SSD Freak schrieb:
Wie erklärst du dann aber die ganz kurze Anzeige wo beim Einschalten der Steckdose, der Zähler einmal ganz kurz höher ist als danach konstant?
Also Ok, da du für dieses Verhalten eine Erklärung wünschst, versuche ich es Mal.
Eine gute Analogie und Hilfestellung ist das Verhalten von Wasser. Da mit kann ich im Kopf sehr gut abbilden, was in Stromkreisen so abläuft. Zum Einschaltfunken:
1. Der Funke, den du beim Einschalten oder Stecker einstecken wahrnimmst, ist in der Tat ein Spannungsüberschlag zwischen unterschiedlichen Spannungspotenzialen. Wenn das Verhältnis von Spannung und Distanz zu große geworden ist (Spannung/Distanz, Spannung zu hoch, Distanz zu klein), kommt es wie auch in einem Fehlerfall oder Blitzschlag zum Überschlag (Einschaltfunke). Dabei kann es zu Verkohlungen kommen, die zukünftige Schaltvorgänge auch gänzlich unterbinden kann (Kontakte kleben oder keine Funktion mehr).
2. Die Einschaltstromspitze deines Meßgerätes mit der sich die in der Elektronik verbauten Kondensatoren und Spulen aufladen, wird in Tau angegeben und errechnet sich aus Spannung und Kapazität/Induktivität (genau siehe
hier) und liegt normalerweise für Wald und Wiesenelektronik bei weit unter einer Sekunde. Das Warum wird im Link genau erklärt, kurz soviel, die Leistung (Strom*Spannung) steht im Nenner. Je größer, desto kürzer. Die Kapazität steht im Zähler und ist selten über mF, deswegen kommt bei den Berechnungen auch meist Werte unter einer Sekunde bei raus, solange wir nicht im Farad Bereich ohne m, µ, n oder p vorangestellt.
3. Die Thermische Überlastung eines Schaltkreises triit im Idealfall nach frühestens 1 Sekunde mit über 50% der errechneten maximaen Last des Schaltkreises auf. In dieser Zeitspanne sollen evtl vorhandene Sicherheitseinrichtungen (aka LSS im Schaltschrank) das Gerät schon getrennt haben oder die internen Sicherungen des Gerätes selbst könnten anspringen.
Fazit aus der ganzen Erklärung: Dein wahrgenommener Einschaltfunke ist völlig Problemfrei und tritt immer auf. Bei jeden Schaltvorgang mechanischer Art zum Öffnen oder Schließen eines Schaltkreises. Netzverlust (aka Stecker ziehen oder schaltbare Mehrfachsteckdose) darf das Gerät nicht beschädigen. Ein solches Gerät bzw Design ist m.M.n. fahrlässig. Der Fehlerfall Netzverlust im Betrieb MUSS mit berücksichtigt werden.
Und ja, ein Akustikverstärker auf max Lautstärke KANN beim blöden Einschwingen von Netzteil und Verstärkerteil auch einen Lautsprecher überlasten. Das sollte im Bau berücksichtigt werden. Kann immer jemand über das Netzkabel stolpern. Gut, sollte nicht.
Edit: Noch eine Erklärung vergessen. Die Netzseitig aus der obigen Erklärung resultierenden Effekte (kapazitiver oder induktiver Last) nennt man Blindleistung. Diese Blindleistung darf eine gewisses Maß am Netz nicht überschreiten. Deswegen muss es berücksichtigt werden. Bei jedem Geräte. Und in Industriebetrieben mit extrem vielen Leuchtstoffröhren z.B. wird der Wert ermittelt und eine entsprechnde Kompensation zum Ausgleich zu den Röhren installiert. Denn mit zu viel Blindleistungwerden Netze gesprengt. Im warsten Sinne, da sie an vielen Stellen, besonders in den Verteilnetzen, nicht gemessen wird. Soweit mir bekannt, teils automatisch im Netztrafo. Mit Grenzen.