artemorra schrieb:
schon mal was von Umwandlungsverlusten gehört?
ein modernes Kohlekraftwerk hat selbst nur einen Wirkungsgrad von 50%
Angenommen wir haben Strom aus 100% erneuerbaren.. der Strom wird transportiert(-7%), danach lädst auch erst die Batterie(-10%), wenn diese neu ist).
Entladewirkungsgrad Batterie zu E-Motor (-10%)
~75% Wirkungsgrad.. klingt gut oder?
Die Wahrheit Batterien altern... nach ein paar Jahren wird der Lade-/Entladewirkungsgrad deutlich schlechter.. da stürzt du schnell auf 50-60% Wirkungsgrad ab.
Wir sind hier aber nicht beim ungekühlten Smartphone- oder Notebookakku und das ist der entscheidende Unterschied, den alle Premiumhersteller von Tesla übernommen haben: Temperatur- und Powermanagement als Grundlage für eine hohe Haltbarkeit.
Warum macht Wasserstoff für das Klima Sinn? Weil wir potentiell nahezu unendlich erneuerbare Energien erzeugen können. Wir könnenaber nicht unendlich in Batterien Speichern (Rohstoffe). In Wasserstoff schon.
Ach bitte... Verabschiede dich von dem Allheilsbringer "Wasserstoff".
- ~50% Wirkungrad im momentan massentauglichsten und günstigsten Elektrolyseverfahren (niemand interessieren Verfahren mit >70%, wenn das kg Wasserstoff dann 50-70€ kostet)
- ~50% Wirkungrad der Brennstoffzelle
==> (einfacher) Gesamtwirkungrad: 25%
Und jetzt vergleichen wir die Transport- und Ladeverluste noch mit dem logitischen Aufwand von Wasserstoff für ein Tankstellennetz:
- 30% Wirkungsgradverlust in industriellen Großanlagen, um gasförmigen Wasserstoff zu verflüssigen, um viel Energiegehalt auf kleinem Volumen per Tanklaster transportieren zu können.
- Verluste für die Haltung auf -253°C in der Großanlage, dem Tanklaster und dem Tank an der Tankstelle
Vor Ort an der Tankstelle:
- Umwandlung des flüssigen Wasserstoffs in gasförmigen in ineffzienteren Kleinstanlagen: 40% Wirkungradverlust im Minimum
- Betankungsverluste: 60% des getankten Energiegehalts
Ergo: Rechnen wir das alles mal zusammen, landen wir ohne die Verluste durch Kühlung und Betankung bereits bei knapp 10% Gesamtwirkungrad. Da sind wir wieder in Bereichen von "Dampfrössern" vor 200 Jahren. Also RICHTIG effizient.
P.S. Um 1 kg Wasserstoff herzustellen, muss man 56 kWh elektr. Strom hineinstecken, um im Gegenwert einen Heizwert von 33 kWh daraus erhalten zu können. Und jene 56 kWh sind auch nur immer mit 100% regenerativem Strom theoretischer Natur bedacht worden. Ergo dürfte es nicht verwundern, warum man für eine dt. Wasserstoffversorgung des Pkw-Verkehrs von einer Vervierfachung (400%) der dt. Jahrestromproduktion ausgeht. Im Vergleich sollen für eine BEV-Versorgung lediglich 20% Mehrstromproduktion anfallen (Quelle: Berliner Fraunhoferinstitut in der Machbarkeitsstudie für den Bundestag)
Zudem werden viele Rohstoffe für die Batterie unter den unmoralischten Bedingungen abgebaut.
Gut, dass Wassserstoff- bzw. Brennstoffzellenantrieb von diesen Bedingungen komplett befreit sind. Ach moment... die Technik ist ja 1:1 zum BEV die Gleiche bzw. ist der Akku-Speicher mit 15 bis 20 kWh nur etwa 50 bis 60% kleiner. Dazu kommen dann noch die nötigen Rohstoffe für die Brennstoffzelle, insbesondere Platin, welches auch unter dem Damoklesschwert "Kinderarbeit" steht.
Es ist halt immer ein Unterschied, ob das Argument "Kinderarbeit" wirklich ein existentes Problem ist oder nur die typische Haudraufkeule undifferenzierter und fachfremder Berichterstattung. Die "Umweltproblematik" vom Lithiumabbau in der Atacama-Wüste ist es ja auch. Was wurde da nicht alles gewettert vom Raubbau am Trinkwasser/Grundwasser, das den Bauern (in einer der trockensten Wüsten der Erde) die Lebensgrundlage stiehlt und der Grundwasserspiegel sinkt.
Blöd nur, dass die Lithiumkonzentration und die Abbaubestrebungen so gut zu vergleichen sind zum Braunkohleabbau in Deutschland: Man kommt an viel vom dem "Zeug", durch natürliche Prozesse entstanden, zu Spottpreisen heran. Anders als bei uns in Dtl. kümmert es in einer der trockensten Wüsten der Erde nicht wirklich, ob Schwermetalle im Boden zurückbleiben (die per se schon immer dort vorhanden waren, da das Grundwasser aus natürlichem Ursprung schon immer Lithium über Jahrtausende aus dem Grundgestein als Sole gelöst hat). Die vermeintliche Wasserknappfheit für die Landwirtschaft, wie die in den Great Plains der USA nie unter einem all zu guten Stern standen und mit vielen Dürreperioden durchsetzt ist, werden immer gerne als Kausalität gegenüber dem Lithiumabbau angeführt, sind aber eigentlich nur vereinzelte unbestätigte Korrelationen.
Wenigstens hat hier VW unter Herbert Diess (Ingenieur, der das persönlich und fachlich ebenso sieht)) und deren Marktstellung den guten Effekt, dass dem Wasserstoff- bzw. Brennstoffzellenantrieb als sinnlose Technologie abseits von Nutzfahrzeugen endlich der nötige Todesstoß versetzt wurde. Der andere Marktführer in diesem Segment Toyota behält ja auch nur noch den Mirai (evtl. mit einem kommenden Facelift) im Portfolio bei, bringt stattdessen aber bis 2021
vier neue BEV-Modelle auf den Markt. Bei Hyundai sieht es ebenso aus. Da sieht man eben auch gut, welche Technologie jetzt tatsächlich das Rennen gemacht hat...
auch wenn manche immer noch den kommenden "Durchbruch" prophezeien.