bruhbaker schrieb:
Welche Qualität der Kabel?
Ein vernünftiges Koaxialkabel sollte einen massiven Kupferleiter (Dämpfung) haben, ein physikalisch geschäumtes Dielektrikum (Alterungsstabilität) und verzinntes Kupfergeflecht (nicht Alu wg. Intermodulation) als Schirm haben, dazu mindestens zweifach geschirmt sein bzw. Class A erfüllen. Optimal dazu ist, wenn die innere Folie mit dem Dielektrikum verklebt ist und die Dämpfung bei ca. 2.000 MHz nicht über 30dB/100m liegt. Unter 0,50 € pro Meter (eher mehr) gibt es das nicht am Markt. Ein Kathrein LCD95 (innen) und ein LCD99 (außen) sind optimal geeignet, leider aufgrund der Vorgaben der Kabelanbieter (Dreifachschirmung) nur noch schlecht zu bekommen. Daher sind ein LCD111 (innen) und LCD115 die Qual der Wahl wenn man etwas Vernünftiges will. Es gibt aber auch noch Kabel von Spaun (recht teuer) oder von Preisner (SK2000+) oder Hirschmann/Triax Koka 125 oder Wisi MK96. Von vier- oder fünffach geschirmten Koaxialkabeln, mit den hier erwähnten 125dB, einfach die Finger lassen. Die sind zum Verlegen ungünstig dick mit großen Biegeradien. Dazu haben diese oftmals ein Alu-Geflecht mit mieser Abdeckung und würden wohl die beworbenen Werte in keiner Messung erreichen. Ähnlich verhält es sich mit den LNB´s mit unmöglich niedrigen Rauschmaß von 0,1 dB.
Das beste und teuerste Kabel nützt nur nicht, wenn nicht die Stecker entsprechend hochwertig sind und auch zum Kabel passen (Außendurchmesser und Dicke des Dielektrikum). Stand der Technik sind Kompressionsstecker, entweder zum Verpressen per Kompressionszange oder als Self-Install-Ausführung für kleinere Anlagen. Mit Kosten von 50-75 €ent pro Stück schlägt das auch nicht so stark zu Buche. Von veralteten F-Aufdrehsteckern ist gänzlich abzuraten, da schlechte Schirmung, Verletzung des Geflechts beim Aufschrauben, schlechter Halt, schlechtere Kontaktierung und Rückflussdämpfung.
bruhbaker schrieb:
Für den Empfang von deutschsprachigen Fernsehen ist die Satelittenposition Astra 1 auf 19,2° O vollkommend ausreichend. Auf dieser Position sind übrigens derzeit vier Satelliten stationiert, die man gleichzeitig empfängt. Den AStra 1
B wirst du übrigens nicht mehr empfangen können, denn der hat sein Lebensende erreicht und wurde in den Friedhofsorbit manövriert.
bruhbaker schrieb:
Preisner S85QSD oder Preisner S75QSD oder Gibertini OP85SE.
Alle drei sind ausreichend für deine gewünschte Satelittenposition. Haben genug Reserve für Schlechtwetter und sind nicht allzu groß für zu hohe Pegel, wobei man das mit bekannter Leitungslänge, verwendeten Koaxialkabel, LNB und gewählten Multischalter wesentlich besser abschätzen kann.
Jedenfalls hat die SAT-ZF ein Normpegelfenster von 47 - 77 dB(µV), so, dass bei üblichen Leitungslängen in EFHs eigentlich kaum mit einer Dämpfungsberechnung von Dosen, Kabeln, F-Steckern etc. gearbeitet werden muss. Man sollte aber Schüsselgröße, LNB und Multischalter schon etwas aufeinander abstimmen. Insbesondere mit den heutzutage recht hoch verstärkenden LNBs, besteht eher ein Problem mit zu hohen, als zu niedrigen Pegeln. Daher auf keinen Fall für Astra1 ein High-Gain-LNB ala Inverto Black Ultra für die oben erwähnten Schüsseln holen. Selbst mit normal verstärkenden LNB kann bei sehr kurzen Kabelstrecken mit der ersten genannten Schüssel ein zu hoher Pegel auftreten. Mit der kleineren S75QSD bist du auf der sicheren Seite, hast aber dann weniger Potential, falls du evtl. doch Multifeedempfang (=mehrere Satelittenpositionen mit einer Schüssel) haben willst. Die Gibertini passt auch, baut aber im Vergleich zu den Preisner/Televes-Schüsseln etwas weniger massiv und hat keine Inox-Schrauben. Dafür ist sie etwas billiger und es besteht eine breitere Verfügbarkeit.
Zum Einrichten wäre ein entsprechendes Profi-Messgerät und den Kenntnissen mit dem Umgang damit natürlich von Vorteil. Mit den richtigen Receivern kann man aber auch die Schüssel schon sehr gut anhand der Signalqualitätsanzeige, nicht Pegel, die Schüssel mit etwas Geduld ausrichten.
Welche Geräte brauche ich zwischen Schüssel und Kabel die zu den Resievern/direkt TV gehen?
An Sat-Antenne sitzt natürlich auch noch ein LNB. Für die Anzahl deiner vorgesehenen Geräte brauchst du ebenso noch einen Multischalter. Erdblöcke für einen PA wären auch noch stark empfehlenswert, bzw. bei Dachmontage zwangweise vorgeschrieben.
bruhbaker schrieb:
Machen extra Resiever Sinn obwohl mein TV ein CI+ Slot hat, wenn ja welche wären da gut?
Gegenfrage: Besitzt dein Fernseher den einen Tuner der DVB-S(2) unterstützt?
Die Schüssel wird auf das Dach kommen.
Die Montage am Dach hat seine Vorteile, aber auch starke Nachteile. Abgesehen von der schlechteren Erreichbarkeit, insbesondere im Winter, wenn mal ein Defekt vorliegen würde, ist der geforderte normgerechte Blitzschutz ein aufwändiges und teures Unterfangen. Die deutlich einfachere Montage im Schutzbereich der Fassade, d.h. >2 Meter Abstand zur Dachkante und <1,5 Wandabstand.
bruhbaker schrieb:
Ich habe was von Erden gelesen 16mm² ist das so i.O?
Für eine Direkterdung des Mastes benötigt man mindestens 16 mm² (Massiv)Kupferleiter. Den möglichst direkt und geradlinig durchs Haus zu führen ist problematisch, insbesondere da vmtl. gefährliche Näherungen zu anderen Leitern im Haus entstehen. Denn
pro Meter Ableitung in luft (in Mauerwerk mehr) soll ein Abstand von 4 cm eingehalten werden. Da ist praktisch nur eine Außenableitung möglich. Die technisch bessere Erdung ist es, die Antenne in den Schutzraum einer Fangstange zu stellen. Das ist jetzt nur ein kleiner Umriss und lässt weitere zu beachtende Details und etwas abweichende Möglichkeiten außer acht. Mehr dazu gibt es
dort bei den Fachleuten zu lesen.