Professionelles Ansteckmikrofon gesucht

Richtig, die Richtcharakteristik und der Besprechungsabstand wären hinsichtlich den Umgebungsgeräuschen erstmal die wichtigsten Faktoren.

Du kannst ansich auch ein "Studiomikrofon", sei es nun ein Klein- oder Großmembraner, verwenden und an ein geeignetes Stativ hängen.
Verwende selbst für VoIP schon lange ein SCM-1 von Pronomic an einem Schwenkarm. Das Mikro ist etwa 30cm von meinem Mund entfernt und seitlich in etwa 45° auf den Mund gerichtet platziert. Wenn man die Voice Activation entsprechend anpasst, sind die Anschläge der Tastatur damit ganz gut in den Griff zu bekommen. Wie gut, das hängt (neben dem Abstand des Mikros zum Mund) natürlich auch davon ab, wie laut man spricht (-> wie hoch man das Activation Level schieben kann). Wer eine eher leise Stimme hat, sollte vielleicht besser zum Ansteckmikro greifen. Die sind bezüglich der Geräuschunterdrückung einfach überlegen, weil das Mikro direkt vor dem Mund hängt (-> Pegeldifferenz).

Das Auna halte ich persönlich für überteuert. Das gleiche Mikro kriegst du ohne USB auch für 15 Euro.
Ist sowieso alles umgelabelte OEM-Ware, bei der meist nur die Lackierung und der Anschluss modifiziert wird.
Wenn es unbedingt USB sein soll, dann schau dir lieber das NW-7000 an. Da hast du auch direkt einen Schwenkarm dabei.
Ansonsten gilt meine Empfehlung bei unter 100 Euro dem Pronomic SCM-1 oder Recording Tools MCU-02 / MC-200.
Das ModMic ist für manche eine Komfortlösung. Mir persönlich erschien die Aufnahmequalität angesichts des Preises schon immer zu dürftig. Spätestens nach dem Auseinanderbauen und Inspizieren der Kapsel und Verkabelung sollte einem eigentlich auch auffallen, dass das Teil nach Materialwert keine 15 Euro wert ist. Das separate Kabel und die (m.E. zu schwache) Magnethalterung sind eine Geschmackssache.
Bin nach rund 1 1/2 Jahren Nutzung wieder auf ein Mikro am Stativ umgestiegen und habe die Entscheidung bisher kaum bereut.
 
Zuletzt bearbeitet:
Usb muss es nicht sein, ganz im Gegenteil. Ich würde das Mikrofon am liebsten per 6.3mm Klinke an meine Asus STX Soundkarte klemmen. Soundkarten sind vielleicht eher für die Ausgabe als Eingabe gemacht, trotzdem übertrifft die Eingabequalität der Soundkarte meinen Asus Ranger onboard Chip bei weitem.
Einen Verstärker für das Mikrofon zu kaufen führt denke ich etwas weit, immerhin geht es hier nur um Telefonie und nicht um professionelles Streamen/Podcasten oä.
Kannst du ein paar entsprechende modelle mit normaler oder 6.3mm Klinge empfehlen?
 
Hat die STX tatsächlich eine 6,3mm Buchse? Das wäre ja eher bei Instrumenteneingängen zu erwarten...
Bei einfachen Klinken-Mikrofonen solltest du darauf achten, dass die Soundkarte genügend Vorspannung bereitstellt. Bei Onboards ist diese meist zu gering, weshalb man zu wenig Nutzpegel und stattdessen eher Grundrauschen bekommt. Solche "PC-Mikrofone" werden normalerweise mit einer Plug-in-Power von bis zu 10V gespeist. Viele Onboards dümpeln unterhalb der 3V rum und sind zudem nur unzureichend entstört. Die Folgen sind meist ein starkes Rauschen sowie fiepende Inteferenzen.
Wenn du mal ein Mikrofon nimmst und zwischen beiden Anschlüssen hin- und hersteckst, sollte sich aber eigentlich schnell ausmachen lassen, ob die Soundkarte geeignet ist oder nicht.

