Fireplace April 2026

Raumakustik‑Optimierung in kleinem Zimmer: Bitte um Experteneinschätzung

asapreki

Cadet 3rd Year
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Aug. 2026
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42
Hallo zusammen,

ich optimiere aktuell die Raumakustik in meinem kleinen Zimmer in dem ich gerne zocke und streame, weil meine Stimme beim zocken deutlich in den Flur / ganze Wohnung übertragen wird. Ich möchte euch einmal meine komplette Situation schildern und würde mich über eine fachliche Einschätzung freuen, ob ich meine Maßnahmen sinnvoll gewählt habe oder ob ich noch etwas verbessern kann.

Raum und Problemstellung:
  • Kleines Zimmer mit Stahlbetonwänden
  • Tür führt direkt in den Flur → dort hört man mich klar und deutlich
  • Setup steht in einer Ecke, was Reflexionen verstärkt
  • Hauptproblem: Luftschall + Körperschall durch Tür und harte Wände
  • Ziel: Stimme im Flur stark dämpfen, ohne bauliche Maßnahmen
Ich weiß, dass ohne großartig viel Bauliche Maßnahmen keine Wunder zu erwarten sind, aber ich möchte das Maximum aus mobiler Akustik herausholen.

Was mir bis jetzt aufgefallen ist:
  • Stahlbeton reflektiert extrem → normale dünne Absorber bringen kaum etwas
  • Die Tür ist die größte Leckstelle (Luftschall)
  • Wände übertragen Körperschall → Stimme klingt im Flur „klar“
  • Absorber müssen nah an mir stehen, nicht irgendwo im Raum​

Meine aktuelle Lösung:
Ich will eine Art Akustik-Insel um meinen kleinen Arbeitsplatz bauen:
  • 2x 80x180 große selbstgebaute Schallabsorbierende Panels (jeweils zwei mit Steinwolle ausgefüllte Holzrahmen) hinter mir und links von mir Richtung Tür (10 cm Mineralwolle)
  • "pssssst Akustik" Akustikvorhang direkt über die Tür
  • "HOFA" Wandsegel 60x120 vor mir sprich hinter den Monitoren and die Wand
  • "HOFA" Deckensegel 60x120 über mir an die Decke
  • ggf. Links & rechts zusätzliche dünne Panels am Kleiderschrank und Rechts an der Wand (Da der Schreibtisch in der Ecke ist, ist rechts von mir die Wand, und links von mir der Kleiderschrank.
  • "pssssst Akustik" AkustikTeppich unter mir
Ziel:
  • Direktschall abfangen
  • Reflexionen reduzieren
  • und vor allem: Stimme im Flur deutlich reduzieren, damit ich in den späten Stunden nicht soviel Lärm in die Wohnung bringe.


    Ich hab euch hier zu auch eine kleine Zeichnung angefertigt in Paint, um das ganze visuell mal zu veranschaulichen:
    1788371067584.png


    Ich würde mich wirklich sehr darüber freuen, wenn ihr mir hier Feedback gibt ob die Idee bzw mein Plan gut funktionieren wird, oder ob es hier noch verbesserungspotenzial gibt. Anbei auch mal kurz die Produkte die ich dafür benutzen will:

    Akustikvorhang
    Wandsegel
    Deckensegel
    Teppich

    Vielen Dank vorab schonmal!




 
Zuletzt bearbeitet:
Vorab.... ich werde dir nicht helfen können, leider.
Hab aber ungefähr die gleiche Situation... anderen einfach nicht auf den Sack gehen^^

Ist halt ne Abwegung, ne Kosten-Nutzen-Frage.
Bin auf jeden Fall auf die Vorschläge gespannt : )

Persönliche Frage, die du natürlich nicht beantworten musst... hast du eine tiefe Stimme oder bist ab und an etwas impulsiv beim streamen?
 
Sieht aus wie das Problem was fast Jeder hatte an der Uni meines Sohnes damals.

