News Ryzen X3D und mehr betroffen: Patentfirma Adeia verklagt AMD wegen zehn Verletzungen

racer3 schrieb:
Natürlich nicht, warum auch? Die Entwickler können ja auch davon profitieren, wenn sie es behalten.
Sicher, per Lizenzkosten. Aber wenn sich ein Konzern quer stellt muss halt geklagt werden. Das ist jetzt der Fall. So what?

racer3 schrieb:
Und wenn es im Auftrag entwickelt wird, könnte auch der Auftraggeber das Patent einreichen.
Wenn das so abgesprochen wird, natürlich, aber dann besteht ohnehin ein klar formulierter Vertrag zwischen den Parteien, wo solche Fragen zur Nutzung geklärt sind.

racer3 schrieb:
Ich halte es einfach für problematisch, wenn Patentinhaber und Abmahnkanzlei dieselbe Firma sind.
Jedes mittlere bis große Unternehmen hat eine Rechtsabteilung, die deren rechtliche Interessen vertritt. Was soll da der Unterschied sein?
racer3 schrieb:
Der Anreiz sollte dahingehend verschoben werden, dass man es in erster Linie selbst nutzt und einen Schutz vor Nachahmern hat.
Du delegitimierst mit dieser Aussage die Arbeit sämtlicher Forschungseinrichtungen. Denn die nutzen Entwicklungen in der Regel auch nicht selbst, sondern tun das vor allem zum Nutzen von Unternehmen und der Gesellschaft.

racer3 schrieb:
Was ist eine Idee überhaupt wert? Als globale Menschheit gesehen, bremsen uns Patente definitiv aus.
Es ist ein Irrglaube, dass durch Patente mehr Entwicklung stattfindet.
Warum? Ohne rechtlichen Schutz, dass ein Patent nicht einfach kopiert werden kann, würden umfangreiche und kostspielige Entwicklungen praktisch nicht mehr stattfinden. Wieso sollte ein Unternehmen das machen, wenn man einfach drauf warten kann, dass der Mitbewerber es tut, der es aber aus dem gleichen Grund auch nicht tut.

racer3 schrieb:
Sobald jemand in einem Sektor ein starkes Patent hat, wird der Bereich für Mitbewerber uninteressant und es findet weniger Entwicklung statt.
In welchem Sektor soll das denn zutreffen? Dann muss der Mitbewerber das Patent halt lizensieren. Das macht so ziemlich jedes Unternehmen.

racer3 schrieb:
Ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem jeder auf der Idee des anderen aufbaut, wird abgewürgt.
Wenn "aufeinander aufbauen" einfach "nutzen ohne bezahlen" heißt, sehe ich nicht inwiefern das Innovationen fördert, im Gegenteil.

racer3 schrieb:
Genauso wie die Musik durch die GEMA auch nicht besser wird.
Naja, über Musikgeschmack brauchen wir jetzt nicht zu streiten.
 
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Adeia hatte in den vergangenen Jahren unter anderem bereits X, Disney und viele weitere verklagt.
Erfolgreich, teils oder garnicht erfolgreich?
 
Creeping.Death schrieb:
Es ist einfach völlig egal, ob sie das jemals genutzt haben, selbst nutzen oder in Zukunft jemals planen zu nutzen.
Ich glaube du hast es nicht ganz verstanden.

Juristisch magst du weitestgehend recht haben. Aber sowas kann man ändern.

Was hier passiert ist das Verhalten eines Patenttrolls. Durch Kauf, Tausch, Merger etc. sammelt eine Firma ein Patent-Portfolio zu Zwecken der reinen Monetarisierung. Klagen, Vergleiche, Geld einsammeln.

Die IPs, die solchen Klagen zugrunde liegen, hat Adeia weder selbst entwickelt, sie setzen sie selbst nicht ein und sie entwickeln sie auch nicht weiter. Die haben eine fremde Idee eingekauft ausschließlich als Gelddruckmaschine.

Und selbstverständlich darf der Gesetzgeber sich Gedanken darüber machen, wie man solche Geschäftsmodelle einschränkt, wenn der Käufer außer der Monetarisierung absolut keinerlei Interesse oder Verwendung für solche Patente hat.

Püppl schrieb:
Erfolgreich, teils oder garnicht erfolgreich?
Alles dabei. Die Anzahl an Verfahren, die der Laden führt, kann man hier vermutlich nicht alles aufzählen.

Bei X gab es eine außergerichtliche Einigung. X zahlt eine jährliche Gebühr von 3 Millionen Euro.

Bei Disney läuft das Verfahren noch.

