Blaexe schrieb:
Der Punkt ist dass es extrem unökonomisch ist sich ein Gerät (egal welcher Art) für einen fünstelligen Betrag zu kaufen zuzüglich laufender Kosten nur um es dann zu 95% nicht zu nutzen.
Die Fahrzeugökonomie hängt kaum vom Rumstehen ab. Und wer ein Pkw wirklich nicht brauchen kann der kauft sich auch jetzt schon keins. Eben weil die Dinger ihr Geld kosten.
Ein Auto altert technisch nicht ("wird nicht abgenutzt") durch's Rumstehen sondern durch km-Leistung. (Naja bislang. Der neuzeitlichen BEV Batterie sagt man kalendarische Alterung nach ..) Durchschnittllich fahren die 50Mio Autos in Deutschland 12000km/a und werden nach durchschnittlich 15J verschrottet. Die Autos werden also im Schnitt adäquat genutzt und vergammeln nicht einfach ungenutzt auf ihrem Abstellplatz.
Als Beispiel: Mein letztes Auto, gebraucht bei 23000km gekauft, war 19J als es verschrottet wurde und hatte 350000km auf dem Tacho. Bei ner mittleren Geschwindigkeit von 50 km/h wäre es also gerade mal 7000h gefahren. Also hat's von den 19J ca. 18J rumgestanden. (Jetzt bin ich echt erschreckt wieviel Zeit ich in dem Auto zugebracht haben muß. Will ich die wirklich durch Öffis noch verdoppeln?) Trotzdem war es nach den 19J komplett schrottreif mit vielen kleinen Ärgenissen die man nicht hat reparieren lassen und zuviel Dingen die aktuell repariert werden mußten. Der Blechhaufen hat also alles geleistet was er konnte. Recycling dringend geboten.
Die Alternative wär z.B. ein autonomes Taxi wirklich die 350000km in 1J abfahren zu lassen - wenn es als Taxi nicht früher ausrangiert wird oder werden muß.
Wenn du in Deutschland eine bestimmte Transportleistung brauchst - also ein bestimmte Zahl gefahrener km für die Autos je Jahr - dann ist das auch proportional zur Abnutzung der Autos. Egal ob du viele oder wenige Autos hast. Die werden alle gefahren bis deren km-Leistung verbraucht ist. Manchmal hat ein Auto ja sogar mehrere Besitzer - der eine fährt wenig im Jahr der nächste freut sich dann und fährt viel. Man kauft sich halt das gebrauchte Auto das zum eigenen Bedarf paßt.
Der einzige Unterschied ist die Gesamtmenge des Materials (Rohstoffe) die in allen Autos im Land gebunden sind. Sprich das Investement in das Material ist mal größer mal kleiner. Evtl. gibt's also hinsichtlich "uneffizient" leicht höhere Zinskosten wenn man das Auto Kreditfinanziert/Least.
• Schmeißt man wie bisher die Rohstoffe mit dem Verschrotten weg und buddelt für das nächste Auto alles neu aus - irgendwo in der Welt - dann hängt der jährliche Rohstoffverbrauch allein von der gesamten km-Menge ab unabhängig davon ob viel oder wenige Autos. Man muß halt die verbrauchte km-Leistung mit neuen Autos=Rohstoffen ersetzen.
• Wenn man 100% Recycling macht, also z.B. das Gold in den Autos wiederverwendet - dann kauft man das Gold nur einmal in der Welt und hortet das als Nation dauerhaft in der Autoflotte durch Wiederverwendung. Hat man nur wenig Autos die intensiv und schnell abgenutzt werden ist's weniger Gold das man als Nation gehortet hat, hat jeder sein Rumstehauto ist's halt mehr.
Allerdings sinkt auch die Flexibilität - mit dem eigenen Auto kann man fahrplanfrei losfahren wann immer man soweit ist. Und es bringt einen von Tür zu Tür. Für Kinder oder Ältere oder Eingeschänkte oder mit dem Wocheneinkauf bepackt ein Vorteil. Für die übrigen bleibt "nur" die Zeitersparnis. Auch besteht die Gefahr das bei stärker genutzten Autos nicht nur die Zahl der Leerfahrten sondern auch deren mittlere Länge steigt.
Übrigens
• ein PKW wiegt 2t und hat 5 Sitze. 400kg/Sitz Materialverbrauch. Ein Bus wiegt 20t und hat 50 Sitze ..
• In der Regel fahren beide ziemlich leer durch die Gegend. Nur in den Stoßzeiten: Da fahren die PKW immer noch ziemlich leer durch die Gegend. Die Busse sind rammelvoll mit dichtgedrängt - stehenden - Personen. Ergebnis: Die Busse sind im mittel besser besetzt (dieses Wort jetzt bitte nicht so wörtlich nehmen

) als PKW. Und versprechen so einen leichten Vorteil beim Energieverbrauch (und beim Öko, aber nur solange noch fossil gemixt). Das liebe Vieh.
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Die Zukunft des Nahverkehrs (*) ist eh das Auto. Gern auch als 4 sitziger vollautonomer E-Portalbus ohne Stehplätze, der Jung und Alt, mit und ohne Führerschein, mit oder ohne Einkäufe, Fahrrad, Rolli, Kinderwagen, zügig, weil ohne Umsteigen, Fußwege und Fahrplan, direkt von Tür A zu Tür B befördert.
(*) solange Gebäude wie Wohnhäuser an Erschließungsstraßen erbaut werden und nicht in eine Welt ohne Straßen auf der grünen Wiese
(Deutschland 20 Mio Gebäude x 20m Erschließungsstraße längs der Grundstücksfront = 400000km von unseren etwa 650000km Straßennetz. Jaja die letzte Meile. Oops die letzten Meter.)