Stromzählertausch auf eigene Kosten?

gaunt

Lt. Commander
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Hi
hier sind ja bestimmt auch ein paar Elektriker die sich damit auskennen.

Ich wohne in einem Haus aus den 60ern. Aus der Zeit stammt vermutlich auch der Stromzähler. Sieht zumindest recht alt aus.
Jetzt haben wir einen zweiten Zähler abklemmen lassen sodass das gesamte Haus wieder über einen läuft. Bei der Gelegenheit eröffnete der Mitarbeiter des lokalen Anbieters uns, dass spätestens 2014 der Zähler gegen einen neuen getauscht werden müsse, was gut 3000€ kosten wird.

1. Was in aller Welt ist an einem Stromzähler so teuer?
2. Bin ich verpflichtet auf eigene Kosten den Zähler zu tauschen?

Vielleicht kennt sich ja einer damit aus und kann ein bisschen Licht ins Dunkel bringen...
 
1. Was in aller Welt ist an einem Stromzähler so teuer?

Dir ist aber schon klar, dass die Stromzähler deutlich komplizierter sind als diese Steckdosendinger für 10€ im Dreierpack?

3000€ für den Zähler, Einbau, Eichung etc. sind, denke ich, ok. Du möchtest ja auch kein Billigteil, was nur pi mal daumen ungefähr abrechnet, oder?
 
Bis einschließlich zum Stromzähler gehört die Infrastruktur dem Netzbetreier / Stromanbieter. Das weiss ich, weil ich selber bei dem 2. größten Stromanbiter Deutschlands arbeite und schon viel damit zu tun hatte.

Die neuen Elektronischen Haushaltszähler (EHZ) sind kompliziert als die alten schwarzen Dinger. Manche sind sogar von sich aus fernauslesbar (bei anderen brauchst du ein zusätzliches Modul dafür). Daher denke ich das die 3000 € schon hinkommen mit Einbau der kompletten neuen Technik.
Allerdings bin ich mir nicht sicher ob das der Strombezieher zahlen muss, da der Zähler ja noch dem Stromanbieter gehört.
 
Wenn der Zähler zum Netz gehört ist das doch nicht mein Problem. Ich will ja keinen intelligenten Zähler. Mir langt der alte schwarze. Ich brauche keinen vergoldeten mit Platinanschlüssen.

Kannst du (oder sonst wer) dass mit Gewissheit sagen ob der Zähler zum Netz gehört?

3000€ für den Zähler, Einbau, Eichung etc. sind, denke ich, ok. Du möchtest ja auch kein Billigteil, was nur pi mal daumen ungefähr abrechnet, oder?
Ich will gar keinen neuen. Ich habe einen und der misst (vermutlich) richtig.
 
Der Zähler gehört aufjedenfall dem Netzbetreiber oder dem Stromanbieter. Deswegen bist du z.B. auch verpflichtet einem Monteur deines Stromanbieters den Zutritt zum Zähler zu ermöglichen.
Wie das mit den Kosten ist, kann ich dir leider nicht sagen. Ich fände es aufjedenfall komisch wenn du die zu 100 % zahlen müsstest. Vielleicht steht dazu was im Stromliefervertrag.

Kann es sein, das dein Zähler nur bis 2014 geeicht ist? Dann müsste er ja neu geeicht werden und wahrscheinlich tauscht dein Anbieter den alten Zähler dann gegen einen neuen und entsorgt den alten. Bei RWE werden auch nur noch die intelligenten Zähler verbaut.
 
Die Firma RWE kann den Zähler auch überhaupt nicht eichen, das kann nur das Eichamt.
Schau dir den Eichstempel mal an, guter Tipp!
 
Hier steht, dass ein "intelligenter Stromzähler" etwa 100 € kostet: http://www.helpster.de/was-kostet-ein-stromzaehler-wissenswertes-ueber-das-zaehlgeraet_119708

3.000 € halte ich für einen Stromzähler extrem teuer.

Soweit mir bekannt ist, werden diese Zähler auch nicht gekauft, sondern nur vom Anbieter gemietet.
Vielleicht wollte der Monteur einfach zusätzlich Geld verdienen und verbreitet deshalb etwas "Angst". Wäre ja nicht das erste Mal, dass soetwas vorkommt.
 
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Wie wäre es die Energierechtexperten der Verbraucherzentralen zu kontaktieren? Hier wird das eher Kaffeesatzlesen... Entsprechende Kontaktinfos findest du auf den Webseiten der Verbraucherzentralen.
 
@boarder-winterman: Das habe ich ja auch nicht gesagt. Aber vielleicht habe ich mich etwas unverständlich ausgedrückt. Ich meinte, dass der Netzbetreiber den alten Zähler einfach austauscht statt diesen vom Eichamt neu eichen zu lassen.

