicht für Ryzen 1700 (sogar mit leichtem OC) und GTX 1060 6GB locker aus.
 
Liebes Forum,

vielen Dank für die vielen Antworten und Tipps! Ich habe meine Komponenten noch etwas angepasst:

Prozessor: AMD Ryzen 5 1600, 6x 3.20GHz
Ich denke auch, dass der Ryzen 5 1600 für mein Gaming vollkommen reicht, vor allem weil der laut verschiedener Leistungstests kaum schlechter abschneidet als der Ryzen 7 1700. Die Produktbeschreibung sagt, ein CPU-Lüfter sei enthalten. Reicht dieser aus oder muss der Prozessor noch zusätzlich gekühlt werden?

Mainboard: Asus Prime B350-Plus
Laut einiger Online-Bewertungen scheint das Mainboard gut mit dem Ryzen 5 1600 zu hamonieren.

RAM: G.Skill Aegis DIMM Kit 16GB, DDR4-3000
Wie einige meiner Vorredner schon geschrieben haben, scheint dieser RAM besonders gut mit Ryzen zu funktionieren.

Grafikkarten: XFX Radeon RX 580 GTS XXX Edition, 8GB GDDR5
Bei der Grafikkarte bin ich mir noch nicht zu 100% sicher. Ich habe erstmal die XFX rx 580, auf die hier bereits hingewiesen wurde, in die Liste mit aufgenommen. Unter allen 580er-Grafikkarten ist sie die günstigste. Was ich nur merkwürdig finde, ist, dass sich im Internet keine Bewertungen zu diesem Modell finden lassen. Woran liegt das? Wird dieses Modell nicht sehr oft verkauft? Hat hier jemand Erfahrung mit dem Modell?

Festplatte: Crucial MX300 275GB, SATA
Ihr habt mich überzeugt, dass eine SSD wohl doch die bessere Wahl ist. Eine 275gb-Version reicht mir wohl, da ich noch ein paar alte HDD´s rumfliegen habe, die ich dann bei Bedarf einbauen könnte.

Netzteil: be quiet! Pure Power 10 500W ATX 2.4
Mit dem 500W gehe ich für die nächsten Jahre auf Nummer sicher. Außerdem kostet es nicht einmal 10 Euro mehr als die 400W-Version.

Gehäuse: Sharkoon VG4-W mit Sichtfenster Midi Tower ohne Netzteil schwarz
Das Gehäuse gefällt mir optisch sehr gut und nimmt nicht zu viel Platz weg. Einzig ein SD-Karten-Anschluss fehlt mir. Ist es eigentlich normal, dass sowohl am Gehäuse als auch am Netzteil ein Lüfter verbaut ist? Für mich klingt das ein bisschen nach "doppelt gemoppelt". Da vor allem die Grafikkarte sehr groß ist, frage ich mich auch, ob alle Komponenten auch in das Gehäuse passen? Wäre außerdem noch Platz, um eine zweite Festplatte (HDD) einzubauen? Bei den ebenfalls empfohlenen M25-V-Gehäusen stört mich, dass die Anschlüsse sehr weit oben liegen.

druckluft schrieb:

Wow, du scheinst ja viel Ahnung davon zu haben. Ich glaube, du überschätzt meine Ambitionen etwas. Ich arbeite derzeit mit Cubase und einem Audiointerface und nehme hauptsächlich Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang auf. Pro Song komme ich auf maximal 20 Tracks, auf denen ich auch mit VST´s arbeite (die Begriffe: "Singlethread oder Multicore Performance" sind mir in diesem Zusammenhang nicht ganz klar?). Wichtig ist, dass die Latenz nicht allzu hoch ist, da ich Monitoring-Aufnahmen mache. Wie hoch darf die Latenz ungefähr sein, wenn man z.B. mit der Gitarre zu einem aufgenommenen Schlagzeug mitspielt? Meinst du nicht, ich komme dann mit einem Ryzen 5 1600 hin? Ich würde 70 Euro im Vergleich zu der Intel-Konkurrenz sparen.

