Schlecker und die Transfergesellschaft Sinn oder Unsinn?

derzeit besten Vermittlungschancen

Ja das Arbeitslosengeld habe ich in der Tat übersehen. Aber was ändert das an meiner Aussage? Woher kommt denn das Geld für diese Leistung? Es ist ja de facto eine Subvention wenn man so will.

Und dass es für unqualifizierte Niedriglohnkräfte auch momentan "beste Vermittlungschancen" gibt, zweifle ich massiv an! Auch wenn die Medien und die Politik gerne alles rosa darstellen, wir haben immer noch über 3 Millionen Arbeitslose und die Dunkelziffer ist weit aus höher.

Mangeln tut es an Fachkräften und Nachwuchskräften. Das wars!
 
an was es in diesem land mangelt, ist die bereitschaft, arbeit adäquat zu bezahlen. mehr nicht. es mangelt weder an fach- noch an sonstigen kräften. alles andere ist eine mär.
 
Das stimm auf jeden Fall auch nur ist das ganze bissel komplexer. Noch vor einpaar Jahren haben viele Betriebe einfach nicht ausgebildet, wir erinnern uns alle noch daran, dass man sogar einen Zwang einführen wollte. Geblieben ist eien Selbstverpflichtung - d.h.nichts.

Jetzt hat man den Salat: Zum einen will man beispielsweise für Metallarbeiter nicht viel zahlen auf der anderen Seite fehlen qualifizierte Metallarbeiter auf dem Markt. Aus Sicht der Wirtschaft gibt es also einen Fachkräftemangel. Im Prinzip müssten sie jetzt anfangen zu investieren, was ja auch einige Betriebe machen.

Zusammegefasst: Die Betriebe löffeln jetzt die Supep aus, die sie selbst gekocht haben.

Ein anderer Fall: Informatiker. Trotz steigender Absolventenzahlen ist der Bedarf immer noch groß. Viele Informatiker verlassen aber das Land, weil sie beispielsweise in der Schweiz fast das doppelte an Gehalt bekommen. Insbesondere im Consulting Bereich ist das der Fall. Leben tun die meisten dann aber weiterhin im grenznahen und günstigen Deutschland. Wenn ich mich nicht irre lag das Einstiegsgehalt schon mal bei 45000, teilweise sogar höher (vor der INet Blase). Jetzt liegen wir schtellenweise bei 38000-42000. Klingt nicht so tragisch, aber es sind 10 Jahre ins Land gegangen.
 
ein selbstverschuldeter fachkräftemangel.

dann bekomme ich auch keine jungen dynamischen, berufserfahrenen, flexiblen und mobile aus dem ausland, wenn es in anderen ländern mehr zu verdienen gibt.

gute arbeit muß gut bezahlt werden. auch bei schlecker. und vorher gut ausgebildet und noch weiter vorher gut gebildet werden. aber bei sparen sparen sparen beißt sich die katze irgendwann in den schwanz.

die motivation für gute arbeit geht den bach runter, möglicherweise proportional der bezahlung, und unmotivierte stellen auch nur unmotiviertes her. hartz4 und hochtechnologie verträgt sich nicht, ebensowenig, pflege, bildung, kultur etc.

aber das hat nur am rande mit schlecker zu tun..
 
Es ist für mich immmer wieder erstaunlich wie komplexeste Zusammenhänge, beispielsweise das Funktionieren von Wirtschaft, von vielen so simpel und einfach betrachten werden und wie diese dann ihre Patentrezepte hinausposaunen zu können glauben, obwohl man anscheinen NULL wirklicheAnhnung von der Materie hat !

Klar, man muss ja nur "angemessene" Löhne bezahlen, und schon funktioniert Wirtschaft ! Die Frage ist nur, was soll das denn sein, "Angemessenheit" ???

