Raid 1 auf dem Server - aber Win2012r2 startet nur mit einer Platte

gkbuehler

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Hallo,
ich habe einen kleinen Miniserver von Terra (G2). Da ich das System neu installieren muss dachte ich mir, ich kann eigentlich eine der zwei Raid1-Platten entfernen und dann die andere installieren... (so hätte ich eigentlich die Sicherheit auf jeden Fall den Server wieder laufen zu lassen falls er gebraucht wird.)
Eigentlich sollte der Server mit jeder der zwei Platten starten, aber das tut er nicht... Wenn ich Platte 2 entferne läuft alles wie immer, wenn ich Platte 1 entferne findet er keine Bootpartition mehr. Habe ich hier etwas nicht richtig verstanden oder stimmt etwas mit dem Raid1 nicht?

Liebe Grüße
Katharina
 
Das Windows-interne "Raid" ("Spiegelung hinzufügen") ist nur eine Krücke und kein vollwertiges RAID.

Du musst die Boot-Partition reparieren wenn du von der 2. Platte starten willst...

(Google: fixboot, fixmbr)

LG Bam
 
und wie hast du das RAID eingerichtet?
Dass RAID keine Datensicherung ist, sondern eine reine Ausfallsicherung die im Zweifel nicht funktioniert, ist dir bewusst?
 
Wie hast du das RAID1 denn überhaupt eingerichtet?

Da ich das System neu installieren muss dachte ich mir, ich kann eigentlich eine der zwei Raid1-Platten entfernen und dann die andere installieren... (so hätte ich eigentlich die Sicherheit auf jeden Fall den Server wieder laufen zu lassen falls er gebraucht wird.)
Wat.

RAID1 hat den Vorteil, dass du eben nicht erst deine cold spare einbauen musst wenn eine HDD die Biege macht, sondern eben eine "datengleiche" Platte direkt mitläuft.
In deinem Szenario musst du im Hinterkopf behalten, dass bei Ausfall der 1. Platte:
-du Downtime hast bis die zweite HDD eingebaut ist
-du hoffen musst dass die HDD auch noch "gut" ist und sich nicht totgelegen hat; oder du testest diese HDD regelmäßig
-du alle Daten die seit Entfernen der 2. Platte entstanden sind (inkl. OS-Updates) erst noch mal wieder nachspielen darfst

Das macht irgenwdie keinen Sinn. Wenn du auf die Hochverfügbarkeit des RAID1 verzichten kannst, dann mach dir nicht den Aufwand die zweite Platte direkt nach der Initial-Installation auszubauen. Mach lieber regelmäßige Image-basierte Sicherungen vom Server (Acronis; Veeam; Windows Server Backup) & spiel dieses Backup dann auf deine Reserve-HDD zurück im Fall der Fälle.

Oder versteh ich hier irgendwie was falsch?

Obligatorischer Disclaimer: RAID1 ist kein Backup.
 
Du verwendest den Software-RAID von 2012R2.
Hat das Teil nicht einen Hardware-RAID onBoard?

BFF
 
Man kann aber in einem RAID-1 auch nicht einfach Platten rausnehmen wie es einem passt. Nehme ich aus einem RAID-1 die Platte 2 aus dem System bootet das System folgerichtig von Platte 1. Da aber bereits beim einfachen Start Dateien geändert werden, und wenn es nur Logs sind, hat man beim Wiedereinsetzen der Platte 2 bereits kein konsistentes RAID mehr, da der Inhalt der Platten sich unterscheidet.

Das heisst es ist eigentlich ein Rebuild fällig.

Geht man jetzt aber so weit, dass man die Platte 2 wieder einbaut, und in gleichem Zug die Platte 1 entfernt schiesst man den Vogel völlig ab. Denn dann versucht man, mit Platte 2, deren Inhalt nicht mehr aktuell ist zu booten. Ein vernünftiger RAID-Controller würde hier in dieser Situation sowieso zurecht das Booten verweigern. Denn ein Booten und arbeiten mit dem System würde das Problem der Dateninkonsistenz verschärfen. Man hätte dann zwei Platten mit abweichendem Inhalt, müsste aber dann wiederum für jede Datei im Einzelfall entscheiden ob die Version von Platte 1 oder 2 die aktuell richtige ist. Das kann ein RAID-Controller oder Software nicht entscheiden. Ab diesem Zeitpunkt wäre ein einwandfreier Rebuild nicht mehr möglich.
 
Ein RAID 1 entspricht zwar einer Spiegelung, aber wenn der RAID Controller seine Sache ernst nimmt, begreift er ein RAID als Volumen dessen Daten konsistent sein müssen. Wurde dann ohne eine der HDDs schon auf das RAID geschrieben, beim Booten passiert das bei jedem OS schon wegen der logs, dann hat man ein Problem. Ich weiß nicht mehr ob hier oder in einem anderen Forum, aber irgendwo war mal ein Thread, da hatte einer einen hochwertigen RAID Controller und zwei Platten im RAID 1 und hat sich beschwert, dass es nicht funktionieren würde. Er hat folgenden Test gemacht:
1. RAID 1 eingerichtet und (meine ich) Windows installiert
2. HDD 1 abgezogen und getestet, Windows hat normal gebootet, wurde wieder runtergefahren.
3. HDD 1 wieder eingesteckt und dafür HDD 2 entfernt.
4. Rechner hat nicht gebootet und darin hat er einen Fehler gesehen.