An größeren Kondensatormikrofonen, die sich auch per Klinke speisen lassen, würde ich dir eigentlich zur Bauform "BM-800" raten. Diese Mikros werden von dutzend Anbietern mit verschiedenen Bezeichnungen vetrieben. Gemein haben sie allerdings:

- sehr günstig (mitunter auch im Set mit Spinne und Schwenkarm)
- Aufnahmequalität deutlich besser als bei jedem Headset-Mikrofon
- hohe elektrische Empfindlichkeit*
- Nieren-Charakteristik

(* separater Vorverstärker nicht nötig, sofern der Klinken-Eingang keine Gurke ist)

Habe mir irgendwann mal eins dieser No-Names zugelegt. Auf dem Karton steht lediglich "Studio Microphone", auf dem Mikro selbst "BM-800".
Da es sich um OEM-Ware handelt, wird man das Mikro in ggf. leicht abgewandelter Form von zig verschiedenen Anbietern mit ebenso vielen Bezeichnungen finden. Würde mich da einfach am Preis orientieren. Meins hat damals 15 Euro gekostet.

Die Aufnahmequalität ist für den Preis wirklich enorm, wenn man das Mikro nicht an den billigsten Input hängt (vgl. schlechte Bewertungen dieser Mikros auf Amazon). Dafür ist auch nichtmal zwingend eine Phantomspeisung per XLR nötig. Selbst an dem Klinkeneingang meines Behringer Xenyx 302 USB (liefert etwa 4,5V) klingt das Mikro noch erstaunlich transparent und rauschfrei. Gegenüber den gänigen Headset-Mikrofonen erkennt man schon einen deutlichen Unterschied.

Als Konkurrent hat sich bei mir damals das SCM-1 von Pronomic durchgesetzt. Ist für knapp 35 Euro immernoch angenehm günstig und hat eine nochmals kompaktere Bauform. Im Vergleich zum BM-800 löst es etwas höher auf und bildet die Stimme naturgetreuer ab. Das Grundrauschen und die Unterdrückung von Hintergrundgeräuschen waren ebenfalls ein wenig überlegen.
Der Nachteil dürfte für die meisten jedoch sein, dass man hierfür schon ein separates Interface mit Phantomspeisung benötigt. Ist im Prinzip eine externe Soundkarte mit "professionellem" Mikrofoneingang. Solche Geräte kriegt man jedoch auch schon ab 30-40 Euro. Das Behringer UMC22 wäre da zum Beispiel zu nennen. Da ich eh schon ein Interface, einige XLR-Kabel und auch einen Schwenkarm besessen habe, musste ich da nicht lang überlegen :p

Wenn es einfach nur um die bestmögliche P/L geht, dann würde ich mich bei den oben genannten OEM-Mikrofonen umsehen.
Die gibts von bspw. Neewer auch direkt mit Schwenkarm für ~30 Euro im Set. Einfach mal nach "NW Mikrofon" bei Amazon suchen.
Und bitte nicht von den unterschiedlich guten/schlechten Bewertungen ablenken lassen. Die Mikrofone sind zum Großteil technisch absolut baugleich ;)
 
Ich kann nur noch mal danke sagen, klasse Erklärung und sehr wertvolle Tipps :)

Die Stx hat tatsächlich sowohl für Input wie Output einen 6.3mm Eingang und kann Kopfhörer bis 600 Ohm befeuern. Ob diese gehobene Verstärkerleistung sich auf den Output beschränkt oder der Input ebenfalls stärker ist bleibt leider offen.
Ich werde mal zuhause in der Anleitung nachlesen, Asus hat die Karte komischerweise nicht länger auf seiner Websiite gelistet.
Ergänzung ()

Habe mich mal genauer informiert, anscheinend ist die STX tatsächlich nicht geeignet.

Meine Amazon Liste sieht im Moment wie folgt aus:
https://www.amazon.de/registry/wishlist/19LY6FDNAMAIL

Vielleicht bestelle ich alle zwei oder drei Varianten und vergleiche sie miteinander. Das Lavalier wäre mit Abstand die einfachste Lösung, allerdings ist es unwahrscheinlich das sie zufriedenstellend ausfällt, eventuell spare ich mir diesen Versuch.
 