Videotron war 2022 so ein Fall, wo im ersten Verfahren alle beklagten Patente für nichtig erklärt und die Klage damit abgewiesen wurde.

https://corpo.videotron.com/en/pressroom/videotron-welcomes-federal-court-ruling-against-xperi

Es gab danach noch ein weiteres Verfahren gegen Videotron, dass Adeia hingegen ganz aktuell gewonnen hat.

https://finance.yahoo.com/news/videotron-found-infringe-adeia-media-203500379.html?guccounter=1
 
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Cleric schrieb:
Und selbstverständlich darf der Gesetzgeber sich Gedanken darüber machen, wie man solche Geschäftsmodelle einschränkt, wenn der Käufer außer der Monetarisierung absolut keinerlei Interesse oder Verwendung für solche Patente hat.

Naja - gibt auch Unternehmen, die ihre IP (zu einem großen Teil) selbst entwickeln und dann weiter lizenzieren. Alles ohne Interesse die Entwicklungen selber zu nutzen - einfach nur um damit Geld zu verdienen. Und ja - die klagen auch wenn ihre IP aus ihrer Sicht unrechtmäßig oder in nicht lizenzierter Form von dritten genutzt wird.
 
Child schrieb:
Naja - gibt auch Unternehmen, die ihre IP (zu einem großen Teil) selbst entwickeln und dann weiter lizenzieren.
Ja, aber das ist hier doch gar nicht der Fall. Hier wurde nichts selbst entwickelt und es wird auch nichts weiterentwickelt.
 
Bleibt nur die Frage ob dieser Unterschied (selbst entwickelt vs zugekauft vs über Merger erworben) große Relevanz hat und ob sich daraus nicht zwangsweise ein Verkaufsverbot für Patente ergibt mit allen sich daraus eventuell ergebenden Nachteilen.
 
Cleric schrieb:
Ich glaube du hast es nicht ganz verstanden.
Doch ich glaube schon.
Cleric schrieb:
Juristisch magst du weitestgehend recht haben.
Und nur das zählt.
Cleric schrieb:
Die IPs, die solchen Klagen zugrunde liegen, hat Adeia weder selbst entwickelt, sie setzen sie selbst nicht ein und sie entwickeln sie auch nicht weiter.
Selbst wenn das so wäre, ist das völlig legal. Allerdings forscht und entwickelt Adeia auch selbst.
Cleric schrieb:
Und selbstverständlich darf der Gesetzgeber sich Gedanken darüber machen, wie man solche Geschäftsmodelle einschränkt,
Da wird der Gesetzgeber sicher nicht eingreifen, weil das noch viel mehr in Frage stellen würde.
 
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Creeping.Death schrieb:
Da wird der Gesetzgeber sicher nicht eingreifen, weil das noch viel mehr in Frage stellen würde.
Der Gesetzgeber greift ständig ein. Gerade in den letzten 15 Jahren gab es meines Wissens mehr Änderungen im US-Patentrecht als je zuvor. Die sind allerdings in der Tendenz eher Patenttrollen entgegengekommen.
 
Cleric schrieb:
Was hier passiert ist das Verhalten eines Patenttrolls. Durch Kauf, Tausch, Merger etc. sammelt eine Firma ein Patent-Portfolio zu Zwecken der reinen Monetarisierung. Klagen, Vergleiche, Geld einsammeln.

Die IPs, die solchen Klagen zugrunde liegen, hat Adeia weder selbst entwickelt, sie setzen sie selbst nicht ein und sie entwickeln sie auch nicht weiter. Die haben eine fremde Idee eingekauft ausschließlich als Gelddruckmaschine.
Natürlich haben wir das verstanden, aber auch du zählst nur Tatsachen auf, aber erklärst nicht inwieweit das nun ein tatsächliches Problem für die Wirtschaft generell ist (und nicht nur für die Portokasse von AMD). Ich fasse das mal ohne den polemischen Unterton zusammen:
Jemand entwickelt etwas und verkauft die IP an z.B. Adeia. Der verdient damit Geld und kann weitere Entwicklungen finanzieren. Gut, oder? Die Entwicklung ist so relevant, dass sie sogar von AMD praktisch verwendet wird. Gut für AMD, die ihre Produkte damit verbessern können, und deren Kunden, oder?
Optimalerweise hätte AMD es natürlich selbst entwickeln können, haben sie aber offensichtlich nicht, sonst hätten sie es ja selbst patentiert. Dann müssen sie eben entweder Lizenzkosten bezahlen oder eine alternative Technologie entwickeln. Da in der Branche aber Zeit = Geld gilt, hat man sich anscheinend für ersteres entschieden. Und nun hat man auch durch diese IP ein sehr gutes Produkt und kann damit ebenfalls viel Geld verdienen, um weitere Entwicklungen zu finanzieren.
Wer in der gesamten Entwicklungs- und Verwertungskette hat nun genau welchen Nachteil? Sag es uns, weil ich sehe keinen.
Ich rede selbstredend nicht von Trivialpatenten, die zweifelsfrei schädlich sind. Aber so wie ich das verstehe, sind wir in diesem Fall weit davon entfernt.
 
