Um mal ein Word für Kinderpornografie einzulegen: Ja, richtig, ich bin nicht nur gegen eine fadenscheinige Zensur, sondern gegen härtere Maßnahmen überhaupt.
Der Grund ist einfach: Was ist nochmal passiert, als man die Prohibition in den USA durchgesetzt hat? Ein Anstieg der Kriminalität, die Geburt der Mafia. Glückspiel, Drogen? Das selbe. Ist die Welt jemals durch das rigorose Verbot einer Sache besser geworden?
Angenommen, es gäbe keine Kinderpornografie mehr, glaubt hier wirklich jemand, das dadurch die Anzahl der Pädophilen zurückgehen würde? Ich denke eher, dass sich die "Beschaffungskriminalität" deutlich erhöhen würde.
So leid es mir für die moralischen Ansichten mancher tut, Pädophilie ist ein normales menschliches Verhalten (normal hier im statistischen Sinne), eine Gesellschaft muss lernen, damit umzugehen, wenn sie nicht, wie hier manche fordern, mit Massengenozid dem 3. Reich Konkurrenz machen will.
Pädophilie muss dort gestoppt werden, wo sie tatsächlich Verbrechen begeht, d.h. wo Kinder vergewaltigt oder genötigt werden. Das ist bei dem geringsten Teil der Kinderpornographie der Fall, nämlich bei derjenigen, die innerhalb der Familie produziert wird. Diese Vergewaltigungen geschehen aber unabhängig von jeder Internetzensur, sie wird dadurch nur vertuscht.
Der Großteil der so genannten Kinderpornografie, die mit Netzsperren tatsächlich bekämpft werden kann und wird, sind die kommerziellen Posingseiten, meist osteuropäischen Ursprungs, bei denen die Kinder eher ökonomisch ausgenutzt werden. Hier kann man sich zurecht fragen, ob das wirklich die Wurzel allen Übels ist, oder nur das kleinere Übel, wenn man sich mal klar macht, was den meist armen Kindern sonst als Lebensalternative bleibt. Vielleicht sollten einige Moralisten mal die Situation von Kinderarbeit, -armut und -prostitution in vielen Ländern der Welt sehen, damit mal klar wird, dass einem Kind sehr viel schlimmere Dinge angetan werden können als bezahlte Fotoaufnahmen.
Insofern bin ich dafür, dass die Gesellschaft langsam lernt, mit ihren Realitäten umzugehen, nicht jeder Pädophile ist ein Vergewaltiger, nicht jedes nackte Kind ist missbraucht. Wer glaubt, das Kinderpornographie generell das Schlimmste ist, was man sich vorstellen kann, hat ein sehr optimistisches Bild von der Welt, und wer meint, das allein das Konsumieren von Bildern Menschen zu Monstern macht, sollte seine Stellung zur Killerspiel- und Horrorfilmdebatte mal damit abgleichen.
Die Welt ist kein Paradies, und wir brauchen eine gewisse Menge an kathartischen Medien, um noch schlimmeres zu verhindern.