Höher auf alle Fälle, hmmm, na ja , das ist wohl klar, wie hoch aber, wer wird das denn bestimmen und woran soll das gemessen werden ? Dabei müsste es doch eigentlich für alle einsichtig sein, dass höhere Löhne keinesfalls angemessen wären, im Gegenteil, wir müssten, wenn wir von Angemessnheit reden, doch alle Löhne und Gehälter in Deutschland und auch in Europa schnellstens drastisch absenken, dass unsere Wirtschaft den (meist notleidenden) Menschen auf dem Rest der Welt mehr Geld bezahlen kann, für die Produkte und Rohstoffe, die wir dorther beziehen und mit deren Bezug wir die Menschen dort ziemlich ausbeuten ! Uns geht es doch allen unangemessen viel zu Gut; schaffen wir doch endlich Angemessenheit für alle - wenn wir schon von Angemessenheit reden, denn doch schon richtig !!!

Schöne neue Welt ! In Wahrheit ist und bleibt Wirtschaft immer ein Kampf um den eigenen Vorteil und generös können wir nur handeln, wenn wir auf diese Weise vorher andere übervorteilt und mehr erlangt haben, als uns eigentlich unter Angemessenheitsgesichtspunkten zustünde. Kein Betrieb kann einfach Löhne, die heutzutage nun mal in der Regel der bedeutendste Kostenfaktor in unserer Wirtschaft spielen, einfach auf ein nebulöses Wunschniveau anheben, wenn die Kosten dafür nicht erwirtschaftet werden; das hätte zur Folge, dass dann die Arbeitsplätze ganz verschwinden; meist wäre es aber besser, schlechter bezahlte Arbeitsplätze zu haben, als gar keine.

Natürlich ist auch das alles letztlich noch viel komplexer in seinen Zusammenhängen, als man das normalweise alles in seinen Grundlagen verstehen könnte; wir betrachten immer nur Teilaspekte, glauben aber dann meist, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und unsere Schlussfolgerungen müssten natürlich das einzig wahre gelbe vom Ei sein !

So ist es aber leider nicht; und deshalb ist und bleibt der Wettbewerb in der Wirtschaft immer noch in fast allen Bereichen der beste Maßstab, wirtschaftliches Handeln in funktionierende Bahnen zu lenken; und Gewinner und Verlierer wird und muss es dabei immer geben, wie im sonstigen Leben auch.
 
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Gehälter in Deutschland und auch in Europa schnellstens drastisch absenken, dass unsere Wirtschaft den

Das ist schlicht falsch und ein falscher Denkansatz. Wenn du Wirtschaft lediglich aus dem Aspekt des Exports betrachtest, dann hast du vielleicht recht - doch was ist mit der Binnenwirtschaft? Es hat sich doch schon mehrmals in den letzten Jahren gezeigt, dass die alleinige Fokusierung auf den Export und die damit verbundenenen stagnierenden Gehälter seit über 10 Jahren zu nichts außer mehr Schulden und hoher Arbeitslosigkeit geführt haben. Kaum zieht die Binnenwirtschaft an, schon gehen die Arbeitslosenzahlen runter. Komisch oder?

Wenn die Gehälter in DE weiter sinken (was anderes ist es ja nicht das wir momentan beobachten können), wird der Binnenmarkt Probleme bekommen. Dann werden uns die Kosten für Ressourcen schlicht auffressen und Krisenzeiten werden uns umso härter treffen.

Ich frage mich ernsthaft wie du diese Forderung (Gehaltskürzungen) stellen kannst und zugleich jemand anderem das Recht auf die Gegenteilige Meinung absprichst. Für beide Ansätze können zig Ökonomen genannt werden, die die jeweilige Ansicht vertreten und sie gut begründen können. Letzten endes ist das ein Streit den DE seit Ende der Kohl Ära führt.