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aspro schrieb:
Optimalerweise hätte AMD es natürlich selbst entwickeln können, haben sie aber offensichtlich nicht, sonst hätten sie es ja selbst patentiert.
Was denn nun?

Selbst entwickeln? Ist in der Regel so, dass die beklagten Unternehmen - siehe andere Rechtsstreitigkeiten - das komplett selbst entwickelt haben. Sie waren nur nicht die ersten, die das patentiert haben. Da hatten andere diese Idee früher und haben das früher patentiert.

Oder selbst patentiert? Ich vermute mal du kennst den Unterschied zwischen "First to invent" und "First to file". Die Amis haben das vor über 10 Jahren auf Letzteres umgestellt. Kann man gut finden oder auch nicht.

aspro schrieb:
oder eine alternative Technologie entwickeln
Bonding Technologie? Also zwei Dinge zusammenpappen? Da musst du erstmal eine Alternative finden. Sonst wäre das Ziptronics-Patent mittlerweile nicht so wertvoll geworden. Egal ob Chiplets oder 3D-NAND oder vergleichbare Entwicklungen, die jetzt bei DRAM laufen.

Übrigens halten in diesem Bereich unheimlich viele Unternehmen Patente für sehr unterschiedliche Ansätze. TSMC, Intel und Samsung haben ein deutlich größeres Patentportfolio. Aber sobald es zufällige Überschneidungen gibt, gerade wenn ein Unternehmen auf einem sehr grundsätzlichen Ansatz sitzt, dann passieren halt solche Sachen wie bei AMD und vielen anderen.

aspro schrieb:
Wer in der gesamten Entwicklungs- und Verwertungskette hat nun genau welchen Nachteil?
Ist eine Frage der Größe und des finanziellen Backrounds. Große Konzerne wie TSMC, Broadcom, Samsung und NVIDIA zahlen im Zweifel.

Natürlich vorher das übliche Prozedere. Negieren, eigene Patente anführen, das Patent anfechten. Entweder werden die Patente für ungültig erklärt, es gibt irgendwelche Cross-Licence-Deals, es werden Lizenzgebühren gezahlt uvm.

Bei kleineren Unternehmen, die sich keine langfristen Rechtstreitigkeiten oder Lizenzgebühren leisten können, kann dir sowas aber das Genick brechen.

Man drehe die Uhr mal 10 Jahre zurück. Vor Ryzen war 2015 eines der schwierigsten Jahre in der AMD-History. Da haben viele schon den Abgesang angestimmt. Wenn in einer solche Situation so eine Klage eintrudelt, kann auch das einer Firma das Genick brechen.

Lange Rede, kurzer Sinn. Wir müssen das auch nicht in die Länge ziehen, wir haben hier anscheinend grundsätzlich unterschiedliche Sichtweisen.
 
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1776 schrieb:
Ah verstehe, du glaubst noch in das Gute im Menschen. Und bildest Dir ein, dass diese eine Firma boese ist.

Erstens Ja, daran ist nichts schlechtes.

Zweitens, Nein, ich denke man kann mit einem fairen und gesunden Maß agieren, auch als Firma. Das nennt man "Fairplay". Das was diese Firmen hier treiben hat damit nichts zu tun.
 
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Ich glaube jede groessere Firma wuerde so agieren. Jede wuerde absolut alles legale versuchen, um mehr Geld zu scheffeln, oder weniger Steuern zu zahlen. Moral zahlt keine Rechnung.
 
