Sind meine beruflichen Ziele ohne Studium erreichbar?

  • Ersteller Ersteller ShaÐe45
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ShaÐe45 schrieb:
....Ich würde gerne mal irgendwo eine IT Abteilung leiten (inkl. Bewerbungsgespräche führen, Personalverantwortung, Planung interner IT Projekte). Gehaltstechnisch sollten 4200 - 4500 brutto im Monat schon drin sein. Consulting (VMWare/Storage) wäre auch eine Option...

Ohne Studium sehe ich deine Chancen bei 0,01% - auf Tausend solcher Jobs sehe ich einen Nicht-Studierten.
Du beschreibst genau die Stelle, auf die man einen Akademiker setzt, einen Wi-Inf. oder BWLer, ggf, einen Dipl-Informatiker - Bach./Master
Das sind Verantwortungen, die man heute keinem Facharbeiter überlässt, dazu gehört Methodenkompetenz und spezifisches Fachwissen.

Außerdem konkurierst du genau in diesem Bereich mit einem Heer von Akademikern, die in der Organisationsstufe und somit in einer bestimmten Altersklasse neben dem Studium auch bereits eine Menge Praxis erlangt haben.

Evtl hast du die Chance auf so einen Job, aber du wirst eher Frust schieben und andere Leute an dir vorüber ziehen sehen, die in deinen Augen weniger können (und vielleicht stimmt das sogar), aber trotz zehnfacher Mühen wirst du nur ein Zehntel des Danks ernten. Studiere!!!

ice-breaker schrieb:
...dass du dann bereits 17 Jahre Berufserfahrung hattest, da ist es dann egal ob du eine Ausbildung oder ein Studium gemacht hat, nach der langen Erfahrung ist das irrelevant....

a) gewagte These, b) die gemachte Erfahrung hängt auch davon ab, ob man vorweg studiert hat oder nur den Facharbeiter innehat. In den 17 Jahren machen beide ja nicht die gleichen Erfahrungen, sondern gehen in 99,9% der Fälle getrennte Wege in Verantwortung, Arbeit und Gehalt.

Wenn (falls) man nach 17 Jahren zwei Leute hat - einer studiert, der andere nicht - die wirklich die gleichen Erfahrungen gemacht haben, dann kann man sagen "egal, ... " aber woher so ein Beispiel nehmen?

Dein Beispiel scheitert am Beispiel, weil es so einen Vergleich nicht geben kann.
 
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Fu Manchu schrieb:
Du beschreibst genau die Stelle, auf die man einen Akademiker setzt, einen Wi-Inf. oder BWLer, ggf, einen Dipl-Informatiker - Bach./Master
Genau das ging mir beim Lesen auch durch den Kopf.

Wenn die Firma eh nicht passt würde ich mich erstmal nach einer besseren umsehen. Groß anders wird es da aber auch nicht aussehen. Die allerwenigsten Firmen setzten heutzutage noch jemanden ohne entsprechende Abschlüsse auf eine Stelle, egal wie gut er sein mag. Denn es gibt sicherlich jemanden, der genauso gut ist, und den Abschluss hat.
Sicher gibt es noch die alte Garde, die sich mal hochgearbeitet hat, das ist aber heute ungleich schwieriger.

Bei uns in der Firma gibt es Karriereprogramme, womit engagierte Angestellte für Führungspositionen fit gemacht werden, die entsprechende Qualifikation muss man aber natürlich trotzdem erwerben. Der Vorstandsvorsitzende war irgendwann auch mal Azubi und hat sich sukzessive über einfacher Angestellter, Filialleiter, Abteilungsleiter und Vorstandsmitglied hochgearbeitet. Der hat neben der Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender aber auch den Master nachgeholt.
 
Ich würde mal das Thema Fernuni bzw. Fern-FH in den Raum schmeißen.

Dort könntest du nebenbei studieren und eventuell noch weiterbewerben oder auch in der jetzigen Firma einfach Zähne zusammenbeißen, das Fernstudium machen und danach weiterbewerben.
Somit hättest du einen akademischen Abschluss und die Jahre Berufserfahrung.

Oder bewirb dich auf reine Duale Studiengänge, also Arbeit und Studium kombiniert, sofern du die Fachhochschulreife hast.