Die von dir angesprochenen Unklarheiten beim Mainboard entfallen doch, wenn ich ein Audiointerface habe, oder?

Viele Grüße,
Christian
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
zu CPU-Kühler: Der beim Ryzen 1600 beiliegende Kühler ist ziemlich gut dafür, dass er quasi gratis ist. Den kannst du bedenkenlos verwenden. Angeblich kann man mit dem sogar auch noch ein Stück übertakten. Wenn er dir doch nicht reicht (und/oder zu laut ist), kannst du auch nachträglich noch etwas besseres kaufen.

zu Board und RAM: Der Aegis ist günstiger 08/15-RAM, aber derzeit ist jeder RAM sehr teuer. Es gibt halt diverse Berichte von Leuten, die genau diesem RAM auf genau diesem Board mit 2933 MHz zum Laufen bekommen haben, was in sahen Preis/Leistung ziemlich gut ist. Von daher, gute Wahl.

zu Grafikkarte: Das Modell ist recht neu, bzw. diese Kühler-Konstruktion von XFX ist neu. Mann darf davon sicher keine Wunder erwarten, aber der Preis ist wirklich sehr gut, v.a. weil es ja auch eine 8GB-Version ist!

zu Gehäuse/Lüfter: In der Gehäuse passen laut Aussage auf Geizhals Grafikkarten mit bis zu 310mm Länge. Die XFX-Karte ist 270mm lang - passt also. Der Lüfter vom Netzteil "hilft" nicht bei der Entlüftung des Gehäuses mit, denn das Netzteil wird so montiert, dass Luft von unten angesaugt wird. (Achtung, nicht auf einen dicken Teppich stellen! Oder eben doch anders herum einbauen, damit das Netzteil Luft aus dem Gehäuse zieht und nicht erstickt.) Der Airflow ist so konzipiert, dass Luft von vorne eingesaugt wird (im Idealfall unterstützt durch 1-2 Lüfter in der Front) und hinten neben den Anschlüssen auf der Rückseite von einem einzelnen Lüfter ausgeblasen wird. Bei der geplanten Hardware reicht das auch völlig, es ist kein massiver "Hitzkopf" vorgesehen.
 
Venator90 schrieb:
Ich glaube, du überschätzt meine Ambitionen etwas. Ich arbeite derzeit mit Cubase und einem Audiointerface und nehme hauptsächlich Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang auf. Pro Song komme ich auf maximal 20 Tracks, auf denen ich auch mit VST´s arbeite

Die reinen Zahlen an sich sagen noch nicht viel aus, es kommt auch drauf an wieviele Plugins (und wie leistungsfordernd diese sind) auf den 20 Tracks eingesetzt werden. Der Maßstab wäre, wie sich das in deinen bisherigen Projekten verhält. Dazu wäre wichtig zu wissen, welche CPU du bisher benutzt und wie die Auslastung aussieht. Nimm z.B. mal eines deiner leistungsforderndsten Projekte und beobachte wie sich das ASIO Meter von Cubase im Vergleich zur Auslastung im Taskmanager verhält. Das hatte ich ebenfalls an späterer Stelle in dem von mir verlinkten Thread erklärt. Kannst ja gerne mal deine Beobachtungen hier posten, dann kann ich dir sagen ob deine Projekte eher Single- oder eher Multithread Performance benötigen. Anhand deiner bisherigen CPU kann man dann auch grob abschätzen wieviel Reserven ein moderner Intel oder Ryzen in etwa haben würde.



Venator90 schrieb:
Wichtig ist, dass die Latenz nicht allzu hoch ist, da ich Monitoring-Aufnahmen mache. Wie hoch darf die Latenz ungefähr sein, wenn man z.B. mit der Gitarre zu einem aufgenommenen Schlagzeug mitspielt?