Zornica schrieb:
Also ja, wer Immobilien leerstehen lässt gehört genauso enteignet, weil Leerstand ist für eine Gesellschaft schädlich (genauso wie das Konzept von Vermietern an sich, aber das ist eine andere Sache)
Leerstand ist nur dann "schädlich", wenn dadurch tatsächlich ein Schaden entsteht: Wenn die 90-jährige Oma stirbt und man dann eine Wohnung für Monate oder wenige Jahre leer stehen lässt, weil das eigene Kind in diese Wohnung ziehen will, dann mag für die "Gesellschaft" ein theoretischer Schaden entstanden sein. Wenn aber erst mal ein Mieter da per Zwang reingesetzt wird, oder die Wohnung gar enteignet worden wäre, dann entsteht für den Eigentümer bzw dessen Kind ein viel größerer Schaden. Kann man also mit Patenten, einige davon sind eh totaler Unsinn, also nicht wirklich vergleichen: Ein ungenutztes Patent auf einen Hut mit Propeller verhindert sogar eher Schaden. ;)
 
Cleric schrieb:
Was denn nun?

Selbst entwickeln? Ist in der Regel so, dass die beklagten Unternehmen - siehe andere Rechtsstreitigkeiten - das komplett selbst entwickelt haben. Sie waren nur nicht die ersten, die das patentiert haben. Da hatten andere diese Idee früher und haben das früher patentiert.
Naja, wissen wird nicht, denn das kann am Ende jeder behaupten. Deshalb gibt es ja das Prinzip, dass der erste das Patent erhält.

Cleric schrieb:
Oder selbst patentiert? Ich vermute mal du kennst den Unterschied zwischen "First to invent" und "First to file". Die Amis haben das vor über 10 Jahren auf Letzteres umgestellt. Kann man gut finden oder auch nicht.
Sehe ich kein Problem darin. Schließlich kennt jeder die Regeln und kann entsprechend frühzeitig das Patent anmelden.

Cleric schrieb:
Übrigens halten in diesem Bereich unheimlich viele Unternehmen Patente für sehr unterschiedliche Ansätze. TSMC, Intel und Samsung haben ein deutlich größeres Patentportfolio. Aber sobald es zufällige Überschneidungen gibt, gerade wenn ein Unternehmen auf einem sehr grundsätzlichen Ansatz sitzt, dann passieren halt solche Sachen wie bei AMD und vielen anderen.
Das ist doch genau das, was hier offensichtlich in der Bewertung komplett ignoriert wird. Die meisten Patente werden von großen Konzernen gehalten, was dazu führt, dass kleine Unternehmen es sehr schwer haben, überhaupt in den Markt einzusteigen. Aber auf der anderen Seite wird dann so getan, als ob die kleine Butze hier das Hauptproblem darstellt. Einfach nur grotesk.

Cleric schrieb:
Ist eine Frage der Größe und des finanziellen Backrounds. Große Konzerne wie TSMC, Broadcom, Samsung und NVIDIA zahlen im Zweifel.
Ja, und? Verdienen doch auch genug mit ihren Produkten. Was soll dann das Problem sein für Entwicklungen zu zahlen, die diese Produkte überhaupt erst möglich gemacht haben?

Cleric schrieb:
Natürlich vorher das übliche Prozedere. Negieren, eigene Patente anführen, das Patent anfechten. Entweder werden die Patente für ungültig erklärt, es gibt irgendwelche Cross-Licence-Deals, es werden Lizenzgebühren gezahlt uvm.
Notwendige Nebenwirkungen bei allen rechtlichen Meinungsverschiedenheiten. Das ganze wäre nur ungleich komplizierter, wenn es gar kein Patentsystem gäbe.

Cleric schrieb:
Bei kleineren Unternehmen, die sich keine langfristen Rechtstreitigkeiten oder Lizenzgebühren leisten können, kann dir sowas aber das Genick brechen.

Man drehe die Uhr mal 10 Jahre zurück. Vor Ryzen war 2015 eines der schwierigsten Jahre in der AMD-History. Da haben viele schon den Abgesang angestimmt. Wenn in einer solche Situation so eine Klage eintrudelt, kann auch das einer Firma das Genick brechen.
Das nennt man unternehmerisches Risiko. Das ist kein Grund berechtigte Interessen anderer Unternehmen klein zu reden.

Cleric schrieb:
Lange Rede, kurzer Sinn. Wir müssen das auch nicht in die Länge ziehen, wir haben hier anscheinend grundsätzlich unterschiedliche Sichtweisen.
So lange es sachlich verläuft, habe ich damit kein Problem.
 
Zuletzt bearbeitet:
1776 schrieb:
Moral zahlt keine Rechnung.
Das ist zwar richtig, aber parasitäre Geschäftsideen gehören nicht in eine Gesellschaft, die gut miteinander auskommen muss, um vernünftig zu funktionieren. Man kann so ein Handeln gut finden, aber dann bitte auch konsequent sein und nicht nicht an anderer Stelle beschweren, wenn sich Firmen auch Kunden gegenüber, vielleicht dir persönlich gegenüber, auf diese Weise verhalten. Immer dran denken: Moral zahlt keine Rechnung.
 