Um ohne Studium weiterzukommen in Richtung deiner gewünschten Stellen musst du am besten räumlich flexibel sein und einen langen Atem haben. In Ballungsräumen hast du sicherlich die besten Chancen m.E.

Und für die Frage, ob man auch nicht-studierte Leute einstellt, wenn sie gleich gut sind.
--> Der Personaler trägt die Verantwortung oder zumindestens Mitverantwortung für die Personalentscheidung. Wenn der nicht-studierte versagt, wird der Chef fragen: "Warum haben Sie nicht den Studierten genommen?". Also nehmen die Personaler den Studierten und sagen dann im Notfall: "Tut mir leid, ich habe doch schon den besten genommen, den es gab".

Meine Meinung.
 
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douggy63 schrieb:
Und für die Frage, ob man auch nicht-studierte Leute einstellt, wenn sie die gleich gut sind.

Wenn ich Personaler wäre, würde ich auch ganz einfach zweifeln, dass derjenige ohne Studium genauso gut ist. Denn warum hat er dann nicht auch studiert? Nicht den nötigen Anspruch an sich selbst? Fehlender Ehrgeiz? Nicht genug Selbstvertrauen, das Studium auch zu schaffen?
Sind doch allesamt Ausschlusskriterien für einen leitenden Angestellten.
Entweder die Stelle erfordert keinen Akademiker, dann spart man sich das Geld und besetzt sie nicht mit einem, oder die Stelle erfordert einen, dann sucht man sich auch einen.
So siehts meiner Meinung nach aus, wenn nicht Vitamin B o. Ä. im Spiel ist.
 
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Studenten zum Teil gar nicht mal unbedingt aufgrund ihrer höheren fachlichen Qualifikation bevorzugt eingestellt werden. Oft sind es so banale Dinge wie vernünftig formulierte Berichte/Emails/Protokolle/Präsentationen/Angebote für Kunden usw. ohne Rechtschreibfehler, die man einem Akademiker einfach eher zutraut als einem Nicht-Akademiker. Denn das ist ja auch ein positiver Nebeneffekt eines Studiums: Am Ende hat man so viele wissenschaftliche Arbeiten/Protokolle usw. geschrieben, dass einem sowas in guter Qualität leicht von der Hand geht, was man von einem Facharbeiter nicht zwingend erwarten kann/muss. Das erlebe ich in der Praxis bei meinem Job jeden Tag. Da gibt es Industriemeister, die man nach jeder Email erstmal anrufen muss um sie zu fragen, was sie überhaupt von einem wollen..... Und ab einer gewissen Hierarchie-Ebene ist sowas natürlich ein Ausschluss-Kriterium.
 
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Meine Erfahrung:

Ausbildung als IT-Systemkaufmann, danach gleich als SAM Consultant (Junior) gearbeitet. Arbeite jetzt seit einem Jahr als Consultant. Super Job, man kommt viel rum, lernt viele Menschen kennen, hat viele Freiheiten (zumindest in meiner Firma) und das Gehalt ist auch super und steigt jährlich. Desweiteren kann ich die Leiter nach oben steigen zum Senior Consultant, Advisor, Senior Advisor usw. Natürlich jeweils mit relativ großen Gehaltssprüngen.

Das Schönste an der Sache ist, das ich nicht studiert habe. Habe nur einen Realschulabschluss und die Ausbildung. (und während der Schulzeit einmal sitzen geblieben und von mehreren Schulen geflogen)
Man sieht, es geht auch anders. Aber auch nur, wenn man Gas gibt und bereit ist ständig zu lernen.
 
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Manche hier sind zu pessimistisch eingestellt hab ich das Gefühl.
Klar mit einem Studium sind seine Zeile schneller und wahrscheinlich ein bisschen einfacher zu erreichen, aber unmöglich oder von 0,1% Chancen zu sprechen halt ich doch für stark übertrieben.

4400 + 3er BMW verdient der "Head of" der 3 Büros weiter sitzt, ganze 4 Leute unter sich hat, damals "Radio- und Fernsehtechniker" gelernt hat und irgendwann in die IT gewechselt ist. (Das ganze kommt natürlich immer auf die Gegend an in der du wohnst / arbeitest - ich rede von Süddeutschland.)
 