Haha und erneut muss ich mich bedanken :)
Ein Mikrofon iḿ Gesampacket für 30 Euro klingt schon fast zu schön zu wahr sein.
Glaubst du mehr Budget lässt sich merklich mehr Qualität rausholen oder ist die "lohnende" Grenze hier erreicht?
Es soll zumindest nicht am Geld scheitern, ich suche nach einer guten Lösung für die nächsten 10-15 Jahre :)
 
Wenn du XLS nimmst, dann auch ein Interface. Auf Klinke zu wandeln ist ja völlig abstrus :P
Der Kabelbinder schrieb:
Von XLR auf Klinke zu adaptieren, ist verschenktes Potenzial.
Völliger Humbug, denn XLR und 6,3-Klinke (3pol symmetrisch, nicht zu verwechseln mit Stereoklinke mit ebenfalls 3poligem Stecker) sind elektrisch gesehen völlig identisch.

Ist der Mikrofoneingang der Asus symmetrisch, wie in der Studio-/Beschallungstechnik üblich (die ESI Maya 44 besitzt einen solchen "normkonformen" Anschluss mit zuschaltbarer 48V-Phantomspeisung für Kondensatormikros)?
Das muss schon sein, wenn man z.B. das genannte Rode anschließen möchte. Die Mikrofoneingänge von "normalen" PC-Soundkarten sind gänzlich ungeeignet, denn a) sind diese asymmetrisch, b) andere Pinbelegung und c) 5 V auf einer Leitung (ähnlich der zur Phantomspeisung inkompatiblen Tonaderspeisung), die die Schwingspule des Mikrofons gefährden könnte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bezog mich mit meiner Aussage auf die Situation, ein XLR-Mikrofon an einen einfachen, womöglich unzureichend entstörten und zudem unsymmetrischen 3,5mm-Eingängen mit schwacher Plug-in-Power zu hängen. Im Falle der genannten OEM-Mikrofone würde man von XLR aber sowieso nicht profitieren, da die Elektretkapseln unsymmetrisch gespeist werden.

Dynamische Mikrofone erleiden durch die Spannung von Plug-in-Power, Tonaderspeisung oder Phantompower übrigens keinen Schaden.
Denke aber ohnehin nicht, dass das Rode für den TE an der Stelle noch infrage kommt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zwar Off-Topic, aber es müssen weiterhin alternative Fakten beseitigt werden...
Dynamische Mikrofone erleiden durch die Spannung von Plug-in-Power, Tonaderspeisung oder Phantompower übrigens keinen Schaden.
Was aber nur in Verbindung mit der Phantomspeisung korrekt ist, ansonsten falsch.
Bei der Tonaderspeisung liegt die spannung zwischen den beiden Anschlüssen der Schwingspule an, sie wird also belastet (ggf. brennt sie durch) und die Membrane einseitig ausgelenkt (vgl. Lautsprecher an einer Batterie), auch verschlechtert sich dadurch die Klangqualität erheblich.

Die Phantomspeisung hingegen liegt zwischen beiden(!) Anschlüssen der Schwingspule (als ein Pol) und der Masse an, demzufolge fließt kein Strom durch die Schwingspule. Dynamische Mikrofone können, sofern symmetrisch beschaltet, gefahrlos an 48 V Phantomspeisung betrieben werden.
 
Danke für die Korrektur.
Das Argument gilt selbstverständlich nur für die symmetrische Beschaltung (in Verbindung mit dynamischen bzw. Tauchspulen-Mikrofonen).

@humanica:

Laut Handbuch sollte es sich um einen ganz normalen Line-In + Mikrofon-Eingang handeln.
Heißt, du kannst einfach per 6,3mm auf 3,5mm adaptieren und ganz normale Klinken-Mikrofone anschließen. Obs von der Verstärkung her reicht, wird sich dann zeigen. Die genannten BM-800 u.Ä. sollten da aber eigentlich keine Probleme haben.
 
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