Ich persönlich würde auf vernünftige Kopfhörer (mit Mikrofon) umsteigen.
 
appleJuice1337 schrieb:
Vorab.... ich werde dir nicht helfen können, leider.
Hab aber ungefähr die gleiche Situation... anderen einfach nicht auf den Sack gehen^^

Ist halt ne Abwegung, ne Kosten-Nutzen-Frage.
Bin auf jeden Fall auf die Vorschläge gespannt : )

Persönliche Frage, die du natürlich nicht beantworten musst... hast du eine tiefe Stimme oder bist ab und an etwas impulsiv beim streamen?
Dennoch danke für deinen Kommentar :) Also all-in all ist es definitiv eine Nutzen Frage, jedoch werde ich selbst mit bisschen was ich da tun kann (oben gelistete Sachen) schon über 700 Euro ausgeben müssen. Natürlich auch nicht wenig Kohle.

Ich hab eine sehr tiefe Stimme, impulsiv bin ich gar nicht, jedoch kommt es hin und wieder natürlich vor, dass man etwas lautstärker auf unterschiedliche Situationen reagiert. Und das will ich einfach gerne so gut es geht dämpfen.
Ergänzung ()

BFF schrieb:
Sieht aus wie das Problem was fast Jeder hatte an der Uni meines Sohnes damals.

Ich persönlich würde auf vernünftige Kopfhörer (mit Mikrofon) umsteigen.
Ich hab ein sehr gutes Mikrofon und Kopfhörer. Die verbessern jedoch nicht den Lärm der selbst bei normaler Gesprächslautstärke in die ganze Wohnung verteilt wird.
 
Vergiss die große Reflektionsfläche des Fensters nicht. Hier würden es Akustik hemmende Vorhänge tun. Und über dem Bett vielleicht noch Regale, falls nicht schon vorhanden. Auch für den großen Kleiderschrank würde ich mir etwas einfallen lassen wollen, sprich den Spalt zwischen ihm und der Rückwand ringsherum abdichten mit Noppenschaum in Streifen, über die gesamte Länge und Höhe. Und früher gab es schallschluckende Vorhänge in Kneipen, die wirklich was abhielten und sauschwer waren. Keine Ahnung, ob es die heute noch gibt, aber dann wäre die Türe definitiv ein Thema weniger.
 
(Bessere Mikrophone und) leiser sprechen.
Ansonsten wird wohl nur die Tür das Problem sein, durch die Wände wird mutmaßlich nur wenig nach draußen kommen.
 
Dat IT Nerd schrieb:
Vergiss die große Reflektionsfläche des Fensters nicht. Hier würden es Akustik hemmende Vorhänge tun. Und über dem Bett vielleicht noch Regale, falls nicht schon vorhanden. Auch für den großen Kleiderschrank würde ich mir etwas einfallen lassen wollen, sprich den Spalt zwischen ihm und der Rückwand ringsherum abdichten mit Noppenschaum in Streifen, über die gesamte Länge und Höhe. Und früher gab es schallschluckende Vorhänge in Kneipen, die wirklich was abhielten und sauschwer waren. Keine Ahnung, ob es die heute noch gibt, aber dann wäre die Türe definitiv ein Thema weniger.
Das Fenster ist fast 24/7 offen tatsächlich. Ich weiß nicht ob das Positiv oder Negativ für die Schallauswirkung ist. Aber dennoch ist das eine gute Idee, die selben Vorhänge welche ich vor die Tür hängen will, auch nochmal über das Fenster hängen. An meiner Wand hinter mir ist noch nichts angebracht. Da könnte ich auch ein großes Schallpanel hinhängen. Gute Idee.
 
Tür abdichten, mit Leiste und Gummiabdichtung am Rahmen, wird wohl am meisten was bringen. Anonsten jede glatte Fläche bedecken. Ich würde mein Zimmer aber eher Sachen dekorieren als überteurten Stoff an die Wand zu hängen. Vorhänge kannst du auch beliebige die realtiv Dick sind nehmen, die reichen.
 
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@Slayn Die Tür hat schon eine Abdichtung, ich glaube die größten zwei Probleme sind 1. der Türspalt unten, welcher relativ Frei liegt aufgrund der schiefen Fließen im Zimmer, und 2. Schlüsselloch.

An den Türspalt unten habe ich schon so ein "Türspaltschaber" oder wie man die Teile auch nennen mag geklebt. Hat leider nicht viel gebracht.
 
