Selbstbau-NAS

Ozmog

Rear Admiral Pro
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März 2015
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Tach,
Ich möchte mir einen NAS selbst bauen und dabei einiges an vorhandener Hardware verwenden.

Bisher Vorhanden, für Verwendung geplant:
AMD Sempron 3850
Asus AM1-ITX-Board
120GB SSD
2 WD Red 6TB
8GB Arbeitsspeicher

Noch Anzuschaffen:
Gehäuse
Netzteil
SATA-Controller

Das Mainboard hat nur 2 SATA-Anschlüsse, daher benötige ich noch einen Controller.

Das System muss möglichst leise sein, also die Festplatten dürfen nicht die Schwingungen ans Gehäuse übertragen. Wechselplatten unnötig. Platz für bis zu 4 Festplatten. Falls jemand eine Empfehlung für ein Gehäuse hat? Soll im Wohnzimmer stehen und damit möglichst schwarz, schlicht, elegant und kompakt sein. Preis bin ich eher flexibel, günstig ist gut aber für Mehrwert bezahl ich auch gerne mehr.

Viel interessanter ist da die Frage nach der Software und den Möglichkeiten. Software sollte relativ einfach einzurichten sein, gehört hab ich bisher nur Free-NAS. Gibt's da noch mehr? Alternativen?

Was stellt ihr denn noch alles mit dem NAS an, außer Daten speichern? Wenn man häufiger von VMs auf NAS hört, frage ich mich, was man den so alles damit anstellen kann, vielleicht ist da noch was interessantes für mich mit dabei.
 
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Bevor ich einen Controller kaufen würde, würde ich ein billiges Board kaufen: ASRock AM1B-ITX mit PicoPSU, alternativ ASRock AM1H-ITX und ein 19V DC/DC-Netzteil dazu.

Was darf das Gehäuse kosten?
 
Es gibt noch Nas4Free und OpenmediaVault, ich bevorzuge Letzteres.
Wenn Du das BS auf einem USB-Stick installierst, brauchst Du keinen zusätzlichen SATA-Controller. Der Stick muss lediglich sehr viele Schreib- und Lesevorgaenge aushalten, dafür gibt es einen speziellen Typ und 8GB reichen aus. Ein normaler Stick wuerde zu schnell kaputt gehen. Man könnte den Stick auch nach innen verlegen, dafür gibt es Adapter.
 
Als Gehäuse verwende ich das PC-Q25 von Lian Li und bin super zufrieden damit. Als OS verwende ich OpenMediaVault
 
Ich nutze bei einem meiner beiden NAS ebenfalls ein AM1-System mit AM1H-ITX, Athlon 5350, 16 GB RAM, 32 GB SSD für OS und 3x6TB WD Red, 19V DC/DC 90W. Alles zusammen mit OpenMediaVault.

Für ein NAS ist das Fractal Design Node 304 für ITX-Boards recht brauchbar, da auch Tower-Kühler recht gut verbaut werden können. Ich nutze auf meinem 5350 den Arctic Alpine M1 passiv CPU kommt selbst unter Volllast nie über 40°.

Um das Thema USB-Stick für die OS-Installation aufzugreifen: Mit FreeNAS/NAS4Free: Ja, bei OpenMediaVault: eventuell. Dazu benötigst du einen Plugin (Flashmemory Plugin), welcher das Caching und Logging in den RAM verlagert. Alternativ nutze einen SLC-USB-Stick. (Artikel dazu)
 
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Soll das ganze auch noch von außen erreichbar sein? Stichwort cloud?
 
Software (NAS spezifisch)

- FreeNAS
- NASforFree
- OpenMediaVault
- Synology Software (geht wohl auch auf PC zu installiern)

Oder auch ein beliebiges OS wie Windows, BSD, Linux.

Einfach einzurichten ist relativ. Spiel einfach mal mit den verschiedenen Systemen rum. 100% Plu'n'Play solltest du nicht erwarten, FreeNAS z.B. ist aber nah dran.

