SSD Benchmarks - Sinnvoll?

@Cytrox
Ich verstehe nicht, was Du in diesem Thread erreichen willst. Wenn es Dir nur darum geht, Deine eingeschränkte Sicht bestätigt zu sehen, dann müssen wir ja nicht weiterdiskutieren.

Du schränkst den Einsatz einer SSD auf eine "Systemplatte" ein. Das mag zwar oft zutreffen, es gibt aber auch andere Gebiete. Dort spielen dann hohe seq. Raten eine Rolle.

Weiterhin ist es völlig irrelevant, ob man nun 3,8s oder 4,1s auf einen Programmstart wartet. Wenn dafür die "langsamere" SSD aber 50% schneller große Dateien kopieren kann und man das auch z.T. macht, dann lebt man selbstverständlich viel besser mit der "lahmen" 4,1s-SSD.


Wir sehen Kaufberatungen i.d.R. hier im Kontext, dass von HDD auf SSD gewechselt werden soll. Dann spielt die Wahl der SSD keinerlei Rolle, weil alle SSDs dann 100%-1000% oder noch mehr Vorteil bringen in der entsprechenden Situation.
So ein Argument, wie Du es hier hervorbringst, dass 7% Mehrleistung was bringen, macht in meinen Augen nur Sinn, wenn man von einer SSD auf eine "schnellere SSD" wechseln will. Ansonsten, wen interessiert's, ob er 1000% oder 1070% Mehrleistung hat?
 
<-- z.b. hat keine einzige klassische HDD mehr im Rechner. Und mir war die Performance der SSDs an sich ziemlich wurst. Der Unterschied zur HDD ist das was zählt. Genau wie es Merlin beschreibt.
Ich bin übrigens mit jeder SSD zufrieden gewesen, obwohl z.b. die ersten vor 4 Jahren (Mtron Mobi) im Vergleich zu aktuellen SSDs ja ziemlich lahm sind^^

Der Unterschied zwischen den SSDs ist in meinen Augen zu vernachlässigen. Deshalb mein erster Beitrag.

HisN zur Zeit mit noch zwei Mobis, einer Indilix, zwei Vertex2, einer Intel Postville und einem Revodrive (sowie ein paar RAM-SSDs) unterwegs.
 
Was ich sagen wollte ist, dass der Systemstart von anderen Faktoren als der SSD abhängt (Treiberinitialisierung) und der Firefox so schnell startet, dass man den durch eine SSD kaum beschleunigen kann. Eine SSD braucht die richtige Nutzung, sonst landen wir wieder bei Kommentaren, wie "Eine SSD bringt doch nichts".

Ich sehe es genauso, wie Merlin: Nachdem man in der letzten Generation die 4K-Werte hochgeprügelt hat, stellt man nun fest, dass das in der Praxis nichts bringt. Die SSDs sind ähnlich schnell. Ob ein Programm in 0,5 oder 0,75 Sekunden startet, ist egal. Ob meine Dateien aber in 10 Sekunden oder 30 kopiert werden, macht vielleicht schon einen Unterschied.

Und zum CB-Test: Bei allem Respekt für Moros, aber da sitzt einer mit ner Stoppuhr neben dem PC und misst Zehntelsekunden! Unter dem Aspekt sehe ich unter 30% Differenz nicht mal eine Tendenz.
 
Merlin-.- schrieb:
Ich verstehe nicht, was Du in diesem Thread erreichen willst. Wenn es Dir nur darum geht, Deine eingeschränkte Sicht bestätigt zu sehen, dann müssen wir ja nicht weiterdiskutieren.

Naja ich sehe dass sich das Ganze in die genau entgegengesetzte Richtung entwickelt, von dem was man letztes Jahr erzählt hat. Da frag ich mich ob ich vielleicht was übersehen hab, oder etwas nicht verstanden hab - oder ob einige Hersteller gerade dabei sind uns mächtig zu verarschen, wie mit den ersten RAID-JMicron SSDs damals...

Merlin-.- schrieb:
Du schränkst den Einsatz einer SSD auf eine "Systemplatte" ein. Das mag zwar oft zutreffen, es gibt aber auch andere Gebiete. Dort spielen dann hohe seq. Raten eine Rolle.

Wer von uns kann sich eine SSD für diese Einsatzgebiete leisten? Und für den Enterprise-Bereich gibt's sowieso eigene SSDs die in den Bechmarks gar nicht erst dabei sind.


Merlin-.- schrieb:
Weiterhin ist es völlig irrelevant, ob man nun 3,8s oder 4,1s auf einen Programmstart wartet. Wenn dafür die "langsamere" SSD aber 50% schneller große Dateien kopieren kann und man das auch z.T. macht, dann lebt man selbstverständlich viel besser mit der "lahmen" 4,1s-SSD.

