Studienabschlüsse

[sauba]

Commander
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Grüß Gott!

ich weiß jetzt nicht, ob das nicht vielleicht ein ausgekautes Thema ist, aber bezüglich der bachelor/Master-Problematik:

Viele Hochschulen/Universitäten haben ja bereits angefangen, jedem Bachelorstudenten, der bei ihnen einen Abschluss macht, einen Masterplatz zu garantieren. Es gab eine Weile lang mal das Gerücht, die Hochschullandschaft in die Richtung umgestaltet werden soll, dass jeder Bachelorabsolvent überall einen Masterstudienplatz angeboten bekommt.

Weiß da jemand, ob sich sowas in den nächsten Jahren etablieren wird?

Gruß,
[sauba]
 
Naja ich bin ja schon ein "Opfer" des BA/MA Leides und ich kenne es von sämtlichen Hochschulen nur so, dass der Master NC-beschränkt ist. Meistens mit Notenschnitt "gut". Das variiert in Zahlen dann allerdings zwischen 2,0 und 2,5.
Garantien sind mir neu, aber ich kenne auch nur den Bereich Bauwesen... und von der Anzahl Plätze gehts auch kaum anders weil es die Menge an MA-Plätzen garnicht gibt
 
Ist mir recht egal. Die Einstellung "ohne Master werde ich eh nichts" ist mir auch zuwider - außer in einigen Naturwissenschaften, wo einem praktisch nur die Forscherlaufbahn offen steht, halte ich das für oberflächlichen Mumpitz. Eine akademische Qualifikation ist schließlich keine Krawatte, die man vor sich her trägt, weil sie gut aussieht - sie sollte in den individuellen Lebenslauf passen und dem eigenen Profil Stärke verleihen.

Viele große Unternehmen haben heutzutage Trainee-Programme für Bachelor-Absolventen, in denen man sich nach einer Einarbeitungszeit von meist 2 Jahren noch entscheiden kann, ob man für Master/Doktor zurück an die Hochschule möchte, oder sich lieber Betriebsintern weiter qualifizieren mag. Insbesondere in wirtschaftsnahen Studiengängen können einem 2 Jahre Berufserfahrung mehr bringen als ein 08/15 Master. In den Programmen für Führungskräfteentwicklung sind MBA-Studien oft eh vorgesehen, wer so weit aufsteigt, wird die Möglichkeit eines "executive MBA" auch später noch bekommen. Und wer nicht über das mittlere Management hinaus kann oder will, wird seinen Master kaum vermissen.
 
ich denke mal das hängt ganz arg davon ab, was du studierst und wo. bei uns wird jeder bachelor auch zum master zugelassen, die uni is in physik nämlich net ausgelastet, und schließlich muss ja irgendwer forschung betreiben...
 
Bei uns in München haben technische Master-Studiengänge an der Hochschule München und der TU München einen NC von ca ~2,5. Dies ist außerordentlich so erwünscht, da nur ca 30% der Bachelor-Abgänger auch einen Master machen sollen...

Das ist aber denk je nach Bundesland, bzw Uni anders und ändert sich eh ständig...
Selbst in nen Master-Studiengang einklagen sollte möglich sein.
 
Hm, 'ne blöde Regelung. Wär mir lieber, wenn man den Bachelor-Absolventen generell einen Master-Studienplatz anbieten würde. Vielleicht ändert sich ja noch was bis ich fertig bin, ansonsten kann man vermutlich nichts machen.

Bin übrigens FH-Maschinenbau-Student, also man kann da auch schon mit dem Bachelor einiges machen (zumindest wenn man in die Industrie und nicht in die Forschung geht), aber ein Master wäre schon recht schön im Lebenslauf.