Dann solltest du Dir die Frage nach RAID / SoftwareRAID stellen. Brauchst willst du das, wenn ja in welchem Umfang.

Hast du schon einen Plan bezüglich Backup?


Und zur allgemeinen Frage, was man sonst noch so mit seinem NAS machen kann/will:
Mein Server dient aktuell als Datenspeicher, Druckserver, PlexMedia-Server, Steam-Cache-Server und OwnCloudserver. Und das ist sicher noch nicht Ende der Fahnenstange, was Möglichkeiten angeht. Ist eben immer die Frage, was man will oder braucht :)
 
Die Synology-Software "für PC" ist inoffiziell und heißt Xpenology. ;)

FreeNAS auf einem Non-ECC-System und mit nur 8 GB RAM bei 2x6TB finde ich schon fahrlässig.

Bei 2x6TB würde sich Raid 1 geradezu anbieten. Ein Software-Raid mit mdadm ist unkompliziert, migrierbar, Controller- und Board-unabhängig und mit jeder Linux und BSD Distri mountbar.

Backup ist ein wichtiges Thema und sollte UNBEDINGT vorab mit bedacht werden!
 
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riff schrieb:
Bevor ich einen Controller kaufen würde, würde ich ein billiges Board kaufen

Hmm... Ich könnte auch das Board aus einen meiner HTPCs nehmen, da hab ich ein Asrock AM1H-ITX verbaut und brauche da nur 2 SATA. Auf die Idee bin ich noch nicht gekommen...

omavoss schrieb:
Wenn Du das BS auf einem USB-Stick installierst, brauchst Du keinen zusätzlichen SATA-Controller. Der Stick muss lediglich sehr viele Schreib- und Lesevorgaenge aushalten, dafür gibt es einen speziellen Typ und 8GB reichen aus. Ein normaler Stick wuerde zu schnell kaputt gehen.

Macht der so viele Schreibvorgänge? Was für ein spezieller Typ ist das? Ich hab ansonsten ja eine 120GB SSD, die ist natürlich völlig oversized.

gurkerich schrieb:
Als Gehäuse verwende ich das PC-Q25 von Lian Li und bin super zufrieden damit. Als OS verwende ich OpenMediaVault

Das Lian Li hab ich mir auch schon angeschaut, steht auf jeden Fall hoch im Kurs. Bin auch sehr zu frieden mit meinem alten Lian Li Tower gewesen, soll aber ach bald ausgetauscht werden. Des weiteren habe ich noch ein HTPC-Gehäuse von Lian Li.

riff schrieb:
Für ein NAS ist das Fractal Design Node 304 für ITX-Boards recht brauchbar, da auch Tower-Kühler recht gut verbaut werden können. Ich nutze auf meinem 5350 den Arctic Alpine M1 passiv CPU kommt selbst unter Volllast nie über 40°.

Das Gehäuse ist auch interessant und dazu noch recht günstig. Kühler hab ich schon drauf, Scythe Kodati.

Nitr0up3 schrieb:
Soll das ganze auch noch von außen erreichbar sein? Stichwort cloud?

Nein, eigentlich nicht. Vielleicht Zugriff von einer anderen Wohnung aus, aber das geht wohl eher über VPN?

Shririnovski schrieb:
Einfach einzurichten ist relativ. Spiel einfach mal mit den verschiedenen Systemen rum. 100% Plu'n'Play solltest du nicht erwarten, FreeNAS z.B. ist aber nah dran.

Dann solltest du Dir die Frage nach RAID / SoftwareRAID stellen. Brauchst willst du das, wenn ja in welchem Umfang.

Hast du schon einen Plan bezüglich Backup?