Merlin-.- schrieb:
So ein Argument, wie Du es hier hervorbringst, dass 7% Mehrleistung was bringen, macht in meinen Augen nur Sinn, wenn man von einer SSD auf eine "schnellere SSD" wechseln will. Ansonsten, wen interessiert's, ob er 1000% oder 1070% Mehrleistung hat?

Naja, wozu dann überhaupt die Benchmarks der SSDs untereinander?

mumpel schrieb:
Ich sehe es genauso, wie Merlin: Nachdem man in der letzten Generation die 4K-Werte hochgeprügelt hat, stellt man nun fest, dass das in der Praxis nichts bringt.

Hm.. sicher dass es deswegen ist weil man feststellt dass es nichts bringt? Oder ist es vielleicht weil Hersteller wie SandForce & OCZ sehen dass sie auf dem 4k Random-Read Bereich keine Chance sehen sich durchzusetzen?

mumpel schrieb:
Die SSDs sind ähnlich schnell. Ob ein Programm in 0,5 oder 0,75 Sekunden startet, ist egal. Ob meine Dateien aber in 10 Sekunden oder 30 kopiert werden, macht vielleicht schon einen Unterschied.

Wieso redet ihr immer vom Daten hin und her kopieren? Wie oft macht man sowas? Ich habe seit Dezember 2009 eine X25-M G2 (9900 Betriebsstunden lt. SMART) und hab bisher kaum etwas das größer war als ein paar 100 MB kopiert. Was irgendwie auch klar ist, da ich auf der SSD kaum platz habe außer für Betriebssystem + Programme.

mumpel schrieb:
Und zum CB-Test: Bei allem Respekt für Moros, aber da sitzt einer mit ner Stoppuhr neben dem PC und misst Zehntelsekunden! Unter dem Aspekt sehe ich unter 30% Differenz nicht mal eine Tendenz.

Klar gibt's Messfehler, aber Die Benchmarks gibt's ja auch auf anderen Seiten. Und wenn diese irgendwo auch die Reihung in den Synthetischen Benchmarks wiederspiegeln (wo die Unterschiede mehr als deutlich zu sehen sind) dann macht das ganze schon Sinn.


Worauf ich hinaus will ist wieso nun dieser plötzliche Fokuswechsel von Random-Read auf Seq.-Write? Bzw. bringt mir die Seq. Leistung was? Zur errinerung die ersten Intel Modelle waren beim seq. Schreiben auf 70MB/s begrenzt, während die JMicron-RAID-SSDs "tolle Werte" jenseits der 100MB/s beim schreiben hatten.

Für mich sieht das nach einem Rückschritt aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dass viele SSDs nur für ihr OS kaufen, ist meiner Meinung nach ein großer Fehler. Nur das, was auf der SSD drauf ist, wird beschleunigt. Und gerade bei den Preisen jetzt sind 120 GB ideal für OS, Programme, Games und Arbeitsdaten.

Also beim neuen Trend verpasst du nichts. Für eine System-/App-Platte ist Random-Read und -Write immer noch wichtig und sequentiell vernachlässig bar. Aber die neuen SSDs sind nicht langsamer als die alten, obwohl vielleicht geringer 4K-Werte. Die bringen dir nur bis zu einem bestimmten Grad etwas.
 
Ich denke auch nicht, dass es einen Fokuswechsel von 4K auf seq. jemals gab, da ich nicht denke, dass es jemals einen Fokus auf 4K gab.
Starke 4K Werte haben sich allenfalls ergeben aus niedrigen Zugriffszeiten und guten Caching-Methoden.

Die ersten (JMicron) SSDs hatten ja schwache 4K-Werte (besonders write), was z.T. durch größeren Cache geheilt wurde.

Da die Zugriffszeiten ohnehin gering genug sind und das "Caching-Problem" gelöst ist (so wie ich es oberflächlich verstehe), optimieren die Hersteller die seq. Raten.

Die seq. Raten lassen sich ziemlich gut skalieren, denke ich, wohingegen bei 4K das Ende der Fahnenstange vllt. in Reichweite ist. Die Frage ist auch, wie man 4K Werte systematisch steigern kann. Bei seq. Raten geht es durch weitere Erhöhung der Kanal-Anzahl...
 