Gruß,
[sauba]
 
Also ich finde die NC Regelung definitiv nicht verkehrt, denn für mich bedeutet, dass der Master Studiengangs eben mehr drauf hat als ein Bachelor-Absolvent und wenn man jedem Studenten einen solchen Platz anbieten würde, würde meiner Meinung nach dann das Niveau etwas sinken bzw. anderst ausgedrückt es würden evtl. mehr durchrasseln und das ist ja auch nicht Sinn dabei, wobei 2,5 als NC nicht gerade so hart erscheint.
Aber bevor ich das nicht erst selbst geschafft habe äußere ich mich dazu mal nicht weiter ;)
 
ich find die regelung bei fächern sinnvoll, die sowieso zuviele absolventen haben, aber grade da wo ständig fachkräfte gesucht werden, ist so eine regelung völliger schwachsinn, dann können die ja gleich wieder mit einer greencard anfangen, weil den deutschen der nachwuchs ausgeht
 
Ein Glück ich bekomme noch das Dilp.!

Ich finde das ganze aber schon sinnvoll, da einer der in die Forschung möchte schon etwas auf dem Kasten haben sollte.
 
[sauba] schrieb:
ein Master wäre schon recht schön im Lebenslauf.

Genau wegen Leuten wie dir ist die Zugangsbeschränkung sinnvoll.

Wer den Master für sich individuell als notwendige oder gewünschte Qualifikation sieht, z.B. weil er in der Wissenschaft arbeiten möchte, wird seinen Platz immer bekommen oder wäre ohnehin nicht geeignet für diese Laufbahnen.

Ich habe 2 Semester an der Uni auf Diplom studiert, bevor ich an eine kleine FH gegangen bin und mein neues Studienfach auf Bachelor begann. Was soll ich sagen: An der Uni gab es zwar keine Zulassungsbeschränkungen aber von den 700 Erstsemestern waren noch rund 300 übrig als ich meinen Hut genommen habe. Der FH-Studiengang war zulassungsbeschränkt, aber von meinen Mitstudenten ist kaum einer ein totaler Überflieger und viele haben auch mit einem eher durchschnittlichen Abschluss ihren Weg dorthin gefunden.

Wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich immer für den Zulassungsbeschränkten entscheiden und dafür sorge tragen, dass ich das auch packe - das Studium selbst ist so nämlich wesentlich angenehmer und auch effektiver.
 
das ganze wird nicht kommen, allein weil kein geld dafür da ist. so siehts nunmal aus, daran ändert auch die einführung von studiengebühren nichts (da werden nämlich einfach im gleichtakt die normalen zuschüsse der länder an die unis runtergefahren...).

in bestimmten bereichen in den naturwissenschaften ist ein master unumgänglich, allein schon, weil der master meistens voraussetzung für eine promotion ist (es sei denn man gehört zu den ganz schlauen, da gibts dann extra programm zum "überspringen" des masters). aber da braucht man in der regel auch noch 2 jahre an der uni, weil man einfach im bachelor nur grundlagen gelernt hat und damit in meinen augen noch nicht wirklich fähig ist, in einem unternehmen zu arbeiten (sag ich jetzt mal von mir selber).

aber ob und wie dann der master wirklich beschränkt wird, hängt stark von uni und fachrichtung ab. formal wird meistens der schnitt von mindestens 2,5 verlangt, das schaffen laut meiner erfahrung auch die allermeisten. darüber hinaus kommt es dann auch drauf an, wieviele in dem jahrgang den bachelor gemacht haben und wieviele sich von anderen unis für den master bewerben, ob man da noch zusätzliche zulassungsbeschränkungen einführen muss.
und dann macht es manchmal noch einen unterschied, ob man schon den bachelor an der uni gemacht hat oder nicht. man kann ja die zulassungsvoraussetzungen für den master so gestalten, dass man in bestimmten fächern bestimmte credits verlangt, die so exakt nur auf den eigenen bachelor studiengang zutreffen, so dass bei notenberechnungen automatisch externe im leichten nachteil sind.