Ich hab aus audiophilen und Hifi-Gründen einiges an der Raumakustik gemacht und kenne mich daher ein bisschen aus, aber deine Situation is schwer. Wenn das Gebäude ansich hellhörig ist, kannst du relativ wenig machen außer leiser zu sein.

Wenn viel Schall durch die Tür geht wäre ne andere Tür auch einfach schlauer als an den Symptomen rumzudoktorn. Die Tür is der größte Hebel. Wie siehts denn aus, wie groß is der Spalt am Boden? Das zu verschließen kann schon viel bringen. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass die Stahlbetonwände großartig Schall übertragen wird.

Bzgl Absorption: Basotect Matten sind günstig und bringen einiges. Die Dicke entscheidet darüber wie tief sie wirken. Das Hofa-Zeug ist sicher gut, ich hatte mich letzenendes aber für https://www.gikacoustics.net/de/products/tritrap-eckbassfalle entschieden weil sie die Ecken einfach besser nutzen als die runden Bassfallen von Hofa.

Wenn du messen könntest würde das helfen, z.b. mit nem UMIK. Dann könnte man sehen woran es liegt, wie die Nachhallzeit ist etc. da könnte man informierter Equipment kaufen.
 
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Vielleicht auch mal schauen, wenn kein Teppich liegt, das zu ändern. Der dämpft auch ungemein. Oder wenigstens ein paar flauschige Läufer. Teppich sieht übrigens auch an Wänden echt cool aus, wie ich finde. Eine Wand, die am Bett vorzugsweise, damit ganz, teilweise oder im Muster mit Teppich ausgestattet nimmt auch nochmals gut was raus. Und davor dann Regale, vielleicht so alte abgefackelte Weinkisten kreuz und quer mit indirekter Beleuchtung und Krempel drin, schon verläuft sich ein weiterer Batzen jeglichen Schalls...;-).
 
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hi,

vorweg, damit du nicht enttäuscht bist: du planst gerade fast komplett raumakustik (absorber, segel, teppich), dein problem ist aber schalldämmung. das sind zwei verschiedene baustellen. absorber nehmen hall und reflexionen im zimmer raus, das macht deine stimme im stream sauberer und den pegel im raum vielleicht 2-3 db leiser. am flur ändert das fast nichts, weil der direktschall deiner stimme trotzdem zur tür läuft und da durchgeht.

zweiter irrtum: stahlbeton ist nicht dein feind, sondern das beste, was du hast. 18 cm beton dämmen grob 55-60 db, da geht von deiner stimme praktisch nichts durch ;). "körperschall" spielt bei sprache keine rolle, deine stimme koppelt nicht in eine betonwand ein. dass man dich im flur "klar" hört, liegt zu 90 % an der tür. eine normale wohnungsinnentür ohne dichtung liegt bei rund 20-25 db, und jeder spalt unten und seitlich reißt das weiter runter. dünnes türblatt plus 1 cm luft drunter, das ist quasi ein offenes fenster.

also die reihenfolge, wie ich sie machen würde:

1. tür abdichten. umlaufende gummidichtung im rahmen, unten eine absenkdichtung oder wenigstens eine bürstendichtung, und zwar so, dass wirklich kein licht mehr durchkommt. das ist der billigste und größte hebel, gefühlt 5-10 db, kostet 20-40 euro.
2. masse auf die tür. der akustikvorhang bringt nur was, wenn er schwer ist (mehrere kg pro m²), deutlich über den rahmen hinausragt und seitlich anliegt. leichter molton vor der tür ist fürs gefühl. alternativ eine zweite platte aufs türblatt schrauben (osb oder gipskarton), dann hast du echte masse.
3. sonstige lecks suchen: rolladenkasten, lüftungsgitter, spalt über der zarge. schall sucht sich den weg des geringsten widerstands, ein loch reicht.
4. erst dann raumakustik. deine panels und segel sind gut für den sound, mach das ruhig, aber erwarte davon nichts für den flur. das 10-cm-panel zwischen dir und tür wirkt als schild ein bisschen bei den hohen frequenzen (zischlaute), mehr nicht.