Kuristina schrieb:
aber parasitäre Geschäftsideen gehören nicht in eine Gesellschaft

Naja - die Geschäftsidee ist allerdings nur insofern "parasitär" als das man unterstellt, das der Originalbesitzer der Patente nicht genauso versuchen würde unauthorisierte Nutzung seiner Erfindungen zu unterbinden.
 
@Kuristina
Das ist halt Deine Sicht. Wenn genug Leute das so sehen, sollten die alle eine Partei waehlen, die Gesetze dagegen erlaesst.
 
aspro schrieb:
Naja, wissen wird nicht, denn das kann am Ende jeder behaupten. Deshalb gibt es ja das Prinzip, dass der erste das Patent erhält.

Aber welcher Erste denn? Hab ich doch angedeutet. In den USA galt lange First-to-invent. Also derjenige bekam den Patentzuschlag, der nachweisen konnte, dass er der Erste war. Das hat die Obama-Administration 2011 geändert in "First-to-file", also das Prinzip des Erst-Anmelders.

aspro schrieb:
Aber auf der anderen Seite wird dann so getan, als ob die kleine Butze hier das Hauptproblem darstellt.
Ich hoffe du meinst nicht mich. Für mich ist die "Butze" nicht das Hauptproblem. Ich sehe Patenttrolle allerdings als ein generelles Ärgernis. Frag mal die Open Source Szene.

aspro schrieb:
Sehe ich kein Problem darin. Schließlich kennt jeder die Regeln und kann entsprechend frühzeitig das Patent anmelden.

Das ist doch genau das, was hier offensichtlich in der Bewertung komplett ignoriert wird. Die meisten Patente werden von großen Konzernen gehalten, was dazu führt, dass kleine Unternehmen es sehr schwer haben, überhaupt in den Markt einzusteigen. Aber auf der anderen Seite wird dann so getan, als ob die kleine Butze hier das Hauptproblem darstellt. Einfach nur grotesk.
Die Patente wurden ja frühzeitig angemeldet, nur meistens eben nicht von Adeia. Das Hauptziel dieses Unternehmens als IP-Geschäft von Xperi ist die Suche nach monetarisierbaren Patenten. Und die Patente stammen in der Regel nicht von "kleinen" Unternehmen. Die im Falle von AMD in Rede stehenden Patente sind urspünglich von Ziptronix, einer Ausgliederung von RTI. Grundsatz-Patente bem Bonding, also beim "Zusammenkleben" von Halbleitern, sind anscheinend super. ;)

Aber belassen wir es dabei. Ich halte einen solchen Lizenzhandel für fragwürdig bis überflüssig. Du siehst hingegen eine Daseinsberechtigung.

Btw, die Amis haben das Problem auch schon seit längerem selbst erkannt. Ich kenne nicht wirklich Details, aber laut EFF und anderen laufen seit Jahren Initiativen wie der "Patent Abuse Reduction Act". Aber keine Ahnung, wo die USA da derzeit stehen, insbesondere was die jetzige Administration angeht.
 
frazzlerunning schrieb:
an Adeia zur Verwahrung ausgelagert hat
Auch gut, ändert nur nicht viel an meinem Beispiel. Bei dem einen setzt man es für sich selber durch, bei dem anderen setzt man das Patent für jemand anderen durch.

In beiden Fällen möchte Adeia jedenfalls Geld haben.
Ergänzung ()

M@tze schrieb:
Vielleicht interpretiere ich das auch falsch
Ich hab nur etwas erklärt :)

Und ich sehe das so, wenn ich eine Idee (Patent) erwerben, sollte ich auch was damit machen, statt nur Unternehmen/Leute zu verklagen die meine Idee nutzen ohne Lizenz.

Mein Satz zielt jetzt hier nicht speziell auf Adeia, sondern gilt eher generell, also Idee erwerben und dann produzieren.
Ergänzung ()

bensen schrieb:
Ja, richtig schlimm. Die haben dem Erfinder für seine Arbeit Geld bezahlt. Ist natürlich unerhört.
Ich glaube da hast du was falsch verstanden.

Ich habe lediglich etwas erklärt und zwar so wie ich es verstanden habe.

Zudem hat Adeia es nicht erworben, sondern verwahrt es lediglich.

Ich sehe das so erwirb eine Idee und setze Sie um in ein Produkt, aber nur um andere zu verklagen halte ich für Frech, zumal man ja versucht hat sich zu einigen.
 
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