Das Beratungsgeschaeft ist eindeutig von Akademikern dominiert, erfolgreiche Quereinsteigerbeispiele aendern daran erst mal nichts. Speziell um bei den grossen, erfolgreichen Firmen (mit entsprechenden Konditionen) unterzukommen ist ein Hochschulabschluss Pflichtveranstaltung.

Der einzige Beraterjob, den du problemlos ohne hoeheren Abschluss bekommst ist der

AVON Berater.
 
tyro schrieb:
Hoi

Ich bin da etwas pessimistischer. Vor 30 Jahren wäre sowas vielleicht noch möglich gewesen, aber mittlerweile wird praktisch überall für deine genannten Wunschtätigkeiten (und deine Gehaltsvorstellungen) ein Studium verlangt....

Sehe ich ähnlich. Wenn ich bei uns in der Abteilung mal gucke (Instandhaltungsplanung) gibt es genau EINEN HTL Ingenieur der Fachingeneur ist und der steht kurz vor der Pension. Für mich war die nach der Abendschule ein berufsbegleitendes Studium fast "Pflicht" da ich sonst nie Fachingenieur werden hätte können.

Diplomarbeit ist am Weg zur FH und wird dann verteidigt. Sollte ich bestehen steht ein großer Sprung in der Verwendungsgruppe an. Aber von deinen angestrebten 4000-4500 bin ich trotzdem noch weit entfernt.
Natürlich kann man dass nicht ganz vergleichen, da ich noch nie die Firma gewechselt habe.

Ich sehe die Chance eher gering ohne Studium in diese Lohngruppe zu kommen.
 
In einem kleinerem Unternehmen (<600) bekommt man denke ich auch ohne Studium so einen Posten jedoch mit weniger Gehalt.

Was 00Muetze sagt, das man ohne Studium nicht in solche Gehaltsklassen kommt ist natürlich Blödsinn. Da gibt es bei weitem mehr als nur ein paar Einzelfälle, vor allem in technischen Berufen (damit meine ich nicht IT).
 
Ich rede nicht von dieser Stelle in einem DAX Unternehmen. Mein Ziel wäre es, diese Stelle in einem mittelständischen Unternehmen zu haben (wenn das Unternehmen dann wächst und wächst soll's mir auch Recht sein).

Letztendlich ist es aber auch egal, die Position in einer Firma und das Gehalt hängen letztlich von sehr vielen Faktoren ab, man muss nicht zwingend studiert haben um in diese Gehaltsregionen vorzustoßen (Erfahrungen im jetzigen Unternehmen von Kollegen).

Trotzdem danke für die ganzen Beiträge ;)
 
Es gibt auch leute ohne Abschluss die Millionär werden ;). Natürlich MUSS man nicht studiert haben um im Leben bzw. Beruf erfolgreich zu sein.

Aber ohne Studium sinken die Chancen einfach enorm.

Auch im Mittelstand steigen die Anforderung seitens Qualifikation der Mitarbeiter und der Konkurrenzdruck wird größer.

Ohne Studium würde ich mit 25 Jahren jetzt nicht über 5000 Euro monatlich einstreichen (Brutto) bei 35 h und der Flexibilität die mir ermöglicht wird. Hinzu kommen noch Faktoren wie die tadelose Altersvorsorge durch den Arbeitgeber und die Möglichkeiten sich beruflich weiterzuentwickeln.
 
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Mit 25 Jahren, 1-3 Jahren Berufs"erfahrung", 35 Stundenwoche und dann 5000 Euro Brutto?
Wo? Bei uns in der Umgebung (OWL) findet man sowas eher nicht.
 
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Fabian228 schrieb:
Was 00Muetze sagt, das man ohne Studium nicht in solche Gehaltsklassen kommt ist natürlich Blödsinn. Da gibt es bei weitem mehr als nur ein paar Einzelfälle, vor allem in technischen Berufen (damit meine ich nicht IT).

Bitte lesen und nicht irgendetwas interpretieren:
Ich sagte die "Chancen sehe ich eher gering" und nicht dass es unmöglich ist.

