Drakonomikon schrieb:
Sound ruft bei vielen Esoterik und Pseudowissenschaft hervor, ähnlich wie bei Wein- oder Whiskeytastings.
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Ich kenne das Argument, man habe nur zwei Ohren, nur zu gut. Die Betrachtung muss aber anders herum aussehen, wir haben unendliche viele Quellen um uns herum, die auf zwei Ohren treffen.
Ich glaube, Du hast das Prinzip des Hörens nicht wirklich verstanden!
Es geht weder um Esotherik noch um Pseudo-Wissenschaft!
Unser Gehirn ortet Schallquellen durch Laufzeitunterschiede. Wird ein Ton erzeugt, dann kommt er zu unterschiedlichen Zeiten am rechten und linken Ohr an, sofern er nicht genau mittig davon erzeugt wird.
Hinzu kommen Laufzeitunterschiede durch Reflexionen des Schalls an uns umgebenden Flächen. Das können Bäume, Wände etc. sein. All diese Informationen nutzt unser Gehirn, um die Ausgangsrichtung des Tons zu lokalisieren. So können wir auch Töne orten, die z.B. hinter uns liegen.
Nimmt man nun einen Ton auf, so werden sowohl dessen direkter Schall als auch seine Reflexionen im Raum aufgenommen. Gibt man diese Informationen z.B. auf einem Kopfhörer wieder, so werden dem Gehirn auch die Reflexionen übermittelt und man kann räumlich hören bzw. den Ton orten, obwohl keinerlei weitere Reflexionen stattfinden, da unser Gehirn die "originalen" Reflexionen am Platz des Mikrofons hört und verarbeitet.
So funktioniert räumliches Hören einer Aufnahme auch ohne dass da irgendetwas "virtuell simuliert" werden muss!
Natürlich gibt es auch die zweite Möglichkeit, nämlich einen künstlich erzeugten und nicht aufgenommenen Ton.
Auch hier funktioniert räumliches Hören, indem man der Tonspur eine jeweilig erwünschte "Lageinformation" hinzufügt.
Dies gilt aber sowohl für eine Stereo-Ausgabe als auch für Surround-Sound. Die "Lageinformation" wird von der Software in Laufzeitverzögerungen umgerechnet und bei Surround in veränderter Zeitabfolge auf zusätzliche Speaker ausgegeben.
Diese "virtuelle" Lagedarstellung funktioniert aber sowohl bei Stereo als auch bei Surround nur so gut wie die Aufstellung der Speaker in Bezug auf Raum, Hörabstand zu jedem einzelnen Lautsprecher und deren Abstrahlcharakteristik zueinander passen!
Nicht die Zahl der Lautsprecher macht den Surround-Effekt, sondern in erster Linie deren Abstrahlverhalten und Aufstellung in Bezug auf die Sitzposition!
Ich lade Dich gerne auf eine Hörprobe diesbezüglich ein, um Deinen Horizont zu erweitern...