So ist es aber leider nicht
Richtig, das Verhältnis ist wichtig. Es darf nicht sein, dass auf 10 Gewinner 1eine Million Verlierer kommen. Denn dann läuft etwas schief. Aber genau in der Situation befinden wir uns jetzt (wenn auch nicht mehr so krass wie noch vor 6 Jahren - angeblich zu mindest).

Aber ja, wenn es den perfekten und offensichtlichen Weg geben würde, wären wir ihn längst gegangen. Seit dem Ende der Kohl Ära fallen die Löhne und Deutschland ging/geht es von Jahr zu Jahr schlechter. Mehr Schulden mehr Arbeitslose. Aktuell profitieren wir von den BRICS sowie einem extrem guten Ruf in der Welt und können durch eine gute Innenachfrage einen gewissen Level halten. Bricht die Innennachfrage ein, dann explodieren die Schulden und mit ihnen könnte wohl auch die Eurozone kollabieren. Bricht der Export ein, wird es direkte Auswirkungen auf den Binnenmarkt haben und wieder sitzen wir in der AA.

D.h . wir brauchen einen Mittelweg. Dieser muss zum einen dafür sorgen, dass die Fachkräfte (Ärzte, Informatiker, Ingeneure etc.) das Land nicht verlassen zum anderen dürfen die Anreize die dafür notwendig sind nicht den Export vernichten. Gehen die guten Leute weg, dann schmiert aber auch der Export ab.

Mal eine Frage: Warum kommen so wenige Fachkräfte nach Deutschland? Warum gehen so viele qualifizierte Asiaten nach Kanada aber nicht nach Deutschland? Gut die Sprache ist eine Hürde aber was noch? Im Moment kommen viele Griechen nach DE, aber auch das eher Widerwillig, weil sie zu Hause nach dem Studium höchstens ein Gehalt von 400€ erwarten können. Und Deutschland ist bei weitem nicht ihre erste Wahl! Da sind eher Irland, England und Kanada weit vorne.

Theoretisch ist ja auch eine Reduzierung der Löhne denkbar, aber was wäre die Konsequenz? Die nebenkosten werden nicht geringer dadurch. Die Einnahmen werden fallen, das wird dazu führen dass der Staat noch weniger ausgibt, das führt zu höheren Arbeitslosenzahlen, das zu höheren Schulden - soll ich weiter machen?

Doch wie führt uns das wieder zu den Schlecker Frauen. Angeblich haben die morgen ja eh wieder alle einen Job, also ist die gesamte Diskussion hier irrelevant, oder etwa doch nicht? Und was passiert mit Opel. Keiner will die Autosa haben und nur die Russen sind an der Technik oder besser gesagt an den Zulifereren interessiert. Die wollen wir denen aber nicht geben, also was machen?
 
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Helios co. schrieb:
Ich frage mich ernsthaft, wie du diese Forderung (Gehaltskürzungen) stellen kannst und zugleich jemand anderem das Recht auf die Gegenteilige Meinung absprichst.

Du hast meinen Beitrag nicht richtig gelesen oder falsch verstanden ! Ich habe letztlich nur provokant feststellen wollen, wenn wir gerecht wirtschaften wollten, oder mit einem anderen Wort ausgedrückt "angemessen" , da müssten wir als globale Wirtschaftsmacht uns dafür einsetzen, dass es allen Menschen auf der Welt durch ihre Arbeit so gut geht, wie es uns gut geht; und nicht hinter unserer Haustür damit Halt machen !

Dann allerdings ginge es uns nicht mehr gut, sondern es ginge allen auf der Welt gleich schlecht ! Ich will in diesem Zusammenhang einmal daran erinnern, dass Tag für Tag auf unserer Welt alleine 10.000 Kinder verhungern, während bei uns ein Großteil der Lebensmittel dem Abfall zugeführt werden.