Einfach ist gut, wäre aber auch nicht das größte Problem, wenn es etwas mehr Arbeit erfordert, solange ich nicht Tagelang mit Einrichtung und Einstellungen beschäftigt bin, immerhin bin ich eher unerfahren mit NAS.
Denke, ich würde ein Raid 0 fahren wollen, ist natürlich keine 100%ige Datensicherheit, aber endgültig weg sind die dann doch nicht, nur der Aufwand ist entsprechend hoch. Oder ein extra Backup für einfachere Wiederherstellung, dann bräuchte ich prinzipiell sogar kein Raid, denke ich.
Die wichtigen Daten kommen auf optischen Medien, also DVD und BD.

riff schrieb:
FreeNAS auf einem Non-ECC-System und mit nur 8 GB RAM bei 2x6TB finde ich schon fahrlässig.

Inwiefern?
Das NAS ist eigentlich nur zum Verfügbar machen von Medien und Dokumenten im Netzwerk, die Rechner im Netz sind nur mit SSDs ausgestattet.


Edit: Jetzt kapier ich die Zusammenhänge, Caching und Logging wird mit auf dem Stick erledigt. Warum eigentlich Caching auf dem Stick, da ist doch der Arbeitsspeicher besser, oder?
 
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Deshalb den SLC-Stick; und (oder) das Flashmemory-Plugin, damit die vielen Lese-und Schreibvorgaenge in den RAM verlegt werden.
 
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Denke, ich würde ein Raid 0 fahren wollen

Dann hättest du 12 TB nutzbar, allerdings raucht dir eine Platte ab, ist alles futsch. Zudem warum ein Raid 0? Für eine höhere Lesegeschwindigkeit? Die Platten liefern auch so schon gut 130 MB/s je Stück und sind damit schneller als was durch den Flaschenhals Gbit-LAN passt. Es sei denn du nutzt eine 5/10 Gbit NIC im PCIe-Slot des Boards, was ich aber mal stark bezweifle. ;)

Nutze entweder Raid 1 oder lass die Platten als getrennte Laufwerke drin oder hol dir noch eine dritte und zieh ein Raid 5 mit 3x6 TB auf wenn du mehr als 6 TB Nutzdaten brauchst. Und immer schön das Backup im Hinterkopf haben.

Um Bezug auf die FreeNAS-Frage zu nehmen: Empfohlen ist ECC-RAM und in der Menge 8 GB + 1 GB je TB Nutzdaten. FreeNAS arbeitet massiv mit dem RAM (ZFS, RaidZ -> Wikipedia) und ist bedeutend fordernder an die Hardware. Für den Einsteiger würde ich auf jeden Fall eher OpenMediaVault empfehlen.

Edit: SLC-USB-Sticks hatte ich dir in Post Nr 5 bereits verlinkt.
 
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Wenn es zwei gleichgrosse Platten sind, dann Raid0, wenn sie das nicht sind JBOD.
 
Raid 0 für Datenplatten? Im Ernst? Was spricht denn für ein Raid 0?

Entweder JBOD oder via LVM zu einem Medium zusammenfassen, aber definitiv kein Raid 0. Soviele Nachteile braucht kein Mensch im NAS.
 
Huch, hab ich doch glatt verwechselt, meinte Raid 1, also Spiegeln der Platten.

Da schau ich mir mal OpenMediaVault an.

Mit den SLC-Sticks hab ich dann auch noch gemerkt, dass die "speziellen Sticks" damit gemeint sind. Bin heute nicht so ganz klar im Kopf :Freak

Backup geht über 3 externe Festplatten mit je 2TB, dann habe ich immer noch eine über für Datentransfers (hab´s mal übertrieben mit Festplattenkauf, zwischendurch wusste ich gar nichts mit der Kapazität anzufangen) plus Disks für die wichtigeren Daten, also Fotos und Dokumente.
 
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Ich schrieb das, um den Unterschied zwischen Raid0 und JBOD zu verdeutlichen, weil der vielen Usern nicht ganz klar ist.

