Smartcom5
Lt. Commander
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Das ist (leider) öfter die Regel, ja. Das liegt aber weniger an den Prozessoren oder gar der durch die Prozessoren entstehende Hitze an sich selbst, sondern an etwas ganz anderem …Captain Mumpitz schrieb:Ich bin jetzt in Sachen älterer AMD CPUs nicht der Hirsch, aber bietet sich dieses MoBo überhaupt für den Einsatz eines Tower-Kühlers an? Ich weiss nur vom Hörensagen, dass es bei den FX-Boards auch ab und an Probleme mit dem Überhitzen der Spannungswandler gab und sich dann dort evtl. ein Top-Blower sogar besser eignet.
Zurück in die Zukunft
Die Mainboard-Hersteller haben fast allesamt ihre Boards für AM3+ seinerzeit Ende '11 mit den und zum Start der ersten Generation Bulldozer und damit der FX-81xx-Serie (vgl. → FX-8100 (2,8, 3,1, 3,7 GHz¹), FX 8120 (3,1, 3,4, 4,0 GHz¹), FX-8150 (3.6 GHz3.9 GHz4.2 GHz¹) und den beiden FX-6100 (3,3, 3,6, 3,9 GHz¹) und FX-4100 (3,6, 3,7, 3,8 GHz¹) heraus gebracht.
Diese erste Iteration des Bulldozers hatte (wie man sieht) noch deutlich geringere Basis- und Turbo-Taktraten, obwohl diese offiziell schon relativ hohe TDP-Verbrauchsfenster aufwiesen (ebenfalls 95/125 Watt TDP). In der Praxis verhielt es sich so, daß insbesondere die kleineren FX-4100 und FX-6100 halt bei weitem nicht ihre Last-Größen großartig überschritten – und demnach haben die Mainboard-Hersteller eben auch die Boards gestaltet (und demzufolge auch die Spannungsversorgung in Form der Spannungswandler!) – und daß, obwohl AMD von Anfang an schon großzügig größere TDP-Vorgaben gemacht hat (für die zukünftigen Prozessoren).
Freischeine en masse
Während es also bis dato dieses Phänomen von kontinuierlich überhitzenden VRMs bei der ersten Generation des Bulldozers (Bulldozer-Kern, Codename: Zambezi) de facto nicht gab, änderte sich das schlagartig mit der späteren Erscheinung der Bulldozer auf Piledriver-Basis (Piledriver-Kern, Codename: Vishera) in 2012, 2013 und 2014. Da die offiziellen TDP-Angaben die gleichen waren wie bei der neueren Generation des Bulldozer (vgl. → FX-8300, FX-8310, FX-8320, FX-8350, FX-8370 und die beiden Serien FX-63xx und FX-43xx), haben die Mainboard-Hersteller einfach ohne großes Gegenprüfen die alten Boards aus 2011 bedenkenlos für die nun neueren FX-x3xx aus 2012-2014 freigegeben.
Die Hersteller haben sich einfach hingestellt und gesagt, daß ihre älteren Boards ohne Frage die neueren Prozessoren würden unterstützten, natürlich problemlos. Allen voran hier Gigabyte und AsRock, wobei Gigabyte damals den Mund doch schon sehr voll genommen hat.
Unvermeidbarkeiten
Und es kommt natürlich, was kommen mußte; Die Phasen-Designs waren bei vielen Boards doch sehr knapp bemessen (da die bisherigen TDP-Angaben nicht wie sonst gewohnt ausgereizt wurden; also hat man gespart wo man nur konnte und billige Komponenten verbaut). Um ehrlich zu sein; Viele Phasen-Designs auf den damaligen AM3+-Mainboards waren bestenfalls halbherzig. Man hat den Mainboards angesehen, daß die Hersteller diese Klientel doch eher widerwillig bedienten und das große Geld mit Intel-Boards verdient wurde.
Da es nun vermehrt zu Ausfällen und Throtteln kam (automatische Untertaktung aufgrund zu überlasteter Spannungswandler, sind nachträglich einige Hersteller hingegangen und haben entweder dreist nachträglich den Support für die großen FX-Modelle von Bulldozer kurzerhand gestrichen, oder aber sich aus der Affäre zu ziehen versucht, indem sie nachträglich erwähnte Prozessoren nur unter der Voraussetzung unterstützten, daß ein Top-Blow-Kühler Verwendet wird und die Spannungswandler (VRMs) aktiv gekühlt werden.
Kein Einzelfall
Allerdings ist das kein Einzelfall gewesen, auch bei Intel-Mainboards hat man immer wieder gespart wo es nur ging.
Beispielsweise war Gigabyte mit ihren Z87-Boards seinerzeit sehr berühmt aufgrund der überragenden Spannungsversorgung auf den *-UD3H-Boards. Da gab es satte 8 echte Phasen und die Stromversorgung war wirklich großzügig ausgelegt. Als Haswell herauskam (und man feststellte, daß dieser deutlich weniger verbraucht), hat man auf den Nachfolge-Boards der Serie (Z97X-UD3H ) die Spannungsversorgung glatt halbiert auf nur noch vier Phasen (natürlich aus Gründen des Geldes), trotzdem aber den Anschein wahren wollen, es handle sich um 8 Phasen (indem man Doppler verwendete). Aus einem hervorragenden Mainboard wurde ein sehr durchschnittliches. Ähnliches hat auch AsRock mit seinem Z97-Killer gemacht.
Kurzum: Die Phasen-Designs sind immer wieder Grund zum Ärgernis, obwohl die Boards mitunter einige hundert Euro kosten mögen. Ein Großteil der AM3+-Boards war „failed by Design“, zumindest wenn man nach den Qualitäten der Spannungsversorgung ging.
In diesem Sinne
Smartcom
¹ Basis-Takt, Allkern-Turbo, Turbo auf der Hälfte der Kerne
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