Und was den Exportmarkt betrifft; Deutschland lebt nur durch seinen Export; ohne den würde mangels eigener Ressourcen unser Binnenmarkt schnell zusammenbrechen. Die Binnennachfrage in unserem Land kann somit - mal mehr oder weniger - bei der Verteilung des auf dem Weltmarkt erwirtschafteten Wohlstands noch ein Tüpfelchen auf das sprichwörtliche "i" setzen, würde ohne den Export aber nicht funktionieren.




Helios co. schrieb:
Doch wie führt uns das wieder zu den Schlecker Frauen. Angeblich haben die morgen ja eh wieder alle einen Job, oder doch nicht?


Das hat keiner gesagt; aber es dürfte doch einsichtig sein, dass an den jeweiligen Örtlichkeiten ein paar ehemalige Schleckerverkäuferinnen, die ja in gewisser Weise auch Fachkräfte sind und sich im Einzelhandel auskennen, schnell in anderen Geschäften unterkommen werden; ich kenne keinen größeren Supermarkt, der nicht ständig Kassier und Kassiererinnen sucht und einstellt !
 
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Die Binnennachfrage in unserem Land kann somit - mal mehr oder weniger - bei der Verteilung des auf dem Weltmarkt erwirtschafteten Wohlstands noch ein Tüpfelchen auf das sprichwörtliche "i" setzen, würde ohne den Export aber nicht funktionieren

Das ist schlicht u nd ergreifend falsch, sorry. Informier dich bitte, wie viele Menschen in der Binnenwirtschaft tätig sind und wie viele für den Export arbeiten. Beide hängen zwar irgendwie zusammen, aber betrachten wir sie der einfachheit halber mal für sich alleine. Der Großteil der deutschen Unternehmen ist im Binnemarkt tätig und erziehlt hier auch die meisten Gewinne. Hier sind auch die meisten Beschäftigten! Das ist schlicht ein Faktum das man nicht einfach so übergehen kann!

Die großen Unternehmen hingegen sind immer stärker im Außenbereich tätig und machen da die riesen Gewinne. Von diesen hat aber der Staat nur sehr wenig! Und auch die Anzahl der hier Beschäftigten ist eher bescheiden (natürlich im Verhältnis gesehen). Deutschland macht so große Gewinne mit dem Export, nicht weil wir viel verkaufen, so wie China, sondern weil wir wenige dafür aber teuere Güter verkaufen. Die Produktion dieser Waren wurde aber in den letzten 20 Jahren massiv automatisiert! Hier gibt und gab es also schon seit langem fast keine Zuwächse an neuen Stellen. Mein Gott, siehe BWM oder VW. Gewinne und Produktionszahlen steigen massiv an und wie viele Stellen werden oder sollen geschaffen werden? Sind es 2000 deutschlandweit? Oder sogar weniger? Sorry, aber 2000 Stellen sind ein Witz bei einer bevölkerung von 80 Millionen und ca 30 Millionen potenziellen Arbeitskräften!


größeren Supermarkt, der nicht ständig Kassier und Kassiererinnen sucht und einstellt !
Ja, junge Leute für die Ausbildung und dann noch 400€ Kräfte insbesondere für die nach-kern-zeiten (sprich zwischen 18-20 Uhr). IN 20 Jahren müssen diese Leute dann eine Rente bekommen, ach ja Riester. Ach verdammt, mit 400€ kann man sich Riester ja gar nicht leisten. Dumm aber auch. Bleibt also Hartz4.

Hier einige Zahlen:

1. 770.000 in der Automobilbranche
2. 820.000 Elektrotechbik
3. 550.000 Chemieindustrie
4. 95.400 Luft und Raumfahrt
5. 900.000 Maschinenbau
6. 435.000 Metallindustrie
7. Erneuerbare Energien 370.000