und der ehrlich größte hebel ist gar nicht baulich: nahbesprechungsmikro (dynamisch, sm7b, podmic, whatever) plus kopfhörer statt boxen. dann musst du nachts nicht gegen den raum anreden, sondern kannst normal leise sprechen. ein mensch, der 6 db leiser spricht, ist mehr wert als jeder vorhang aus akustischer sicht.

tipp zum schluss: leg ein handy mit db-app in den flur, sprich einen festen satz, miss vor und nach jeder maßnahme. nach gehör bewertet ist da massiv placebo im spiel, und du siehst sofort, was wirklich was bringt ;)

beste lösung, schallschutztür rein. aber: teuer und eben bauliche maßnahme, da die anschlüsse auch fachmännisch korrekt ausgeführt werden müssen. gute tür (42db) + fachbetrieb zum einbau ca. um die 1000 euro.
 
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White noise Generator auf Tür richten. Dann wird's zwar nicht leiser, aber man wird im Flur weniger vom Stream verstehen. Je nach was du streamst ggf nützlich ;)
 
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asapreki schrieb:
ch hab ein sehr gutes Mikrofon und Kopfhörer. Die verbessern jedoch nicht den Lärm der selbst bei normaler Gesprächslautstärke in die ganze Wohnung verteilt wird.

Da bin ich nicht wirklich bei Dir.

Es ist vermutlich die Lautstaerke welche Du verbreitest und die fuer Andere bereits zu laut ist?
Wenn Du bereits Kopfhoerer nutzt aber dennoch in das Mikro "bruellst" schuetzt kaum ein extra Aufwand an irgendwelchen "Isolationen". Das wird immer gehoert werden (wollen).
 
digitalfrost schrieb:
Ich hab aus audiophilen und Hifi-Gründen einiges an der Raumakustik gemacht und kenne mich daher ein bisschen aus, aber deine Situation is schwer. Wenn das Gebäude ansich hellhörig ist, kannst du relativ wenig machen außer leiser zu sein.

Wenn viel Schall durch die Tür geht wäre ne andere Tür auch einfach schlauer als an den Symptomen rumzudoktorn. Die Tür is der größte Hebel. Wie siehts denn aus, wie groß is der Spalt am Boden? Das zu verschließen kann schon viel bringen. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass die Stahlbetonwände großartig Schall übertragen wird.

Bzgl Absorption: Basotect Matten sind günstig und bringen einiges. Die Dicke entscheidet darüber wie tief sie wirken. Das Hofa-Zeug ist sicher gut, ich hatte mich letzenendes aber für https://www.gikacoustics.net/de/products/tritrap-eckbassfalle entschieden weil sie die Ecken einfach besser nutzen als die runden Bassfallen von Hofa.

Wenn du messen könntest würde das helfen, z.b. mit nem UMIK. Dann könnte man sehen woran es liegt, wie die Nachhallzeit ist etc. da könnte man informierter Equipment kaufen.
Danke für deinen Input! Die Türspalte mit der Gummitürdichtung liegt bei ca 2mm. Ohne die Gummitürdichtung sind es ca 5mm mit etwas Toleranz, da der Boden etwas schief ist. Tür kann ich leider nicht austauschen.

Bezüglich HOFA: Ich würde nicht die runden sondern die Eckigen nehmen. Ich schau mir jedoch mal die Sachen an die du verlinkt hast. Wie du aber schon erkannt hast wird die Tür das größte Problem sein, daher ist meine Idee gewesen, bis der Schall die Tür erreicht, ihn so stark wie möglich abzudämpfen mit Acustikpanels.

Zum messen habe ich leider keinerlei Gerät, wirklich "hallen" tut es in meinem Zimmer nicht zumindest nimmt mein Ohr das so nicht wahr auch nicht auf Audios o.ä, jedoch ist die Transparenz zum Flur sehr hoch. Das wird wie du sagst denke ich wirklich hauptsächlich an der Tür liegen.
 
asapreki schrieb:
jedoch werde ich selbst mit bisschen was ich da tun kann (oben gelistete Sachen) schon über 700 Euro ausgeben müssen.
Ich glaube schon, dass deine Maßnahmen einiges bringen werden, ich würde aber niemals solche Preise zahlen. Die lassen sich fürstlich entlohnen, nur weil "Akustik" im Vorhang steckt.
Vieles kann man sich im Möbelhaus oder Baumarkt kaufen (z.B. Teppiche & Vorleger oder Stoff als Meterware). Das absorbiert den Schall auch, man spart aber den Voodoo-Zuschlag.

