Schlecker und die Transfergesellschaft Sinn oder Unsinn?

zumindest war "ein" anbieter da, der aus verschiedenen gründen preiswertere produkte als andere anbot (das könnte man als anfang der geschichte betrachten). das dieses angebot die nutzen, die es nicht so dicke haben, versteht sich. und das dieses angebot auch die nutzen, die es dicke haben, sehe ich (selber). nur mehr kaufen können wollen, weils billig(er) ist, macht im lebensmitteleinzelhandel wenig sinn. entweder man kauft es später als sonst nach, oder es landet im müll, weil verdorben.

schlecker an sich gehört(e) nicht zu den billigheimern, ist aber mehr an managementfehlern gescheitert.

irgendwo waren doch die ausländichen fachkräfte und die geschichte vom fachkräftemangel. ein gesetzentwurf macht es deutlich: http://www.bundestag.de/presse/hib/2012_02/2012_089/02.html

33 000 € für ärzte und ingeneure? wovon träumen die da im bundestags des nachts? einen arzt für 33 000 euro im jahr? woher soll der kommen? und noch mit ner zulassungsfähigen approbation?

am ende heißt es für die inländischen, schaut her, wir kriegen nen arzt für 33 000, was wollt ihr mit euren überzogenen forderungen.
 
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Für einen Arzt der direkt nach dem Studium an einer Klinik als Assistenzarzt einsteigt sind 33.000 € im Jahr meiner Meinung nach nicht ungewöhnlich. Und auch bei Ingenieuren, die frisch von der Uni kommen und bei einer kleinen Firma im Osten anfangen können es mal "nur" 33.000 € sein. Oft erfolgt der Einstieg bei Ingenieuren ja auch über schlecht bezahlte Trainee-Programme. Und solche Arbeitskräfte konnten eben bisher nicht aus dem Ausland rekrutiert werden, weil sie unterhalb der Mindestverdienstgrenze lagen.
 
33 000 sind auch für nen assistenzarzt zu wenig. glaub mir. diese zeiten sind vorbei. und 2750 für nen ossi-ingeneur sind auch beschämend.
 
Lübke schrieb:
das ist in der tat ein guter aspekt, den zerozerp da nennt.


ich denke, dass auch menschen mit gutem einkommen bei aldi und lidl einkaufen und auf möglichst niedrige preise aus sind. aber letzten endes ist es wie mit dem huhn und dem ei: was war als erstes da?

das ist eben die schattenseite der "geiz-ist-geil"-mentalität...

Kann ich nicht sagen, von mir und anderen auch nicht.
Ich kaufe im Biosupermarkt oder bei Edeka/Rewe.(beide haben einzigartige Sortimente)

Aber ja ich kenne diese Geiz ist Geil Mentalität.

Schlecker war zum scheitern verurteilt, der Ruf war schon seit längerem dahin.
Die Konkurrenz hat die besseren Läden und besseren Mitarbeiter.
Besseres Angebot und viel bessere Unternehmens Philosophie.
 
vorteil schelcker war die präsenz in jedem kuhdorf. betriebswirtschaftlich aber völliger unsinn.
 
hal9000 schrieb:
und 2750 für nen ossi-ingeneur sind auch beschämend.

Ich kenne aus meinem persönlichen Umfeld einen Ingenieur, der vor knapp drei Jahren in Mannheim als Trainee eingestiegen ist und die ersten 18 Monate 2.400 € Brutto bekommen hat.... Die 33.000 € im Jahr sind sicherlich unterdurchschnittlich aber nicht völlig ungewöhnlich, schon gar nicht für kleinere ostdeutsche Unternehmen.

hal9000 schrieb:
vorteil schelcker war die präsenz in jedem kuhdorf. betriebswirtschaftlich aber völliger unsinn.

...mal sehen wie lange dieses Konzept bei den Sparkassen noch aufgeht.
 
