Privater Server für verschiedene VMs (Xeon oder Epyc?)

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#1
Hallo zusammen,

ich hoffe, dass ich dieses Thema korrekt eingeordnet habe - ansonsten möge man mich gerne korrigieren.

Aktuell nutze ich ein Synology DS1515+ (Multimedia + Datengrab) und einen RaspPi (DHCP + DNS). Letzteres auch mehr zum spielen und probieren (und aufgrund geringen Stromverbrauchs).

Da ich regelmäßig neue Anwendungen teste und ich eine klare Trennung zwischen Heim- und öffentlichem Netz haben will, möchte ich ein System aufbauen, dass nur noch auf Basis von virtuellen Maschinen arbeitet.
Ich arbeite mir in Einzelthemen gerne ein. Bei der notwendigen Hardware bin ich aber nur oberflächlich bewandert.

Grundgedanke:
Basis: CentOS oder Ubuntu-Server mit KVM + oVirt

VMs:
1 x Windows Server 2012 R2 / 2016 (mglw. mit Exchange und/oder SharePoint)
1 x Linux: Webserver / Teamspeak
1 x Linux: DNS / DHCP + Hausautomatation + sonstige interne Dienste
1 x Linux/Windows: Test und Entwicklungssysteme

Der Nutzerkreis der Systeme ist eher begrenzt. Der Server würde aber wahrscheinlich 24/7 laufen, wenn auch durchaus mal länger im Leerlauf.
19"-Gehäuse 4U ist bereits vorhanden

Mir stellt sich nun die Frage nach der richtigen CPU / Kerne / Sockel:
- Da der Windows Server alleine schon ordentliche Anforderungen stellt, vermute ich, dass ich 8+ Kerne benötige.
- der Stromverbrauch sollte natürlich so niedrig wie möglich sein, wo bei die Rechenleistung eher vorgeht.

Eigentlich wäre ich sofort bei XEON gewesen, aber da hat mir AMD mit dem Epyc dazwischen gefunkt.
Die Preise sind wirklich gut. Leider sieht es mit der Verfügbarkeit der Boards noch nicht so prall aus.

Ins Auge hatte ich folgende CPU gefasst:

AMD EPYC (Sockel SP3)
7351P: 16 Kerne, 2,4 Ghz, DDR4-2666, 170 Watt TDP - Kosten: ca. 819 €, 1-Sockel möglich
7301: fast identisch, 200 Mhz weniger, 2-Sockel möglich

XEON (Sockel 2011-3):
E5-2630v4 (oder vllt. E5-2650v4): Broadwell-EP, 10 Kerne, 2,2 Ghz, DDR4-2133, 85 Watt TDP, Kosten: ca. 700 €, 2-Sockel möglich

XEONs auf 1151er-Basis gibt es m.W. ja nur mit 4 Kernen und wäre daher für mich nicht relevant (oder?!)


Die großen Fragen:
1. Lohnt es sich auf EPYC zu warten (die Board-Auswahl soll gegen Ende 2017 steigen)?
2. 170 Watt TDP ggü. 105 Watt TDP scheinen mir eine Menge zu sein. Ist das bei einem Server der auch viel leer läuft so relevant?
3. Könnte ich bei meinen Anforderungen die CPU-Leistung noch reduzieren (bspw. auf 1,8 Ghz) und so die Kosten drücken.
4. Schieße ich bei der Hardware mit Kanonen auf Spatzen? :D

Ich freue mich auf Eure Meinungen und Ratschläge und bedanke mich vorab.
 
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#2
Für ein nicht Professionelles Umfeld etwas oversized was du machen willst

Möglich wäre aber auch eine AMD Ryzen R7 1700 mit 8Kernen + HT
der sollte für die Aufgaben auch ausreichen wenn es ums Geld geht

du kannst als Grundsystem aber auch ein ESXi machen und darüber deine Systeme virtualisieren
Windows Server machst du mit 2 Kernen + HT
den Linux reicht meist ein Kern + HT aus
 
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Kharne

Lt. Junior Grade
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#3
Ich sehe da keinen Grund nen richtigen Serverprozessor einzusetzen. Eher nen Threadripper oder gar nur nen Ryzen.