In meinen Augen ist es so/kann es so gewesen sein:

Die erste Generation von Endanwender-SSDs (JMicron) war zwar sequentiell schnell (für die Zeit), brach aber bei paralleler Nutzung komplett ein, bis hin zu Freezes. Die Analyse zeigt zu geringe Performance im Random-Bereich mit kleinen Dateien. Also wusste Generation 2 (Intel x25-m, Vertex 1), was sie besser machen mussten - bzw. sie wussten von Anfang an, was sie besser machen mussten. Die nächsten Versionsupdates brachten kaum Neuerungen, außer konstante Performance, Reliability und niedrigere Preise. Für Kunden waren plötzlich 4K-Werte und IOPS von Interesse und die Firmen reagierten mit Produkten und Marking darauf. Und mit der letzten Generation haben die Hersteller gemerkt, dass man in dem Bereich relativ wenig reißen kann, bzw. dass das in der Praxis kaum was bringt.

Und irgendwo habe ich auch mal gelesen, dass die Entwickler bei jeder Custom-Firmware vor der Entscheidung stehen: Mehr sequentiell oder mehr Random. Man kann sich das vielleicht wie einen Regler bildlich vorstellen. Hohe sequentielle und hohe Random-Raten gibt es nicht (so einfach). Entweder oder. Und anscheinend haben sich die Hersteller in dieser Generation für mehr sequentiell entschieden. Wobei die Vertex 3 ja auch gute IOPS bringt. 225 MB/s 4K Random Write ist ja nicht ohne - aber eben auch nur das langweilige Write. Bei Read sind sie mit 35 MB/s gerade mal halb so schnell, wie die olle Intel 320.
 
HisN schrieb:
Wenn ich mir z.b. die Real-Tests von Moros anschaue, dann liegen die ganzen SSDs so nahe bei einander (in Sekunden) das man sich das ganze gebenche auch gleich sparen kann. Ob nun die schnellste für irgendwas 4 Sekunden braucht und die lahmste ganze 5 .. macht den Braten doch gar nicht fett, auch wenn der Unterschied in Prozent RIESIG ist.
^
This


and


this
v
Merlin-.- schrieb:
Ich sehe das ein wenig anders.
Da die 4K-Werte bei allen SSDs ausreichend hoch sind und zudem in der Praxis kaum höher sein können (CPU-Limitierung), ist es sinnvoller sich auf seq. Raten zu konzentrieren, weil dort Unterschiede 1:1 "mitgenommen" werden können vom Benutzer.

Die Hersteller machen also in meinen Augen alles richtig (bzgl. 4K-SEQ-Trade-Off)!


Zur Frage im Threadtitel:
Ja, sind sie, wenn man Applikationen hat, welche spezifisch diese Bereiche ausnutzen können.
und
Nein, sind sie nicht, für 99% der Heimanwender - weil 99% der Heimanwender keine solchen Applikationen besitzen...
 
mumpel schrieb:
Und mit der letzten Generation haben die Hersteller gemerkt, dass man in dem Bereich relativ wenig reißen kann, bzw. dass das in der Praxis kaum was bringt.

Dann wollen wir mal hoffen dass es in der Praxis wirklich mehr bringt, und die Hersteller hier nicht nur versuchen sich ihr eigenes Leben leichter zu machen.

mumpel schrieb:
Und irgendwo habe ich auch mal gelesen, dass die Entwickler bei jeder Custom-Firmware vor der Entscheidung stehen: Mehr sequentiell oder mehr Random. Man kann sich das vielleicht wie einen Regler bildlich vorstellen.

Ja, das liest man immer wieder, aber wenns ganz so simpel ist, warum nicht dem Endanwender den Regler in die Hand drücken?

mumpel schrieb:
Wobei die Vertex 3 ja auch gute IOPS bringt. 225 MB/s 4K Random Write ist ja nicht ohne - aber eben auch nur das langweilige Write. Bei Read sind sie mit 35 MB/s gerade mal halb so schnell, wie die olle Intel 320.

Wobei natürlich zu bedenken ist:
- Wie sinnvoll es ist über 6x schneller Schreiben zu können, als zu Lesen wenn man viel häufiger liest als schreibt.
- Die Vertex 3 und andere SF-SSDs die Komprimierungstricks anwenden sind hierbei stark vom Inhalt der Daten abhängig. Je nach Datei kann die Leistung also deutlich geringer ausfallen

Eggcake schrieb:
Ja, sind sie, wenn man Applikationen hat, welche spezifisch diese Bereiche ausnutzen können.
und
Nein, sind sie nicht, für 99% der Heimanwender - weil 99% der Heimanwender keine solchen Applikationen besitzen...