Das ist natürlich eine persönliche Sache ab wann man beim Einspielen latenz als störend empfindet. Aus eigener Erfahrung und auch wenn ich mal mit Bands zusammengearbeitet habe, weiß ich dass es ab 10ms Gesamtlatenz störend werden kann. Wichtig ist dabei dass sich die Gesamtlatenz in so einer Monitoring Situation folgendermassen zusammen setzt:

- Latenz vor dem Audiointerface (z.B. hat jedes digitale Effektgerät eine Eigenlatenz der AD/DA Wandlung von ~1ms)

- Eingangslatenz des Audiointerfaces (Wandler + Puffer des Audiotreibers)

- Softwareseitige Latenz durch Plugins (hier sollte man deim Recording unbedingt auf solche ohne Eigenlatenz setzen, also z.B. auf Linear Phase EQs und Lookahead-Kompressoren verzichten)

- Ausgangslatenz des Audiointerfaces (Wandler + Puffer des Audiotreibers)

- Weitere Latenzen durch digitale Effetgeräte oder Prozessoren im Signalweg nach dem Audiointerface (Beispielsweise nutze ich den Antimode 2.0 zur Raumkorrektur, der eine zwangsläufig eine gewisse Eigenlatenz hat)

- Latenz des Schallwegs, pro Meter Lautsprecherabstand entstehen jeweils ~3ms zusätzliche Latenz. Im Zweifel Kopfhörer benutzen.

Unterm Strich würde ich dem Audiotreiber nicht viel mehr als 6ms addierte Ein- und Ausgangslatenz geben wollen, was bei meinen RME Interfaces gerade noch mit nem 128er ASIO Buffer bei 44.1 KHz erreicht wird. Trotzdem habe ich in der Regel mit 32 aufgenommen.
Ein weiterer Nachteil (vor allem auch beim Mischen) hoher Buffersettings ist, dass die Automationen bei Cubase dadurch zeitlich ungenauer werden.
Wie das ganze bei niedrigen Latenzen performt ist neben der CPU auch von der Qualität des ASIO-Treibers abhängig. Der Cubase ASIO Guard hat hier zwar deutliche Verbesserung gebracht (weil für nicht scharf geschaltete Spuren ein großer Zusatzpuffer eingefügt wird), trotzdem wird deine Aufnahmespur mitsamt aller folgendenden Busse, FX Spuren und dem Masterchannel so berechnet, als wäre ASIO Guard deaktiviert. In Aufnahmesituationen kommt es nach wie vor auf die Performance des Audiotreibers an.

Übrigens, da du viel Live Recording betreibst, wirst du nicht allzu viele Sample basierte Klangerzeuger (wenn überhaupt) verwenden. Der RAM Verbrauch wird nicht allzu hoch sein. 16GB sollten locker ausreichen, vermutlich auch 8GB. Aber am besten du postest auch mal wieviel RAM Cubase bei dir im Taskmanager belegt.



Venator90 schrieb:
Meinst du nicht, ich komme dann mit einem Ryzen 5 1600 hin? Ich würde 70 Euro im Vergleich zu der Intel-Konkurrenz sparen.

Sehr gut möglich dass dir der für längere Zeit ausreicht. Einschätzen kann man das aber erst wenn du die Infos zur Auslastung bei deinen aktuellen Projekten postest. Man sollte bei der CPU durchaus etwas in die Zukunft planen. Problematisch ist z.B. beim Intel i5 8400 natürlich, dass man für die Lieferbarkeit 40€ mehr hinlegen muss und auch die Boards etwas teurer sind.



Venator90 schrieb:
Die von dir angesprochenen Unklarheiten beim Mainboard entfallen doch, wenn ich ein Audiointerface habe, oder?

Nein, das trifft auch dann leider zu. Hohe DPC Latenzen versauen die 'Echtzeitfähigkeit' bzw Reaktionsfähigkeit des Systems und damit wird auch der ASIO Treiber des Interfaces blockiert. Bei noch höheren Latenzen treten in Games Ruckler auf, auch der interne Sound mit seinen höheren Audiopuffern beginnt irgendwann zu stottern, Videos bleiben kurz hängen und wenns ganz extrem wird hängt auch die Maus. Ist alles eine Frage wie hoch die Latenz ist. Messen kann man das mit dem Resplendence Latency Monitor, der einem auch erste Tips auf den Verursacher gibt.