Hauptproblem wird das I/O werden, abhängig davon wieviele VMs du aufsetzt und was die so alles auf der Platte rumschreiben.
 
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#6
Ich würde auch sagen, dass hier kein Server Prozessor ran müsste. Hauptsache ECC RAM.
Sofern das Gehäuse "normale" Boards zulässt natürlich

Sofern Deine Infrastruktur es zulässt wäre noch schön mit mehreren NICs zu arbeiten zwecks Kanal Bündelung und Netz Trennung

Exchange und SharePoint fressen ordentlich Leistung, allerdings abhängig von der Größe. Der Windows Server selbst ist inzwischen relativ genügsam
 
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#7
Ich habe einen Microserver Gen8 mit XEON E3-1220l als ESXI Host genutzt. 2 Kerne 2 Threads. War auch mit mehreren Maschinen Parallel kein Problem.
Du wirst ja auch keine große CPU Last auf den einzelnen Maschinen haben. Interessanter wird der RAM Bedarf. Beim Gen8 war/bin ich auf max 16GB genagelt. Das könnte, gerade mit Windows VMs eng werden.

Ansonsten kann ich dir noch das Hardwareluxx Server/Workstation Forum empfehlen.
 
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#8
Mir stellt sich nun die Frage nach der richtigen CPU / Kerne / Sockel:
- Da der Windows Server alleine schon ordentliche Anforderungen stellt, vermute ich, dass ich 8+ Kerne benötige.
Naja, der Windows Server kommt gut mit 1-2 Kernen klar, HT braucht er noch nicht mal, erst wenn man die Kiste etwas mehr belastet.
Hab zuhause 2 Testserver laufen, 1x Win2k12 und 1x Win2k16, beide laufen nur auf einem Kern und 2 bzw. 4GB RAM. Solange man da nur Kleinkram für einen kleinen Haushalt drauf macht (DNS, DHCP, Druckserver, etc.), dann wird man auch nicht mehr benötigen.
Nimmt man 2 Kerne + 4 GB RAM (mehr wenn Exchange auch noch drauf soll), dann rennt das super.

Ein 4-Kerner + HT sollte eigentlich schon fast ausreichend für deine Pläne sein. Um ein paar Reserven zu haben, nimm einen 6-Kerner mit HT. Oder wenn du etwas mehr Geld ausgeben willst, einen 8-Kerner + HT.
Ein richtiger Serverprozessor wäre drastisch over the top!



Nicht wirklich. Erst wenn ich wirklich kritische Daten verarbeite lohnt sich das. ECC lässt die Kosten ganz erheblich steigen. CPU, Mainboard und RAM müssen es unterstützen.
 

CWest

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#9
Bis hier hin schon mal herzlichen Dank für die Anmerkungen und Ratschläge.
Leider habt Ihr mir jetzt ein bisschen die Argumente für den Kauf eines Serverprozessors ggü meiner Frau genommen :D.
Im Ernst: Wichtig ist mir, dass das System auch in ein paar Jahren noch halbwegs performed.

zum Thema Hypervisor:
Ob es am Ende KVM, Xen oder ESXi wird ist tatsächlich noch ein bisschen offen. Ich werde wahrscheinlich verschiedene Varianten testen. Für mich jetzt erstmal etwas nachrangig.

@T3Kila: Ist für ATX/E-ATX vorgesehen (60 tief). Da hat auch noch eine Couchlandschaft platz genug.

@Fard Dwalling: Die Microserver benutzt ein Kollege auch und ist sehr zufrieden. Allerdings "passen" die nicht in mein Rack (nur auf Boden) und wenn ich das Ding schon im Keller habe, dann muss da jetzt auch "Rackware" rein (so viel Spaß und Reim muss sein).

Auf Basis Eurer Antworten halte ich für mich schon mal fest:

a. Ein Serverprozessor wäre Luxus, mit 8 Kernen auf einem AMD-Desktop-Prozessor hätte ich wohl noch Reserven.
b. An ECC-RAM scheiden sich (wie immer) die Geister. So oder so: 16 GB wären nicht verkehrt.