Eine jüngste Untersuchung hat ergeben, dass sich die Preise zwischen den Discountern und den Markengeschäften kaum unterscheiden, wenn man bei den Markengeschäften nur die Produkte kauft, die man auch beim Discounter kauft. Waren bei einem Einkauf von 50 Euro kosteten gerade mal 1,30 Euro mehr bei Rewe als bei Aldi.

Und im Übrigen macht man eine Milchmädchenrechnung, wenn man denkt, es würde für die Löhne etwas bringen, wenn die Verbraucher nur "fair" einkaufen würden und auf Billigprodukte verzichten. Das ist, wie schon mal gesagt so, wie wenn Münchhausen sich am eigenen Schopf aus dem Wasser hätte ziehen können.

Die Markmechanismen sind viel komplexer und wer mit solchen Milchmädchenrechnungen argumentiert, versteht sie nicht einmal im Ansatz ! Die Markmechnismen lassen sich nicht auf derart naive Weise manipulieren; es entstünde eine endlose Spirale nach oben; Immer höhere "faire"" Preise würden immer höhere "gerechte" Löhne mit sich ziehen und mit immer höheren Löhnen sänke die gesamtwirtschaftliche Produktivität und damit die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, und das ist nur ein Teilaspekt.

Wenn Löhne durch den Steuerzahler für Aufstocker subventioniert werden, dann haben die solochermassen subventionierten doch immerhin einen Arbeitsplatz und eine Basis, aus der sie vielleicht, wenn sie sich auf ihren Jobs bewähren, auch ein Fortkommen haben. Diese Situation ist besser, als wenn der Steuerzahler die ganze Zeche zahlt und die Betroffenen dem Müßiggang verfallen; daran kann man sich nämlich auch sehr schnell gewöhnen.

Und dass es Mißbrauch in diesem Bereich gibt, ist zwar auch klar, aber in welchem Bereich des Lebens gibt es den nicht ? Und deshalb darf man nicht das Kind mit dem Bade auskippen.
 
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Gallen schrieb:
Eine jüngste Untersuchung hat ergeben, dass sich die Preise zwischen den Discountern und den Markengeschäften kaum unterscheiden, wenn man bei den Markengeschäften nur die Produkte kauft, die man auch beim Discounter kauft. Waren bei eeinem Einkauf von 50 Euro gerade mal 1,30 Euro mehr bei Rewe als bei Aldi.

Ich weiß nicht, ob du die Studie nur sehr vereinfacht dargestellt hast, aber:

Meiner Erfahrung nach wird es schwierig, einfach beim Markendiscount dieselben Marken zu kaufen wie beim Aldi etc. Aldi & Co. zeichnen sich ja auch grade dadurch aus, dass sie sehr viele Marken anbieten, die exklusiv für sie bzw. exklusiv für Discounter angefertigt werden.

Deswegen finde ich deine Aussage - oder aber die Studie - grob verfälschend. Klar, wenn ich beim Aldi Ritter Sport kaufe, wird die nicht günstiger sein als beim Kaufland. Aber wenn ich stattdessen Aldi Hausmarke Schokolade im Quadrat kaufe, dann ist dieses Produkt imho deutlich günstiger als das "Vorbild".

Sicher also, dass die Studie nicht von den Teilnehmern des Lebensmitteleinzelhandels initiiert wurde, die sich normalerweise durch gehobenere Preis- und Markenpolitik auszeichnen?
 
Gallen schrieb:
Und im Übrigen macht man eine Milchmädchenrechnung, wenn man denkt, es würde für die Löhne etwas bringen, wenn die Verbraucher nur "fair" einkaufen würden und auf Billigprodukte verzichten.

Kann ich voll und ganz bestätigen. Ich arbeite selber in einem Lebensmittelbetrieb, welcher sowohl für Discounter produziert als auch Markenware. Die höheren Preise für die Markenware gehen entweder voll und ganz in die Gewinnmarge oder in die Herstellungskosten exklusive Lohnkosten (Bio!), aber mit Sicherheit nicht in die Lohntüte der Mitarbeiter. Über den Sinn und Zweck, im Lebensmittelbereich höherpreisige Markenware zu kaufen, kann man sich streiten. Ich halte es ehrlich gesagt für kompletten Schwachsinn. Bei uns werden Marken- und Discountware zum Teil aus dem selben Tank abgefüllt, die Produkte sind zu 100% identisch. Bei vielen anderen Lebensmittelbetrieben ist es mit Sicherheit ähnlich.
 
