Smily schrieb:
Du hast jetzt zwar einen Key aber keine Lizenz! Denn die muss in gedruckter Form als COA vorliegen, auch im Jahr 2018.
Wer sagt das?
Rechtlich ist eine Lizenz nicht mehr als eine Vereinbarung. Ein Vertrag zwischen zwei oder mehr Parteien. Auch eine mündliche Vereinbarung wie ein Kauf per Handschlag ist ein Kaufvertrag. Eine Rechnung ist also rechtlich gesehen völlig ausreichend. Eine zugesandte Rechnung, ein Überweisungsbeleg, eine E-Mail oder PDF reichen.
Lassen wir mal den tatsächlichen Betrug mit gefälschten Seriennummern und andere betrügerische Praktiken außen vor, dann handelt es sich bei diesen Lizenzen der diversen Händler auch nicht um Volumenlizenzen. Volumenlizenzen bestehen aus 2 Schlüsseln; einem MAK = Multi Activation Key und einem KMS = Key Management Server. Mit der ersten Seriennummer kann man Systeme einzeln per Hand freischalten, mit der zweiten per Lizenzserver. Schriftliche Zertifikate, eine COA oder dergleichen bekommen die Kunden hier auch nicht. Wir bekamen aber jede Menge Prospekte oder ein Plastikschild für die Wand "Certified MS Partner" - also der übliche Marketingkram.
Was die diversen Billigheimer verkaufen, ist vergleichbar mit OEM. Sie kaufen Kontigente von Seriennummern, die für Systemdistributoren und Reseller gedacht sind.
Auch OEM, SB oder wie die Bezeichnungen lauten, ist oder war zumindest nicht für den direkten Verkauf an den Endkunden gedacht. Dafür hat der Hersteller die deutlich teureren (z.T. mehr als doppelt so teuer) Retailversionen vorgesehen.
In den 90ern hat Microsoft versucht den Verkauf von OEM/SB zu verbieten und wurde dafür abgemahnt.
Auch bei physischen Produkten gibt es das Prinzip der Vertragshändler. Und hier liegt es auch nicht in der Pflicht des Kunden über die Vertriebswege eines Herstellers oder Anbieters zu wachen. Wenn man sein Auto nicht beim Vertragshändler kauft, fällt das auch nicht in den Graubereich, geschweige denn ist es illegal.
Auch in der ct oder Chip wird gelegentlich auf die preiswerten Lizenzen hingewiesen. Das würden sie nicht tun , wenn es illegal wäre.
Ich habe schon einige Zeit mit dem Bereich Administration nichts mehr zu tun. In der Vergangenheit war es so, daß Seriennummern, bei denen die automatische Freischaltung nicht klappte, per Telefonassistent aktiviert werden konnten. Klappte auch das nicht, mußte man anrufen und ein Servicemitarbeiter hat dann nach der Bezugsquelle gefragt und die Freischaltung ausgeführt. Kulanz ist das nicht, sondern das Erfüllen eines rechtlichen Anspruchs.
Eine Win 10 Lizenz für 20 oder 40 € ist ebenso wenig illegal wie eine DSP/SB Lizenz für 90 oder 120 €. Letzteres ist aber fast immer problemfrei. Esteres nicht immer. Zum einen kann man tatsächlich leichter auf einen Betrüger hereinfallen und zum anderen muß man eventuell seinen Anspruch durchsetzen.