Volume Z schrieb:
In den Satz gehört definitiv kein Komma, auch nicht optional. Es wäre an jeder beliebigen Stelle glatt falsch. Aber: Man sammelt nicht Erfahrungen, sondern Erfahrung.
Gruß, VZ
Das ist aber nicht wirklich richtig
Erfahrung vs. Erfahrungen
Im Englischen gibt es keinen Plural für
experience, dort wäre das korrekt. Im Deutschen gibt es den Plural sehr wohl und macht sogar einen Unterschied in der Bedeutung. Schau mal im Duden nach, da gibt es ausreichend Beispiele
Durch meine fundierte Ausbildung konnte ich bereits mehrere Monate Erfahrungen in dem von Ihnen beschriebenen Aufgabenbereich sammeln
Diese Form impliziert, dass er mehrere verschiedene
Erfahrungen gemacht hat. Z.B. könnte er einige, verschiedene Praxistätigkeiten und zusätzlich dazu die Theorie erlernt haben.
Durch meine fundierte Ausbildung konnte ich bereits mehrere Monate Erfahrung in dem von Ihnen beschriebenen Aufgabenbereich sammeln
Hier würde
Erfahrung den generellen Erkenntnisgewinn, die gestiegene Reife, in dem dargestellten Ausbildungsberuf erklären.
In Fall 1 spricht man also eine mehr oder weniger spezifische Menge von Erfahrungen an, die man üblicherweise davor oder danach beschreibt. Bei dem zweiten Fall hingegen wird die Aussage verallgemeinert, es ist die gestiegene Erfahrung in dem Beruf gemeint.
Kommasetzung
Hier wäre ich mir tatsächlich auch nicht gänzlich sicher...schwierige Satzkonstruktion. Ich würde aber tatsächlich eher
zu der Kommasetzung tendieren.
Durch meine fundierte Ausbildung konnte ich bereits mehrere Monate Erfahrung, in dem von Ihnen beschriebenen Aufgabenbereich, sammeln.
Der grüne Teil ist ja definitiv der Hauptsatz, welcher auch alleine stehen könnte. Allerdings bin ich mir bei dem roten Einschub unsicher bei der konkreten Bestimmung. Meine Vermutung wäre hier die Spezialform eines
Attributsatzes, nämlich die
Partizipialkonstruktion (ein "uneigentlicher" Nebensatz).
Ein gängiges, sehr einfaches Beispiel wäre: "
Der Schauspieler, geboren in Deutschland, wurde in Amerika ein Star."
Geboren ist hier das Partizip und der uneigentliche Nebensatz wäre in normaler Form, mit finitem Verb, ein Attributsatz, da sich "
geboren in Deutschland" als Attribut auf den Schauspieler bezieht.
Bei der Partizipialkonstruktion wird ein Attributsatz so umgestellt, dass kein Verb in finiter Form am Ende mehr steht, sondern ein Partizip das Verb (an unterschiedlichen Stellen) ersetzt.
Die Wortkonstruktion "
beschriebenen Aufgabenbereich" sollte meiner Meinung nach dieses Kriterium erfüllen, da
beschriebenen sowohl eine abweichende Zeitform des finiten Standardverbs in einem Nebensatz darstellt als auch als beschreibendes Adjektiv für
Aufgabenbereich dient. Damit wäre das Partizip gefunden.
Des Weiteren kann der Satz nicht alleine stehen und da sich "
in dem von Ihnen beschriebenen Aufgabenbereich" unstrittig auf die vorher im Hauptsatz genannten
Erfahrungen bezieht, wäre hier ebenso das Kriterium eines Attributsatzes gegeben, indem er die
Erfahrungen präzisiert und beschreibt.
Ich bin mir, wie gesagt, nicht hundertprozentig sicher, würde aber definitiv sehr stark vermuten, dass hier die Kommata gesetzt werden
müssen.
Zumindest sehe ich die Kriterien für einen Attributsatz in Partizipialkonstruktionsform erfüllt und auch keine Alternative.