Das war aber kein Fehler, das war ein Profi-RAID Controller und kein Billig-Spielzeug RAID Controller, der einfach nur spiegelt. Der Profi-RAID Controller hat gemerkt, dass das RAID nach den Abziehe von HDD 1 degradiert war und da sein Inhalt überschrieben worden ist, weil Windows wie jedes OS ja auch Logs führt und damit immer auch auf sein Systemlaufwerk schreibt. Damit entsprechen nur noch die Daten auf HDD2 den aktuellen Zustand des RAIDs. Durch den direkten Tausch der beiden HDDs gab es nun diesen aktuellen Zustand nicht mehr, da die HDD2 auf der er gespeichert war, ja nicht eingebaut war und HDD1 die letzten Änderungen nicht kannte, der Controller hat das RAID also als defekt gesperrt und das war richtig.

Warum war es richtig? Nun hier hätte bei einem einfach RAID Controller der sowas nicht beachtet und wie der Type sie wohl auch nur kannte, der Rechner auch im Schritt 4 gebootet, eben ohne die Änderungen vom letzten Booten, den z.B. den Eintrag Windows hat um 11:30 gebootet der nur auf HDD2 stand. Dann wäre auf HDD 1 nun z.B. 11:45 als letzter Zeitpunkts des Bootens vermerkt. Was kommt raus, wenn man nun beide HDD bei so einem RAID wieder einbaut? Hängt davon ab, ob die Datei von der einen oder von der anderen Platte gelesen wird. Die Daten stimmen auch beiden Platten nicht überein und das fällt bei solche Billiglösung auch nicht gleichen auf, den RAID lesen immer nur von einer Platten und erst wenn es dort einen Lesefehler gibt, von der anderen. Beide Daten sind aber korrekt lesbar, weichen aber voneinander ab und das darf eben bei Enterprise RAIDs nie passieren, da können wichtig Daten drauf liegen und bei einem Abgleich kann dann auch nicht mehr sagen, welche korrekt sind.

Daher wäre der korrekte Test in dem Fall gewesen, den Schritt 3. so zu gestalten, dass man erst die HDD 1 wieder einfügt, dem RAID Controller Zeit gibt das Resync der Daten von HDD 2 auf HDD 1 abzuschließen und dann erst HDD 2 zieht. Dann hätte HDD 1 den korrekten Datenstand des RAIDs enthalten und es hätte funktioniert. Hoffentlich wurde nun verständlich was ich damit sagen will, wenn ich sage, dass ein RAID eben ein logisches Volumen und mehr als nur die Summe der Platte ist und wieso es gut ist, wenn ein Controller das auch so handhabt.
 
Naja ist habe es etwas anders verstanden was sie vorhat.

Also, wenn es ein richtiges Onboard oder Hardware RAID 1 wäre, könntest du tatsächlich eine Platte entfernen und auf der anderen Windows Neu installieren. Sollte der Server dringend benötigt werden, könntest du die Platten tauschen und das alte System wieder hochfahren. In beiden Fällen würdest du natürlich Warnmeldungen bekommen, dass das RAID Volumen einen Fehler aufweist.

Wenn das RAID 1 allerdings auf das Windows SW RAID basiert, kannst du das so allerdings nicht machen.

Es ist übrigens bei manchen durchaus üblich, vor einem Systemupdate oder gar Upgrade, eine Platte aus dem RAID 1 zu ziehen um bei nicht gelingen einfach von der anderen zu starten und dann das RAID wieder aufbauen zu lassen... Soviel dazu. :)

Es ist übrigens falsch, das ein RAID 1 immer nur von einer Platte lesen würde. Es wird von beiden gelesen, daher hat ein RAID 1 ja auch eine höhere Leserate als ohne RAID...
 
Fard Dwalling schrieb:
wenn es ein richtiges Onboard oder Hardware RAID 1 wäre, könntest du tatsächlich eine Platte entfernen und auf der anderen Windows Neu installieren. Sollte der Server dringend benötigt werden, könntest du die Platten tauschen und das alte System wieder hochfahren.
Genau dies geht eben bei einem ordentlichen RAID Controller nicht, denn der merkt dann beim Tausch der Platte die den aktuellen Stand des RAID Volumens (selbst wenn dieses wegen des Fehlens der anderen Platten degradiert ist) gegen die Platte mit dem älteren Stand des RAIDs, dass diese HDD eben nicht den Stand des RAID Volumens enthält und damit funktioniert so ein Wechsel eben nicht. Ein RAID 1 ist eben kein Snapshot!
 