Summe: ca 4 Millionen. Wo sind also die restlichen geschätzten 26 Millionen? Gut rechnen wir nochmals 4 Millionen dazu. Das sind dann die kleinen Zulieferer und Synergieeffekte, dann kommen wir also auf 8 Millionen Beschäftigte die direkt oder indirekt im oder vom Export abhängen. Davon müsste man dann noch einpaar abziehen, weil ja nicht alle Autos in den Export gehen, aber bleiben wir wohlwollend bei den 8 Millionen. Bleiben also immer noch mindestens 22 Millionen Beschäftigte die einzig und allein im Binnenmarkt tätig sind und einen überwätigenden Anteil an den Staatseinnahmen tragen. Denn spätestens seit Schröder muss die Großindustrie nicht mehr zu sehr bluten ;)
 
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Nein, Du bringst da etwas völlig durcheinander:

Der Binnenmarkt funktioniert nur, weil der Außenhandel floriert.

Ohne den Außenhandel läge unser Binnenmarkt weitgehend am Boden und die Beschäftigten wären ohne Arbeit: Du machst eine Milchmädchenrechnung auf, wenn Du das nur an der Zahl der Beschäftigten im Binnenmarkt messen willst und verwechselst dabei Ursache mit Wirkung !

Aus noch so vielen Wassehähnen könntest Du kein Wasser abzapfen, wenn der irgendwo in der Ferne sich befindende Wasserbehälter leer ist, der diese Hähne peisen könnte! genauso bracuht unsere Wirtschaft die Ressourcen der Welt, ohne die sie nicht funktionieren könnte, weil wir praktisch keine eigenen haben.

Sonst wäre es wie bei Sisyphos ..... Du könntest alle Leute Steine die berge hochrollen lassen und hättest entsprechend Beschäftigte, die Produktivität aber wäre gleich null !
 
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Der Binnenmarkt funktioniert nur, weil der Außenhandel floriert.

Jetzt machst du es dir aber bissel zu einfach und wirfst dasselbe den anderen hier vor? ;)

Natürlich ist der Effekt des Exports wichtig, habe ich doch aber schon gesagt oder? 4 Millionen Arbeitslose mehr, mit den besagten Synergieeffekten wären es deutlich mehr. Habe ich doch aber gesagt oder nicht? Und dennoch bleibt die Tatsache, dass der Binnenmarkt der eigentliche Motor der WIrtschaft ist. Der Export ist lediglich der Schmierstoff oder der Treibstoff (in DE). Folglich und auch da shabe ich schon gesagt: Man darf nicht den einen ohne den anderen betrachten. Und eben weil man das so gemacht hat, ist DE immer noch nicht da wo es hätte sein können - nämlich mit einer schwarzen 0 im Haushalt. Und das sehe ja nicht nur ich so ;)

Würde der Binnenmarkt von heute auf morgen zusammenbrechen, aus welchen Gründen auch immer, würde auch der Export die Effekte ganz ganz schnell zu spüren bekommen. Schon alleine aufgrund des Imports den wir haben.

Doch stellt sich die Frage: Hätte man in den letzten 20 Jahren nicht ausschließlich den Export sondern auch(!) den Binnenmarkt gestärkt - mit Milliardensubventionen - was wäre wohl der Effekt gewesen? Stattdessen hat man den Export gestützt und entlastet, was nichts anderes als Subventionen sind. Die Folge waren riesen Gewinne bei gleichzeitigem Abbau der Arbeitskräfte was zu 6 Millionen Arbeitslosen führte. Tolle Leistung. Seit einpaar Jahren zieht aber der Binnenmarkt an, ohne dass der Export dazu beiträgt: Es gab ja keine höheren Löhne und mehr Arbeitsplätze wurden auch nicht geschaffen durch die Exportindustrie.

Was ist die Folge des ganzen? Qualifizierte Arbeitskräfte wurden durch den Niedriglohnsektor de facto zerstört. Der Anreiz ins Handwerk zu gehen ist gleich 0. Löhne selbst im hochqualifizierten Bereich sind deutlich zurückgegangen. Export an hochqualifizierten Arbeistkräften fluriert. Die Folgen dieser Effekte bekommt auch langsam die Exportindustrie zu spüren. In einpaar Jahren kommt aber erst der richtige Schlag. Und genau darum haben wir einen Fachkräftemangel und der wird sich auch noch weiter verschärfen.
 