Gruß eisholz
 
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@Eisholz Das und ich möchte auch einfach erwähnen, dass nur viel Masse und Material wirklich etwas bringt. Ein paar dünne Dinger auf die Wand kleben hat höchstens im Hochton einen Effekt aber das ist ja meistens nicht das Problem.

Bin jetzt nicht mit dem Laden verheiratet aber nur als Beispiel https://www.gikacoustics.net/de/products/classic-akustikpaneele ein 5cm tiefes Panel wirkt bis ca 400hz und das wars.

Und wenn die Tür den Schall durchlässt ist es grad egal.

Es wäre eigentlich schlauer wenn OP sich ne Kammer um den Schreibtisch baut, aber das könnte klimatisch auch anstrengend werden.
 
lazsniper schrieb:
hi,

vorweg, damit du nicht enttäuscht bist: du planst gerade fast komplett raumakustik (absorber, segel, teppich), dein problem ist aber schalldämmung. das sind zwei verschiedene baustellen. absorber nehmen hall und reflexionen im zimmer raus, das macht deine stimme im stream sauberer und den pegel im raum vielleicht 2-3 db leiser. am flur ändert das fast nichts, weil der direktschall deiner stimme trotzdem zur tür läuft und da durchgeht.

zweiter irrtum: stahlbeton ist nicht dein feind, sondern das beste, was du hast. 18 cm beton dämmen grob 55-60 db, da geht von deiner stimme praktisch nichts durch ;). "körperschall" spielt bei sprache keine rolle, deine stimme koppelt nicht in eine betonwand ein. dass man dich im flur "klar" hört, liegt zu 90 % an der tür. eine normale wohnungsinnentür ohne dichtung liegt bei rund 20-25 db, und jeder spalt unten und seitlich reißt das weiter runter. dünnes türblatt plus 1 cm luft drunter, das ist quasi ein offenes fenster.

also die reihenfolge, wie ich sie machen würde:

1. tür abdichten. umlaufende gummidichtung im rahmen, unten eine absenkdichtung oder wenigstens eine bürstendichtung, und zwar so, dass wirklich kein licht mehr durchkommt. das ist der billigste und größte hebel, gefühlt 5-10 db, kostet 20-40 euro.
2. masse auf die tür. der akustikvorhang bringt nur was, wenn er schwer ist (mehrere kg pro m²), deutlich über den rahmen hinausragt und seitlich anliegt. leichter molton vor der tür ist fürs gefühl. alternativ eine zweite platte aufs türblatt schrauben (osb oder gipskarton), dann hast du echte masse.
3. sonstige lecks suchen: rolladenkasten, lüftungsgitter, spalt über der zarge. schall sucht sich den weg des geringsten widerstands, ein loch reicht.
4. erst dann raumakustik. deine panels und segel sind gut für den sound, mach das ruhig, aber erwarte davon nichts für den flur. das 10-cm-panel zwischen dir und tür wirkt als schild ein bisschen bei den hohen frequenzen (zischlaute), mehr nicht.

und der ehrlich größte hebel ist gar nicht baulich: nahbesprechungsmikro (dynamisch, sm7b, podmic, whatever) plus kopfhörer statt boxen. dann musst du nachts nicht gegen den raum anreden, sondern kannst normal leise sprechen. ein mensch, der 6 db leiser spricht, ist mehr wert als jeder vorhang aus akustischer sicht.