Nossi schrieb:
Meiner Erfahrung nach wird es schwierig, einfach beim Markendiscount dieselben Marken zu kaufen wie beim Aldi etc. Aldi & Co. zeichnen sich ja auch grade dadurch aus, dass sie sehr viele Marken anbieten, die exklusiv für sie bzw. exklusiv für Discounter angefertigt werden.

Ich habe gar nicht von Marken geredet, und im Übrigen haben die sogenannen Markengeschäfte alle ihr Billigsekmente inzwischen; weiße Labels oder JA!-Produkte usw. !

Ich sage ja nur, wenn Du Dich daran hältst, dann kommst Du bei REWE, EDEKA und Co. genaus billig weg wie bei Aldi, Penny und Netto.

Beispielsweise verkauft netto 500 g gemischtes Hackfleisch dauerhaft für 1,95 Euro; so bekommst Du das auch bei REWE ! Nur dass bei REWE im Regal über dem billigen Hackfleich dann das Markenhackfleisch liegt, das 3,85 Euro kostet die 500g !
 
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Grundsätzlich ist es doch so, dass die gezahlten Löhne erstmal erwirtschaftet werden müssen.
In einem Segment, in dem sich die großen Ketten zu Tode dumpen (und zudem die Zulieferer in Grund und Boden handeln), sind normale Löhne nunmal nicht auszuzahlen.

Hier gebetsmühlenartig den Unternehmern zu unterstellen, dass jedes Quentchen Marge rausgequetscht wird, davon aber nichts bei den Mitarbeitern verbleibt, verbietet sich schon allein aus den Beispielen jüngster Vergangenheit, in der diverse Unternehmen (z.B. BMW) ihre Mitarbeiter DICKE am Überschuss beteiligen.
Man darf die Augen nicht vor dem Offensichtlichen verschliessen.

Und wer verneint, dass die Menschen in unserem Land sich gegen Service, Nachvollziehbarkeit der Lieferkette und gerechte Bezahlung entschieden haben, der hat den Niedergang der Direktvertriebe beim Bauern, den Niedergang der Tante- Emma Läden und des kleinen Einzelhandels nicht miterlebt. Ich kann mich noch erinnern, dass damals eine starke verschlechterung der Service / Qualitäts und Lohnkultur vorausgesagt wurde z.B. durch große Supermarktketten.
Ironie des Schicksals, dass sich diese Entwickung im Nachhinein bestätigt hat und sich jetzt aber trotz der absehbaren Entwicklung alle beschweren.

Die kleinen Einzelhändler konnten es sich garnicht leisten, irgendeinen Mist zu verkaufen oder die Miarbeiter schlecht zu behandeln, da sich sowas im Umkreis sofort herumgesprochen hätte und massive Einbußen nach sich gezogen hätte und zudem, weil man auf diese angewiesen war.

Mit "Geiz ist Geil" und "Billig- will ich" werden die Löhne auch zukünftig weiter in den Boden sinken.
Und die Masse leistet dieser Entwicklung nunmal erheblich Vorschub.

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Die Politik hat allein schon aus Wettbewerbs- und Gleichbehandlugsgründen von Rettungsaktionen oder sonstigen Dingen die Finger zu lassen.
Rahmenbedingungen schaffen, die für alle gelten - Gerne.

Wenn ich ein Unternehmen aufbaue mit 5 Angestellten und Insolvenz anmelden muss kräht kein Hahn danach. Wenn ich um Bürgschaften oder Subventionen ersuchen würde, gäbe das ein Lachkonzert erster Kajüte in den Behörden/bei den Banken. Da fordere ich aber gleiches Recht für alle.
 
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ZeroZerp schrieb:
Mit "Geiz ist Geil" und "Billig- will ich" werden die Löhne auch zukünftig weiter in den Boden sinken.