Bleibt dann nur noch die Frage wieviele leute aus diesen speziellen Bereichen zu "Heimanwender-SSDs" greifen, und für wen diese Benchmarks gemacht werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Cytrox schrieb:
Hi,

mittlerweile findet man ja verschiedene Benchmarks zu SSDs, teilsweise sogar recht komplexe aus x% lesen und y% schreiben, wobei z% zufällig verteilt sind usw.
Leistung ist eben nicht wie eine Temperatur mit nur einem Wert abzulesen. Auch kann man nicht einfach alle Anforderungen mit jeder SSD gleich gut abdecken, verbessert man an einer Stelle die Leistung, so verliert man an anderer Stelle wieder etwas. Die beste SSD gibt es deswegen nicht, nur die SSD die am besten zum jeweiligen Anwendungsfall passt.
Cytrox schrieb:
Wenn man bedenkt dass die meisten sich eine SSD anschaffen damit Windows schneller bootet und Firefox schneller startet frage ich mich wie sinnvoll diese Benchmarks sind.
Wenn man seinen Rechner nur hat um Windows zu booten und dann FireFix zu starten, dann frage ich mich aber auch schon, wie sinnvoll eine SSD dann ist. Aber auch wem selbst bei so minimaler Systemnutzung eine SSD das Geld wert ist, der kann in den meißte Review ja genau die Zeite für diese beiden Aufgaben auch finden und sich dann daran orientieren.

Ansonsten würde ich sowieso vielmer auf Dinge achten, die in den Test oft kaum bis garnicht beachtet werden. So z.B. die Ausfallrate, über die man zwar wenig findet aber hier schon mal etwas, denn gerade für weniger visierte Nutzer ist ein Plattenausfall ein echtes Problem. Außerdem sollte man sich überlegen, wieviel ein mehr an Leistung einem wirklich wert ist. Eine Cruical m4 ist zwar in vielen Tests langsamer als eine Intel 510, aber auch deutlich günstiger zu haben. Einer Vertex3 unterliegt sie in fast allen Benchmarks, aber neben dem Preis spricht hier auch die Zuverlässigkeit für die Crucial.

Cytrox schrieb:
Bzw. ob das hier, angesichts des Anwendungsszenarios, eigentlich nicht der "ultimative" benchmark sein müsste:

38543rkyq.png
IOMeter ist definitiv kein ultimativer Benchmark, zumal nur die letzten Versionen überhaupt komprimierte Daten zum Testen verwenden können und diese nur RC Status haben.
Cytrox schrieb:
Weil die Reihung der SSDs nachher sieht nämlich ganz anders aus - z.B. die Vertex 3 die hier ganz unten ist, ist dann plötzlich oben, und die Intel 510 liegt vor der 320 (Überhaupt ergibt sich die frage nach der Existenzberechtigung für die 510 angesichts des Preises)...
Wer eine zuverlässige SSD mir 34nm NAND und hohen seq. Transferraten haben möchte, der kommt nur schwer an der 510 vorbei. Persönlich würde ich den Aufpreis gegenüber einer 320er oder Crucial m4 auch nicht rechtfertigen können.
Cytrox schrieb:
Oder übersehe ich hier etwas grundlegendes?
Ja, weil Leistung nicht pauschal zu bewerten ist. Eine SSD hat viele IOPS, eine andere (wie die 510) hohe seq. Transferaten. Was jeweils zu einem schnelleren System führt, hängt eben sehr von jeweiligen System und dessen Nutzung ab.

Cytrox schrieb:
Wobei natürlich zu bedenken ist:
- Wie sinnvoll es ist über 6x schneller Schreiben zu können, als zu Lesen wenn man viel häufiger liest als schreibt.
So viel mehr gelesen als geschrieben wird auch nicht, bei einem Rechner zuhause liegt es nur so bei 50% mehr lesen als schreiben. Auch bei vielen anderen SSD von Usern hier, die ihre S.M.A.R.T. Werte gepostet hatten, war das Verhältnis nicht so viel anders als bei mir. Viel häufiger lesen als schreiben würde ich also so nicht pauschal sagen.
Cytrox schrieb:
- Die Vertex 3 und andere SF-SSDs die Komprimierungstricks anwenden sind hierbei stark vom Inhalt der Daten abhängig. Je nach Datei kann die Leistung also deutlich geringer ausfallen
Das ist eine der Besoderheiten des SandForce Controllers, der sich eben an SSD Herstellern ohne eigene NAND Produktion richtet (zumindest hat kein NAND Hersteller eine SSD damit heraus gebracht) und diesen sowohl die Verwendung verschiedenster (auch minderwertiger, siehe DuraWrite) NANDs erlaubt und gleichzeitig das Bewerben extrem hoher Transferraten (wenn auch nur mit Nullen als Testdaten wie bei ATTO üblich). Sandforce hat also sein Produkt klar im Sinne seiner Kunden (den SSD Herstellern) optimiert, nur ob das alles so im Sinne von deren Kunden ist, staht auf einem anderen Blatt.
 
Zurück
Oben