Zu diesen Fragen hat sich leider bisher noch niemand geäußert:
2. 170 Watt TDP ggü. 105 Watt TDP scheinen mir eine Menge zu sein. Ist das bei einem Server der auch viel leer läuft so relevant?
3. Könnte ich bei meinen Anforderungen die CPU-Leistung noch reduzieren (bspw. auf 1,8 Ghz) und so die Kosten drücken.

Hat da noch jemand allgemeine Ratschläge? Wieviel GHz sollte die CPU bei meinen Anforderungen mitbringen?

Ich danke Euch nochmals!
 
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#10
Die GHz sind völlig irrelevant. Auch dir TDP. Es sei denn, du schaffst es alle Kerne mit den VMs dauerhaft auszulasten.
Die meiste Zeit wird das Ding Einfsch vor sich hin idlen
 
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#11
TDP hin oder her, ein Hobby kostet Geld.

Ich hab im Keller einen FSC Celsius m720 mit Xeon 2660 (8 Kerne + HT, 2,2 GHz) mit 64 GB stehen. Die Kiste läuft laut meiner Fritz Steckdose mit 105 Watt im Leerlauf, wenn ich Handbrake zum Video konvertieren anwerf ist die bei 210 Watt.

Basis läuft der Server 2016 drauf mit Rollen: Domäne, DHCP, DNS, Zertifikatsserver und den Windows bereitstellungsdiensten (Net-Install)

Virtualisierung ist bei mir Hyper-V ... bei einer Server 2016 Standard Lizenz auf der Hardware darfst du mit dem selben Key auch 2 virtuelle drauf betreiben.

Ich hab als virtuelle ne PfSense Firewall, einen weiteren Server 2016 und eine Linux Maschine. Die sind dauernd an. Ferner hab ich noch Test-VM's die eigentlich aus sind.

Ich kann sagen: die 8 (16) x 2,2 GHz reichen dicke als Server.
RAM: Server 2016 sollte 8, besser 16 GB haben (egal ob VM oder Hardware), Linux kommt mit 4 GB locker zurecht.

Von meinen 64 GB sind ca. 35 belegt vom Hauptsysytem + VM's.

server.jpg

Ahja, das ist die Fritz-Steckdose:

ServerLeistung.jpg
 
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CWest

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#12
Das geht genau in die Richtung, die ich mir auch vorgestellt habe und lässt noch Raum für ein paar Spielereien.
Es muss ich nur noch mit mir klären, ob ich auf die EPYCs warte...

Danke an alle!
 

CWest

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#14
Danke. Die Benchmarks hatte ich auch schon gesehen. Wenn in der Diskussion nun herausgekommen wäre, dass Xeons doch wesentliche Vorteile bieten, hätte ich halt mit dem Projekt sofort starten können. So kann ich nur hoffen, dass die Auswahl an Boards bis zum Jahresende noch wächst.

Hierzu noch die Frage: Können alle 2-Sockel-Boards grundsätzlich auch nur mit einem CPU betrieben werden oder gibt es da herstellerabhängige Einschränkungen? 2 Epycs wäre für mein Vorhaben definitiv absoluter Overkill, aber es gibt wenigstens schon ein paar Boards.
 

DjangOC

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#15
Also von Dual Sockel 771, 1366, (quad) 1567, und 2011 sowie von G34 (6120er) kann ich dir sagen, dass ich nie Probleme mit Single Socket Betrieb hatte. Gegebenenfalls hast du aber Probleme mit den PCI-E Slots die du belegen möchtest. - Da der Epy aber in Single als auch Dual Betrieb ja 64 lanes hat, denke ich dürfte diese Problematik bei Epyc gar nicht existent sein.
 

CWest

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#16
Moin Moin,

nachdem ich in den letzten Monaten relativ viel Energie in andere Themen stecken musste, nun zurück ans Zeichenbrett.