@Anno: Stimmt habe grade mal bei Amazon geguckt, da war der teuerste ca. 250 €. Ob der jetzt zugelassen ist um Strom für eine Abrechnung zu zählen weiss ich allerdings nicht. Stimmt auch, dass die Zähler vom Verbraucher gemietet werden.

@TE: Kann es vielleicht sein, dass zusätzlich zum Zähler noch mehr an der Verkabelung (nach dem Stromzähler, also auf "deiner" Seite) geändert werden muss? Immerhin ist das Haus 50 Jahre alt. Damals war es noch nicht Pflicht RCDs etc. einzubauen. Ich meine nämlich, dass es Pflicht ist, wenn etwas an der elektronischen Verkabelung geändert wird, einen RCD einzubauen, sofern dieser noch nicht vorhanden ist.
 
Kann es sein, das dein Zähler nur bis 2014 geeicht ist? Dann müsste er ja neu geeicht werden und wahrscheinlich tauscht dein Anbieter den alten Zähler dann gegen einen neuen und entsorgt den alten. Bei RWE werden auch nur noch die intelligenten Zähler verbaut.
Kann schon sein das der nicht mehr geeicht ist. Wie gesagt, er ist schon alt. Und meinetwegen soll er neu geeicht oder getauscht werden. Aber selbst der teuerste Zähler den ich finden konnte kostet nur 300€...
Bei 50€ Stundenlohn hätten die dann 1 1/2 Wochen Zeit zum Umbauen;-)

Vielleicht wollte der Monteuer einfach zusätzlich Geld verdienen und verbreitet deshalb etwas "Angst". Wäre ja nicht das erste Mal, dass soetwas vorkommt.
Es war nur meine Frau da... Mag schon sein dass man da einfach mal die Welle machen wollte um "Kundenbindung" zu betreiben.
Ich lass mir dass auf jeden Fall schriftlich geben was und warum gemacht werden soll. Und dann gehts vielleicht wirklich mal zur Verbraucherzentrale.

Ich wollte primär mal eine Einschätzung ob das normal ist oder nicht. Also vielen Dank schon mal!

@firefighterz
Ja gibt es. Ist aber wohl nur optional. Ich versuchs mal zu beschreiben, bin aber Elektriklaie.
Der alte Zähler hin an einer Phase und die versorgt jetzt weiter das untere Stockwerk. Normalerweise sollte in den Kasten wohl eine Schraubsicherung pro Phase. Das ist nicht vorhanden und bei einer Überlastung in dem Bereich würde wohl eine Sicherung im Panzerkasten durchbrennen (Welche nur vom Netzbetreiber getauscht werden kann). Der Elektriker meinte aber das müsse man nur machen wenn es wirklich zu Problemen kommt. Unwahrscheinlich, denn in dem Bereich hängen keine großen Verbraucher.
 
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gaunt schrieb:
Bei 50€ Stundenlohn hätten die dann 1 1/2 Wochen Zeit zum Umbauen;-)


Deswegen wird oft gesagt die Abkürzung RWE steht für "Ruhe, Wärme und Erholung" ;)

gaunt schrieb:
Es war nur meine Frau da... Mag schon sein dass man da einfach mal die Welle machen wollte um "Kundenbindung" zu betreiben.
Ich lass mir dass auf jeden Fall schriftlich geben was und warum gemacht werden soll. Und dann gehts vielleicht wirklich mal zur Verbraucherzentrale.

Frag deine Frau mal ob der Techniker noch von irgendwelchen anderen Umbauarbeiten gesprochen hat (bezüglich des letzten Statzes in meinem letzten Post).
Ruf ansonsten einfach mal bei deinem Netzbetreiber an und frag nach und lass es dir schriftlich geben.

Edit: Ok dann hat der was wohl nicht mit berechnet. Eigentlich müsste aber trotzdem ein RCD eingebaut werden, wenn ich den Wikipedia Artikel richtig verstanden habe (http://de.wikipedia.org/wiki/Fehlerstromschutzschalter#Deutschland).
Das stimmt, diese Sicherungen (NH-Sicherung) können nur vom Netzbetreiber getausch werden. Dazu braucht man einen speziellen Handschuh und komplette Schutzausrüstung, da dabei ein Lichtnogen entstehen kann.

Wie gesagt, ruf mal bei deinem Netzbetreiber an und informiere dich da. 3000 € für einen Zählerwechsel (der nichtmal dir gehört) sind wirklich sehr viel.
 
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OK, vielen Dank!

Also Grundtenor ist: Beim reinen Zählertausch sind die 3k jenseits von gut und böse!
Bei weiteren Arbeiten kommts natürlich drauf an was genau gemacht werden muss (wenn muss: Warum muss das nicht jetzt sondern erst 2014. Wenns gesetzliche Vorgaben gäbe müsste ich ja sofort rann). Also genau schauen obs "Verkaufsgeschick" vom Monteur ist, obs "sollte man mal machen" oder wirklich ein "must Have" ist.
 
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