Bei beiden Verfahren wird der Plattenplatz zusammengefasst. Bei Raid0 gibt die kleinere Platte den Gesamtplatz vor, das heißt bei der größeren der beiden Platten wird der verfügbare Speicherplatz eingeschränkt. Sind beide Platten gleichgroß, hat es keine Auswirkungen auf den insgesamt verfügbaren Plattenplatz.

Bei JBOD wird der Plattenplatz beider Platten zu einem großen Plattenplatz zusammengefasst, dabei ist es unerheblich wie groß die Platten sind oder anders gesagt: die unterschiedliche Größe der Platten hat keine Auswirkungen auf den verfügbaren Plattenplatz.

Mal ein Beispiel:

Raid0: 2 GB + 4 GB = 4GB
JBOD: 2 GB + 4 GB = 6GB

Wie das bei LVM ist, weiß ich nicht, das habe ich bisher noch nicht benutzt.
 
Setz dir ggf erstmal eine VM mit OpenMediaVault auf und teste dort alle Projekte die du auf dem NAS umsetzen willst. Nimm auf jeden Fall gleich OMV 3 auch wenn diese immer noch als Beta geflaggt ist. Einen OMV 2 noch aufzusetzten halte ich für Unsinn. Ich hab gerad eine Migration von OMV2 auf 3 hinter mir, das ist nicht ganz unkritisch, daher die Empfehlung gleich auf 3 zu setzen, das wird lange Zeit die aktuelle, neue Stable sein.
 
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riff schrieb:
Um Bezug auf die FreeNAS-Frage zu nehmen: Empfohlen ist ECC-RAM und in der Menge 8 GB + 1 GB je TB Nutzdaten. FreeNAS arbeitet massiv mit dem RAM (ZFS, RaidZ -> Wikipedia) und ist bedeutend fordernder an die Hardware. Für den Einsteiger würde ich auf jeden Fall eher OpenMediaVault empfehlen.

Ja OpenMediaVault, ist etwas Nutzerfreundlicher als FreeNAS. Aber FreeNAS ist trotzdem durchaus Einsteigerfreundlich.

Was den RAM betrifft: FreeNAS braucht weder ECC noch viel RAM.
ECC ist eher eine generell zu Empfehlende Sache, wenn es um Datenspeicher geht, einfach um Datenverlust durch Schreib-/Lese-Fehler zu vermeiden. Das ist nochmal wichtiger bei Raid/SoftwareRaid Lösungen.

Etwas mehr RAM darf es vor allem bei der Nutzung von ZFS als Dateisystem sein, das nutzt den RAM auch intensiv. Ich würde ZFS allerdings keinem Einsteiger empfehlen, da sollte man sich doch schon etwas besser auskennen.
Die Richtlinie 8GB +1GB pro 1TB ist allerdings Quark bei Heimnutzung. Da geht es dann mehr um Business-Usecases, mit deutlich mehr (vor allem paralleler) Zugriffe auf das NAS. Für Heimnutzung und ZFS kommt man problemlos hin, solange mindestens die 8GB vorhanden sind. Bei ZFS würde ich mir eher Gedanken bezüglich CPU machen, mein Xeon1246v3 hat gerade bei Deduplication+Compression schon ordentlich zu tun, ein AM1-Sempron ist da potentiell limitierend. Natürlich wieder abhängig von den genutzten ZFS-Features.

Ich sprech da aus eigener Erfahrung: Server mit 80TB in ZFS-Pools, 8GB ECC, max. 3 parallele Zugriffe, der Flaschenhals war immer GBit LAN. Habe dann auf 8GBit SFP+ aufgestockt für meine Workstation und anschließend den RAM auf 32GB. Bei der 8GBit-Verbindung macht sich das Mehr an RAM bemerkbar, aber auch nicht so dramatisch, wie man denken würde. Vor allem große Mengen kleiner Dateien profitieren davon, meist limitieren dann aber die guten alten HDDs, bevor der RAM ausgeht.
 
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