Also meinst, das man erst immer ein rebuild machen muss? Vielleicht reicht es auch, in der config des Controllers das Volumen neu zu importieren. Nur dann von der anderen Platte.
 
Keine Ahnung wie man welches RAID dazu überreden kann auch eine Platte mit einem älteren Datenstand zu akzeptieren, nur sollte man eben nicht einfach ein RAID 1 als Snapshot betrachten und davon ausgehen eine Platte entnehmen und diese dann einfach wieder anstelle der anderen einführen zu können um auf einen vorherigen Stand des RAID zu kommen.
 
Guten morgen Ihr Lieben alle,
ich bin völlig geplättet von der Flut der Antworten. Echt super!!!
Also:
1.) das ist ein Hardware-Raid
2.) ich habe sowohl eine Sicherung per systemeigener Software (Windows-Server2012R2) gemacht als auch ein Acronis-Image aller Platten (sonst würde ich mich nicht an so etwas heranwagen...)
3.) Jap, habe verstanden, dass durch die Veränderung der einen Platte beim Start das Raid1 korrumpiert ist, war einfach gedacht von mir, aber da steckt mehr - echt gute -Technik dahinter als ich dachte...
Wie gesagt, ich verstehe dass ein Raid1 nicht als Backup-Lösung taugt, die Frage ist jetzt dennoch: Wenn eine Platte tatsächlich ausfällt, dann ist - jedenfalls wenn alle anderen Komponenten normal funktionieren - die Idee eigentlich, dass es trotzdem weiterläuft, oder? Warum macht es das nicht? Also was, wenn Platte1 jetzt wirklich ausgefallen wäre?
Und dann noch ne praktische Frage: Macht er den Rebuild von selbst oder muß ich den anstossen? Da habe ich - siehe Bild - einige Optionen, aber davon sieht keine echt verführerisch aus;-)

Liebe Grüße
Katharina
 

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Er schreibt ja schon im Status "rebuild". :)
Bei manchen läuft's automatisch, bei anderen muss man einmal bestätigen. Die Aufforderung dazu kommt aber sehr prominent.
 
Okay, ich glaube jetzt habe ich es verstanden: nach dem Rebuild des Raids - welches ich durch eigene Unwissenheit korrumpiert habe - könnte eine der Platten ausfallen und das System würde dennoch booten - wenn alles so funktioniert wie es sollte.
Ich danke Euch für Eure Hilfe.🤓😎
 
Genau. Das einzige was man eben nicht machen sollte (ohne einen Rebuild dazwischen) ist erst die eine und dann die andere Platte entnehmen und mit beiden starten und evtl. sogar das System benutzen. Denn dann hat man um es mal drastisch auszudrücken z. B. eine Excel-Datei auf Platte 1 bearbeitet und gespeichert. Danach mit Platte 2 gestartet und die Datei an anderer Stelle ebenfalls geändert, wobei in dieser Dateiversion aber die vorigen Änderungen fehlen, die man auf Platte 1 gespeichert hat.

Man hat dann praktisch zwei Versionen einer Excel Datei, die nicht übereinstimmen. Beide sind an verschiedneen Stellen geändert worden, aber aktuell davon ist keine, da jeder davon ein aktuellerer Teil der anderen fehlt. Und sowas kann auch ein Controller nicht bereinigen.

Daher wird ein qualitiativ hochwertiger Controller so pingelig sein, und um diese Situation zu vermeiden ggf. das Booten verweigern.
 
gkbuehler schrieb:
Wenn eine Platte tatsächlich ausfällt, dann ist - jedenfalls wenn alle anderen Komponenten normal funktionieren - die Idee eigentlich, dass es trotzdem weiterläuft, oder?
Richtig, aber dann muss man dies erkennen, die Platte ersetzen die aus dem RAID geflogen ist und das Ende des Rebuilds abwarten, erst danach haben dann beide Platten einen identischen Inhalt und zwar den aktuellen Stand der Daten des RAIDs. Dann erst kann auch die zweite Platte ausfallen, ohne dass es deswegen Probleme gibt.
gkbuehler schrieb:
Macht er den Rebuild von selbst oder muß ich den anstossen?
Das hängt von der RAID Lösung ab.
gkbuehler schrieb:
nach dem Rebuild des Raids - welches ich durch eigene Unwissenheit korrumpiert habe - könnte eine der Platten ausfallen und das System würde dennoch booten
Richtig, nachdem das Rebuild beendet wurde, hat man dann wieder ein funktionierendes RAID 1 mit der entsprechenden Sicherheit.
NobodysFool schrieb:
Danach mit Platte 2 gestartet
Eben genau dies müsste man bei dem guten RAID Controllern erst erzwingen, da der eben dann erkennt, dass diese Platte 2 einen älteren Datenstand enthält und nicht den aktuellen Stand der Daten des RAIDs. Wenn man es dann erzwungen hat, so würde das Booten von der Platte 1 nicht mehr gehen, ohne dies erneut zu erzwingen.
 
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