Weil das System darauf angelegt ist, Armut und Perspektivlosigkeit zu fördern und nicht, Leute aus ihrer Lage rauszubringen. Zur Schönung der Statistik sind dann allerhand Leute rausgeflogen zb indem sie vorzeitig in Rente geschickt wurden. Renten wurden immer weiter abgesenkt anstatt sich über ein sinnvolles System Gedanken zu machen (z.B. einem Staatsfonds für Zusatzrenten o.ä.). Die Leute wurden durch Einführung von Mini und Midijobs in prekäre Arbeitsverhältnisse (ohne Sozialversicherung) geschickt. Minijob auf H4 angerechnet. Kündigungsschutz gelockert, und und und.@mo schrieb:Wieso soll ALG II dazu geführt haben, dass "große Teile" der Bevölkerung in Armut abgerutscht (falls du das auch meintest)?
Zunächst Mal war es eine Neuorganisation der Verwaltung und Vermittlung von Sozialhilfeempfängern. Und die war dringend nötig, da die örtlichen Sozialämter damit mehr oder weniger überfordert waren. Am Prinzip des Förderns und Forderns ist an sich auch nichts auszusetzen.
Man braucht ein vernünftiges System, das denjenigen in den Arsch tritt, die ihren Arsch nicht hochbekommen (weil sie sich für was besseres halten oder "für ein paar Eur mehr" nicht arbeiten gehen) und das denjenigen hilft, die Hilfe brauchen ohne mit dem moralischen Zeigefinger zu winken.
Nur dass wir mittlerweile selbst im Europavergleich immer weiter abrutschen und nur noch Mittelfeld sind, während die Kosten des Sozialsystems an der weltweiten Spitze sind, während der Output immer schlechter wird. Schau mal, wie hoch die Rentenerwartungen in Deutschland verglichen mit anderen Ländern ist. Das ist nicht alles ein "Rot Grünes Problem", die Saat wurde aber damals gesät. Und Fachkräfte sind reihenweise abgewandert, weil sie in anderen Ländern besser bezahlt werden.@mo schrieb:Und wie du sagtest, insgesamt stärkte es den Wirtschaftsstandort, wenn auch auf Kosten des Lohnniveaus. An anderer Stelle wird hier aber auch schon mal beklagt, dass sei im internationalen Vergleich eh zu hoch.