tipp zum schluss: leg ein handy mit db-app in den flur, sprich einen festen satz, miss vor und nach jeder maßnahme. nach gehör bewertet ist da massiv placebo im spiel, und du siehst sofort, was wirklich was bringt ;)

beste lösung, schallschutztür rein. aber: teuer und eben bauliche maßnahme, da die anschlüsse auch fachmännisch korrekt ausgeführt werden müssen. gute tür (42db) + fachbetrieb zum einbau ca. um die 1000 euro.
Vielen Dank für diesen Kommentar!! Bezüglich der Tür: Aktuell ist eine Gummidichtung unten dran, die scheint aber gar nichts zu bringen. Du meinst eine Bürstendichtung würde mehr bringen? Absenkdichtung, diese automatischen die du vermutlich meinst, werden leider nicht funktionieren bei mir. Auf der Tür selbst kleben noch "Akustikpanels" von Amazon, die hab ich draufgeklebt bevor ich mich informiert hatte, ich hoffe jedoch dass sie wenigstens ETWAS beitragen. Der Akustikvorhang hat 1300g pro m², ich denke das sollte genügen oder? Wie ich es hinbekomme, dass der Vorhang seitlich anliegt weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ansonsten glaube ich ist das Schlüsselloch ein riesen Problem, dieses liegt eigentlich frei, jedoch habe ich jetzt zweckmäßig Material von den Schallpanels von Amazon abgeschnitten und in das Loch gestopft, scheint auch nicht viel zu bringen.
Ergänzung ()

Eisholz schrieb:
Ich glaube schon, dass deine Maßnahmen einiges bringen werden, ich würde aber niemals solche Preise zahlen. Die lassen sich fürstlich entlohnen, nur weil "Akustik" im Vorhang steckt.
Vieles kann man sich im Möbelhaus oder Baumarkt kaufen (z.B. Teppiche & Vorleger oder Stoff als Meterware). Das absorbiert den Schall auch, man spart aber den Voodoo-Zuschlag.

Gruß eisholz
Danke für die Info! Hier ist halt die Frage, inwiefern das hilft. Um den gleichen Effekt wie z.B ein Akustikvorhang zu erzielen, müsste man ja als Beispiel, mehrere Teppiche vor die Tür hängen. Das wird dann auch irgendwann optisch nicht mehr sonderlich gut aussehen denke ich. Aber grundsätzlich ein sehr guter Ansatz!
Ergänzung ()

digitalfrost schrieb:
@Eisholz Das und ich möchte auch einfach erwähnen, dass nur viel Masse und Material wirklich etwas bringt. Ein paar dünne Dinger auf die Wand kleben hat höchstens im Hochton einen Effekt aber das ist ja meistens nicht das Problem.

Bin jetzt nicht mit dem Laden verheiratet aber nur als Beispiel https://www.gikacoustics.net/de/products/classic-akustikpaneele ein 5cm tiefes Panel wirkt bis ca 400hz und das wars.

Und wenn die Tür den Schall durchlässt ist es grad egal.

Es wäre eigentlich schlauer wenn OP sich ne Kammer um den Schreibtisch baut, aber das könnte klimatisch auch anstrengend werden.
Genau, mit dieser DIY Schallwand (siehe Zeichnung) will ich mir sozusagen eine "Kammer" bauen, welche dann innerhalb dieses Bereiches die Stimme so hart abdämpft, sodass es schon um einiges schwächer ist bevor es überhaupt an der Tür ankommt.
 
-Off-Topic---

Satire

Vielleicht kann man auch bei einem Hörakustiker entsprechende Kammer abkaufen?
Oder man zieht in den Keller, falls vorhanden.
 
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ich würde grundsätzlich erstmal den IST-Zustand analysieren, bevor man anfängt wild irgendwas umzubauen.

hast du ein Mess-Mikro (die üblichen Verdächtigen: ECM8000 UMIK-1 (noch besser 2)?
dann nimmst du z.B. REW und erstellst eine RT60 Messung bzw. Wasserfall-Diagram mit dem Abfallspektrum

daran siehst du dann die „bösen Frequenzen“ und kann mit Vergleichsmessungen auch versuchen herauszufinden, wo die herkommen, indem du z.B. bestimmte Bereiche mit in diesem Frequenzbereich sehr wirksamen „Matten“ abdeckst.
ich habe mir große Basotect „Würfel“ (50x50x50cm aus 5x 50x50x10 Platten) zusammen gebunden, erst ohne gemessen, platziert, wieder gemessen, verschoben usw.
nach den ersten paar Messungen (und natürlich Auswertungen), sieht man schon recht gut, wo der Hase langläuft und wo der Schuh drückt.

aber erst damit kannst du gezielt(!) Maßnahmen ergreifen, alles andere ist doch fischen im Trüben…
 
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