Programmcode kopieren legal?

Aber all das hat der TE nicht weiter ausgeführt.

Und mit seinen Informationen kann man nur so Antworten. Finger davon wenn Du keine Rechte an den Snipplets hast. Und wenn Du sie nutzen willst, frage bei dem nach, der die Rechte hat.

Und siehe da. Meist wird dann geantwortet. Sicher, benutzte den Kram für Deine Zwecke. Dafür sind sie gedacht.

Aber es ist grundsätzlich falsch dem TE in den Glauben zu lassen, nutzte es ruhig, das stört keinen.
 
Noch eine Frage dazu:

Wenn ich jetzt in einem Forum oder einem Tutorial eine Lösung für ein Problem finde und auf Grundlage dieser Lösung einen sehr ähnlichen aber nicht ganz identischen Code schreibe, wäre es dann Streng genommen auch schon ein Urheberrechtsverstoss?
 
Red doch einfach mal Klartext! Gib ein konkretes Beispiel, denn du siehst doch, in bestimmten Grenzfällen kommt es ganz konkret auf die Umstände an.
Wenn ich schon lese "Tutorial", dann fühl ich mich in meiner Ansicht bestätigt. Tutorials sind dafür gemacht Leuten zu zeigen, wie etwas zu lösen ist. Das schreit schon "kopier mich!". Die Begründung des Richters möchte ich hören, der sagt - "ja der Code war Teil eines Tutorials, aber nicht zum Nachmachen gedacht".
 
Abcd12345 schrieb:
Noch eine Frage dazu:

Wenn ich jetzt in einem Forum oder einem Tutorial eine Lösung für ein Problem finde und auf Grundlage dieser Lösung einen sehr ähnlichen aber nicht ganz identischen Code schreibe, wäre es dann Streng genommen auch schon ein Urheberrechtsverstoss?

Das ist ein abgeleitetes Werk im Sinne des Urheberrechts. Sobald eine Schaffenshöhe erreicht ist, die urheberrechtlichen Schutz genießt, benötigst du eine Lizenz dafür.
Bei einem Tutorial wird der Urheber aber höchstwahrscheinlich entsprechende Rechte einräumen.
 
Ich habe versucht mich selbst nochmal zu informieren. Ich bin auf den Paragraphen §23 im Urheberrecht gestossen.

Wenn ich das richtig interpretiere darf ich das Werk (also in dem Fall den Programmcode), sofern es Schützungswert ist, schon bearbeiten aber das abgeleitete Werk nicht der öffentlichkeit Zugänglich machen. Lieg ich damit richtig?

Wenn meine Interpretaion richtig ist, frage ich mich auch ab wann man davon sprechen kann, dass ein Werk der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist.
 
bei jedem halbwegs komplexen snippet wird auch eine lizenz angegeben sein. steht keine dabei, kannst du es verwenden ohne weiteres nachdenken.
 
Eine beachtlich Hörigkeit, die in diesem Land herrscht. Wo kein Kläger, da kein Richter, damit fängt es erstmal an und natürlich kannst du in zu deinem eigenen Gebrauch mit dem Code machen, was du willst. Öffentlich verfügbar machen geht soweit ich weiß sogar über direktes Weitergeben an Freunde hinaus. Du solltest aber zum Beispiel keinen für Jedermann zugänglichen Download anbieten.

Solche Paragraphen sind nicht für Lieschen Müller da, sondern das ist für Fälle wo vor allem mit kommerziellem Hintergrund gehandelt wird, wo mit böser Absicht wirtschaftlicher Schaden angerichtet wird. Wo jemand sich in aller Öffentlichkeit mit fremden Federn schmücken möchte und folglich davon profitiert.

Entweder du hast wirklich zwielichtige Absichten, dass du das Thema so genau abgrast (dann rate ich zu einem Anwalt für Internetrecht, nicht zu einem Forum) oder du machst dir viel zu viele Gedanken und hältst dich unnötig auf.
 
Andreas75 schrieb:
bei jedem halbwegs komplexen snippet wird auch eine lizenz angegeben sein. steht keine dabei, kannst du es verwenden ohne weiteres nachdenken.
Die Abwesenheit einer ausdrücklichen Lizenz lässt das Werk nicht automatisch unter Public Domain fallen. Eher muss man dann davon ausgehen, dass es unter ein Copyright fällt.