Die Anforderungen haben sich etwas geändert:

Basis/Host: CentOS oder Ubuntu-Server mit KVM + oVirt (anderer Virtualisierer möglich)

VMs:
1 x Windows Server 2012 R2 / 2016 (mglw. mit Exchange und/oder SharePoint)
1 x Windows Server 2012 R2 / 2016 als WTS / Terminalserver für 4-6 Nutzer
1 x Linux: Webserver / Teamspeak
1 x Linux: Backup pfSense mit CARP
1 x Linux: Hausautomatation + sonstige interne Dienste
1 x Linux/Windows: Test und Entwicklungssysteme

Aktualisierte Umsetzung:
Die EPYC/Naples ist für mich erstmal raus. Was Boards angeht, ist mir da einfach zu wenig am Markt (bei einem Anruf bei AMD Ende 2017 war man dahingehend auch eher verhalten).

Ich habe mich jetzt tatsächlich auf XEON E5 eingeschossen, nur beim genauen Prozessor bin ich mir noch nicht ganz im Klaren.

Aktuelle Idee:
--> 1 x XEON E5-2640v4 / Broadwell (halbwegs akzeptable TDP für 24/7 Betrieb)
Der Prozessor erscheint mir sinnvoll für meine Anforderungen, auch wenn er aktuell noch bei ca. 920 € liegt.
Alternativ einen Haswell-XEON, bspw. den E5-2630v3 / E5-2640v3.

Frage: Alternativvorschläge in dem Bereich?

Zwei-Sockel-Board Asus Z10PE-D16/4L oder Intel (somit die Option für einen weiteren Prozessor, wenn irgendwann benötigt)

Frage: Das Asus-Board verfügt nur über 2 Speicherkanäle (?). Wie relevant ist das für meinen Anwendungsfall? Kenne mich da nicht aus.

32 GB RAM (mehr geht später ja immer noch)

ggf. PCIe 4-GBE-Karte (die Asus-Boards gibt es aber teilweise schon mit 5 RJ-45-Anschlüssen)

400 Watt-Netzeil (ausreichend auch bei zwei CPU oder besser 500W?)

2x 4 TB Festplatten im Raid 1, ggf. eine SSD für das System (die drehenden Platten liegen hier noch).

Sicherung auf Synology NAS
 

Kharne

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#17
Ich sehe keinen Sinn darin Xeons zu dem Preis einzusetzen, dann lieber direkt nen 16 Kern Threadripper.

Nochmal: Dein Problem wird die I/O Leistung sein - alle diese VMs auf einer HDD wird dazu führen, dass kein System nutzbar sein wird. Hier sind SSDs Pflicht. Gerade wenn Windows VMs laufen sollen.

PS: Je nachdem was du mit den Windows VMs und der Entwicklungsumgebung vorhast würde ich mir da auch eher überlegen 2 Server anzuschaffen statt nur einem auf dem dann alles irgendwie parallel laufen musst - oder ne richtige Server CPU anschaffen.
 
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#18
Wenn I/O wichtig ist, würde ich Intel aktuell nicht kaufen wegen Meltdown.

Für künftig große Mengen an RAM sei auch angemerkt, nur Epyc und Xeon unterstützen LR-DIMMs. Mit UDIMMs ist aktuell bei 16 GB pro Modul Schluss.
 

dasTTS

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#19
Bei nur einer drehenden Festplatte (da Raid 1) wirst du wie Kharne schon sagte nicht sehr viel Freude am System haben. Die CPU halte ich im Gegenzug allerdings als überdimensioniert. Wichtig ist hier die Leistung als Gesamtsystem, also eher mehrere oder schnellere HDDs/SSDs (vielleicht Tiering im ESXi aktivieren) und ein wenig bei der CPU sparen.
 
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#20
Terminal Server? Was für Anwendungen? Wenn nur der Taschenrechner genutzt wird spielt das keine Rolle. Bei einem anderen Office suite und Browsern kann da ruck zuck das Limit beim storage liegen. CPU ist da fast schon egal.

Tdp sagt auch nur was über maximal verbraucht. Großteil ist idle und somit irrelevant.

Xeon und ecc RAM ist überdimensioniert. ein i5 oder ryzen reicht für Hobby Server locker.
 
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