Fabian228 schrieb:
Was 00Muetze sagt, das man ohne Studium nicht in solche Gehaltsklassen kommt ist natürlich Blödsinn. Da gibt es bei weitem mehr als nur ein paar Einzelfälle, vor allem in technischen Berufen (damit meine ich nicht IT).
Bitte lesen und nicht irgendetwas interpretieren:
Ich sagte die "Chancen sehe ich eher gering" und nicht dass es unmöglich ist.
Weiters arbeite ich in einem Konzern in dem unser Werk ca. 1300 Mitarbeiter beschäftigt. Hier ist es eben so, dass die Gehaltsstufen nach fixen Regeln (Qualifikation, Tätigkeit und Dienstzeit) geregelt sind. Ich habe nie behauptet, dass es überall so ist bzw. unmöglich ohne Studium so ein Gehalt zu bekommen. Die Frage (die ja der TE schon beantwortet hat) ist eben wie groß das Unternehmen sein soll. Wobei ich auch vermute dass es bei Mittelbetrieben genauso fixe Gehaltsschematas gibt.
Da ich nicht weiß, wie es in anderen Firmen aussieht, habe ich meine Situation beschrieben und bei uns wäre es eben unmöglich, da sich die Qualifikation der Mitarbeiter nach oben geschraubt hat und die Anforderungen für eine Stelle dadurch auch mit hinauf gegangen sind.
In den Werkstätten haben ca 80% den Werksmeister und sind als Reparaturschlosser eingeteilt, natürlich bekommen sie mehr Lohn für die Qualifikation , aber es ist micht mehr wie vor 20 Jahren, dass man mit dem Werksmeister automatisch Vorarbeiter und später Meister einer Gruppe wird.
Nachdem viele junge Mitarbeiter gesehen haben, dass ein Werksmeister ihnen "nur" mehr Gehalt und mit etwas Glück einen Vorarbeiterposten bietet, begannen sie statt dem Werksmeister Kurs mit der Abend HTL. Also werden immer Ingenieure und damit dreht sich das Rad weiter. Je mehr Ingenieure es gibt, desto eher muss man ein Studium absolvieren um sich wieder von der Masse ab zu heben und zu einem besser bezahlten Job zu kommen und damit die Chance sich zu beweisen.
Leider fallen dadurch gute Leute durch den Rost, den es gibt gute HTL Abgänger die einem mehr bringen als schlechte FH-Abgänger, die HTL Abgänger werden allerdings gegen einem mit Studium schwer zum Zug kommen, weil unser System eben klar sagt Qualifikation>Dienstalter.
Bitte nicht vergessen:
Ich spreche von der Firma in der ich bin, wie es in anderen Firmen aussieht kann ich nicht beurteilen.
Ich kenne genug Leute die mit einem Lehrabschluss mehr verdienen als ich.
Allerdings stellt sich die Frage, was man dafür tun muss:
Als Beispiel:
Nach meinem HTL Abschluss hätte ich sofort mit dem ~3-fachen meines jetztigen Gehalts bei einer anderen Firma beginnen können (ohne Studium)
Allerdings wäre ich dafür auf Montagen rund um die Welt getingelt. Arbeitstage mit 10-16h sind hier , je nach Fortschritt im Projekt, keine Seltenheit.
Wenn etwas schief läuft (Material nicht vorhanden o.ä.) hat man eben wieder mal einen lässigen Tag (vorausgesetzt man hat es nicht selbst verbockt), ist aber eher die Ausnahme.
Nachdem das nicht mein Ziel war, habe ich abgelehnt. Ein einfacher Monteur bekommt dort mehr als ich in meiner Firma, hat meine Ausbildung nicht aber eben auch erheblich mehr Arbeit und kommt eben nicht jeden Tag nach Hause. Wem das liegt, der soll es angehen, für mich ist das nichts.
Klar ist es möglich in Klein/Mittelbetrieben so eine Gehaltsklasse zu erreichen. Allerdings wird keiner schon bei Eintritt in die Firma soviel zahlen.
Da muss man eben durch aussergewöhnliche Leistungen glänzen und sich selbst "unverzichtbar" machen.
Wenn man richtig glänzt spricht sich das in der Branche recht schnell herum (vorausgesetzt man hat auch mit externen Personen zu tun).
Natürlich kommen später auch die Abwerbungsversuche und man kann dann fordern.
Das ist aber ein steiniger Weg, denn nicht alle packen und geht nicht von heute auf morgen.
Mit einem Studium hat man eben von Anfang an ein höheres Grundgehalt.
Also nochmal: Schaffbar ist es, allerdings mit einem Studium eben leichter und wahrscheinlicher.
Edit: @DerGast
Ich hatte mit 25 bereits 10 Jahre Berufserfahrung als Reparaturschlosser und machte meine Ausbildung am 2. Bildungsweg. Es ist nicht schlecht wenn man sein Tätigkeitsfeld von beiden Seiten kennt (Ausführen bzw. planen und organisieren). Wer weiß vielleicht war es bei Bookstar auch so? Oder er hat sich einfach gut verkauft...