Stell dir das theoretisch so vor: Die höchste DPC Latenz beträgt z.B. 500us, der ASIOpuffer muss bei 64 Samples @44.1KHz alle 1451us aufgefrischt werden. In diesen 1451us müssen sämtliche Audiodaten des Puffers mit allen Plugins berechnet werden. Ist das Sysetm durch den DPC Spike blockiert, fehlen dafür diese 500us was dann bei entsprechender Plugin Belastung nicht mehr ausreicht. Es knallt dann zwar nicht bei jedem Spike weil die CPU ja mehrere Kerne hat, irgendwann statistisch aber doch.

Wie gesagt, wenn hier jemand ein bestimmtes Board empfiehlt, sollte derjenige für diesen Zweck auch die Info haben ob genau dieses Board auch ohne DPC Probleme arbeitet. Es gibt immerhin manche Reviews die auch diesen Aspekt testen, insgesamt ist es aber ein sträflich vernachlässigter Faktor weil es bei sich bei höheren Werten auch in Games bemerkbar macht und sich die Leute dann fragen woher die Mikroruckler kommen. Naja immerhin seit z.B. Anandtech das ganze grob mittestet, scheinen die Hersteller etwas mehr aufzupassen.

Hoffe das hat geholfen...


Edit: Zum Thema DPC Latenzen ist noch wichtig, dass diese häufig erst bei Belastung/Nutzung einer bestimmten Systemkomponente (z.B. USB Port oder Netzwerkkarte), häufig auch in nur in ganz bestimmten Situationen auftreten. Deswegen ist ist ein einfacher Test mit dem Latency Monitor im reinen Leerlauf noch nicht ausreichend um Probleme auszuschliessen. Von einem professionellen Anbieter für Audioworkstations wie Scan Pro Audio erwarte ich mir allerdings, dass sie ihre Boards diesbezüglich umfangreich austesten. Ansonsten würden ihre Kunden ihnen die Systeme ja um die Ohren hauen...
Natürlich kann einem auch das wahllose Installieren schwindlig programmierter Software die DPC Latenz versauen, das versteht sich aber eigentlich von selbst und liegt in der Verantwortungsspähre des Benutzers.
 
Zuletzt bearbeitet:
Odysseus277 schrieb:
Ähm... 900€ Budget?

Na ja, der Mehrpreis, den "G.Skill Flare X" mal außen vor gelassen, wäre ca. 110,-. Wenn es nicht, oder nur teilweise möglich ist, kann man halt nichts machen.
Vorschlagen heißt ja nicht, dass der TO kaufen muss. ;)
 
druckluft schrieb:

Ich kann das leider nicht testen, da ich mit meinem Desktop PC länger nichts mehr aufgenommen habe. Momentan geschieht das alles bei einem Musikerkollegen von mir. Dort komme ich auch auf die 20 Tracks. Aber ich kann mich noch erinnern, dass die CPU meines derzeitigen PC's in Cubase schon nach 4-5 Tracks am Limit war. Der PC hat einen AMD Athlon II x4 640 Prozessor und eine 8GB DDR Ram. Die VST´s, die ich benutzt habe, waren Guitar RIG, EZ Drummer und jede Menge Effekte etc. (Reverbs, Kompressor...).

druckluft schrieb:

Also ehrlich gesagt hatte ich noch nie Probleme mit Latenzen. Weder an meinem PC, noch an denen meiner Kollegen. Und falls doch Probleme auftreten sollten, wäre ich bereit, in ein neues Audio-Interface zu investieren, da mein Session I/O-Interface von Native Instruments mittlerweile etwas in die Jahre gekommen ist und teilweise Kompatibilitätsprobleme in den DAW´s autreten.

druckluft schrieb:

Ich habe nochmal etwas im Internet geschaut. Hier z.B. scheint jemand die gleiche CPU + Mainboard zum Recorden zu nutzen und damit zufrieden zu sein. Auch auf Youtube haben einige schon den Ryzen für Recordingzwecke getestet. Die Ergebnisse scheinen recht gut zu sein.

