Router als Repeater betreiben

Tyler_D

Lieutenant
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März 2007
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Hallo,

bei uns wurde vor kurzem der Internetanschluss von DSL auf VDSL umgestellt. Die Telekom hat einen neuen Router geschickt, den W723V. Den habe ich auch erfolgreich in Betrieb genommen. Dieser Router muss aus baulichen Gründen leider im Keller stehen, womit der WLAN-Empfang im Haus nicht überall einwandfrei ist.
Ich dachte daher, dass ich den nun frei gewordenen Router (W503V) als Repeater im 1. Stock einsetze.
Im Handbuch des W723 ist exakt dies erklärt, dennoch funktioniert es nicht!

Einstellungen habe ich lt. Handbuch vorgenommen: DHCP nur im W723V (Router) aktiv, W503 (Repeater) hat DHCP aus. SSID jeweils sichtbar, die IPs sind unterschiedlich, Repeater ist bei beiden aktiv (auf demselben WLAN-Kanal).
Funktionieren tut es trotzdem nicht!

Ich habe zudem zwei prinzipielle Fragen zum Thema Repeater:
1. Was hat es mit der Verschlüsselung auf sich? Man kann unter Repeater nur WEP auswählen, das ja an sich nicht sicher ist. Dies scheint sich aber nur auf die Kommunikation Router-Repeater zu beziehen, das WLAN selbst ist immer noch mit WPA2 gesichert. Kann ich für die Kommunikation Router-Repeater bedenkenlos keine Verschlüsselung wählen?

2. Beim Standort des Repeaters ist eine Ethernet-Dose, an die ich den Router gerne anschließen würde, womit eine Kabelverbindung zwischen Router und Repeater besteht. D.h. die Kommunikation Router-Repeater soll, wenn möglich, über Ethernet und nicht über WLAN erfolgen. Im Handbuch des W723 steht das dies nicht vorgesehen ist, da steht explizit, das im Repeater nur das Netzkabel angeschlossen werden soll/muss. Geht das vielleicht trotzdem über Ethernet?

Was auf jeden Fall geht, ist das Betreiben von zwei "parallelen" WLANs, wobei DHCP vom 723V übernommen wird. Ich hätte es aber gerne als "ein" WLAN. Ist dies möglich?
 
Wenn möglich, dann solltest du den W503V nicht als Repeater nehmen, sondern per Ethernet mit dem W723V verbinden (an einen der LAN-Ports am Speedport W503V. Dann brauchst du auch nicht die Repeaterfunktion einzurichten, sondern nimmst den W503V als WLAN-Accesspoint.

Dazu den W503V nochmal resetten und wie folgt einstellen:

  • DHCP aus
  • IP-Adresse auf den gleichen Netzbereich wie der W723V einstellen, also z.B. 192.168.2.2
  • SSID und Verschlüsselung kannst du so lassen, dann hast du eben zwei WLAN-Netze im Haus

Wenn du dich dann mit dem W503V verbindest, solltest du Internetzugriff haben.

Wenn du irgendwann mal auf die Konfig des W503V zugreifen möchtest, geht das aber nicht mehr mit speedport.ip, sondern nur mit https://192.168.2.2 (bzw. die IP, die du dem W503V gegeben hast).
 
Exakt so hatte ich es schon mal eingerichtet. Hat auch funktioniert. Das Problem ist halt, dass ich dann zwei verschiedene WLANs laufen habe.
Dass ich dann zwei identische WLANs und SSIDs im Haus habe ist kein Problem?
 
Nein, es ist kein Problem, denn die BSSIDs sind immer noch unterschiedlich und diese werden zur Zuordnung genutzt.
 
Ok, damit wäre mein Problem gelöst! Vielen Dank!
 
Das Problem dürfte nur sein, dass wenn du z.B. mit deinem Notebook gerade einen Download machst und von einem WLAN-Bereich in den nächsten kommst, der Download abbrechen wird. Bei echtem Repeaterbetrieb (WDS) wird der Client von einem Bereich in den anderen übergeben, da dürfte der Download nicht abbrechen.

Aber das ist eher ein theoretisches Problem, das in der Praxis kaum mal auftreten dürfte.
 
Aha, naja das wird kein Problem sein, aber danke für den Hinweis.
Ein Repeater-Betrieb ist aber definitiv nicht möglich mit Kabel, sondern nur via WLAN?
Oder gibt es "professionelle" Repeater, die das können?
 
Ein Repeater greift ein vorhandenes WLAN auf und wiederholt es, indem es ein neues WLAN ausstrahlt. Hier wird die Bandbreite im Gesamt-WLAN halbiert.

Ein per Kabel angebundener Repeater ist prinzipiell kein Repeater (weil er ja kein WLAN aufgreift), sondern ein Access Point. Hier wird nichts halbiert, da es mehrere WLANs gibt, die voneinander unabhängig sind.

So gesehen ist ein Repeater-Betrieb nur per WLAN möglich.

Die Kabelvariante - Access Point - ist - sofern möglich - immer vorzuziehen.

Es gibt mittlerweile auch genügend Router/Access Points/Repeater, die ebenfalls eine Repeaterfunktion mit WPA2 haben. Die Funktion hat verschiedenste Namen, am gängigsten dürfte noch "Repeater Bridge" seine. WDS fällt hier weg, da es eine andere Variante ist. Außer AVM-Geräten fällt mir auch kein Hersteller ein, der in WDS mit WPA2 arbeitet.
 
Zuletzt bearbeitet:
t-6 schrieb:
Ein Repeater greift ein vorhandenes WLAN auf und wiederholt es, indem es ein neues WLAN ausstrahlt. Hier wird die Bandbreite im Gesamt-WLAN halbiert.

Ich hänge mich mal rein und stelle eine Verständnisfrage:
Das bedeutet also, das ich einen ausrangierten Router, den ich als Repeater nutzen möchte, ohne Netzkabelverbindung zum "Hauptrouter" irgendwo im Haus, wo noch WLAN Reichweite empfangbar ist, platzieren kann. Nach entsprechender Konfiguration würde dann dieser Router quasi das vorhandene WLAN empfangen und gleichzeitig weitergeben?
Wären dann auch die LAN Anschlüsse des "Router-Repeaters" nutzbar?
 
Das kommt auf den Router an. Wenn du WPA2 willst, muss er die "Repeater Bridge"-Funktion unterstützen. Wenn ja, gut. Ob die LAN-Buchsen dann auch verfügbar sind, hängt von der Implementation der Repeater-Bridge-Funktion ab (die Bridge erstreckt sich zunächst auf die beiden WLANs, es kann sich aber auch auf das LAN-Interface des Repeaters auswirken).

Wenn der Router nur WEP-WDS kann, ist er wertlos.
 
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