Tobias.S schrieb:
Klar ist, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem, was sich RTL hier (mal wieder) leistet, und dem, was beispielsweise eine türkische Migrantenfamilie in Deutschland immer noch erleiden muss.
Trotzdem bin ich der Ansicht, dass in beiden Fällen letztlich genau die gleiche Denklogik dahintersteht.
Ja, das ist die 'Logik' der Kategorisierung. D.h. wenn du Tische und Stühle als Möbel vergleichst, ist es auch die gleiche Denklogik, die dem Vergleich von Menschen zugrunde liegt. Ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, könnte man das zur anthropologischen Konstante erheben. Ist es dann Diskriminierung, wenn du Stühle zu unrecht zu Feuerholz verarbeitest, obschon das nicht ihrem Wesen aka Gebrauchswert entspricht?
Das höhlt den Begriff aber so weit aus, daß sogar solch alberne, postpubertierenden Gamer endlich mal Opfer sein dürfen - weiße, mitteleuropäische Männer dürfen sich endlich mal einreihen... bravo.
Du magst bei den Sozialhilfeempfängern auf der richtigen Fährte sein und eine kritische Reflexion ist natürlich das gerade Gegenteil von dem, was RTL da gezeigt hat, aber was mag dann das Kriterium sein für sowas wie Diskriminierung? Soziale, gesell. Praxis, wie oben schon mal benannt.
Kein Gamer wird (wie z.B. ein
Hartzer) mit Arbeitszwang belegt, es gab keine Progrome gegen Gamer, niemand ruft Apartheid gegen sie aus, sie verdienen nicht weniger, niemand schwafelt von der Computerisierung des Abendlandes.... etc.
Da machst du es dir wirklich zu einfach, diesen Sturm im Wasserglas auch noch verteidigen zu wollen. Die ganzen halbgaren Empörungswütigen machen das, was sie sonst in jedem Forum ächten: Gegen RTL
'Trollen'. Ja, das ist ein Mob aus Trolls. Und durch ihren übermäßigen Medienkonsum (pädagogische Psychologen euphemisieren das als "Medienkompetenz") können sie gruseligerweise auch noch was erreichen damit.
Tobias.S schrieb:
Siehe dazu den sehr guten Beitrag von KL0k:
"Meines Erachtens ist der Begriff "Diskriminierung" daher in einem weiteren Sinne durchaus gerechtfertigt. Und natürlich will man dabei die "Schlagkraft des Begriffs für sich verbuchen" - wie bei jedem Begriff, den man sinnvoll in einem dialektischen Satz verwendet."
Erst mit (Denk-)Logik punkten wollen, dann wieder mit Dialektik kommen wollen. Ja was denn nun?
Hier einfach mal den Mini-Adorno zu mimen, ist auch kein Argument.
"...sinnvoll in einem dialektischen Satz verwendet.." geht's noch schwurbeliger? Wenn sich in einem der apologetischen Sätze mal Sinn verbarg, so tat er das so gut, daß ich ihn nicht gefunden habe. Und warum die Dialektik hier die Geschichte des Begriffs auszuhebeln vermag, das muss mir auch noch mal jemand erklären.
Einfach mal ein paar Bonmots aus der kritischen Theorie droppen... das kann man sogar mit Wikipedia.