Ich werde wohl bei den Komponenten bleiben, die ich oben aufgelistet habe. Außerdem werden ich wohl von Cubase zu Reaper wechseln, da meine abgespeckte Cubase-Version veraltet ist und die Vollversion von Reaper vergleichsweise günstig zu erwerben ist. Ich danke dir und auch den anderen auf jeden Fall für die Hilfe. Deine Ausführungen haben mir auf jeden Fall gezeigt, dass ich noch viel über Recording zu lernen habe, wenn ich besser werden will. Aber für derzeitigen Anforderungen reichen wohl die oben genannten Komponenten.

Viele Grüße
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Venator90 schrieb:
Ich kann das leider nicht testen, da ich mit meinem Desktop PC länger nichts mehr aufgenommen habe. Momentan geschieht das alles bei einem Musikerkollegen von mir. Dort komme ich auch auf die 20 Tracks. Aber ich kann mich noch erinnern, dass die CPU meines derzeitigen PC's in Cubase schon nach 4-5 Tracks am Limit war. Der PC hat einen AMD Athlon II x4 640 Prozessor und eine 8GB DDR Ram. Die VST´s, die ich benutzt habe, waren Guitar RIG, EZ Drummer und jede Menge Effekte etc. (Reverbs, Kompressor...).

Von der CPU kommend, wirst du natürlich einen gewaltigen Fortschritt feststellen, egal ob Single- oder Multithread Performance gefragt ist.
Guitar Rig ist aber ein Paradebeispiel für ein Plugin, das stark von Singlethread Performance abhängig ist. Hier lassen sich ja einzelne Sub-Effekte (meistens) in Reihe verschalten, was wiederum nur in einem Thread berechnet werden kann. Stand heute wird dir der R5 1600 wohl reichen, wie es in paar Jahren aussieht kann man so natürlich nicht sagen.


Venator90 schrieb:
Ich habe nochmal etwas im Internet geschaut. Hier z.B. scheint jemand die gleiche CPU + Mainboard zum Recorden zu nutzen und damit zufrieden zu sein. Auch auf Youtube haben einige schon den Ryzen für Recordingzwecke getestet. Die Ergebnisse scheinen recht gut zu sein.

Schon mal gut, dass der User dort keine offensichtlichen Probleme mit dem Board hat. Ich selber habe auch gute Erfahrungen mit Asus gemacht. Wenn es jemals DPC-Latenz Probleme gab, ließen die sich durch Treiberupdates der jeweiligen Komponenten lösen. Am BIOS war aber nie was grundlegendes dran.

Das verlinkte Video dürfte ein Szenario zu sein, wo Ryzen glänzen kann. Viele parallele Spuren mit jeweils wenigen FX-Plugins, die wiederum auf eine wenig verschachtelte FX und Bus-Struktur zusammen gemixt werden, wo wiederum wenige Plugins um Einsatz kommen. Die verwendeten FX-Plugins sind meines Wissens nach keine besonderen Leistungsfresser.
Bei den virtuellen Synths kann man schwer sagen wie stark die auf die Singlethread Performance gehen, das kann selbst bei ein und dem selben Instrument je nach geladenem Patch variieren. Pro Tools CPU Usage Meter zeigt aber schön, dass sich die Session sehr gleichmäßig auf alle Kerne verteilen läßt und dass noch ordentlich Reserven vorhanden sind. Ich hatte ja oben in einen Thread verlinkt, wo ich zwei extrem Szenarios aufgezeigt habe. Dort entspricht das Szenario 1, nur mit insgesamt weniger Auslastung.
Leider schreibt der Typ im Video nicht, mit welcher Latenz er arbeitet. Oder habe ich was übersehen?
Die Frage wäre noch, woher die höhere CPU Auslastung auf einem Kern im Taskmanager bei ihm kommt. Vermutlich das Screen Recording Tool.
Jedenfalls sehen die meisten Projekte in der Praxis bei mir doch etwas anders aus, deutlich näher am zweiten von mir beschriebenen Szenario.

Kannst dann ja mal schreiben wier deine Erfahrungen mit dem System sind. :schluck:
 
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