an meiner alten uni wurde jeder zum master zugelassen, da wurden definitiv auch einige zugelassen, die den schnitt von 2,5 nicht geschafft haben. hat einfach keinen interessiert, weil im bachelor schon genug abgebrochen hatten und es deswegen eh mehr als genug plätze gab.
an meiner jetzigen uni mussten auch die internen mindestens 2,5 erreichen, zudem gabs noch nen aufnahmetest (der aber in meinen augen nur etwas zur abschreckung eingebaut wurde, denn der aufnahmetest war dann wirklich keine herausforderung).

in den nicht-naturwissenschaften ist es auch immer eine frage: verdien ich wirklich mit dem master soviel mehr, dass es sich lohnt 2 jahre dranzuhängen? immerhin kann man mit nem bachelor schon 2 jahre munter arbeiten, während andere noch studieren. das geld, das in den zwei jahren verdient wird, muss man auch erstmal wieder reinholen.
 
ein weiterer interessanter Aspekt bei den Unterschieden zwischen Bachelor und Master bzw. zwischen Diplom Uni und Dilpom an einer FH ist die Einstufung im öffentlichen Dienst: in den höheren Dienst kann man wohl nur mit einem Master oder einen Uni Diplom gelangen (ab E13 TVöD). Bei allen anderen Kombinationen ist offenbar nur der gehobene Dienst möglich (bis E11 nach TVöD oder so). Das macht auch im Gehalt einiges aus. E13: ca 38.000 euro, E11: ca 33.500 Euro.


Hmmmm bei den Noten musste ich zunächst überlegen, dass es ja gar nicht so schwer sein sollte, gute Noten zu erreichen - allerdings hatte ich meinen Diplomstudiengang im Hintergrund, wo wirklich nur die Prüfungen (Vordiplom und Diplom) jeweils gezählt haben und alle anderen, dazwischen erbrachten Leistungen von der Bewertung her keinen Einfluß hatten auf die Gesamtnote. Puhh, das ist bei Bachelor und Master wohl inzwischen etwas anders und damit nicht gerade einfacher geworden, da man dauerhaft Leistungen erbringen muss und nicht etwa nur punktgenau.
 
Naja das auf Noten zu beschränken wird wohl sehr ungerecht sein, in Bayer ein Vordiplom unter 2,5 in einem technischen Studienganz zu haben ist schon mit viel Aufwand verbunden. Im Norden macht man das mehr oder weniger im Schlaf.

Und wenn ich jetzt davon ausgehe, dass es deswegen in Bayern nicht mehr Stellen für Master gibt, ist das natürlich viel verschenktes Potential!
 
Ein Hoch auf die Bolonga Reform...

Mir ist zumidnest von meiner FH bekannt (Fachhochschule Nordwestschweiz Brugg), das ca 30% der Studenten den Mastergang besuchen werden. Dies deckt sich dann auch mit der Anzahl vorhandener Masterplätzt. Es ist doch aber so, das man mit dem Masterstudium an keine Schule gebunden ist. Irgendwo findet man sicher immer einen Platz.
 
Naja das auf Noten zu beschränken wird wohl sehr ungerecht sein, in Bayer ein Vordiplom unter 2,5 in einem technischen Studienganz zu haben ist schon mit viel Aufwand verbunden. Im Norden macht man das mehr oder weniger im Schlaf.
woah sorry, ich kann es nicht mehr hören. als ob im norden alles sooo viel einfacher wär. genau wie zu studienbeginn alle hier unten meinten, ihr bayern abi wär ja viel schwerer gewesen und bla. als ob die schüler in nrw oder niedersachsen ihr abi für dreimal um die schule laufen geschenkt bekommen hätten. aber sind in bayern ziemlich von tief von überzeugt, das hier mal generell alles viel schwerer ist.
sorry für off topic, das hat nicht so viel mit dem eigentlichen thema zu tun. musst ich aber mal loswerden.


um nochmal was zum thema beizutragen. in england ist es übrigens (in bio,chemie usw.) normal bei einer sehr guten bachelornote den master direkt auszulassen und sich direkt ins phd (äquivalent zum dr.) studium zu begeben. wie oben schonmal erwähnt, in deutschland ist das ne ausnahme für die aller allerbesten, in england ist das mehr oder weniger das normale vorgehen.
 