Wobei "Geiz ist geil" ja auch reiner Etikettenschwindel ist, bei den Preisen, die man bei Mediamarkt hinblättern muss !
 
du bist ein gutes beispiel für dieses denken. wahrscheinlich vergleichst du die preise des mm mit internetpreisen von amazon oder geizhals. dass mediamarkt riesige märkte kaufen/mieten, strom- und heizkosten hat, viele mitarbeiter beschäftigen muss, etc., lässt du bei deiner überlegung völlig außer acht. wie soll man da noch geschultes fachpersonal auf die preise mit umlegen?
 
@ Lübke

Du redest am Thema vorbei !

Es ging doch nicht um die Wirtschaftlichkeit von Verbrauchermärkten versus Online-Handel, sondern um Anspruch ("Geiz ist geil !")und Wirklichkeit (saftige Preise) bei Mediamarkt !

Ich bin selbst Kaufmann und Unternehmer und kenne mich mit den Marktmechanismen schon ein bisschen aus !
 
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Die Preise, die bei MM, Saturn & Co. auf den Schildchen stehen, sind verhandelbar.
Habe meine LED-Glotze bei MM auch zu einem Internet-Preis bekommen.
Man kann also etwas handeln.
 
@ Lebensmittel
Ich weiß nicht von welcher Studie ihr redet, aber ich erinnere mich an die Markencheck Reihe im ARD vor einiger Zeit (btw beste Sendung vom ÖR in den letzten 20 Jahren, naja anderes Thema :D).

Da wurde ein Warenkorb von 35 Artikeln jeweils in den verschiedenen Märkten eingekauft (Edeka, Netto, Rewe,...) die unterschieden sich wenn ich mich recht erinnere um ca. 2€ (also billigster -> teuerster).

Hat man alle Markenprodukte weggenommen und nur die jeweiligen Eigenmarken betrachtet (Edeka -> Gut und Günstig, Rewe -> Ja!, etc...) hat das alles auf den Cent genau das gleiche gekostet.
 
-oSi- schrieb:
Die Preise, die bei MM, Saturn & Co. auf den Schildchen stehen, sind verhandelbar. Habe meine LED-Glotze bei MM auch zu einem Internet-Preis bekommen.
Man kann also etwas handeln.

Ja klar, MM geht auf niedrigere Preise ein, man muss sie nur halt nachweisen !
 
verhandeln lohnt auch im MM. selber erlebt. es mußte schnellstens ne waschmaschine her. samstag nachmittag. orientiert, was es gibt und los in den MM. die gewünschte natürlich nicht da. alternativangebot mit 3% wenn wir sofort mitnehmen & bar bezahlen.

mein preiswunsch war etwas anders als diese 3% :) . ist der verkäufer mitgegangen.
 
in dem sich die großen Ketten zu Tode dumpen

Ist das so? Aldi Süd machte 2009 einen Umsatz von 13 Milliarden und das bei einer Aufstockung des Personals. Der Gewinn lag bei etwa 500-600 Millionen.

Die Metro (gesamt) kommt auf ca 15 Milliarden mit 160 Millionen Gewinn.

Ich glaube die großen Ketten verdienen nicht so schlecht. Es gibt Länder, die ein geringeres BIP haben ;)
 
@Helios co.

OK. Falsch formuliert.
Richtig muss es heissen "in dem die großen Ketten die Zulieferer zu Tode dumpen".

Die großen Ketten Aldi/Lidl streichen schon ganz gut ein.
Ist halt auch eine Frage der Wirtschaftsethik.

Wenn in gewissenlosen Läden (Überwachungsskandale Lidl) ungebrochen eingekauft wird, dann duldet jeder Kunde stillschweigend deren Methoden.
Aufgrund des Medienrummels kann sich hier auch keiner rausreden, dass er davon ja nichts gewusst hat.
Und trotz diverser schwerwiegender Skandale (Aldi, Lidl, Kik etc.) -> Trotzdem wird wie blöd dort eingekauft.
 
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