Weiters arbeite ich in einem Konzern in dem unser Werk ca. 1300 Mitarbeiter beschäftigt. Hier ist es eben so, dass die Gehaltsstufen nach fixen Regeln (Qualifikation, Tätigkeit und Dienstzeit) geregelt sind. Ich habe nie behauptet, dass es überall so ist bzw. unmöglich ohne Studium so ein Gehalt zu bekommen. Die Frage (die ja der TE schon beantwortet hat) ist eben wie groß das Unternehmen sein soll. Wobei ich auch vermute dass es bei Mittelbetrieben genauso fixe Gehaltsschematas gibt.
Da ich nicht weiß, wie es in anderen Firmen aussieht, habe ich meine Situation beschrieben und bei uns wäre es eben unmöglich, da sich die Qualifikation der Mitarbeiter nach oben geschraubt hat und die Anforderungen für eine Stelle dadurch auch mit hinauf gegangen sind.

In den Werkstätten haben ca 80% den Werksmeister und sind als Reparaturschlosser eingeteilt, natürlich bekommen sie mehr Lohn für die Qualifikation , aber es ist micht mehr wie vor 20 Jahren, dass man mit dem Werksmeister automatisch Vorarbeiter und später Meister einer Gruppe wird.
Nachdem viele junge Mitarbeiter gesehen haben, dass ein Werksmeister ihnen "nur" mehr Gehalt und mit etwas Glück einen Vorarbeiterposten bietet, begannen sie statt dem Werksmeister Kurs mit der Abend HTL. Also werden immer Ingenieure und damit dreht sich das Rad weiter. Je mehr Ingenieure es gibt, desto eher muss man ein Studium absolvieren um sich wieder von der Masse ab zu heben und zu einem besser bezahlten Job zu kommen und damit die Chance sich zu beweisen.

Leider fallen dadurch gute Leute durch den Rost, den es gibt gute HTL Abgänger die einem mehr bringen als schlechte FH-Abgänger, die HTL Abgänger werden allerdings gegen einem mit Studium schwer zum Zug kommen, weil unser System eben klar sagt Qualifikation>Dienstalter.

Bitte nicht vergessen: Ich spreche von der Firma in der ich bin, wie es in anderen Firmen aussieht kann ich nicht beurteilen.
Ich kenne genug Leute die mit einem Lehrabschluss mehr verdienen als ich.
Allerdings stellt sich die Frage, was man dafür tun muss:

Als Beispiel:
Nach meinem HTL Abschluss hätte ich sofort mit dem ~3-fachen meines jetztigen Gehalts bei einer anderen Firma beginnen können (ohne Studium)
Allerdings wäre ich dafür auf Montagen rund um die Welt getingelt. Arbeitstage mit 10-16h sind hier , je nach Fortschritt im Projekt, keine Seltenheit.
Wenn etwas schief läuft (Material nicht vorhanden o.ä.) hat man eben wieder mal einen lässigen Tag (vorausgesetzt man hat es nicht selbst verbockt), ist aber eher die Ausnahme.

Nachdem das nicht mein Ziel war, habe ich abgelehnt. Ein einfacher Monteur bekommt dort mehr als ich in meiner Firma, hat meine Ausbildung nicht aber eben auch erheblich mehr Arbeit und kommt eben nicht jeden Tag nach Hause. Wem das liegt, der soll es angehen, für mich ist das nichts.

Klar ist es möglich in Klein/Mittelbetrieben so eine Gehaltsklasse zu erreichen. Allerdings wird keiner schon bei Eintritt in die Firma soviel zahlen.
Da muss man eben durch aussergewöhnliche Leistungen glänzen und sich selbst "unverzichtbar" machen.
Wenn man richtig glänzt spricht sich das in der Branche recht schnell herum (vorausgesetzt man hat auch mit externen Personen zu tun).
Natürlich kommen später auch die Abwerbungsversuche und man kann dann fordern.

Das ist aber ein steiniger Weg, denn nicht alle packen und geht nicht von heute auf morgen.
Mit einem Studium hat man eben von Anfang an ein höheres Grundgehalt.

Also nochmal: Schaffbar ist es, allerdings mit einem Studium eben leichter und wahrscheinlicher.

Edit: @DerGast
Ich hatte mit 25 bereits 10 Jahre Berufserfahrung als Reparaturschlosser und machte meine Ausbildung am 2. Bildungsweg. Es ist nicht schlecht wenn man sein Tätigkeitsfeld von beiden Seiten kennt (Ausführen bzw. planen und organisieren). Wer weiß vielleicht war es bei Bookstar auch so? Oder er hat sich einfach gut verkauft...
 
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