CoolHandLuke schrieb:
ein weiterer interessanter Aspekt bei den Unterschieden zwischen Bachelor und Master bzw. zwischen Diplom Uni und Dilpom an einer FH ist die Einstufung im öffentlichen Dienst: in den höheren Dienst kann man wohl nur mit einem Master oder einen Uni Diplom gelangen (ab E13 TVöD). Bei allen anderen Kombinationen ist offenbar nur der gehobene Dienst möglich (bis E11 nach TVöD oder so).
Kann ich so nicht bestätigen. Ich hatte ein Angebot für eine Stelle mit Option zur Verbeamtung in den höheren Dienst - mit FH Diplom.
 
@cemfan
Was'n Schwachsinn. Der nimmt sich irgendeinen sinnlosen Studiengang raus und verallgemeinert dann auf alle.
Studier was ordentliches und du machst kein einziges unbezahltes Praktikum sondern bekommst statt dessen gut bezahlte Studentenjobs. Und wenn du fertig bist hast du fast ne Jobgarantie.

Also ich bin froh studiert zu haben und auch den Master zu machen war richtig!
 
Ich habe selten so einen einseitigen, polemischen Schwachsinn gelesen. Ist da vielleicht jemand gefrustet, weil er mit seinem 3,7-Abschluss nicht sofort den 60k€-Job bekommen hat? Okay, das war jetzt fast so niveaulos wie der Link selbst, ich geb's ja zu...

Hier mal ein paar Stilblüten, falls einige keine Lust haben, sich den ganzen Müll durchzulesen:
Wenn das Volk so dumm ist, dann muss also die Obrigkeit Beschränkungen einführen.
Wie gesagt, diese Untersuchung stammt noch aus der Zeit vor der grossen Welle an Hinauswürfen, die besonders mit dem Staatsbankrott kommen wird.
Dann werden gleich einmal ordentlich Schulden aufgeladen, denn eine repräsentative „Akademikervilla“ und ein „Managerauto“ müssen her.
Akademikerkinder: Dort ist es ein MUSS, dass alle studieren – zwecks Statuserhalt = Prestige. Falls dort jemand nicht dazu in der Lage ist oder will, wird es als absolute Tragödie angesehen
Die Professoren, die den MBA unterrichten, sind alles reine Akademiker, die nie die Schule verlassen haben. Echt erfolgreiche Unternehmer würden nicht für deren Gehalt arbeiten.
Übrigens, wer unbedingt einen akademischen Grad braucht, wird ihn sich kaufen können: von einer anerkannten Universität für vielleicht eine Unze Gold.


Natürlich sind die Zitate aus dem Zusammenhang gerissen. Da sie aber meistens auch im Textzusammenhang eher zusammenfassenden Charakter haben, verfälscht das die Meinung des Autors kaum, finde ich.

Ich spare mir jetzt die Mühe, den ganzen Mumpitz einzeln auseinander zu nehmen und vertraue darauf, dass die meisten Leser auch selbst denken können. Fakt ist zwar, dass er einige dringend diskussionsbedürftige (Studienfinanzierung, überlaufene "schöngeistige" Fächer) Themen anspricht, Fakt ist aber auch, dass seine Schlussfolgerungen sowohl an Radikalität als auch an Irrwitz schwer zu überbieten sind. Vielleicht sollte er sich als Autor für Zeitgeist 2 bewerben.

Ich trauere solange der Zeit hinterher die ich für das Lesen dieses Textes verschwendet habe.
 
Haha, das sind diese "legt doch in Gold und Silber an, um die Krise zu überwinden"-Nerds und Weltuntergangsprediger, die mit diesen Tipps auch noch Geld zu verdienen versuchen, indem sie ahnungslose Esoterik-leichtgläubige Menschen in ihren Bann / über den Tisch ziehen wollen. ;-)
 
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