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@Helios
Höhere Löhne haben nicht nur für den Export negative Folgen. Höhere Löhne bedeuten ja nichts anderes, als dass Arbeit teurer wird. Dadurch dürfte, wie bei jedem anderen Produkt auch, die Nachfrage nach Arbeit sinken und die Arbeitslosigkeit steigen. Dieser Effekt kann durchaus die postive Wirkung höherer Löhne auf die Binnennachfrage kompensieren, im Extremfall sogar überkompensieren. Umgekehrt machen niedrigere Löhne die Arbeit billiger und dürften dadurch die Nachfrage nach Arbeitskräften anheizen. Auch hier kann der Effekt der steigenden Beschäftigung dann den negativen Effekt der niedrigeren Löhne auf die Binnennachfrage kompensieren. Man muss also den goldenen Mittelweg finden. Und dies sollte man meiner Meinung nach dem Markt überlassen, der sich letztendlich über Angebot und Nachfrage selber regelt.
 
Exakt so ist es und @Helios übersieht einfach, dass der Binnenmark nur Werte erschaffen kann, wenn Ressourcen da sind; sonst funktioniert es wie bei dem bereits erwähnten alten Griechen !

Wir haben aber in Deutschland keine Ressourcen - wir müssen sie einführen und dazu müssen als Gegenlesitung ausführen ! Es ist wie beim Autofahren, da kannst Du in dem schönsten Auto sitzen und nochj so oft das Gaspedal betätigen, wenn der Tank leer ist, kommste nicht vom Fleck !
 
Ja schön...
Der Niedriglohnsektor schafft Jobs, kurbelt die Wirtschaft an. Aber immer weniger kommen mit dem Geld was sie dort "verdienen" über die Runden.
Denn das, was der Mensch zum Leben braucht (Miete, Sprit (um zu Job zu kommen), Energie, Lebensmittel) wird nicht billiger. Dort steigen eher die Kosten.
So viel zum OT hier.


Frage:
Was haben jetzt der Binnenmarkt und der Export mit Schlecker und der Transfergesellschaft zu tun ?
Kommt bitte zum Topic zurück.
Danke
 
wie hätte es eigentlich nach dieser transfergesellschaft finanziell für die betroffenen ausgesehen? währenddessen sollte es 80% vom letzten gehalt geben. aber danach? wonach bzw. wie hätte sich das anschließenden arbeitslosengeld für die eine oder andere berechnet?
 
-oSi- schrieb:
Der Niedriglohnsektor schafft Jobs, kurbelt die Wirtschaft an. Aber immer weniger kommen mit dem Geld was sie dort "verdienen" über die Runden. Denn das, was der Mensch zum Leben braucht (Miete, Sprit (um zu Job zu kommen), Energie, Lebensmittel) wird nicht billiger. Dort steigen eher die Kosten.

Man darf aber nicht verkennen, dass Löhne nicht deshalb einfach erhöht werden können, nur weil sie nicht ausreichen, die Lebenshaltungskosten zu bestreiten. letzteres ist natürlich fatal, aber ersteres kann nur geschehen, wenn der Produktionsprozess das Geld auch verdient, um die höheren Löhne zu erwirtschaften; sprich: es kommt auf die Produktivität an, sonst wäre es ja paradiesisch: wir brauchen mehr Geld, also erhöhen wir mal einfach die Löhne entsprechend !

Auch Baron von Münchhausen hat sich ja bekanntlich am eigene Schopf aus den Fluten gezogen.



-oSi- schrieb:
Was haben jetzt der Binnenmarkt und der Export mit Schlecker und der Transfergesellschaft zu tun ?