Tumbleweed schrieb:
Eine beachtlich Hörigkeit, die in diesem Land herrscht. Wo kein Kläger, da kein Richter, damit fängt es erstmal an
Wenn ein gewisser Politiker bei seiner Doktorarbeit etwas mehr auf Lizenzen und korrekte Quellenangaben geachtet hätte, dann hätte er gutes Kanzlerkandidaten-Material abgegeben. Soviel also zur Hörigkeit. Lieber einmal zu oft auf Lizenzen geachtet als einmal zu wenig.
Und wo kein Kläger, da kein Richter... das mag stimmen, aber wehe wenn doch der Kläger kommt. Wenn ich ein recht cleveres Snippet unter GPL zur Verfügung stelle und n halbes Jahr später in proprietären Software wiederfinde, dann ist definitiv bei jemandem Alarm im Darm.

Solche Paragraphen sind nicht für Lieschen Müller da, sondern das ist für Fälle wo vor allem mit kommerziellem Hintergrund gehandelt wird, wo mit böser Absicht wirtschaftlicher Schaden angerichtet wird. Wo jemand sich in aller Öffentlichkeit mit fremden Federn schmücken möchte und folglich davon profitiert.
Kommerzieller Hintergrund ist sehr weit gefasst. Es ist schon kommerziell, wenn du das Snippet in einer Webseite verwendest, auf der du zur Kostendeckung Werbung schaltest oder einen Paypal Spenden-Button einbindest.
 
Daaron schrieb:
Wenn ein gewisser Politiker bei seiner Doktorarbeit etwas mehr auf Lizenzen und korrekte Quellenangaben geachtet hätte, dann hätte er gutes Kanzlerkandidaten-Material abgegeben.
Gut, dass wir davon verschont wurden. Ein Betrüger weniger, ebenso wie Wulff. Weniger Einfluss dieser Volkseigentum verheizenden, Überwachungsstaat anstrebenden Lobbyisten brauchen wir, um diesen Kahn noch aus dem Strudel zu schippern. Hoffentlich rafft es Steinbrück genauso dahin, nachdem nun langsam kleckerweise rauskommt, wessen Lied er singt bzw. singen wird, sobald er Macht hat. Aber wir sind ja nicht im Politikforum hier, daher genug davon.

Ich finde es bedenklich, dass der Threadersteller nicht mit der Sprache herausrückt, worum es geht. Das haben wir ja nun mehrfach hier festgestellt, dass man keine allgemein gültige Aussage treffen kann, sondern es immer vom konkreten Fall abhängt. Rechtssicherheit kann man von den ganzen Hobbyanwälten in Foren sowieso nicht erwarten. Recht ist oft Auslegungssache. Deswegen ist die Zunft der Juristen doch so gut beschäftigt. Dementsprechend ist man natürlich mit dem Ratschlag "lieber nicht" immer auf der sicheren Seite. Muss halt jeder selbst entscheiden ob er mit dem Adrenalin dieses vermeintlichen Rechtsverstoßes leben kann (das meinte ich mit der Hörigkeit).
 
Hallo erst mal zusammen.
Da ich auch (wieder) anfange, meinem seit 20 Jahren eingeschlafenem Hobby (Programmieren) wieder zu Beleben, habe ich diesen interessanten Thread gefunden und mich gleich angemeldet. Auch wenn ich früher eher nur lesend hier war.