Sehr viel ! Wenn nämlich eine Transfergesellschaft nur deshalb gegründet werden soll, um die Löhne eine Zeitlang weiterzubezahlen, verringert sich die Produktivität und durch die geringere Produktivität verringert sich die Konkurreznzfähigkeit und in deren Folge gehen weitere Arbeitsplätze verloren.
 
Ökonomisch gesehen hast du ja recht, aber die soziale Dimension sollten wir auch nicht außer Acht lassen. Du hast schön beschrieben, dass das Unternehmen nur so viel Lohn an seine Belegschaft bezahlen kann, wie einerseits erwirtschaftet und zugleich eine Gewinnmarsche für neue Investitionen/Innovationen erhalten bleibt. Im Niedriglohnsektor haben wir aber das Problem, dass wir auch Aufstocker haben, dessen Lohn nicht zum Lebensunterhalt bestreiten ausreicht und wir mit unserem Steuergeld diese Hungerlöhne mitsubventionieren müssen. Wenn wir zunehmend Steuergeld in die Hand nehmen müssen, um diese Zustände erträglicher zu gestalten, möchte ich nicht wissen wie das in der Zukunft werden soll zzgl. Altersarmut etc., was wir später alles dank Lohndumping und Agenda 2010 mit bezahlen dürfen nur damit die Lohnstückkosten für die Unternehmen nicht zu hoch werden.
 
Ein wichtiger Aspekt wird meines Erachtens hier außen vorgelassen.
Letztenendes ist es der Konsument, der die Basis für Lohnerhöhung schafft.
Trägt er sein Geld nämlich nur zu Unternehmen, die fair mit Ihren Angestellten umgehen und ordentliche Löhne zahlen, dann ist das die Basis, auf der diese dann auch tatsächlich ausgezahlt werden können.
Die Vielzahl der Deutschen entscheidet sich aber TAGTÄGLICH gegen eine Entwicklung zum normalen Lohn, durch Einkauf bei Lidl, Aldi, Preisportal 24 und CO.

Ist das dann nicht ein wenig schizophren, zeitgleich gerechte Löhne zu fordern und selbst auf Teufel komm raus überall das günstigste Angebot zu recherchieren, ohne sich darüber Gedanken machen zu wollen, wie so ein Angebot entstehen kann?

Just my 2 cents
 
sind nicht die einkäufe bei den "billiganbietern" nicht auch eine folge gesunkener einkommen? und selbst bei großen märkten gibt es eine billigschiene, die eben dort gekauft wird. oder ist es nicht der wettbewerb, der die preise ab und an nach unten treibt?

und wie definiert bzw. bestimmt man die arbeitsproduktivität einer verkäuferin/ kassiererin im einzelhandel - auch bei schelcker - ?
 
Die Einkäufe bei Billiganbietern sind grundsätzlich erstmal dadurch bedingt, den eigenen Vorteil abzuschöpfen.
Das Lohngefüge war ja nicht immer so.
Wenn ich günstig kaufe, kann ich "mehr" davon haben.

Die direkte Folge ist das Senken von Produktionskosten und Arbeitslöhnen in den Unternehmen, um Produkte noch günstiger anbieten zu können, den Konkurrenten auszustechen und die eigene Marge zu erhöhen.

Die Folge daraus ist wiederum, dass die Einkommen dieser Mitarbeiter sinken und deshalb noch mehr auf günstige Produkte wert gelegt wird.
Ein Teufelskreis.
 
das ist in der tat ein guter aspekt, den zerozerp da nennt.

sind nicht die einkäufe bei den "billiganbietern" nicht auch eine folge gesunkener einkommen?
ich denke, dass auch menschen mit gutem einkommen bei aldi und lidl einkaufen und auf möglichst niedrige preise aus sind. aber letzten endes ist es wie mit dem huhn und dem ei: was war als erstes da?

das ist eben die schattenseite der "geiz-ist-geil"-mentalität...
 
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