Nun wollte ich mal eine Erfahrung erzählen, die mir damals zeigte, das es nur einen richtigen Code gibt, wenn man auf Performance und Funktion schaut.
Ich hatte damals einen Code disassembliert und mir die Funktionen dort angeschaut, um zu verstehen, was der Code macht und wie man Assembler Programmiert. Es ging um 3d Objekte die sich drehen und Skalieren lassen.
Nun hatte ich irgendwann ein Buch, was Mathematisch beschrieb, was Skalieren und Transformieren in 3d mit der der Sprache C so ermöglicht. Da ich ja ein Assembler Fan war und der 6800er(Amiga) nicht so schwer war zu verstehen, setzte ich die Mathematischen vorgehensweisen aus dem Buch in 6800er Assembler um. Als dies klappte, merkte ich, wo die Grenzen der Hardware war und suchte Möglichkeiten meinen Code zu Optimieren. Dazu kaufte ich mir ein Buch, wo jeder Taktzyklus von jedem Befehl stand. Dazu schaute ich jede Routine von mir an und veränderte sie so, dass sie keinen Taktzyklus verschwendete und doch ihre Funktion behielt. Als ich fertig war, war mein Sourcecode größer als vorher, aber ich konnte mehr Polygone darstellen ohne Ruckler. Da erinnerte ich mich an den disassemblierten Code und verglich ich beide. Und ich muss euch sagen, sie waren identisch. Das war der perfekte Code und mitlerweile 3 Jahre alt. Nach 3 Jahren hatte ich einen Code Programmiert, der ausschaute als hätte ich ihn kopiert.
Nun , es ist manchmal unmöglich nicht den gleichen Code zu Programmieren.Wenn man seinen Code schlechter macht,ok. Oder man darf ganze Funktionen nicht Programmieren.
Wenn das der Fall ist, dann ist jedes Progamm kopiert, was auch nur eine gleiche Funktion erfüllt. Irgendwie war ich stolz zu verstehen, warum der Disassemblierte Code so kompliziert programmiert war, aber ich war auch traurig, dass es eigentlich nicht mein Code war, auch wenn ich ihn nach programmiert hatte ohne auf ihn zurück zugreifen.
Wenn ich nichts von dem Dissassemblierten Code gewusst hätte, wäre ich auch auf die selbe Lösung gekommen, weil es eben nur eine perfekte Lösung gibt um die Hardware so an ihrer Grenze zu bringen.
Ich hoffe, ich habe euch nicht all zu sehr gelangweilt.
Darum finde ich Softwarepatente auch sch.....
Gruss
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube, die Problematik bei Softwarepatenten ist eine andere. Da geht es ja gar nicht um die Implementierung,
sondern, darum eine "Idee" zu schützen. Ein Patent könnte beispielsweise die Idee schützen, ein Programm zu
beschleunigen, indem man möglichst Befehle auswählt, die die wenigsten Taktzyklen benötigen. Das würde nicht
nur dein Beispiel einschließen, sondern eine riesige Menge von Programmen und wie diese Programme die Idee im
Detail umsetzen spielt dann auch gar keine Rolle mehr. Das ist das Problem von Softwarepatenten. Der Umfang,
in dem sie sich auswirken ist unüberschaubar und es ist für den Entwickler teilweise nicht mehr möglich, seine Soft-
ware so zu schreiben, dass sie das Patent nicht verletzt.

Wenn es nur um das Urheberrecht geht (wie hier), ist es immer möglich, die Software so zu schreiben, dass sie
kein kein Recht verletzt. Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Das englische wort für Urheberrecht "Copyright" passt
hier ziemlich gut. Du hast die Software nicht kopiert, sondern bist auf deinem eigenen Weg zum selben Ergebnis
gekommen. Also hast du kein Urheberrecht verletzt. Auch in anderen Fällen ist es möglich, Software zu schreiben,
die von der Funktionalität gesehen mit anderer identisch ist, aber kein Urheberrecht verletzt. Man betrachte nur
wine, mono oder die Java-Klassenbibliothek von Android (bei der kürzlich ein Gericht geurteilt hat, dass sie keine
Verletzung von Oracles Urheberrecht darstellt, obwohl sie funktionell teilweise identisch ist).

Hätte Oracle ein Patent auf eine grundlegende Idee hinter der Java Klassenbibliothek (zum Beispiel darauf, Byte-
code in einer virtuellen Maschine auszuführen), hätte Google machen können, was sie wollen. Java hätten sie für
Android knicken können, es sei denn, sie hätten eine Lizenz von Oracle.

TL;DR: Das Problem von Softwarepatenten ist, dass sie es Entwicklern völlig unmöglich macht, bestimmte Funktio-
nalität in Software einzubauen, egal ob sie den Urheber kopieren oder selber darauf kommen, wie man sie imple-
mentieren kann.
 
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